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IT, USA 1964
Originaltitel:Ultimo uomo della Terra, L'
Alternativtitel:Naked Terror
aka. Night Creatures, The
aka. Night People
aka. Vento di morte
aka. Wind of Death
Länge:83:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ubaldo Ragona, Sidney Salkow
Buch:Richard Matheson, William F. Leicester, Furio M. Monetti, Ubaldo Ragona
Kamera:Franco Delli Colli
Musik:Bert Shefter, Paul Sawtell
SFX:Piero Mecacci
Darsteller:Vincent Price, Franca Bettoia, Emma Danieli, Giacomo Rossi-Stuart, Umberto Rau, Christi Courtland, Antonio Corevi, Hector Ribotta, Giuseppe Mattei, Carolyn De Fonseca
Vertrieb:Savoy Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.05.2008 (Kauf)
Specials:
  • Italienischer Trailer (3:45 Min.)
  • Italienische Titelsequenz (2:57 Min.)
  • Bildergalerie (1:37 Min. / 13 Bilder)
  • Deleted Scene aus der italienischen Fassung (dt/engl. UT) (1:32 Min.)
  • Texttafeln über den Roman und die Verfilmungen (4 Min. / 8 Textseiten)
Eine weltweite Seuche hat die Menschheit dahingerafft. Die Opfer der Epidemie sind von den Toten wieder auferstanden und treiben als Vampire ihr Unwesen. Robert Morgan hat die Seuche als einziger überlebt und muss sich jetzt mit brutalen Mitteln gegen die Vampire zur Wehr setzen. Als er eines Tages auf einen weiteren Menschen stößt, ist die Freude zunächst groß. Doch kann er dem Fremden wirklich trauen? Auf der Suche nach der Antwort erfährt er ein schreckliches Geheimnis ...
Charlton Heston war ebenfalls "der letzte Mann auf Erden". 1971 in "Der Omega Mann", der gemeinhin eher zu Hestons schwächeren Filmen zählt, und das auch zurecht. Was hingegen kaum einer weiß: Die Geschichte ist nicht neu, sondern wurde bereits im Jahre 1964 in Italien verfilmt. Beiden Filmen hingegen ist eines gemeinsam, sie basieren beide auf der literarischen Vorlage "I am Legend" von Richard Matheson. Doch es ist letztlich nur der italienische Vertreter, der dieser Vorlage wirklich gerecht wird, sowohl in ihrer Atmosphäre als auch in der pessimistischen Grundstimmung dieser.



Der Film spielt im Jahre 1968, drei Jahre sind vergangen seit die Menschheit von einer tödlichen Seuche vernichtet wurde. Einzig Robert Morgan scheint überlebt zu haben. Doch es st kein wirkliches Leben das er als "letzter Mann auf der Erde" führt. Sein Tagesablauf sieht immer gleich aus, denn er ist zwar der letzte Mensch, aber keinesfalls allein. Nachts kommen sie, sind Wesen irgendwo zwischen Vampiren (Empfindlichkeit gegen Knoblauch und Spiegel, lassen sich pfählen) und Zombie (Bewegungsabläufe, Sprache). Tagsüber jagt Morgan sie, durchsucht die große Stadt Abschnitt für Abschnitt nach ihnen um sie zu pfählen und in einer riesigen Grube zu verbrennen. Nachts kommen sie, belagern sein Haus und wollen ihn zu einem von ihnen machen.

Regisseur Sidney Salkow hat mit diesem Film einen Vorreiter geschaffen. Ich behaupte jetzt mal, dass dieser Film von Georg A. Romero bis hin zu Danny Boyle und seinem Interner Link"28 Days Later" inspiriert hat. Zu offensichtlich sind die Parallelen und Verweise auf diesen Film. Er dürfte der erste Film sein, der sich dem Thema Zombies (auch wenn hier noch die Vampir-Einflüsse dabei sind) so nähert, wie es Romero erst 4 Jahre später machen sollte. Dabei sind auch hier die Ähnlichkeiten verblüffend. Die Toten, die ziellos und von Instinkten getrieben durch die Nacht wanken, der abgrundtief pessimistische Grundton, das Fehlen eines Happy Ends. Auch wird die Hauptfigur hier keineswegs als Held dargestellt. Vincent Price macht immer wieder die Verzweiflung und den latenten Wahnsinn von Morgan deutlich, zeigt ihn als Mann, dem alles genommen wurde, der vollkommen allein ist und mit seiner makabren Arbeit mehr oder weniger einfach einen neuen Sinn in seinem Leben geschaffen hat, um dieses überhaupt noch lebenswert zu machen. Dass er dabei letztlich erkennen muss, dass er das Monster ist, dass er der einzige Fremdkörper in einer neuen Gesellschaft ist, wirkt dabei um so zynischer. Er ist es, der nicht in der Lage ist, sich einer neuen Form der Menschheit anzupassen und sieht somit nur einen Ausweg für sich, den Tod.



Es sind Szenen, die sich ins Gehirn einbrennen und einen zugleich fesseln und doch auch abstoßen. Herausragend ist sicherlich die Szenen an der Grube, in die zunächst noch die verseuchten Toten geworfen werden und als alles Leben vorbei ist und sich die Toten erheben, sind es diese, die von Morgan zu Tausenden dort verbrannt werden. So düster und dunkel hat zvuor wohl noch kein Film das Ende der Menschheit gezeigt. Auch die leere und verlassene Stadt sorgt (wie auch in "28 Days Later") für Gänsehaut. Übrigens lassen sich noch weitere Szenen finden, z.B. die Tankwagenszene, die sich Boyle offensichtlich bei "The Last Man on Earth" abgeschaut hat.

Gedreht in schwarz/weiß wirken die Bilder umso intensiver. Die Kamera bleibt meist relativ statisch, bewegt sich wenig, rückt immer wieder die Hauptfigur ins Bild. Teilweise werden dabei sehr außergewöhnliche Perspektiven ausprobiert und man wird so immer wieder überrascht sein, was hier an Experimentierfreude eingesetzt wurde. Der Score beschränkt sich auf ein Minimum, was insbesondere in der Anfangsphase, wenn sich der Film ausschließlich auf Vincent Price konzentriert, sehr zur gelungenen Atmosphäre beiträgt. Man sieht dem Film zwar das wenige Geld an, das zur Verfügung stand, aber billig wirkt er deshalb nie.

Vincent Price ist zugleich Segen und Fluch für diesen Film. Es ist verständlich, dass Sidney Salkow einen Schauspieler für die Hauptrolle benötigte, der in der Lage ist, einen Film ganz allein zu tragen, da es gute 60 Minuten dauert, bevor es zu Interaktionen mit anderen Figuren kommt. Dass Vincent Price über diese Fähigkeit verfügt, ist unbestritten, doch ist es gerade die enorme Präsenz von Price, die dem Film etwas an Glaubwürdigkeit raubt. Price spielt seine Figur zu selbstsicher und zu überzeugt, viel zu selten erkennt man den gebrochenen und einsamen Menschen. Auch die Idee, während der ersten halben Stunde die Gedanken der Figur auszusprechen, also mit der Stimme aus dem Off zu versehen, wirkt etwas unpassend, zumal es meist nur offensichtliche Dinge sind, die eigentlich keiner Erklärung bedürfen, die Vincent Price hier erzählt. Doch auch diese Kritikpunkte ändern nichts an der Qualität des Films.



Die spiegelt sich auch in der DVD von Savoy wieder, die den Film in einem schön breiten Cinemascope veröffentlichten. Eine derartige Bildqualität hätte man bei einem Film von 1964 nicht erwartet. Das Bild erfreut mit einem gelungenen schwarz/weiß-Bild, das mit einem ausgewogenen Kontrast ausgestattet wurde, der gekonnt dunkle und helle Bildbereiche wiedergibt. Auch gibt die Schärfe keinen Anlass zur Kritik, da selbst auf großen Bildflächen eine gute Detailzeichnung aufkommt. Natürlich gibt es auch Szenen die etwas abfallen, in Anbetracht des Alters darf aber bezüglich der Wertung des Bildes drüber hinweggesehen werden. Die Kompression arbeitet ordentlich im Hintergrund und kommt nur selten zum Vorschein. Defekte innerhalb der Vorlage sind so gut wie ausgeschlossen und lassen diesen Klassiker in einem fast perfekten Bild erstrahlen.

Extra für die DVD-Veröffentlichung von "The Last Man on Earth" wurde eine deutsche Synchronfassung erstellt. Dass sich ein Label der Urfassung annahm, ist wohl allein dem weniger gelungenen "I Am Legend" zu verdanken. Zuvor musste man auf ausländisches Material zurückgreifen, wenn man den Klassiker mit Vincent Price begutachten wollte, daher klingt die Synchronisation im Vergleich zum Film etwas zu neu. Aber Savoy hat sich redlich Mühe gegeben, auch wenn viele Stimmen ihren Unmut über die Synchronisation kundtaten. Beide Tonspuren liegen in Mono vor, was angesichts der Neusynchronisation der deutschen Fassung etwas verwundert, aber zumindest dem Alter entsprechend passt. Im Vergleich zum englischen Originalton klingt die Synchronfassung dumpfer, allerdings was die Dialogwiedergabe betrifft weitaus natürlicher, da altersbedingt der O-Ton etwas blechern klingt. Der Vorteil des O-Tons liegt jedoch in den durchgehenden Hintergrundgeräuschen, da es scheinbar keinen M & E Track für die deutsche Synchronfassung gab. Lediglich dezent eingestreute Nebengeräusche wurden nachträglich eingefügt, was die deutsche Tonspur letztendlich etwas unwirklich erscheinen lässt. Ein dezentes Rauschen ist im Hintergrund in beiden Fassungen bemerkbar, wird aber nicht als störend empfunden. Überlagerungen kommen ebenfalls nicht zustande und lassen so eine sehr homogene Abmischung in beiden Tonspuren entstehen. Die auf dem Cover angegebene italienische Tonspur ist nicht vorhanden, jedoch deutsche Untertitel, welche optional zugeschaltet werden können.



Die Extras sind nicht besonders reichhaltig ausgefallen und stammen zum Großteil aus der italienischen Version des Films. Dort gab es wie auch nun hier eine Titelsequenz und eine Deleted Scene. Auch gibt es den italienischen Trailer zu bewundern. Deutsche Untertitel sind vorhanden und so muss man nicht nur mit der italienischen Sprache vorlieb nehmen. Eine Slideshow mit Filmszenen und Artworks sowie einige Texttafeln mit Hintergrundinformationen zu Richard Mathesons Roman "I Am Legend" und dessen Verfilmungen runden das Bonusmaterial ab.

"The Last Man on Earth" ist der Film, der als einer der ersten in den 60er Jahren den Schritt hin zum düsteren und pessimistischen Horrorfilm geschafft hat und darf sich somit durchaus als Vorreiter betrachten. Auch was die Kompromisslosigkeit der Geschichte und Figuren angeht wurden hier neue Maßstäbe gesetzt, wobei man keine Gore-Orgie erwarten darf. Diesen Aspekt brachte dann erst Romero 4 Jahre später dazu. "The Last Man on Earth" war richtungsweisend und wird, wie ich ja beschrieben habe, auch heute noch immer als Inspirationsquelle herangezogen, denn schließlich darf der Film für sich verbuchen, den Zombiefilm, wie wir ihn heute kennen, maßgeblich auf den Weg gebracht zu haben. Allein schon deshalb sollte man als Fan des Horrorkinos sich dieses leider oft in Vergessenheit geratene Kleinod zumindest einmal ansehen. Das lohnt sich auch abseits von all diesen filmhistorischen Gründen, denn Sidney Salkow hat einen spannenden, atmosphärischen Film geschaffen, der noch dazu mit einem sehr guten Hauptdarsteller aufwarten kann. Wer braucht da noch Charlton Heston?


Film+++++-
Bild++++/-
Ton++----
Bonus++----


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Last Man On Earth, The
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