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USA 2006
Originaltitel:Clerks II
Alternativtitel:Passion of the Clerks, The
Länge:93:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kevin Smith
Buch:Kevin Smith
Kamera:David Klein
Musik:James L. Venable
Darsteller:Brian O'Halloran, Jeff Anderson, Jason Mewes, Kevin Smith, Jake Richardson, Ethan Suplee, Jennifer Schwalbach Smith, Rachel Larratt, Shannon Larratt, Ben Affleck, Sarah Ault, Trevor Fehrman, Rosario Dawson, Jason Lee, Scott Mosier
Vertrieb:Senator Film/Universum
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:12.03.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Cast und Crew
  • Intro zu Clerks 2 (3:10 Min.)
  • Intro zu Deleted Scenes (1:51 Min.)
  • Deleted Scenes (36:32 Min.)
  • Intro zu "How Movies are made" (2:16 Min.)
  • How Movies are made (27:38 Min.)
  • Kinotrailer (1:35 Min.)
  • Trailershow:
    • Der Date-Profi (1:44 Min.)
    • Zimmer 1408 (2:28 Min.)
    • Vollidiot (2:01 Min.)
    • Wo ist Fred? (1:53 Min.)
    • The Dixie Chicks: Shut up & Sing (2:31 Min.)
  • Trailer nach dem Start:
    • Der Date-Profi (1:44 Min.)
    • Zimmer 1408 (2:28 Min.)
Endlich kehrt das Buddy-Duo Dante und Randal zurück auf die Leinwand und mitten hinein in ein blühendes Chaos. Im "Quick Stop", in dem die beiden seit Jahr und Tag ihr Dasein fristen, fackelt ein Kurzschluss im elektrischen Kaffeewärmer kurzerhand den gesamten Laden ab und befördert die Freaks vor die Tür. Schnell finden sie Unterschlupf an der Theke von Mooby's Fast Food Restaurant - sehr zum Missfallen von Dante, der mit seiner übereifrigen Verlobten Emma Bunting nach Florida ziehen möchte. Obwohl ihm die charmante und freigeistige Becky begegnet, hält er an seinem Umzugsplänen fest. Sein Kumpel Randal organisiert derweil eine erotische Abschiedsparty, die ungewollt so schief läuft, dass Polizei und Feuerwehr alarmiert sind. Damit wird eine Ereignislawine losgetreten, die nicht nur Dantes Liebschaften, sondern auch seine Freundschaft zu Randal ernsthaft gefährdet ...
One ring to rule them all...

Ein Kreis schließt sich. Der Jersey-Zyklus kehrt nach zwölf Jahren an seinen Ursprungspunkt zurück. Was ist in dieser Zeit alles Wahnsinniges passiert? Ein Toter bekommt auf der Toilette einen letzten Blowjob ... ein Kaufhaus erlebt ein komplettes Fiasko ... eine Lesbe sorgt für den ultimativen Kollaps in einer Dreierbeziehung ... Gott selbst steigt auf die Erde hinab ... und schließlich erfährt Hollywood, was es heißt, sich über Jay und Silent Bob lustig zu machen. Ach ja, wo ist nur die Zeit geblieben.


Nun sind wir wieder bei den Wurzeln, vor dem dreckigen kleinen Convenience Store irgendwo in der Arschritze der USA, denn zu Hause ist es irgendwie am schönsten. Will man der erneut gebotenen Kleinstadtphilosophie von Dante und Randal irgendwas abgewinnen, dann ist es vielleicht diese Botschaft. Sicher war "Clerks" ein Sammelbecken der nicht vorhandenen finanziellen Möglichkeiten, doch ist es eine Tugend, sich auch mit einfachen Dingen zu begnügen, so lange das Ergebnis nur ordentlich rockt. Mies bezahlter Job als Ladenangestellter for life ... so what?

Kevin Smith eröffnet in Huldigung an seine Independent-Wurzeln in schwarzweiß, Alfred Hitchcocks Beispiel folgend, der die erste Szene von "Blackmail" ohne Ton drehte. Was für ein Bild. Der grauweiße Betonklotz mit heruntergelassenen Rolläden, auf denen man ein großes Schild mit der Aufschrift "We Assure You We're Not Open ... Yet" vermuten könnte. Dann werden die Rolläden vom schlaftrunkenen Dante hochgelassen und die erste Farbe kommt ins Spiel. Es kann losgehen.


"Clerks II" ist mutig genug, eigenständig zu sein, ohne jedoch darauf zu verzichten, jede erdenkliche Gelegenheit zu ergreifen, auf den eigenen Kosmos zu verweisen. Wer Interner Link"Dogma" gesehen hat, weiß, um welches Gebäude es sich handelt, das Dante und Randal neu beziehen. Szenenwechsel, aber nicht gerade ein Aufstieg auf der Karriereleiter: Burgerbrater und Kassierer. Auch alte Bekannte wie Ethan Suplee, Ben Affleck oder Jason Lee stecken per Cameo mal ihre Nase in den neuen Laden. Gott, man fühlt sich auf der Stelle heimisch.


Zur Freude aller wird das Geschäft wieder nur nebenbei geführt und eher als Location genutzt, um die Dialoge das Regiment übernehmen zu lassen. Die sind nicht mehr ganz so auf die Pointe konstruiert wie im Original, dafür aber natürlicher und unter dem Strich nicht weniger klug und dumm zugleich. Versaut sind sie sowieso; Randals Mund ist eine Dreckschleuder, die ununterbrochen Fäkalien produziert.
Einen Rezensenten stellt es vor Probleme, zu erklären, was genau an diesem eigenwilligen Mix so faszinierend ist. Alles sprudelt laissez-faire vor sich hin, passt aber immer punktgenau. Und dem Intro von Kevin Smith und Scott Mosier vor dem Hauptfilm nach zu urteilen, scheint es nicht einmal große Schwierigkeiten zu bereiten, diese unverwechselbaren Dialoge zu produzieren. Das scheint in der Natur von View Askew zu liegen.


Wer sind die Neuen? Vor allem Trevor Fehrman als Lord of the Rings-Nerd Elias und Rosario Dawson als Burger-Chefin Becky. Sie tragen zu einem festen Storygerüst bei, das sich tatsächlich unaufdringlich und integrativ irgendwo zwischen all den Einzelepisoden entwickelt. Es hat mit Liebe und Freundschaft zu tun und geht damit zurück auf die Erkenntnisse von "Chasing Amy". Aber viel besser, was hat Interner Link"Dogma" mit "Clerks II" zu tun? Oh ja, das Hauptmotiv - den Glauben. Der wird zunächst ganz banal über die Filmzitatemaschinerie von "Mall Rats" transportiert. Meine Freunde ... macht euch bereit für die entscheidende Schlacht zwischen zwei der drei (neben "Star Trek") größten Nerd-Vereinigungen der Welt: "Star Wars" gegen "Herr der Ringe". Das kleine Wortgefecht, das sich da fast unbemerkt anbahnt, gehört zu den größten Brüllern in der Geschichte der Filmparodie.


Stichwort Filmparodie: Dafür zeichnet vor allem wieder das Gespann Jay und Silent Bob verantwortlich, das insgesamt zwar schon besser in die Handlung integriert wurde, aber immerhin wieder für einen guten Schlusspunkt gut ist. Und die Interner Link"Das Schweigen der Lämmer"-Nummer ist eigentlich kaum zu fassen. Wie war das noch gleich bei "Clerks"? Interviews zufolge soll sich Jason Mewes damals geschämt haben, vor den Crewmitgliedern zu tanzen und sie bei der Aufnahme (... "BERZERKER!!!") herausgebeten haben. Kaum zu glauben, wenn man sieht, was er hier abzieht.


Der Soundtrack? Nicht mehr ganz so radikal, aber mit einer feinherben ironischen Note, wenn Jay und Bob etwa in Anlehnung an Salma Hayeks Table Dance aus Interner Link"Dogma" zu Jackson 5's "ABC" abtanzen oder wenn "Raindrops Keep Fallin' on My Head" übertriebene Fröhlichkeit untermauert - wie in Interner Link"Spider-Man 2", created by Smith's Buddy Stan Lee, der auch einen Auftritt in "Mall Rats" hatte. Es wirkt alles so locker und einfach - es passt so exakt zusammen, dass ein einzelnes Haar an der falschen Stelle das ganze Konstrukt zu zerstören droht. Und trotzdem ist es so beneidenswert locker, als in der Esel-Show mal wieder alle Stränge miteinander vereint werden. Wie in "Mall Rats". Erstaunlicherweise auch wie in "Star Wars" und "Herr der Ringe". Natürlich dort ohne Esel. Apropos Lockerheit: Filmkritiker Joel Siegel verließ das Kino nach 40 Minuten ("First movie I've walked out of in 30 fucking years!").
Randals Mundwerk ist nicht die einzige dreckige Sache in "Clerks II". Unglaubliche Geschmacklosigkeiten, die zwar nicht per se auf der Leinwand gezeigt werden, in der Imagination des Zuschauers aber zerstörerisch zu Werke gehen. Aber wenn es droht, unpassend zu werden, weiß Smith sich plötzlich sehr gut von Teencom-Perversitäten abzunabeln, indem er jene Liebes- und Freundschaftsgeschichte wieder geschickt mit den schier unfassbaren verbalen Entgleisungen verknüpft.


Klartext: "Clerks II" war ein Projekt, das großes Potenzial barg, ein künstlerischer Flop zu werden. Es handelt sich um das Sequel eines Independent-Hits, der nach über einer Dekade nichts von seiner Aura verloren hat. Smith ist inzwischen erfolgreich und konnte eigentlich nur verlieren, wenn er in diesen Tagen zu seinen Wurzeln zurückkehrte. Aber der verfluchte Mistkerl hat es uns wieder allen gezeigt. Die "Passion of the Clerks" ist ein spritziges, hochintensives, leicht nostalgisches Komplettvergnügen geworden, bei dem man mehr als nur einmal am Boden liegt und Tränen vergießt. Lange Planungen gehen dieser Arbeit voraus, und das merkt man ihr insofern an, als dass sie besser nicht hätte konstruiert werden können. Was für ein bescheuert-geniales Drehbuch. Und doch ist von Verkrampfung keine Spur. Jeff Anderson und Brian O'Hallorann könnten besser kaum harmonieren, Rosario Dawson wirkte seit ihrem Debüt in "Kids" nicht mehr so echt und die Afflecks und Lees dieser Welt wissen schon, warum sie stets zu ihrem bärtigen Meister zurückkehren.
Das alles lässt sich auch auf die inhaltliche Ebene übertragen; wo der Fäkalhumor anspruchsloser kaum sein könnte, pult sich aber doch eine primitive Lebensweisheit heraus. Die "Clerks" verbreiten die Philosophie des kleinen Mannes in einer infiniten Spirale, die auffällig dem Ring gleicht. Einem Ehering oder wo sonst sich dieses Muster in der Natur ergibt. Ein Ring, sie alle zu knechten ... von Kevin Smith, Master of the View Askewniverse, lasse ich mich gerne knechten. Schade nur, dass er nach diesem Abschluss jetzt vielleicht eher an "Jersey Girl" anknüpfen muss, denn sein Hauptwerk ist nun dicht verschlossen. Aber vielleicht gibt es ja noch eine Prequel-Trilogie. Ich freue mich auf "Clerks X minus 3: The Phantom Menace".



"They Still Don't Like You. In Fact, They Like You Even Less."

Der Kontrast wurde sehr hart gewählt, wodurch dunklen Bildanteile häuft verschluckt werden. Helle Flächen wirken etwas steil, dafür wird Schwarz sehr satt dargestellt. Die Farben wirken ebenfalls schön kräftig, bleiben aber weitgehend natürlich. Das Schärfeverhalten stellt sich als angenehm heraus und auch wenn die Detailschärfe nicht durchweg gelungen ist, so überzeugt der Transfer mit sauberen Konturen und gelingt selbst in Totalen noch angenehm detailliert, was man sehr schön in den Gesichtern der Protagonisten sieht. Leider zeigt sich deutliches Blockrauschen im Hintergrund, was vor allem auf homogenen Flächen auszumachen ist und auch die Kompression macht hin und wieder auf sich aufmerksam. Dafür ist der Transfer frei von Defekten.
Die Soundabmischung bleibt sehr frontlastig, erscheint in den nötigen Szenen aber durchaus weiträumig genug, um etwas Raumklang zu erzeugen. Hierzu benötigt man etwas Score und dezente Umgebungsgeräusche, wobei sich diese wirklich auf ein Minimum beschränken. Dafür überzeugt der Frontbereich mit einer sehr sauberen und stets klar verständlichen Dialogwiedergabe und man erzeugt einen stimmigen Stereomix, bei dem der Subwoofer hin und wieder für etwas Nachdruck sorgt. Der englische Mix ist allein wegen den genialen Dialogen schon Gold wert und klingt eine Spur natürlicher, ohne dabei wirklich mehr Räumlichkeit zu bieten. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Beim Bonusmaterial und Ausstattung der DVD hätte man sich ruhig mehr Mühe geben können. Zum einen schafft man es mal wieder nicht, das DVD-Menü zu animieren und anamorph zu codieren, und zum anderen wurden die mageren Extras nicht einmal deutsch untertitelt. Dabei wurde so gut wie nichts von der US-Disc übernommen und lediglich drei kleine Einleitungen zum Film, zu dem "Hinter den Kulissen"-Featurette und zu den geschnittenen Szenen gibt es zu bewundern, sowie eine Trailerhow, der Trailer zum Film, die besagten 36 Minuten an "Geschnittenen Szenen" und 28 Minuten an "Behind the Scenes"-Material, welches uns einen schönen Einblick in die Dreharbeiten gewährt. Löblich ist es aber, dass der Audiokommentar mit Cast & Crew hier enthalten ist, obwohl er nicht auf dem Cover angegeben wurde. Wer allerdings kein Englisch kann, wird ein Problem haben, denn deutsche Untertitel gibt es auch hier nicht. Eigentlich schade, denn der Kommentar ist verdammt interessant und witzig zugleich, ohne Untertitel aber auch sehr schwer zu verstehen.
Das ist alles aber dennoch etwas enttäuschend, vor allem wenn wir einen Blick auf die anderen Veröffentlichungen im Ausland werfen, welche u.a. eine 90minütige Doku enthalten und insgesamt gleich 3 Audiokommentare. Und auf eine High Definition-Veröffentlichung werden wir in Deutschland sicherlich gänzlich verzichten müssen.
Wem es aber nur um den Film geht, der greift ohne zu zögern zur deutschen DVD und wird "Clerks 2" so richtig abfeiern können. Alle anderen greifen zum vollen Programm aus den USA, denn dort gibt es "Clerks 2" als Doppel-DVD und Doppel-HD DVD mit über sechs Stunden an Zusatzmaterial ...


Film++++++
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++/---


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