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JP 1967
Originaltitel:Kaijûtô no kessen: Gojira no musuko
Alternativtitel:Godzillas Sohn
aka. Frankenstein jagt Godzillas Sohn
aka. Monster Island's Decisive Battle: Godzilla's Son
aka. Son of Godzilla
Länge:82:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Jun Fukuda
Buch:Kazue Shiba, Shinichi Sekizawa
Kamera:Kazuo Yamada
Musik:Masaru Satô
SFX:Teisho Arikawa
Darsteller:Tadao Takashima, Akira Kubo, Bibari Maeda, Akihiko Hirata, Yoshio Tsuchiya, Kenji Sahara, Kenichiro Maruyama, Seishiro Kuno, Yasuhiko Saijo, Susumu Kurobe, Kazuo Suzuki, Wataru Omae
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Star MetalPack
DVD-Start:13.10.2007 (Kauf)
Specials:
  • 20seitiges Booklet
  • Audiokommentar von Jörg Buttgereit & Christian Keßler
  • Godzillas Söhne (17:30 Min.)
  • Deutscher Kinotrailer (2:23 Min.)
  • Japanischer Kinotrailer (2:26 Min.)
  • Deutsche Titelsequenz (3:33 Min.)
  • Bildergalerie (98 Bilder)
  • Filmprogramm (1:47 Min.)
  • Werberatschlag (2:52 Min.)
  • Super8-Fassung (16:34 Min.)
  • Credits
  • Hidden Feature (0:33 Min.)
Auf einer einsamen Tropeninsel forscht ein Team unter der Leitung von Dr. Kusumi (Tadao Takashima) nach einer Möglichkeit, das Klima künstlich abzukühlen. Der erste Versuch schlägt aber wegen unbekannter Störfrequenzen fehl und ein radioaktiver Sturm fegt für einige Tage über die Insel hinweg. Als sich das ganze wieder beruhigt, sind aber einige Gottesanbeterinnen auf eine immense Größe angewachsen und schlagen aus einem Felsen ein Ei frei, aus dem schließlich Godzillas Sohn schlüpft. Noch bevor er aber von den Gottesanbeterinnen zerfleischt wird, erscheint Godzilla auf der Insel und trampelt dabei das Forschungszentrum platt. Die Wissenschaftler finden sich nun plötzlich inmitten von riesigen Monstern wieder, die sich gegenseitig bekämpfen ...
Bereits ein Jahr zuvor hat Regisseur Jun Fukuda mit Interner Link"Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" ("Gojira, Ebirâ, Mosura: Nankai no daiketto", 1966) den Platz von Godzilla-Vater Ishiro Honda eingenommen und einen Film mit dem bekannten Monster inszeniert, der sich schon etwas von den Honda-Filmen absetzte. Da die Toho Studios unbedingt ein jüngeres Zielpublikum ansprechen wollten, gingen sie hier noch einen Schritt weiter und die Filmreihe erreicht hier fast den Höhepunkt in Sachen Knuddelfaktor. Dies merkt man schon bei der leichten, beschwingten und von Masaru Satô komponierten Titelmusik und spätestens mit der Geburt des kleinen Godzillas ist jede Hoffnung auf einen ernsten Monsterfilm dahin. Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn" nun totaler Trash sei. Auf seine Art weiß der Film durchaus zu gefallen, nur muss man sich hier an einige Dinge gewöhnen.



Zunächst einmal werden hier keine Städte mehr zerstört, sondern alles spielt sich in dem geschlossenen System auf dieser Insel ab. Dafür sind die Gründe zwar eher in den strengen Budget-Vorgaben zu suchen, die die Toho damals dem Projekt zusprach - es war einfach schlicht kein Geld für eine Großstadtkulisse da - aber auf der anderen Seite sorgt dies zumindestens für eine dichte Atmosphäre. Zumal in der zweiten Hälfte auch noch gebirgige Landschaften oder Höhlenaufnahmen hinzukommen. Des weiteren sind die Monsterszenen überraschend gut und sehr eindrucksvoll inszeniert worden. In diesem Film wurden erstmals nicht nur in Gummikostümen agierende Schauspieler eingesetzt, sondern in Form der Gottesanbeterinnen und einer Riesenspinne namens Kumongo kamen auch große Marionetten zum Einsatz. Zwar ist dies anhand der Bewegungen der Gliedmaßen durchaus zu erkennen, aber durch die Integration in die Kulissen bzw. in Kombination mit Szenen, in denen die Menschen vorkommen, wirkt das doch sehr gut umgesetzt.



Nur ist dies einer der wenigen Godzilla-Filme, in denen die anderen Monster interessanter sind als die Riesenechse selber. Sein Sohnemann sieht leider in keinster Weise so aus, als könne er jemals nur ansatzweise eine Bedrohung darstellen und bewegt sich zudem ziemlich tapsig. Godzilla wirkt hier eher wie ein leicht genervter Familienvater, der auf seinen Kleinen wider Willen aufzupassen hat und der sich nicht nach den eigenen Vorstellungen entwickelt. Um dem Aussehen seines Sohnes etwas näher zu kommen, hat sich auch das Godzilla-Kostüm in diesem Film zu seinem Nachteil entwickelt, er wirkt optisch bei weitem nicht mehr so aggressiv wie in früheren Filmen oder den 2000er Werken der letzten Jahre. In "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn" kamen im übrigen gleich drei Darsteller zu ehren, das Kostüm der bekannten Echse zu tragen. Der bislang eingesetzte Haruo Nakajima war im Größenverhältnis zum kleinen Godzilla zu klein, hatte aber als einziger die Genehmigung im Wasser zu agieren. An "Land" spielte dann erst der größere Kiyoji Onaka den Godzilla, der sich aber in einer Drehpause die Finger verletzte und so musste dann Hiroshi Sekita weiterspielen.


Was außerdem noch bemerkenswert an diesem Film ist, dass es eigentlich keine richtige Kernhandlung gibt oder Charaktere bzw. Monster, die die wahre Hauptrolle spielen. Im Grunde genommen gibt es drei Gruppen: die Wissenschaftler und hier vor allem Dr. Kususmi, die Monster und dann noch zwei Personen, die erst im Verlauf der Handlung hinzustoßen: der Journalist Goro (Akira Kubo) und die schon seit ihrer Kindheit auf der Insel lebende Saeko. Jede Partei hat mehr oder weniger ihren eigenen Handlungsstrang, die sich zwar natürlich irgendwo vermischen, aber sich kaum gegenseitig wirklich beeinflussen. Ein weiterer Faktor für die Kinderfreundlichkeit des Films ist die Tatsache, dass außer einigen Monstern niemand ums Leben kommt. Auf der anderen Seite ist es auch irgendwo amüsant anzusehen, dass z.B. die Wissenschaftler nach dem radioaktiven Sturm fröhlich in Unterhemden und Schlappen nach draußen springen. Ernst sind hier also allenfalls die Monsterkämpfe ausgefallen, wobei man sich z.B. bei einem kleinen Hockeyspiel zwischen den Gottesanbeterinnen mit einem runden Felsen da auch nicht so sicher sein kann ...



Unterm Strich bleibt also ein sehr familienfreundlicher Monsterfilm, der auf seine Art aber durchaus einen gewissen Charme versprüht - sofern man die hahnebüchene Handlung mit Humor zu verstehen nimmt. Immerhin wurden die Monsterkämpfe imposant inszeniert (grandios ist z.B. ein Moment, wo Godzilla eine Gottesanbeterin in der Luft in Brand setzt und ein Teil ihrer Gliedmaßen durch die Luft direkt vor die Füße einiger flüchtender Menschen fliegt) und die Insel bietet eine interessante und detailverliebte Umgebung für die Handlung. Nur nach logischen Gesichtspunkten sollte man den Film nicht unbedingt bewerten, da passt dann nicht mehr wirklich viel zusammen. Zumal nie erklärt wird, wie denn ausgerechnet Godzilla gerade zu Nachwuchs gekommen ist ...

Wer die deutsche Fassung des Films kennt, der wird sich vielleicht über einige unbekannte Namen gewundert haben, die hier im Review Erwähnung finden. Denn die deutsche Synchronisation trieb auch hier einige seltsame Blüten, wobei der Film aber damals zumindestens in den Kinos in seiner vollständigen Fassung lief. Die titelgebenden "Frankensteins Monster" werden so nur in 2 oder 3 Sätzen genannt, einen direkten Bezug zu dem klassischen Charakter wie z.B. in Interner Link"Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" gibt es hier nicht. Aus den Gottesanbeterinnen wurden kurzerhand Heuschrecken, Kumonga wurde in Spiega umgetauft und aus Saeko machte man einfach Riko.



Für Jun Fukuda, der zuvor als Regieassistent für Ishiro Honda arbeitete, war dies aber noch lange nicht der letzte Godzilla-Film. Später inszenierte er noch "Frankensteins Höllenbrut" ("Chikyû kogeki meirei: Gojira tai Gaigan", 1972), Interner Link"King-Kong - Dämonen aus dem Weltall" ("Gojira tai Megaro", 1973), Interner Link"King Kong gegen Godzilla" ("Gojira tai Mekagojira", 1974) oder den Science Fiction-Trasher "Der große Krieg der Planeten" ("Wakusei daisenso", 1977). Tadao Takashima spielte sowohl in Samurai-Filmen wie "Chushingura: 47 Samurai" ("Chushingura - Hana no maki yuki no maki", 1962) wie auch in Toho-Monsterfilmen wie Interner Link"Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" ("Furankenshutain tai chitei kaijû Baragon", 1965) oder auch Interner Link"U 2000 - Tauchfahrt des Grauens" ("Kaitei gunkan", 1963) mit. Akira Kubo war in vielen Monsterfilmen dabei, Interner Link"Befehl aus dem Dunkel " ("Kaijû daisenso", 1965), "Die Monster des Grauens greifen an" ("Gezora, Ganime, Kameba: Kessen! Nankai no daikaijû", 1970) oder der großartige "Matango" (1963), aber auf der anderen Seite unter anderem auch bei Akira Kurosawas "Das Schloß im Spinnwebwald" ("Kumonosu jô", 1957).


Nachdem man bislang nur mit einer billigen und qualitativ völlig indiskutablen Ramsch-DVD vorlieb nehmen musste, stellt die Special Edition von Anolis Entertainment nun eine echte Bereicherung in der Monsterfilmsammlung dar. Zwar ist diese Edition zugegebenermaßen nicht gerade günstig, bietet dafür aber eine StarMetalPack-Verpackung und eine hervorragende Bildqualität. Zudem ist hier auch die Pre-Credit-Sequenz enthalten, die seltsamerweise in allen vorherigen deutschen Videoveröffentlichungen und Fernsehausstrahlungen fehlte, aber im Kino wenigstens zu sehen war. Selbstverständlich gibt es neben der deutschen Synchronsation auch den japanischen Originalton und die deutschen Untertitel orientieren sich lobenswerterweise mehr an den japanischen und weniger an den deutschen Dialogen.
Vom Klang her merkt man den Tonspuren zwar ihr Alter an, doch weder klingt die deutsche Fassung blechern und dumpf noch verzerrt. Lediglich leichtes Rauschen ist wahrzunehmen, stört aber keineswegs und die Dialoge sind immer gut zu verstehen. Ähnliche verhält es sich beim japanischen Track, der vielleicht ein wenig mehr dumpf erscheint, was aber ebenfalls nicht stört.



Wichtigstes Extra der DVD ist ohne Zweifel der Audiokommentar von Film- und Hörspielregisseur sowie Godzilla-Experte Jörg Buttgereit und seinem Kompagnon Christian Keßler, die einen sehr lebendigen und kurzweiligen Kommentar aufgenommen haben. Jeweils eine Person ist auf einem der Stereokanäle zu hören und während Jörg Buttgereit mehr die Informationen liefert, trägt Christian Kessler einiges zur Unterhaltung bei. Zwar verlieren sich die beiden im Verlauf des Films mehr auf das Kommentieren der Handlung, aber dennoch gibt es einiges Wissenswertes zu hören. Von Jörg Buttgereit stammt ebenfalls das 17minütige Special "Godzillas Söhne", in der der Besuch der US-Convention "Godzilla Fest" im Jahre 2002 im Mittelpunkt steht. Neben Einblicken in die Merchandise-Welt von Godzilla sticht hier vor allem der Kostümwettbewerb hervor, bei dem Besucher der Convention ihre eigenen Monsterkostüme präsentieren.
Das weitere Bonusmaterial besteht dann noch aus dem deutschen und japanischen Trailer, der deutschen Titelsequenz, einer umfangreichen Bildergalerie, dem deutschen Filmprogramm, dem Werberatschlag und der Super-8-Fassung des Films namens "Insel der Giganten", die die Handlung auf kompakte 16 Minuten zusammenstutzt und dabei sogar die komplette erste Hälfte des Films übergeht. Zudem kann man noch als Hidden Feature ein paar Bilder von den Aufnahmen des Audiokommentars sehen. Außerdem liegt dieser Special Edition auch noch ein 20-seitiges Booklet mit Plakatmotiven und informativen Liner Notes von Ingo Strecker bei.



Mit "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn" veröffentlicht Anolis zwar nicht den besten Godzilla-Film, liefert dafür aber sicherlich die beste DVD-Veröffentlichung des Titels ab. Hier stimmt einfach alles und das MetalPack mach sich schön in der heimischen Vitrine. Ihr solltet aber zuschlagen, die DVD ist auf 2000 Stück limitiert.


Film++++/-
Bild++++--
Ton++----
Bonus+++++-


Druckbare Version
Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (Kaiju Classics)
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