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HK 1976
Originaltitel:San Cheng Miu Moon
Alternativtitel:Zwei Fäuste stärker als Bruce Lee
aka. Fists to Fight
aka. New Fist of Fury
aka. Nouvelle fureur de vaincre, La
aka. Xin Jing Wu Men
Länge:79:32 Minuten + 87:54 Minuten (jeweils gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lo Wei
Buch:Lo Wei, Pan Lei
Kamera:Chan Jung Shu, Chen Chaou Yung
Musik:Frankie Chan
Darsteller:Jackie Chan, Nora Miao, Chan Sing, Siu Siu Cheng, Han Ying Chieh, Suen Lam, Chiang Kam, Lau Ming, Hon Siu, Shih Ting Ken, Liu Ping
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (Letterbox) / 1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 1.0 (Kan, nur Kurzfassung)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für nicht synchronisierte Szenen (jeweils nur Kurzfassung)
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.01.2006 (Verleih) / 30.01.2006 (Kauf)
Specials:-
Lung (Jackie Chan) wird von Chen zu Hilfe gerufen, um bei der Verteidigung der Ching Wu Schule zu helfen, die von Japanern besetzt wurde. Lung ist nicht bereit, die japanische Unterdrückung hinzunehmen und organisiert den Widerstand. Unerbittlich kämpft er gegen seine Feinde. Mit seiner einmaligen Kampftechnik schaltet er einen Gegner nach dem anderen aus ...
Ich muss leider gestehen, dass mir "Fist of Fury" kaum mehr im Gedächtnis ist, weshalb Parallelen zum vier Jahre älteren Vorgänger zwangsläufig wegfallen müssen. So sehr wie nirgendwo anders wird in "Meister aller Klassen 3" allerdings Lo Weis Anspruch deutlich, Jackie Chan zu Bruce Lees Nachfolger aufzubauen. Ebenso ist nicht zu übersehen, dass die Formel nie wirklich aufgegangen ist. Man kann keinen Schauspieler mit eigenen Vorstellungen dazu zwingen, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Jackie Chan beweist das mit einer Vorstellung, die einfach nicht zu ihm passt. Sein Erbe der "Fist of Fury"-Reihe ist voller Inkohärenz, gefangen zwischen Komödie und dem Ernst einer gesonnenhaft erzählten Rachegeschichte von landeshistorischen Dimensionen.


Lo Wei ist ausgesprochen darum bemüht, die eigentlich überaus simple Story mit sehr viel Weitsicht zu erzählen. Er steuert unbeirrt und konsequent auf die nicht zu verhindernde endgültige Auseinandersetzung zwischen dem japanischen Besatzer und den chinesischen Rebellen zu. Der klassische Fehler, zu lange bei einer verhältnismäßig unwichtigen Szenerie zu verweilen, unterläuft ihm zu keiner Zeit, statt dessen wirkt jede Szene in Anordnung, Inhalt und Laufdauer verhältnismäßig gut durchdacht. Ein sehr düsterer Prolog leitet richtungsweisend in die Haupthandlung ein, wo fortan typische Muster wie der Aufstieg eines forschen jungen Kerls vom Angeber zum Kung Fu-Meister sinnvoll in den Plot integriert werden. Eigentlich sind die Motive allesamt sehr konventionell, ein Sachverhalt, der jedoch durch Lo Weis ruhige Hand wirksam in den Schatten gestellt wird.


Die andere Seite der Medaille ist der Umstand, dass es schlichtweg an Action mangelt. Ein echtes Dilemma, da man einfach sagen muss, dass zu viele Martial Arts-Sequenzen vor dem Finalkampf immer wieder den Erzählfluss gestoppt hätten, umgekehrt aber gerade diese Sequenzen nun mal besonders von Interesse sind. Wer viele Kämpfe erwartet, wird unter Garantie enttäuscht werden, was sicherlich auch die verhaltene filmhistorische Aufnahme erklärt. Dass dahinter noch eine ansprechende Regieleistung steckt, geht bei oberflächlicher Betrachtung schnell unter, zumal auch dieser Aspekt nicht überbewertet werden sollte, da Lo Wei letztendlich doch nur mit den üblichen Zutaten operiert.


Figuren wie der Großvater der Rebellin, Jackies kauziger Begleiter oder auf der anderen Seite die eindimensional gezeichneten Japaner hätten darüber hinaus allen Anlass dazu gegeben, zwischendurch mal ein wenig die Funken sprühen zu lassen. Man hätte die menschlichen Konflikte weiter ausbauen und mit Kanten versehen sollen, anstatt sie, wie geschehen, mehr oder weniger ohne Effekte verpuffen zu lassen. Die Möglichkeiten zur Betonung werden zu selten genutzt. Zwar bekommt der junge Jackie öfter mal ein paar auf sein loses Mundwerk, dies aber meist im komödiantischen Rahmen. Wünschenswerter wäre es gewesen, die düstere Linie auch im Detail beizubehalten, die im Ganzen (und nicht zuletzt durch den deprimierenden Ausgang) verfolgt wird. Den Einfluss Jackie Chans auf die Comedy kann ich nur erahnen, zu erkennen ist aber ein seltsam unzusammenpassender Bastard aus Bruce Lee und Jackie Chan, stets wechselnd zwischen einem lockeren Spruch und dem nötigen Ernst der Situation.


Endlich dann beim Höhepunkt in Form des einzigen großen Kampfevents am Ende angekommen, wird man doch noch dafür entschädigt, dass man so lange Zeit auf dem Zahnfleisch hat kriechen müssen. Die Bruce Lee-Wiederauferstehung geht weiter - zum einen durch vereinzelt eingestreute Frames mit seinem Antlitz in Reminiszenz an das Original, zum anderen durch Jackies Kampfstil. Die Fights sind recht hart und gut choreografiert, strukturell aber wieder im altbekannten Ablauf: Erst ein paar Sparringspartner als Aufwärmphase, dann die Tochter des japanischen Oberbefehlshabers, die zuvor schon mit ihrer Beintechnik beeindrucken durfte, und dann der Befehlshaber selbst als Krönung, von dem man bis dahin nur Befehle und amüsiertes Gelächter hören konnte.


Zieht man Kappes von der Sorte "Meister aller Klassen 2" zum Vergleich heran, ging Lo Wei mit "Meister aller Klassen 3" (ein inhaltlicher Zusammenhang besteht nicht, den glaubte lediglich der deutsche Verleih zu erkennen) eigentlich schon genau den richtigen Weg als Regisseur. Zumindest dramaturgisch sind ihm keine Fehler vorzuwerfen, obgleich es schön gewesen wäre, hätte er die sich ihm gebotenen Möglichkeiten dazu genutzt, die Materie etwas zu vertiefen. Insgesamt ein erzählerisch nicht zu unterschätzendes, dennoch wenig tiefgehendes Sequel eines Bruce Lee-Klassikers, der auch durch den Hauptdarsteller in Sachen Grundstimmung zu unentschlossen wirkt. Jackie Chan war deutlich erkennbar von Beginn an der falsche Mann für den Job, doch diese Lehre musste Lo Wei dann 1978 selbst durch die Produktionsfirma Seasonal ziehen, die dem neuen Zögling des ehemaligen Bruce Lee-Regisseurs mit "Die Schlange im Schatten des Adlers" und Interner Link"Sie nannten ihn Knochenbrecher" alle Freiheiten bot, in eine komplett andere Richtung hineinzuarbeiten.


Irgendwie ist man zwar froh, dass sich Splendid der frühen Jackie Chan-Filme rausbringt, aber wenn immer wieder Murks, wie beispielsweise bei dieser DVD entsteht, dann ist man schon sehr enttäuscht. Die Erstauflage basierte auf der hier als Langfassung betitelten Schnittfassung, während die Kurzfassung neu hinzugekommen ist.
Diese wurde augenscheinlich mithilfe eines asiatischen Masters erstellt, bietet sie doch ein wesentlich besseres Bild als die Langfassung. Besonders erfreulich ist hierbei, dass das Originalformat von 2,35:1 Verwendung fand. Leider macht das Bild durch das Hochzoomen keinen sonderlich guten Eindruck mehr, denn es ist nur im Letterbox-System vorhanden und verliert beim Zoom viel Natürlichkeit. Das liegt vielleicht an der etwas zu hochgezogenen Schärfe, die zwar in stillen Momenten ein hervorragend klares Bild zeigt, in einigen Bewegungen dann aber die Rauscheindämmung aufzeigt. Weiterhin ist die Restauration auch nicht perfekt, sind doch noch immer aufblitzende weiße Kratzer und viele Schmutzpartikel vorhanden. Auch die Farbgebung ist noch sehr eingeschränkt, so dass bräunliche Töne dominieren, und die Kompression kommt mit den harten Konturen nicht immer klar, was subjektive Einbußen mit sich bringt. Andererseits wird man echt überrascht sein, dass doch noch so viel Schärfe herausgeholt wurde. Diese Fassung würde damit locker 3,5 Punkte herausholen, für Fans, die direkt von Video umsteigen, sogar noch mehr.


Ganz anders sieht es bei der Langfassung aus, die eine sehr schlechte Qualität besitzt. Das beginnt mit dem Bildformat von 1,85:1, welches trotz vermeintlich geringen Bildeinbußen die Wirkung des Films ganz gehörig beschneidet. Zu Videozeiten hat man das vielleicht noch hingenommen, heute sind Bilder, bei denen sich zwei Gegner gegenüberstehen und nur jeweils halb am Bildrand stehen, aber sehr nervig. Der Transfer sieht so aus, als ob er direkt von Video gezogen wäre, da es überwiegend schwammige, ausgeblichene Bilder mit ruckweise auftretenden Verschmutzungen (wesentlich mehr als bei der Kurzfassung) zu sehen gibt. Außerdem ist einige male der Kontrast dermaßen schlecht, dass nicht mehr als ein grauer Brei übrig bleibt. In Bildübergängen kann es zusätzlich zu Schwierigkeiten kommen und einige Filmrisse lassen Bild und Ton für kurze Zeit aussetzen. Seltsam ist nur, dass gerade diese Fassung in ihrer miesen Qualität eine anamorphe Abtastung bekommen hat, obwohl es doch gerade für die Kurzfassung angebracht gewesen wäre. 2 Punkte dafür, wobei im Schnitt auf 3 Punkte wegen der höheren Wertigkeit der Kurzfassung (die Langfassung gab es schon mal auf DVD und ist hier eher als Zugabe zu sehen) aufgerundet wurde.


Auch beim Ton begegnet man einem halbfertigen Produkt. Während die Langfassung eine durchgängige deutsche Vertonung besitzt, ist das bei der Kurzfassung nicht der Fall. Der Grund liegt darin, dass es viele Dialogstellen gibt, die in der alten deutschen Fassung (=Langfassung) nicht zu finden waren, nun aber in der Kurzfassung zu finden sind und deswegen nur im Originalton mit Untertiteln existieren, die es auch durchgängig gibt. Der Originalton, durchgängig nur in Mono bei der Kurzfassung vorhanden, klingt typisch flach und kernig, während die deutsche Tonspur, die man unsinnigerweise für beide Fassungen auf Dolby Digital 5.1 aufbohrte, ein etwas besseres, aber Eastern typisches Klangbild vertritt. Dabei plärrt es aber eh fast nur aus dem Center und auf die wenigen Hintergrundgeräusche, die mal sporadisch die hinteren Boxen befüllen, hätte man als Fan des Genres gut und gerne verzichten können. Wesentlich wichtiger wäre eine Restauration des Tones gewesen. Das Rauschen kommt in Dolby Digital 5.1 noch ein wenig mehr hervor als beim Zweikanalton, aber besonders die in einigen Filmteilen aufploppenden Geräusche und Tonstörungen sind etwas zu viel des Guten.


Da die deutsche Zweitauflage nun auch kein Bonusmaterial mehr besitzt (die Erstauflage hatte ein paar Trailer, Textinfos und Bildvergleiche), man nicht wirklich eine Fassung anbietet, die auch die kompletten Handlungssequenzen besitzt, wird sich der Neukauf für die meisten vermutlich nicht lohnen. Wer den Film noch nicht besitzt, sollte vielleicht noch etwas warten, ob sich nicht noch eine Auflage ankündigt.


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus------


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Zwei Fäuste stärker als Bruce Lee
Meister aller Klassen 3
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