Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1980
Originaltitel:Island, The
Alternativtitel:Insel, Die
Länge:109:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Ritchie
Buch:Peter Benchley
Kamera:Henri Decaë
Musik:Ennio Morricone
SFX:Cliff Wenger
Darsteller:Michael Caine, David Warner, Angela Punch McGregor, Frank Middlemass, Don Henderson, Dudley Sutton, Colin Jeavons, Zakes Mokae, Brad Sullivan, Jeffrey Frank, John O'Leary, Bruce McLaughlin
Vertrieb:Koch Media / Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Keep Case im Schuber
DVD-Start:08.02.2008 (Kauf)
Specials:
  • Super-8-Fassung (31:10 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:07 Min.)
  • Bildergalerie (43 Bilder)
Eine Strähne von verschollenen Schiffen in der Karibik bringt den Journalisten Blair Maynard (Michael Caine) dazu, auf eine abgelegene Inselgruppe zu reisen, seinen zwölfjährigen Sohn notgedrungen mit dabei. Dort nach einer Flugzeugnotlandung erst mal gestrandet, finden sie nicht viele Hinweise, werden dann aber beim Fischen Opfer eines Tricks von Piraten. Plötzlich befindet sich Maynard in einer abgelegenen Inselenklave wieder, auf dem sich die Nachfahren von Piraten aus dem 17. Jahrhundert bis heute fortgepflanzt haben, eine seltsam-bizarre Mischung von Freibeutern, die seinen Sohn mittels Hypnose eine neue Identität verschaffen und Maynard selbst als Sexsklave an die Frau eines Piraten übergeben, den er getötet hat.
Während er nach einem Ausweg zur Flucht sucht, muss er miterleben, wie die Piraten ganze Schiffsbesatzungen niedermetzeln, um an Beute zu kommen ...
Mit "Camp" bezeichnen die Engländer eine bestimmte Stimmung, die Inszenierungsart eines Films, nur leider kann man das schlecht übersetzen. Die Deutschen machen oft Trash daraus, aber das stimmt nicht ganz, "cheesy" trifft es ein bisschen, aber "schräg" und immer ganz genau "ein wenig neben der Spur", die man erwarten könnte, ohne beabsichtigt komisch zu sein, kommt der Sache näher.
Wenn man über so einen Film stolpert, ist das Zwerchfell vor nichts und niemand sicher und "Freibeuter des Todes" ist so ein Streifen, bei dem einem das Gebiss aus der Fassung fallen kann vor Lachen. Aber ich will das genauer ausführen: Beim deutschen Titel denkt man an einen Piratenfilm, beim Original ("The Island") an Robinson und die blaue Lagune. Das Poster schließlich zeigt eine düstere Insel, ein dümpelndes Boot und im Vordergrund stößt eine narbige Hand mit einem verdammt scharfen Messer durch die Wasseroberfläche? Slasherfilm? Nein. Doch. Irgendwie von allem etwas.



Die Vorlage jedenfalls, so lernen wir, ist von Peter Benchley und der schrieb Interner Link"Der weiße Hai". Wird also wässrig, was anderes kann der gar nicht. Auftakt in der hintersten Karibik: Eine pichelnde Ausflugsgruppe breitärschiger Saftsäcke macht einen dicken Fang und gibt sich dann abends verdient die Kante. Plötzlich schwebt ein Kanu mit Plane daher, eine Hand hängt raus!
Olala, gibt es schon Zerstückeltes? Klar, aber nicht wie erwartet: Die Plane wird gehoben, ein Schatten wächst hoch und der erste Sack, bzw. sein Ersatzgummikopf (herrlich künstlich trotz nur einer halben Sekunde) bekommt eine Axt in die Omme, aber frontal. Dann noch ein Bein abgehackt, der Rest ist für die Fische. Bald darauf müssen auch noch zwei Familien dran glauben, das Mütterlein schön plastisch mit einem Draht erwürgt, beinahe enthauptet.



Inzwischen ist Michael Caine als rieselnder Reporter aber schon unterwegs "to Bacardi Island", weil er die Story seines Lebens wittert. Leider hat er an diesem Wochenende seinen 12-Jahre-Sohnemann am Hacken, schleift ihn aber locker nach Florida (nach erfolgtem Kauf einer Handfeuerwaffe für den Kleinen, muharhar...) und dort an Bord einer schrottreifen Frachtmaschine, die auf "The Island" dank nicht ausfahrbaren Gestells die Biege macht. Dort gestrandet macht man dank mangelnder Infos erst mal eine Fischertour, bei der man ein Teenagermägdelein retten will, die aber mit irrem Blick den Sohnemann in die Tiefe reißt. Gleichzeitig greift ein Vollbartzombie Michael an und wird in die nächste Welt geschossen, nicht ohne den Star des Films durch das wackelnde Boot in eine Ohnmacht fallen zu lassen, als er sich den Kopf an der Reeling stößt. Der Caine...äh Kahn war sein Schicksal!



Als man wieder aufwacht, ist offenbar Karneval im Atlantik. Caine findet sich angebunden zwischen einer Horde Faschingsfiguren, die aussieht, als hätten die Insassen einer Anstalt ein Einkaufszentrum geplündert. David Warner sitzt in der Mitte und alle labern ein fremdartiges, mit verständlichen Wörter nur selten gewürztes Sing-Sang-Kauderwelsch, während sie lückenhafte Zähne präsentieren.
Man braucht wie Caine den halben Film, um zu begreifen, was hier los ist: Das sind die Nachfahren echter Freibeuter, die immer noch wegen Lebensunterhalt fleißig im Bermudadreieck Boote klarmachen, am besten mit der Axt. Verstehen kann man die Jungs auch kaum, dafür sabbeln sie zuviel Schwund, auf jeden Fall adoptiert Warner mal eben Sohnemann, der einer 48-Stunden-Schnell-Gehirnwäsche unterzogen wird und dann Tuborg oder so ähnlich heißt, nachdem man ihm die Augenlider mit Zahnstochern hochgehalten hat (juhajuha...)
Caine hat gleichzeitig mit seinem Fangschuss das Sakrileg begangen, den Männe von einer der wenigen noch nicht durch Inzucht grenzdebilen Frauen ausgelöscht zu haben und wird nun zum Samenspender befördert. Natürlich muss die Schöne ihn noch annehmen per Zeremonie, wozu sie als frische Witwe mal eben mit einer Schlammmaske par excellence in den Kral tritt. Zum Glück sieht sie sonst schöner aus. Den Rest des Films muss man dann frustriert miterleben, wie Caine nie so recht von der Stelle kommt, in seinem Bemühen, von der Insel zu entweichen. Ein Besucher erweist sich als Falle, ein hilfreiches Boot soll ihn in die nächste Welt befördern und beim Schwimmfluchtversuch kommt er einer Giftqualle in die Quere. Dafür wird aber nicht er erschossen, sondern seine Angeklebte bekommt das Gummivieh über die Brüstung gezogen. Das zwiebelt.



Zwischendurch darf er dann auch mit auf Beutefahrt, wo die Jungs ein stämmig-großes Segelschiff (Dreimaster) niedermachen. Die fröhlichen Jungs und Mädels wollten doch nur Sonne und Saufen und werden gnadenlos niedergemäht. Mittendrin ein sinnfreies Intermezzo, in dem ein offenbar schwules (er trägt knappste Shorts und ein vor dem Bauch geknotetes T-Shirt) Muskelmännlein mit wallender Haarpracht angesichts von fünf Dutzend schwertbewaffneter Irrer versucht, das Deck per lächerlicher Kung-Fu-Tritte zu säubern, bis er ein Eisen in die Rippen kriegt. Wer jetzt nicht jodelnd in den Seilen hängt, dem ist nicht zu helfen. Gerechtfertigt wird das Massaker, bei dem Sohnemann einen prachtvollen Kopfschuss ansetzt, dadurch, dass die Twens kiloweise Kokain mit sich rumschippern. Schuld und Sühne à la Hollywood.


Alsbald kennt Sohnemann seinen Daddy nicht mehr richtig und pustet ihm in Wilhelm-Tell-Manier schon mal eine Kürbis aus den Gräten. Trotzdem will Caines Martyrium nicht enden, auch nicht, als er das Pulvermagazin sprengt und die draußen schippernde Drogenfahndung der US-Marine auf sich aufmerksam macht. Tatsächlich metzeln die Freibeutel die komplette Besatzung bei nur drei Mann Verlust nieder und das sind nicht wenige - dennoch nervt die schlechte Quote der Marine bedenklich.
Doch schließlich muss ein Happy-End der Marke unausstehlich folgen, aber was für eins! Selbstjustiz ist immer in und bei Michael läuft nach dem letzten Massaker die Hassmaske so richtig amok und er greift zur bordmontierten Artillerie mit Durchlaufmunition und pustet die ganze Sippe in die nächste Welt. Johoho und ne Buddel voll Rum, ich kann die Camp-Fans jubeln hören. Daraufhin stellt er sich Sohnemann, der den Megastar natürlich plötzlich nicht umlegen kann, so dass das finale Duell mit Warner entscheiden muss, wer im La-La-Land der bessere Vater ist.


Es ist wahrhaft unglaublich, man muss diesen infantilen Kasperquatsch gesehen haben, der mehr offene Enden zurücklässt, als Tausendfüßler Beine haben. Das Wunder der Evolution wird hier präsentiert, die ach so unglaubliche abgeschieden lebende Gemeinschaft in der Isolation, die ohne Massaker an modernen Booten vermutlich was anbauen müsste. Aber alles ist vorhanden: eigene Gesetze, ein Verhaltenskodex in einem dicken Buch, die großen Legenden aus dem 17. Jahrhundert. Trotzdem sehen alle aus wie kostümierte Deppen, nur Warner kleidet sich halbwegs brauchbar, während Caine die ganze Zeit verbissen abwesend durch seine Woody-Allen-Brille schaut, als sei er im falschen Film. Immerhin wird hier mal der männliche Darsteller regelrecht bestiegen, sonst auch eher selten.


28 Jahre hat "Freibeuter des Todes" auf den Buckel und für die DVD-Veröffentlichung ließ man den Film digital remastern, was wirklich sehr gut gelungen ist. Das Originalformat von 2,35:1 überrascht durch seine gute bis teilweise sogar sehr gute Schärfe und bietet zudem eine tolle Detailwiedergabe, welche selbst auf großen Diagonalen noch gute Werte abliefert. Die Farbgebung darf als sehr kräftig und satt bezeichnet werden und der Kontrast wirkt stets ausgewogen und verschluckt weder nötige Details, noch macht er durch Überstrahlungen im negativen Sinne auf sich aufmerksam. Aufgrund des hohen Alters ist das Bild natürlich nicht frei von Kratzern und Defekten, der Sehgenuss wird aber nicht beeinträchtigt. Rauschen ist dezent auszumachen, stört aber ebenfalls kaum und die Kompression arbeitet meist unauffällig.
Der deutsche Monoton klingt besser als der englische Track, welcher deutlich verzerrt und blechern wirkt. Der deutsche Track wartet mit einer weitgehend sauberen Sprachwiedergabe auf. Rauschen ist hierbei nur im dezenten Maße auszumachen, dafür werden Musik und die Nebengeräusche aber verhältnismäßig klar wiedergegeben. Das Zusammenspiel sämtlicher Attribute passt nahezu perfekt und es werden weder Dialoge, noch nötige Geräusche verschluckt. Deutsche Untertitel für den englischen Track gibt es leider nicht, hier scheint Koch Media auf Sparkurs zu sein.
Das Zusatzmaterial ist sicherlich nicht sehr umfangreich, aber in Anbetracht des Alters dennoch sehr nett anzusehen. So spendiert man uns eine umfangreiche Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, sowie die 31minütige "Super-8-Fassung" des Films (ohne Untertitel) und einen deutschen Trailer. Ausgeliefert wird die DVD als KeepCase im Schuber.


Wem dieser filmische Torf namens "Freibeuter des Todes" über den Weg laufen sollte, greife schnell nach der nächsten Haftcreme und ordentlich Hochprozentigem und tue sich das Teil auf Geweih und Verderb an: Selten war Komik unfreiwilliger und hatte einen Plot, der so fassungslos macht, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Die DVD wurde sehr gut produziert, nur das Fehlen deutscher Untertitel ist etwas ärgerlich.


Film+++---
Bild++++/-
Ton++----
Bonus+/----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.