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AUS 1984
Originaltitel:Razorback
Länge:90:49 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Russell Mulcahy
Buch:Peter Brennan, Everett De Roche
Kamera:Dean Semler
Musik:Iva Davies
SFX:Chris Murray
Darsteller:Gregory Harrison, Arkie Whiteley, Bill Kerr, Chris Haywood, David Argue, Judy Morris, John Howard, John Ewart, Don Smith, Mervyn Drake, Redmond Phillips, Alan Becher, Peter Schwarz, Beth Child
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono, Dolby Digital 2.0 Stereo (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Keep Case im Schuber
DVD-Start:17.02.2007 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
DVD 1:
  • Bio- und Filmografie zu Russell Mulcahy (7 Seiten)
  • Originaltrailer (2:13 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Running Scared (2:19 Min.)
    • The Big White (1:48 Min.)
    • The Machinist (0:54 Min.)
    • Brotherhood (2:50 Min.)
Bonus-DVD:
  • Jaws on Trotters: The Making of Razor Back (70:45 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Szene 1 (0:45 Min.)
    • Szene 2 (0:42 Min.)
    • Szene 3 (0:29 Min.)
    • Szene 4 (0:24 Min.)
  • Tierhorror-Trailer-Special:
    • Rottweiler (1:26 Min.)
    • Arachnid (2:22 Min.)
    • 12 Days of Terror (1:57 Min.)
    • Pythons 2 (1:17 Min.)
    • New Alcatraz (1:14 Min.)
    • Dragon Fighter (1:31 Min.)
Ein gigantisches Wildschwein terrorisiert eine kleine Ortschaft in der endlosen Wüste Australiens. Das erste Opfer ist ein kleiner Junge. Er wird von dem Koloss nachts verschleppt. Einziger Zeuge des Wahnsinns ist der Großvater, dem jedoch vor Gericht niemand glaubt. Zwei Jahre später will eine amerikanische Reporterin über illegale Kängurujagd berichten. Sie stößt dabei nicht nur auf den Widerstand von Einheimischen, sondern auch auf die todbringende Kreatur.
"It's waiting outside and it can sense your fear. No nightmare will prepare you for it!"

"Razorback" naht sich mühelos in die Reihe überdurchschnittlicher Tierhorrorfilme ein, kann hier vor allem bei der Atmosphäre punkten - wenn auch manchmal eine witzige Szene weniger, dafür etwas mehr Spannung stimmiger gewesen wäre.



Dabei beginnt der Film recht gemein mit einem Wildschweinangriff auf ein Farmhaus. Ob nun ein verschwundenes Kind ermordet oder entführt wurde, für die Polizei spielt dies keine Rolle. Der Hauptverdächtige, ein älterer Jäger namens Jack, weiß es auch nicht - nur dass ein riesiges Wildschwein sein halbes Haus zerstört und den Jungen genommen hat. Klingt zwar nicht glaubwürdig, aber mangels Beweislast kommt Jack wieder frei. Fortan ist es seine Lebensaufgabe Wildschweine zu jagen, um irgendwann seinen Sohn gerächt gefühlt zu haben. Ganz anders die Amerikanerin Beth, ihres Zeichens Tier-Rechtlerin und auf Visite im Outback. Ihre Nachforschungen über das Massenabschlachten von Kängurus laufen nicht wirklich an, leben doch die lokalen Einheimischen fast nur von diesem. So auch zwei miese Brüder, die ihr schon negativ in einer Kneipe auffallen. Als diese die Reporterin bei einer Recherche auf der örtlichen Fleischfabrik erwischen, jagen sie sie. Die Rettung vor der anstehenden Vergewaltigung ist dann aber gleichzeitig ihr Tod, denn das Kampfkoloss der Hölle vertreibt die bösen Buben zwar, zermalmt aber auch Beth. Als ihr Freund Carl in dem Ort "Gamulla" auftaucht und Nachforschungen betreiben will, scheint Jack einen Verbündeten im Kampf gegen das Riesen-Wildschein gefunden zu haben ...



Dieses hat gar nicht mal so viele Auftritte, der Bodycount ist zudem sehr gering, an einer Hand abzählbar und überhaupt nicht blutig. Der Schluss in der Fleischerei birgt etwas spritzendes Blut, aber das stammt vom Schwein. Da nicht einmal deformierte Leichen zu sehen sind, ist die Freigabe von 18 Jahren überhaupt nicht zu verstehen (Anmk.: Mittlerweile wurde eine Freigabe ab 16 Jahren erreicht). Selbst der längere Angriff auf die Reporterin bietet kaum etwas Explizites. Egal, Tierhorror kann ja auch ohne Blut funktionieren, doch stimmiger wäre es schon - gerade bei Attacken eines zentnerschweren Ungetüms. Um das Wildschwein selber ist es jedenfalls gut bestellt, wenn es auch selten wirklich "sichtbar" ist. Schatten, eine Silhouette durch den Blick im Fernglas - Anfangs wird das Aussehen eher angedeutet und auch später (am Ende) hat man zwar eine Vorstellung von dem Vieh, doch man hat es nie wirklich als Ganzes gesehen. Lieber mal den bewegenden Kopf, Nahaufnahme der Hauer oder Teile durchs Bild huschen sehen und so einigermaßen Stimmung zu verbreiten als ein ganz sichtbares, aber eher zu belächelndes Wesen ins Bild zu rollen, muss wohl die Devise der Produzenten gewesen sein.


Optisch ist der Film sehr reizvoll, nicht umsonst hat der Film zwei Preise für seinen Schnitt und die Kamera gewonnen. So wird beispielsweise in einer stimmigen Traumsequenz Carl von einem riesigen Wildschwein-Skelett durch eine marode Salzwüste gejagt, welches sich vorher aus dem Boden gebohrt hat. Surreal muten die über alles erhabenen Bilder der Landschaft an. Die Kamera fängt extrem stimmig die Sonnenauf- und Untergänge ein, auch der Rest des Filmes mit seinen vielen Außenaufnahmen ist wunderbar fotografiert. Atmosphärisch kommt das auf jeden Fall gut, wenn Carl in der sengenden Sonne auf einer Windmühle ausharrt und auf das Verschwinden der hungrigen "Mini"-Wildschweine wartet. Auch die Angriffe des Wildschweins haben Stil, kommen aber leider viel zu selten vor und sind wie erwähnt dann eher unblutig und im "Off", so dass sich keine wirkliche Bedrohung einstellt.


Sehr schade ist, dass zur Vermeidung des von Lächerlichkeiten auf ganze Modelle des Wildschweins verzichtet wurde, dafür aber manche Aktionen dann die Angriffe etwas lächerlich erscheinen lassen, wie beispielsweise jene Szene, in der einem Mann beim TV-Gucken die halbe Hauswand samt TV weggerissen wird oder aber manch stumpfer Dialog der beiden Brüder, welche etwas skurril, nicht aber wirklich dumm wirken. Insgesamt hat man bei der Wahl der Darsteller vernünftige Leute ausgesucht, die Charakter sind gut gespielt und besonders bei der Reporterin ärgert das doch schnelle Ableben ein wenig. Die später auftauchende (ebenfalls sehr sympathische) Sarah ersetzt ihre Vorgängerin nicht, was auch gut so ist, denn stellenweise hat man Angst, dass sich da noch zwischen Carl und Sarah etwas entwickelt, was Gott sei Dank aber nicht so ist. Einer Liebesgeschichte wird hier kein Platz eingeräumt, trotzdem ist der Film stellenweise etwas "soft" und spannungsarm. Das Finale jedoch ist äußerst stimmig geraten und entschädigt für manche Länge.



"It has two states of being ... dangerous or dead"

Nach dem Desaster mit einer gekürzten FSK16-Fassung, veröffentlicht die e-m-s einige Monate nach der Erstauflage eine "2-Disc Uncut-Special-Edition" von "Razorback", welcher nun erstmalig völlig unzensiert ab 16 Jahren freigegeben wurde. Schön für die Fans, welche warten konnten, alle anderen müssen sich den Film nun noch einmal kaufen.
Dafür wäre es schön gewesen, hätte man das Bild noch etwas restauriert. So unterscheidet sich das Bild nicht von der Erstauflage und darf für einen Film der frühen 1980er Jahre in Ordnung gehen, kränkelt aber deutlich in puncto Schärfe. Insgesamt ist die zwar noch angenehm und Nahaufnahmen zeigen sich sogar etwas detailliert, im Großen und Ganzen wirkt der Transfer aber sichtlich bemüht, ein ordentlichen Schärfeverhalten zu erzeugen. So erscheint das Bild dann sehr detailarm und zeigt deutliche Spuren von Nachschärfung, wobei die Kanten teilweise stark überzeichnet wirken. Hinzu kommen stehende Rauschmuster, welche in Bewegung dafür sorgen, dass der Transfer oftmals schwammig erscheint. Auch wenn die Farben sehr kräftig erscheinen, so zeigt sich der Kontrast gerade mal als ausreichend. Zwar werden dunkle Szenen gut wiedergeben, leiden aber oftmals unter einem mäßigen Schwarzlevel und sichtbaren Farbrauschen. Dafür bleibt das Bild meist frei von Defekten und die Kompression arbeitet ordentlich.
Die deutsche Monotonspur wurde auf beide Frontlautsprecher gelegt und bietet zumindest eine ordentliche Sprachverständlichkeit, wobei der Ton sehr dumpf und verschmutzt erscheint. Keine Spur von einer guten Hochtonwiedergabe und Nebengeräusche sind im Vergleich zum englischen Stereo-Mix kaum wahrzunehmen. Letzterer bietet etwas mehr Klarheit und erscheint weniger dumpf. Zudem wartet die Stereospur mit einem deutlich besseren Zusammenspiel zwischen Dialogen und Umgebungsgeräuschen auf, wobei auch hier die Hochtonwiedergabe nicht perfekt ist und sich ebenfalls nicht gänzlich vom dumpfen Charakter lösen kann. Untertitel gibt es leider keine, lediglich damals geschnittene Szenen wurden mit deutschen Untertiteln versehen.
Die Extras wurden nahezu komplett auf die Bonus-DVD ausgelagert. So spendiert uns die Hauptfilm-Disc lediglich eine Bio- und Filmografie des Regisseurs, sowie einen Originaltrailer und eine Trailershow. Das Herzstück der Bonus-DVD stellt die 71minütige Dokumentation "Jaws on Trotters" dar, welche die Macher von "Razorback" zu Wort kommen lässt. Anhand von Interviews und Filmauschnitten lässt man die schwierigen Dreharbeiten in Australien Revue passieren. So erfahren wir eine Menge über die Entstehung, über die Spezialeffekte und die kleinen Pannen, welche diese Produktion mit sich brachte. Alles sehr schön, aber dank eines teilweise extremen australischen Akzents einiger Beteiligter sehr schwer zu verstehen. Deutsche Untertitel gibt es leider keine, was wirklich mehr als ärgerlich ist. Weiter geht es mit vier geschnittenen Szenen und einer Tierhorror-Trailershow von sechs bei der e-m-s erschienenen Filmen. Wer noch etwas lesen will, dem sei das 12seitige Booklet mit einem Text zum Film empfohlen. Die Discs selbst werden im Doppel-KeepCase ausgeliefert, welches von einem Schuber umgeben wird.



"Nine hundred pounds of marauding tusk and muscle!"

"Razorback" stellt einen passablen Einstand des späteren Interner Link"Highlander"-Regisseurs dar, ist ganz annehmbar und zeugt schon vom Können Russell Mulcahys. Die neue Uncut-DVD ist zwar besser als die gekürzte Erstauflage, was sich aber nur auf die Tatsache bezieht, dass der Film erstmalig ungekürzt vorliegt und zudem ordentliche Extras zu bieten hat. Doch das Fehlen der deutschen Unterttel für den Hauptfilm und vor allem für die Dokumentation ist einfach unverzeihlich und ein Ärgernis für die Käufer, die gern mehr über die Produktion erfahren möchte, wegen mangelnder Englischkentnisse aber auf deutsche Untertitel angewiesen sind.


Film++++--
Bild+++---
Ton++----
Bonus+++---


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Razorback - Kampfkoloss der Hölle
News"Razorback" - ungekürzte Special Edition
Razorback - Kampfkoloss der Hölle
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