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D 2007
Originaltitel:Slasher
Alternativtitel:Weekend Trip
Länge:78:49 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Frank W. Montag
Buch:Frank W. Montag, Jörn Döring
Kamera:Andreas Jahn
Musik:Timo Rose, Frank W. Montag
SFX:Sandra Sauerwein, Caroline Becher
Darsteller:Christiane Imdahl, Christian Stock, Sebastian Badenberg, Michael Eisenburger, Maja Makowski, Thomas Kercmar, Heiko Lange, Meelah Adams, Patrick Battenberg, Peter Herff, Hannah Kobitzsch, Nora Krehan, Anna Woycek
Vertrieb:mondaymovies / New KSM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch
Untertitel:Englisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:14.02.2008 (Kauf)
Specials:
  • Gagreel (8:26 Min.)
  • Trailer (1:58 Min.)
  • Outtakes (1:38 Min.)
  • Making Of (11:42 Min.)
  • VFX Reel (2:33 Min.)
  • Slideshow (2:14 Min.)
Gestresst und genervt beschliesst die Psychologiestudentin Erin (Christine Imdahl) mit ihren besten Freundin Julie, ihrem Freund Danny (Christian Stock) und dem Rest der Clique, ein entspanntes Wochenende in den Wäldern fernab des Studentenalltags zu verbringen. Der anfänglich ausgelassene Freude folgt jedoch ein wahrer Höllentrip, der nicht nur die Freundschaft der Gruppe auf eine harte Zerreißprobe stellt, sondern auch eine schwarze Vergangenheit zur grausamen Gegenwart werden lässt ...
Ein Film, der besonders durch seine mehr oder minder schlechte Kritiken in diversen Internetforen auffiel, ist der 2007 entstandene deutsche Independentfilm "Slasher". Ein Grund mehr, den Film etwas genauer unter der Lupe zu nehmen. Die deutsche Independent- oder Amateurfilmszene ist mittlerweile auch zu einem sehr ansprechenden Bereich aufgestiegen, aber es gilt immer noch die Spreu vom Weizen zu trennen. Also alle Kritiken, die sich mit "Slasher" befassten, einmal aus den Gehirnwindungen gelöscht und ganz unvoreingenommen an das Debüt von Frank W. Montag herangegangen. Wie der Titel schon verrät, ist "Slasher" als Hommage an die Slasherfilme der 70er und 80er Jahre gedacht. Der unfreiwillige Humor, der damals in vielen Produktionen zugegen war, wurde in diesem Werk aber absichtlich mit eingebaut, genauso wie die typischen Elemente: Blut, Sex und Teenager.


Der Film beginnt mit einem Paar, das sich die Einsamkeit der Wälder ausgesucht hat, um etwas Zeit in die Liebe zu investieren. Doch kaum ist das Oberteil ausgezogen und die nackten Brüste wippen im Takt der Hintergrundmusik, taucht auch schon der wahnsinnige Killer mit der Motorsäge auf und geht seinem liebsten Hobby nach. Diese Szene lässt dann auch die Hoffnung aufkommen, in den nächsten 80 Minuten gut unterhalten zu werden. Nach nun folgenden, sehr liebevoll gestalteten Anfangskredits gibt es einen Szenenwechsel, der uns nach und nach mit den Protagonisten, ein paar Studenten, vertraut machen. Die Gruppe plant am kommenden Wochenende zu zelten und ordentlich Spaß mit Alkohol, Sex und viel dummen Gelaber zu verbringen. Am Lagerfeuer überkommt die jungen Leuten die Laune, grausige Geschichten zu erzählen und über das Thema Slasherfilme zu referieren. So wird auch die Geschichte eines Serienkillers wiederbelebt, der in der Gegend des Zeltplatzes für brutale Morde verantwortlich ist - nur gut, dass dieser bei einem Feuer ums Leben kam. Zu dumm nur, dass er doch noch unter den Lebenden weilt, wie dem eifrigen Zuschauer innerhalb der ersten Minuten schon gezeigt wurde. Das bekannte 10 kleine Negerlein-Prinzip darf nun auch in "Slasher" Einzug halten und mit allerlei Gerät demonstriert der Maskierte, wer der Herr im Hause bzw. im Unterholz ist.


Ein typisches Strickmuster des Genres also? Weit gefehlt, denn Frank W. Montag hat noch ein paar Wendungen in die Handlung eingebaut, was immer wieder für kleine Überraschungen sorgt. Das macht ein vorzeitiges Vorhersehen des Endes unmöglich, obwohl immer wieder Anzeichen vorhanden sind, dass noch mehr im Drehbuch versteckt wurde. Das Rad neu erfinden kann "Slasher" natürlich nicht, denn alle bekannten Versatzstücke bekannter Slasherfilme werden ordentlich verbraten, aber gezielt kann man sagen, dass "Slasher" eine Verbeugung vor den großen Titeln des Genres geworden ist. Was bei "Slasher" gefällt und ihn zudem deutlich von anderen Independentproduktionen abhebt, ist die Kameraführung und die musikalische Untermalung mittels passend eingesetzten Score. So kann das Zusammenspiel von Bild und Ton immer für Spannung sorgen. Auch ist die Auswahl der Darsteller sehr gelungen und zeigt frische Gesichter, die nicht nur blöd in die Kamera schauen, sondern in ihren Rollen entsprechend gut agieren. Gerade für eine deutsche Produktion ist man sehr überrascht, da man das zugegeben tiefe Niveau diverser TV-Soaps übertrifft und man als Zuschauer wirklich meint, einen TV-Spielfilm vorgesetzt zu bekommen, der ein ordentliches Budget zur Verfügung hatte.

Wirkliche Kritik gibt es also nicht, außer man berücksichtigt die verschiedenen Geschmäcker der Filmfans. Einzig etwas unpassend wirkt die aufgesetzte Nebenhandlung mit der Inzestfamilie. Das mag zwar eine gut inszenierte Passage des Films sein, insgesamt ist es ber unvorteilhaft Interner Link"Wrong Turn" mit Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" auf diese Weise kreuzen zu wollen. Aber auch hier lass ich das Wort der Hommage gelten.


Aus qualitativer Sicht überzeugt die DVD mit einem farbenprächtigen, anamorphen Bild, das lediglich Probleme mit der Kompression zu verbuchen hat. Deutlich fallen Artefaktbildungen innerhalb homogener Bildflächen auf. Des Weiteren ist ein Bildrauschen bemerkbar, das die gute Schärfe aber nicht sonderlich beeinträchtigt und so zu einer guten Detailwiedergabe führt. Selbst der Kontrast ist für eine Independenproduktion ordentlich ausgefallen, neigt in hellen Bereichen aber zum Überstrahlen. Nicht ganz zufrieden stellend ist der Schwarzwert, der in vielen dunklen Szenen stark ins Gräuliche tendiert. Die Farben sind kräftig und wirken meist auch sehr natürlich, in dunklen Passagen kommt es aber zu Verfälschungen, die scheinbar der Ausleuchtung anzulasten sind. Ein optisches Stilmittel mit den Farben wurde innerhalb der Rückblenden eingesetzt und weiß zu gefallen. Defekte sind keine auszumachen, so wie es sich auch für eine neue Produktion gehört.


Auch die akustische Seite der DVD darf als weitestgehend gelungen bezeichnet werden. Zwar liegt nur eine Stereoabmischung vor, dafür wird man aber mit einem sehr dynamischen und basshaltigen Ton überrascht. Mehr hätte man nicht rausholen können. Leider trüben einige Überlagerungen das Klangbild. Die Musik und Effekte wurden an einigen Stellen wesentlich lauter als die ansonsten gut zu verstehenden Dialoge abgemischt. In diesen Szenen gibt es leichte Probleme mit der Verständlichkeit. Rauschen oder anderweitige Störgeräusche sind nicht vorhanden.

Das Bonusmaterial ist zwar nicht sonderlich üppig ausgefallen, in Bezug auf die Länge der Beiträge kann aber eine knappe halbe Stunde gut unterhalten. Neben dem Originaltrailer findet man noch ein Making of vor, das neben einem interessanten Blick hinter die Kulissen auch diverse Interviews bereithält. Diese sind zwar informativ, aber für meinen Geschmack etwas zu werbelastig. Wieviel Spaß im Dreh steckt zeigen diverse Aufnahmen innerhalb der Gagreel und bei der VFX Reel gibt es einen Einblick, wie die Szenen vor Green Screen funktionierten. Eine Slideshow mit Setfotos und ein paar Outtakes beenden dann den Bonusbereich.


Von der technischen Seite gesehen darf man mit der DVD durchaus zufrieden sein und auch der Film hinterlässt einen positiven Eindruck. Warum viele schlechten Kritiken geschrieben wurden, ist eigentlich unverständlich. Wie der Titel schon sagt, möchte der Film eigentlich auch nur das sein, was er auch ist: ein Slasher.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus++----


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