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FR, IT 1959
Originaltitel:Tempi duri per i vampiri
Alternativtitel:Hard Times For Dracula
aka. Hard Times For Vampires
aka. My Uncle The Vampire
aka. Uncle Was A Vampire
aka. Temps sont durs pour les vampires, Les
Länge:82:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Steno
Buch:Edoardo Anton, Mario Cecchi Gori, Marcello Fondato, Renato Rascel, Steno, Sandro Continenza, Dino Verde
Kamera:Marco Scarpelli
Musik:Renato Rascel, Armando Trovajoli
Darsteller:Renato Rascel, Christopher Lee, Sylva Koscina, Lia Zoppelli, Kai Fischer, Franco Scandurra, Susanne Loret, Carl Wery, Antje Geerk, Federico Collino, Angelo Zanolli
Vertrieb:UfA / Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:22.10.2007 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Neues vom Wixxxer (2:19 Min.)
    • Heinz Rühmann Collection (2:15 Min.)
    • Metropolis (2:32 Min.)
    • Dr. Mabuses Meisterwerk (2:03 Min.)
    • Karl May Collection (1:46 Min.)
    • TV-Serien bei Universum Film (2:58 Min.)
    • ZDF-Kultserien (0:32 Min.)
Baron Osvaldo Lambertenghi muss, um seine Schulden bezahlen zu können, sein Schloss verkaufen. Als es in ein Hotel umgewandelt wird, erhält er eine Anstellung als Kofferträger. Schon bald erhält er einen Brief seines Onkels Baron Rodrigo, der seinen Besuch ankündigt. Kaum angekommen, findet Osvaldo heraus, dass sein Onkel ein Vampir ist. Der Versuch den Onkel wieder loszuwerden scheitert und es dauert nicht lange bis auch Osvaldo in einen Vampir verwandelt wird. Des Nachts beißt er nun die vorwiegend weiblichen Gäste des Hotels, die ihm daraufhin bedingungslos verfallen. Damit zieht er den Zorn der restlichen Hotelgäste auf sich und die Vampirjagd beginnt. Nur die junge, schöne Gärtnerin Lilli kann ihm noch helfen ...
Nachdem der mehrfach verfilmte Stoff von Bram Stoker in der Version der englischen Hammer-Produktion 1958 werkgetreu umgesetzt und mit Christopher Lee DER Dracula schlechthin präsentiert wurde, folgte ein Jahr darauf flugs eine komödiantische Variation davon. "Schlechte Zeiten für Vampire" ist dabei ein offensichtlich schnell heruntergekurbeltes Filmchen, ein inszenatorisches Leichtgewicht von Horrorkomödie, das mit dem Star des ernsten Vertreters auch einen starken Bezugspunkt und gleichzeitig zugkräftigen Star aufweist, allerdings ansonsten wirklich nur rein zu Unterhaltungszwecken dienen kann.
Erfreulich ist, dass man sich nicht komplett auf eine reine Parodie versteift hat, sondern dem Film genügend eigene Elemente beigegeben hat, um auch ohne großartige Kenntnis des Originals bestehen zu können. Dummerweise ist der Humor mittlerweile leicht angestaubt, obwohl sich die Frage stellt, ob der Witz auch Ende der 50er wirklich zündend war.


Mal was anderes ist allerdings der Schauplatz, die ganze Zeit befindet man sich an der malerisch sonnigen Riviera im modernen Italien, wo in den ersten Minuten ein schneeblondes Fräulein namens Lellina (Kai Fischer) von Dolce Vita und Amore trällert, während ihr Love Interest Baron Osvaldo Lambertenghi (Renato Rascel) grad sein Schloss an die Hotelbetriebs-AG Atlas versetzt.
Der Pleitegeier kreist über den zu kurz Geratenen, die 80 Millionen Lire Erlös werden sofort notgedrungen an die Gläubiger Finanzamt weitergeleitet; die altehrwürdige Burg in ein Luxushotel umgewandelt und der gescheiterte Baron als Hotelpage und Mädchen für alles angestellt.
Als er einen Brief seines bis dato unbekannten Onkels Roderico da Frankurten (Christopher Lee) erhält, der um Mitternacht ankommen will und bereits einen mannsgroßen Koffer als Gepäck vorgeschickt hat, geht der Ärger (= Spaß) los: Roderico ist ein 400 Jahre alter Vampir und unter Durststillen versteht er keinen Gang in die Bar. Da passt es ihm ganz gut, dass das Hotel gut mit jungen, hübschen Mädchen belegt ist. Er geht auf Beutefang.


Die folgende milde Turbulenz ist relativ kurzweilig, ohne aber allzu viel an der Temposchraube zu drehen oder gar in Slapstickhöhen zu verfallen, eine intelligente Persiflage wie Polanskis Interner Link"Tanz der Vampire" wird auch nicht ansatzweise erreicht. Das soll aber sicher auch nicht das Ziel sein, die Peilung steht später mehr auf frivoles und gleichzeitig zeitgenössisch züchtiges Lustspiel, besonders wenn es armen Osvaldo selber erwischt und er als lebender Vampir durch seine ehemalige Wohnstätte stöbert.
Anspielungen auf die sexuelle Promiskuität des wahren Herrschers der Nacht arten in liebestolle Gebissene aus, die von ihren eigentlichen Männern abfallen und nur noch eines von "Ossi" wollen, nämlich noch einmal in den Genuss seiner Beißer zu kommen. Dieser weiß allerdings am Tage nicht davon, der Dracula-Mythos vermischt sich mit der "Gut und Böse in einer Person"-Thematik von Dr. Jekyll und Mr. Hyde und der Abart der Schizophrenie vom Wolfsmenschen gleichermaßen. Dabei stellt der Nachwuchs-Vampir einen sehr unwürdigen Vertreter dar, besonders im Vergleich zum zwei Köpfe größeren und ehrwürdig-aristokratischen Roderico, der mit Stolz und Respekt durch die Szenerie wandelt; Osvaldo wuselt sich eher so durch. Trotzdem kommt er auf die stattliche Zahl von 42 Partnerinnen die Nacht; einzig die unschuldige und reine Lellina ist vor ihm geschützt, er selber hat im wachen Zustand Kreuze und Knoblauch angebracht, die auch dem Trieb widerstehen.


Die eingespielten Witze zirkulieren sich dann auch zumeist um Verlangen der Männer: In einem Running Gag versuchen zwei Gigolos umsonst, durch Alkohol und andere Aphrodisiaka bei zwei kühlen nordischen Mädchen zu landen. Andere Albernheiten drehen sich um Verwechslungen und Hetzjagden durchs Schloss, alles nicht wirklich originell und gut getimt, passt aber zur sonstigen Atmosphäre.
Mit einem besseren, vor allem lustigeren Hauptdarsteller als Schlagerkalauer Renato Rascel, auf dem die Hauptlast der Regie lastet, wäre der Film besser abgeschnitten. Rascel arbeitet nicht mit Gestik und Mimik, sondern zerredet in endlosen Monologen alles und wendet sich später sogar direkt an die Kamera; was hätte ein Schauspieler wie Louis de Funès da alles draus machen können. Lee selber hat wenig Auftritte und verschwindet mittig ganz im Grab, aber veredelt trotz seiner abgespeckten Präsenz auch noch im Nachhinein den Film. Ohne seine Mitwirkung würde heute auch kein Hahn mehr danach krähen.


Etwas irreführend war zudem der marketingtechnische Spruch "Klassiker des europäischen Horrorkinos" und dem Vergleich mit den Werken Fredas, Bavas und Margheritis, der sich auf dem DVD-Bootleg von Dr. Dressler befand. Nun soll es vorbei sein mit der illegalen Scheibe, denn die Veröffentlichung von Universum ist natürlich lizensiert.
Dass es aber hierfür nur wenig Material gab bzw. beschafft wurde, zeigt bereits das einfallslose Cover, das aus zwei Szenenbildern des Filmes zusammenmontiert und mit einem wenig erbaulichen Titelschriftzug versehen wurde. Das beweist die Rückseite etwas mehr gestalterische Sicherheit. Auf der DVD gibt es weder eine Bildergalerie, noch einen Filmtrailer. Dafür hat man Zugriff auf Trailer diverser anderer Veröffentlichungen des Labels.


Wer dachte, die deutsche DVD des Films würde ansprechend restauriert und hochwertig ausgestattet sein, der dachte falsch. Es mag daran liegen, dass der vermutlich ohnehin nicht große Markt durch das seit längerem erhältliche Bootleg bereits abgegrast wurde, vielleicht maß man dem Titel aber auch keine Bedeutung zu. Das Greenwood-Logo im Auftakt dürfte erste Auskünfte über die Qualität geben, die nicht mehr als bescheiden ist. Von einem Titel des Jahres 1959 sollte man natürlich nicht zuviel erwarten, aber hier gibt's wirklich nur Durchschnittliches. Es sind nicht so sehr weiße Kratzer, die stören, sondern das unscharfe Bild, das nur bedingt die Farben auf eine natürliche Art und Weise hervorbringen kann. Natürlich würde sich auf kräftige, übermäßig hervortretende, warme Farben beziehen, die für Filme dieser Zeit üblich waren. Das gelingt lediglich in einigen Szenen, dann z.B. beim Rot des Umhangs. Sonst lassen allerlei Farbstiche von grünlich über gräulich das Bild alt aussehen. Der Kontrast ist meistens schwach, viel mehr stören aber die Muster im Hintergrund, die ganz sicher nicht Fehler des Materials sind, sondern eine schlechte Kompression charakterisieren. Die umrandenden schwarzen Balken können nur teilweise unter dem Overscan-Bereich verdeckt werden. Vermutlich ist auch das Bildformat falsch, das im Original mit 2,35:1 angegeben wird. Letztlich also keine wirklich gute Aufarbeitung eines "Klassikers".


Die Musik im Vorspann besitzt die schlechteste Qualität und dröhnt ohrenbetäubend aus den Boxen. Die nachfolgenden Szenen beinhalten zwar allesamt ein unterschwelliges Rauschen und Brummen, zumindest knackst es aber nie. Die Stimmen kann man eigentlich immer gut verstehen, die Synchronisation hat also kaum gelitten. Zischelnde Aussprache und wenig Dynamik nimmt man natürlich in Kauf beim Monoton. Leider gibt es keine andere Sprachen und auch keine Untertitel.


Film+++---
Bild++----
Ton++----
Bonus------


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