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UK, CH 1978
Originaltitel:Wild Geese, The
Länge:128:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Andrew V. McLaglen
Buch:Reginald Rose
Kamera:Jack Hildyard
Musik:Roy Budd
SFX:Kit West
Darsteller:Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris, Hardy Krüger, Stewart Granger, Winston Ntshona, John Kani, Jack Watson, Frank Finlay, Kenneth Griffith, Barry Foster, Ronald Fraser
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (dt.), Dolby Digital 2.0 Stereo (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:26.04.2007 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Kommentar über die gesamte Spielfilmlänge mit Sir Roger Moore, Produzent Eun Lloyd und Editor John Glen
  • Trailershow:
    • Brotherhood (2:50 Min.)
    • Countdown (2:36 Min.)
    • Straight Into Darkness (2:26 Min.)
    • The Lost Battalion (3:06 Min.)
    • The Cutter (1:25 Min.)
    • The Defender (1:30 Min.)
    • Bord to Fight (1:46 Min.)
    • Revenge of the Warrior (2:55 Min.)
Bonus-DVD:
  • Dokumentation:
    • The Last Gentlemen Producers" (37:25 Min.)
    • Privatkrieg der Hollywood-Stars: The Making of "The Wild Geese" (24:38 Min.)
    • Bericht von einer Wohltätigkeits-Premiere (7:20 Min.)
  • Original Radiobeitrag zum Film (40:32 Min.)
  • Artworkgalerie (xx Bilder)
  • Internationaler Kinotrailer (3:45 Min.)
  • Die komplette deutsche Super 8-Fassung (59:47 Min.)
  • Der deutsche Super 8-Trailer (3:41 Min.)
  • Das alte deutsche Making of (15:35 Min.)
  • Bio- / Filmografien:
    • Richard Burton (11 Seiten)
    • Roger Moore (16 Seiten)
    • Richard Harris (9 Seiten)
    • Hardy Krüger (15 Seiten)
    • Steward Granger (12 Seiten)
    • Regisseur Andrew V. McLaglen (10 Seiten)
Julius Limbani, Präsident des (fiktiven) Staates Zembala, gilt als einer der politischen Hoffnungsträger Schwarzafrikas, doch nach einem Putsch wird er von den neuen Machthabern verschleppt und bald darauf für tot erklärt. Durch diesen Umsturz sind nun auch die Interessen eines multinationalen Firmenkonglomerats in Gefahr, dessen britischer Vertreter der Bankier Sir Edward Matherson ist. Als Matherson erfährt, dass Limbani doch noch am Leben ist und in einem Militärcamp gefangengehalten wird, beauftragt er den Ex-Offizier Colonel Faulkner mit der Befreiung des Politikers. Mit Hilfe seiner alten Kameraden Captain Janders und Lieutenant Fynn stellt Faulkner ein 50 Mann starkes Söldnerteam zusammen, das über dem Zielgebiet mit dem Fallschirm abgeworfen wird und nach erfolgreichem Einsatz mit einem Flugzeug Mathersons wieder außer Landes gebracht werden soll. Die Aktion vor Ort verläuft zunächst auch reibungslos; in einem Überraschungsangriff werden das Camp gestürmt, die Bewacher ausgeschaltet und Limbani befreit. Doch im Anschluss folgt eine böse Überraschung für die Söldner: Matherson, für den einzig wirtschaftliche Interessen zählen, hat sich kurzfristig mit der neuen Regierung Zembalas arrangiert und lässt das wartende Flugzeug vorzeitig starten. Faulkner und seine Männer müssen nun versuchen, sich mit dem durch Haft und Folter geschwächten Limbani bis zur Grenze durchzuschlagen. Ein Trip durch die Hölle beginnt ...
"The Dogs of War. The Best D*** Mercenaries in the Business!"

Die britische Produktion "Die Wildgänse kommen" ("The Wild Geese") entstand 1978 in der Regie von Andrew V. McLaglen und basiert auf dem Roman von Daniel Carney, der sich für seine Story von den traurigen Realitäten im bürgerkriegsgeplagten Schwarzafrika inspirieren ließ. Nach dem Ende der Kolonialzeit begann dort bald die Zeit der Stellvertreterkriege zwischen Ost und West. Während es in Europa beim Kalten Krieg blieb, ließ man in Afrika durch Regime der einen oder anderen politischen Couleur die Waffen sprechen, um die eigene ideologische und wirtschaftliche Hegemonie zu sichern. Die eigentlichen Interessen und Lebensumstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten interessierten bei diesen postkolonialen Kriegsspielen wenig: West und Ost versorgten die von ihnen favorisierten Kriegsparteien mit Waffen und militärischem Know How. Amerikanische und europäische Söldner (vorwiegend ehemalige Berufssoldaten) kämpften als inoffizielle "Hilfstruppen" auf den prowestlichen Seiten gegen den Kommunismus, während auf der Gegenseite sogenannte "miltärische Berater" aus der Sowjetunion, Kuba, der DDR und anderen Ostblockstaaten agierten.



"Die Wildgänse kommen" wird immer wieder gern als Archetyp des Söldnerfilms bezeichnet und als solcher bewertet: Ein Haufen harter Kerle zieht zu einem Himmelfahrtskommando ins unzivilisierte Afrika und zeigt den - übrigens von kubanischen und DDR-Offizieren angeleiteten - "Wilden" wo der Hammer hängt. Doch ist es wirklich so einfach? Beschränken wir uns auf diese oberflächliche Betrachtungsweise, können wir uns dem Tenor der dogmatischen Political Correctness anschließen und den Film als gewalt- und kriegsverherrlichendes, antikommunistisches und obendrein auch noch rassistisches Machwerk aburteilen (was im übrigens seit seiner Uraufführung auch immer wieder gern getan wurde). Bedient man sich jedoch nicht solch vorgekauter Meinung und schaut sich stattdessen die "Wildgänse" aufmerksam an, ergibt sich ein weitaus diffizileres Bild, denn die "Wildgänse" haben herzlich wenig mit dem am Fließband produzierten Action-Fastfood der 80er und 90er Jahre gemein. Das beginnt mit dem großen Budget, das eine hochkarätige Weltstarbesetzung möglich machte und geht weiter mit den, bis in die Nebenrollen hinein, naturalistisch gezeichneten Charakteren, verkrachten Existenzen, die irgendwie so gar nicht den anabolikagestählten Fitness-Studio-Machos ähneln wollen, die kickboxend durch spätere Söldnerfilmchen hüpften.



Da wäre z.B. der vom wunderbaren Richard Burton mit viel Einfühlungsvermögen und effektivem Understatement dargestellte Colonel Faulkner, ein desillusionierter Veteran jenseits der 50, der sich im normalen Zivilistendasein einfach nicht zurechtfinden kann und sein Leben lakonisch mit den Worten "When I'm not killing complete strangers I'm an out of work drunk" zusammenfasst. Sein Freund Shawn Fynn (Roger Moore auf dem Höhepunkt seiner Bond-Karriere) erscheint vordergründig als ein smarter Abenteurer, ist in Wirklichkeit jedoch ebenso entwurzelt und verdingt sich als Drogenkurier für ein Gangstersyndikat. Aus dem Rahmen fällt hier Captain Janders (Richard Harris), der es als einziger geschafft hat, einen Schlussstrich unter seine Vergangenheit zu ziehen und sich eigentlich nur noch um seinen kleinen Sohn kümmern will. Janders bewundert den Politiker Limbani und lässt sich schließlich - mehr aus Idealismus, als aus Profitgier - doch noch ein letztes Mal von Faulkner zu einem Kampfeinsatz überreden. Und dann wäre da auch noch der Südafrikaner Pieter Coetze (Hardy Krüger), der mittellos in London festsitzt und den gefährlichen Job eigentlich nur annimmt, um wieder in seine Heimat zurückkehren und sich dort eine Farm kaufen zu können. Coetze ist ein an und für sich unpolitischer Mensch, der davon träumt, sich seine Existenz aufbauen zu können, dabei aber die Rassenvorurteile und dadurch bedingten Ängste eines typischen Buren mit sich herumträgt. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet er es ist, der den kranken Julius Limbani auf der Flucht vor den feindlichen Truppen tragen muss. Durch den schwarzen Idealisten (einen Nelson Mandela-artigen Charakter, der für Versöhnung und Verständigung zwischen den Rassen plädiert) wird Coetze schließlich "geläutert" - eine Wandlung, die zwar etwas rasch und aufgesetzt erscheint, aber einen sympathischen Hoffnungsschimmer in die ansonsten wenig optimistische Story bringt.



Was nun den reichlich vorhandenen Action-Anteil - also die Kampfszenen - betrifft, so findet sich auch hier wenig Glamouröses: Krieg ist ein schmutziges Geschäft und wird als solcher auch schonungslos dargestellt. Bei einem Himmelfahrtskommando will man nicht mehr Risiken als nötig eingehen und so wird z.B. die Wachmannschaft im Camp kurzerhand im Schlaf mit Zyanidgas eliminiert. Das ist wenig heroisch und zugegebenermaßen scheußlich, dabei jedoch weitaus realistischer als ein albernes "ritterliches" Mann gegen Mann-Gerangel. Der folgende Rückzug der Söldner gestaltet sich dann auch herzlich wenig als ein fröhlicher Jagdausflug weißer Herrenmenschen, sondern ist ein einziges blutiges Fiasko, in dem 37 von ihnen ihr Leben lassen müssen. Den Überlebenden bleibt kein hohler Ruhm-und-Ehre-Schmonzes, sondern nur die ewig aktuelle Frage nach dem Warum. Man mag den Machern des Films vielleicht vorwerfen, dass ein wenig zu blauäugig mit der kolonialen Vergangenheit geliebäugelt wird und dass Colonel Faulkner & Co viel zu nachdenklich, sensibel, zu sympathisch erscheinen, um der Realität zu entsprechen - von einer Verherrlichung von Krieg und Söldnertum sind die "Wildgänse" jedoch ebenso weit entfernt, wie von rassistischen Tendenzen. Unterm Strich bleibt hier der Eindruck von einem spannend inszeniertem Film mit hervorragenden Darstellern, sehr bitteren Untertönen und einem durch und durch desillusioniertem Unhappy End.



Das Label e-m-s veröffentlicht die "Wildgänse" als üppig ausgestattete 2-Disc-Special Edition im Pappschuber. Zugleich ist dies auch die erste deutsche Veröffentlichung im korrekten Bildformat und angemessen guter Qualität; offenbar konnte man sich hierfür das Master der in den USA erschienenen 30th Anniversary Edition inkl. des Bonusmaterials sichern. Die Bildqualität ist sehr erfreulich ausgefallen und weist eine meist gute Schärfe auf, welche aber je nach Szene sehr stark schwankt. Nahaufnahmen überzeugen derweilen mit einer guten Detailwiedergabe, während die Bilder in den Totalen sehr weich und teilweise sogar unscharf wirken. Hinzu kommen leichte Bewegungsunschärfen, welche sich aber nur selten in unschönes Nachziehen verwandelt. Die Farben wirken sehr kräftig und der Kontrast hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck, wobei uns ein besserer Schwarzwert lieb gewesen wäre. Desweiteren huschen kleinere Defekte durchs Bild und dezentes Hintergrundrauschen, sowie stehende Rauschmuster sind auszumachen, trüben den Sehgenuss aber niemals wirklich. Zudem arbeitet die Kompression bis auf wenige Ausnahmen weitgehend unauffällig.
Der deutsche und englische Stereo Mix gibt kaum Grund zur Kritik, wobei die englische Tonspur natürlicher wirkt und mehr Nebengeräusche offenbart. Die deutsche Tonspur klingt aber ebenfalls sehr sauber und absolut fehlerfrei. Es ist kein Rauschen auszumachen und Defekte sind ebenfalls nicht wahrzunehmen. Zudem hat die deutsche Synchronisation Nostalgiewert und wartet mit vielen bekannten Sprechern auf. Deutsche Untertitel sind einblendbar, allerdings wimmelt es in dieser von obskursten Schreibfehlern, die stellenweise schon surreale Züge annehmen - derlei kennt man von e-m-s eigentlich nicht, aber nun ja, es ist kein Beinbruch ...



Das runde 180 Minuten umfassende Bonusmaterial, welches auf zwei DVDs ausgelagert wurde, macht das bei Weitem wieder wett: Neben diversen Trailern und einem tollen und mit Anekdoten gefüllten, leider nicht untertitelten Audiokommentar von Roger Moore, Produzent Euan Lloyd und Cutter John Glen, spendiert man uns auf der Bonus-DVD eine umfangreiche Bildergalerie, die deutsche Super-8-Fassung, sowie den Super 8-Trailer, diverse Bio- und Filmografien und den internationalen Originaltrailer. Das ist aber noch lange nicht alles. Die 37minütige Dokumentation "The Last Of The Gentleman Producers" ist ein sehr informativer und sehenswerter Bericht über den Produzenten Euan Lloyd und sollte nicht versäumt werden. Desweiteren gibt es ein altes deutsches Making of, welches knapp 15 Minuten läuft und sehr deutlich zeigt, dass schon damals PR-lastige Clips an der Tagesordnung waren. Im Übrigen liegt das Making of in englisch mit deutschem Voice-Over-Sprecher vor.
Das 24minütige Making of "The Wild Geese" ist bis auf zehn Minuten nahezu identisch zum deutschen Clip, welcher deutlich gestrafft wurde. Hier gibt es deutsche Untertitel, doch wesentlich informativer oder sehenswerter als der deutsche Clips ist dies auch nicht. Umso interessanter ist da der 40minütige Radiobeitrag inkl. Interviews und Kommentare zum Film. Leider liegt uns dieser ohne deutsche Untertitel vor, was wirklich sehr ärgerlich ist. Zum Schluss gibt es noch 7minütige Impressionen von der Film-Premiere, welche für einen wohltätigen Zweck organisiert wurde. Die DVD selbst erscheint als KeepCase im Schuber. Ein Booklet gibt es leider nicht.


Es wurde Zeit, dass dieser Klassiker in einer guten Qualität endlich auf DVD erscheint und bis auf die teilweise fehlenden deutschen Untertitel beim Bonus, sowie den vielen Schreibfehler bei den Untertiteln im Hauptfilm, können wir von einer tollen Umsetzung sprechen, welche in keiner Sammlung fehlen sollte.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++++-


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Wildgänse kommen, Die
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