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CAN 2007
Originaltitel:Manufacturing Dissent: Uncovering Michael Moore
Alternativtitel:Manufacturing Dissent - Uncovering Michael Moore
Länge:74:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Rick Caine, Debbie Melnyk
Buch:Rick Caine, Debbie Melnyk
Kamera:Rick Caine
Musik:Michael White
Darsteller:Rick Caine, Noam Chomsky, Mark Dowie, Janeane Garofalo, Richard Gere, Ben Hamper, Christopher Hitchens, Harlan Jacobson, Albert Maysles, Michael Moore, Errol Morris, Ralph Nader, Quentin Tarantino, Susan Sarandon, Harvey Weinstein, Rosanne, Mick Jagger
Vertrieb:Sunfilm / Tiberius Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (nur dt.), DTS 5.1 (nur dt.), Dolby Digital 2.0 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.11.2007 (Verleih) / 09.11.2007 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (1:33 Min.)
  • Englischer Trailer (1:31 Min.)
  • Diskussion über Michael Moore (7:17 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Deleted Scenes 01 (1:22 Min.)
    • Deleted Scenes 02 (1:21 Min.)
    • Deleted Scenes 03 (0:43 Min.)
    • Deleted Scenes 04 (1:09 Min.)
    • Deleted Scenes 05 (2:11 Min.)
    • Deleted Scenes 06 (1:20 Min.)
    • Deleted Scenes 07 (0:42 Min.)
    • Deleted Scenes 08 (2:01 Min.)
    • Deleted Scenes 09 (0:44 Min.)
    • Deleted Scenes 10 (2:49 Min.)
    • Deleted Scenes 11 (3:18 Min.)
  • Trailershow:
    • The Night Listener (2:28 Min.)
    • Liebe ist Nervensache (2:17 Min.)
    • Venus und Apoll (1:36 Min.)
    • Die Geschichte vom weinenden Kamel (2:16 Min.)
    • Darwins Alptraum (1:57 Min.)
    • First Descent (2:12 Min.)
    • 12 Tangos (1:48 Min.)
    • Die wilden Siebziger (1:31 Min.)
    • Hinterm Mond gleich links (1:49 Min.)
Michael Moores Filme sind revolutionär: "Bowling For Columbine" brachte ihm einen Oscar ein und mit "Fahrenheit 9/11" versuchte er den amerikanischen Präsidenten zu stürzen. Doch die Person hinter den Kulissen ist bisher ein Rätsel geblieben. "Manufacturing Dissens" bietet nun erstmals Einblick in Leben und Arbeit eines der genialsten und gefürchtetsten Filmemachers unserer Zeit - mit brisanten Fakten und spannenden Hintergründen zu einer kontroversen Person. Hier wird der Enthüller enthüllt - mit brisanten Fakten und spannenden Hintergründen zu einer kontroversen Person.
"Gehasst, verdammt, vergöttert ...?"

Egal wie man zum Pseudo-Journalismus und der starken Polemik eines Michael Moore stehen mag, doch seine Filme sorgten stets für viel Gesprächsstoff, hatten gute Denkansätze und wurden mitunter von seinen Gegnern als Lügen und Tatsachenverdrehung abgestellt.
In "Manufacturing Dissent" versuchen Rick Caine und Debbie Melnyk eine Dokumentation über einen von ihnen wertgeschätzten Mann zu drehen, scheitern aber allein schon daran, dass sie keinen Termin für ein Interview bekommen und ihm verzweifelt hinterherreisen. Dabei werden "Tatsachen" aufgedeckt, die den Kanadier nicht gefallen werden. Man versuchte aus seinem näheren Umfeld Meinungen einzufangen, welche überwiegend negativer Natur sind. Hier wird von Tatsachenverdrehung und Faktenfälschung gesprochen. Sein Debüt "Roger & Me" steht dabei im Fokus hitziger Debatten und auch bei seinen späteren Werken stellt sich heraus, dass er oftmals die Tatsachen komplett verdreht, zu Gunsten seines Films zurechtschnitt und manipulierte. So z.B. bei "Bowling for Columbine", als er augenscheinlich ein Konto bei einer Bank eröffnet und direkt eine Waffe bekommt. Er stellt es so dar, als hätte die Bank Waffen direkt im Tresor lagernd, doch die ganzen Vorgespräche und laut Bankangestellte wirkliche Tatsachen wurden nicht gezeigt. Aus einer anfänglichen wohlgesonnenen Doku wird eine Hetzjagd in bester Michael Moore-Manier und die beiden Regisseure unterscheiden sich hierbei nicht von ihrem großen Vorbild. Ganz im Gegenteil, sie verstehen es, die Suppe genauso zu kochen, dass alles nach Fakten aussieht, nur dass diesmal der Anprangerer selbst am Pranger steht.



Moore scheint paranoid zu sein, er kann mit Kritik nicht umgehen, wie es einige Interviewschnippsel belegen. Immer wenn das Filmteam auftaucht, werden sie entweder des Raumes verwiesen oder dürfen sich bei einer öffentlichen Debatte nicht einmal ans Mischpult ankabeln, um als Presse an der Veranstaltung teilzunehmen. Man bekommt das Gefühl als hätte Moore etwas zu verbergen und immer dann, wenn Debbie Melnyk die Möglichkeit bekommt, um nach einen Interview zu fragen, wird sie von Moore mit fadenscheinigen Ausreden vetröstet. Doch die selbe Polemik, die Moore in seinen Filmen zur Schau stellt, muss man auch "Manufacturing Dissent" ankreiden, denn die Wahrheit liegt wohl zwischen den beiden gegensetzlichen Seiten. Sicherlich sollte man sich nicht von Politikern und deren vorgefertigten Pressemitteilungen aus der Konserve beeinflussen lassen, aber auch Moores Dokus mit Vorsicht zu genießen und sollten genauso wenig wie "Manufacturing Dissent" unreflektiert aufgenommen werden. Die Dokus sind Appetithäppchen und den tatsächliche Wahrheitsgehalt kennen nur die Macher und die direkt Betroffenen. Doch geht es Moore wirklich darum, die nackte Wahrheit zu zeigen?
In der Doku sagt er auch, dass man als Filmemacher etwas nachhelfen muss und auch wenn nur fünfzig Prozent in seinen Film wirklichen Tatsachen entsprechen, so hat er uns allen den Weg geebnet auf einer durchaus schwammigen Basis Diskussionen zu führen und vielleicht den einen oder anderen Misstände zu erkennen und zu bekämpfen. Selbst wenn es nur ein kleiner Seufzer ist, man fängt an, Dinge zu hinterfragen und nicht ständig alles zu schlucken, was man uns als Fakten suggerieren will. Sicherlich ist es nicht die feine Art, dies durch Manipulation zu erreichen, doch vielleicht wird man anders nicht mehr gehört. Unter diesem Überlegungen kann "Manufacturing Dissent" auch als Film zweier gekränkter Egos bezeichnet werden. Wissen wir genau, warum einige Personen bei Veranstaltungen von Moore nicht gern gesehen werden? Mit Sicherheit wollte man Moore nicht an den Pranger stellen, zumindest nicht absichtlich. Wenn wir den Machern von "Manufacturing Dissent" uneingeschränkt glauben schenken dürfen und Moore wirklich so paranoid, arrogant und überheblich ist wie gezeigt, so zeigt die Dokumentation doch auch, dass er intelligent vorgeht und genau weiß, wie er polarisieren kann und auf sich und seine Botschaft aufmerksam macht, ohne dabei jemanden wirklich zu verletzen. Wobei das Interview mit dem gebrechlichen Charlton Heston und Moores feiste Beschuldigungen schon fast als Psychoterror dargelegt werden könnten, doch so ist er nun mal.



Auch wenn es sich bei "Manufacturing Dissent" um eine Dokumentation handelt, deren Bildqualität aufgrund der unterschiedlichen Bildmaterialien erheblich schwankt, bleibt der Transfer nur mittelmäßig. Zumindest liegt er im anamorphen Bildformat von 1,78:1 vor und nicht wie auf dem Cover angegeben in 1:33:1. Sehr oft sehen wir schlechte Amateuraufnahmen, verwackelte Kamera und unscharfe Einstellungen, sowie Archivmaterial mit ebenso starken Bildschwankungen. Wer allerdings hofft, dass die neuen Aufnahmen der beiden Regisseure besser sind, wird schnell enttäuscht sein. Auch hier wird das Bild nicht wirklich gut. In Anbetracht der Tatsache, dass es eine Doku ist, ist das vielleicht nicht einmal so schlimm, doch der Transfer wirkt sehr unscharf und verwaschen. Zudem arbeitet die Kompression nicht so sauber wie man es eigentlich erwarten könnte. Da haben wir schon deutlich besseres gesehen. Es bleibt zwar anschaubar, doch weit hinter dem zurück, was ich von einer aktuellen Produktion erwarte.
Der Soundtrack liegt einmal mit deutschen Voice-Over in DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 sowie im englischen Original in Dolby Digital 2.0 vor. Ich brauche vermutlich nicht erwähnen, dass der 5.1-Mix schon unnötig ist und die DTS-Spur ein Witz darstellt. Wir reden hier über eine Dokumentation und nicht über einen Actionfilm. Die Dialoge des Voice-Over kommen sauber aus dem Center und es wird eine solide Stereofront geboten, mehr aber auch nicht. Die Rears bleiben meist stumm, Räumlichkeit wird nicht erzeugt. Der englische Stereo-Mix unterscheidet sich nicht vom deutschen Pendant und es lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Im Bonusmaterial gibt es noch eine 7minütige, recht interessante Diskussionsrunde über Michael Moore mit deutschen Untertiteln, 12 sehenswerte Deleted Scenes, den deutschen und englischen Trailer, sowie eine Sunfilm-Trailershow. Wer die Filme des Michael Moore gesehen hat, sollte "Manufacturing Dissent" nicht verpassen. Es bleiben viele Fragen offen und ein bitterer Nachgeschmack bleibt ebenfalls bestehen, doch sehenswert ist der Film allemal. Die DVD macht einen soliden Eindruck, wobei vor allem bildtechnisch genügend Potenzial zur Verbesserung vorhanden ist.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++/---


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