Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
D, IT, ESP 1970
Originaltitel:¡Vamos a matar, compañeros!
Alternativtitel:Laßt uns töten, Companeros
aka. Zwei Compañeros
aka. Drei Companeros räumen auf
aka. Compañeros, Los
Länge:120:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sergio Corbucci
Buch:Sergio Corbucci, Massimo De Rita, Fritz Ebert, José Frade, Arduino Maiuri
Kamera:Alejandro Ulloa
Musik:Ennio Morricone
SFX:-
Darsteller:Franco Nero, Tomas Milian, Jack Palance, Fernando Rey, Iris Berben, José Bódalo, Eduardo Fajardo, Karin Schubert, Gino Pernice, Álvaro de Luna, Jesús Fernández, Claudio Scarchilli, Lorenzo Robledo, Giovanni Petrucci
Vertrieb:Starlight Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für nicht synchronisierte Szenen
Verpackung:DigiPack im Pappschuber
DVD-Start:21.10.2005 (Kauf)
Specials:
Disc 1: "Zwei Companeros"
  • Trailer dt. (2:41 Min.)
  • Trailer engl. (2:26 Min.)
  • Artwork-Galerie (14 Bilder)
  • Kinoaushangfotos (11 Bilder)
  • Fotoroman (12 Bilder)
  • Filmografien:
    • Franco Nero (13 Seiten)
    • Tomas Milian (10 Seiten)
    • Jack Palance (10 Seiten)
    • Iris Berben (8 Seiten)
    • Sergio Corbucci (5 Seiten)
  • Super 8-Fassung:
    • Teil 1 (15:48 Min.)
    • Teil 2 (15:48 Min.)
    • Teil 3 (15:48 Min.)
  • Interviews mit Cast & Crew (17:01 Min.)
  • Weitere Highlights:
    • Cover Up (1:55 Min.)
    • Made Of Steel (2:13 Min.)
    • Car Napping (3:08 Min.)
    • Kurt & Courtney (2:07 Min.)
    • Daniel, der Zauberer (1:19 Min.)
    • Hatschipuh (1:49 Min.)
    • Walhalla (3:13 Min.)
    • Cyber Tracker (2:22 Min.)
Disc 2: "Lasst uns töten, Companeros"
  • Deleted Scenes (0:36 Min.)
  • Trailer (2:39 Min.)
  • Originale Titelsequenz (0:58 Min.)
"Der Schwede" will mit "dem Basken" den in einem amerikanischen Gefängnis einsitzenden Revolutionsführer Professor Xantos befreien, denn dieser kennt als einziger die Kombination des Safes mit dem Geld für die große Revolution. Dass dies nicht so einfach gelingt, ist auch ein Verdienst der "Holzhand", der alles daran setzt, selbst an das Geld zu kommen. Die wilde Jagd quer durch Mexiko beginnt ...
Genau zwei Jahre nach Interner Link"Mercenario - Der Gefürchtete" blies Regisseur Sergio Corbucci noch mal ins selbe Horn. Das Änderungen unterworfene Genre brachte kaum noch ernst gemeinte Beiträge hervor, Corbucci selbst hatte mit "Leichen pflastern seinen Weg" seinen letzten nihilistisch-bitteren Western gedreht und ging zwangsläufig mit der Zeit. Ob ihm tatsächlich nur daran gelegen war mit "Lasst uns töten, Companeros" das Erfolgsrezept noch einmal aufzubereiten, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Fakt ist aber, dass uns der Film zum ersten und leider auch einzigen Mal die beiden Italowestern-Giganten Franco Nero (Interner Link"Django", Interner Link"Keoma") und Tomas Milian (Interner Link"Der Gehetzte der Sierra Madre", Interner Link"Von Angesicht zu Angesicht") zusammen in einem Film bescherte und die Ähnlichkeit zu "Mercenario - Der Gefürchtete", nicht nur in Bezug auf die Besetzung sondern auch hinsichtlich der Story um die mexikanische Revolution offensichtlich und höchstwahrscheinlich nicht zufällig sind.


Ein Statement zur Politik und Gesellschaft ist Corbucci, der hier wieder selbst am Drehbuch mitschrieb, jedenfalls nicht mehr ganz so wichtig. Seine Auseinandersetzung mit der Revolution, mit angeblichen Reformern, verbohrten Pazifisten und skrupellosen Ausbeutern, die die Schätze ihres Landes verhökern, ist dafür allgegenwärtig. Die Patentlösung hat niemand parat, denn es ist einfacher sich die Schwächen und Irrtümer anderer zunutze zu machen. Nur gut und nur böse funktioniert nicht. Man muss die passende Mischung zwischen Friedfertigkeit und Durchsetzungsvermögen finden. Das gilt damals wie heute.


Diese politischen Wirren, die sich hier schon in einer sehr späten Phase des Wilden Westens abspielen, sind der ideale Nährboden für den schwedischen Waffenhändler Yodlaf Peterson (Nero), der an den ständigen Anruhen und den ausbeutenden, sich als Revoluzzer ausgebenden Banditen ein goldenes Näslein verdient und deshalb auch gleich mit einem ganzen Waggon, vollgepackt mit Waffen, Munition und Sprengstoff von Amerika rüberreist. Sein treuer, nur leider auch feige Kunde General Mongo (José Bódalo, "Django", "Von Django - Mit den besten Empfehlungen") steckt allerdings gerade in finanziellen Engpässen, da er einen, so gibt er jedenfalls vor, reichhaltig gefüllten Panzerschrank nicht knacken kann und vom Bankdirektor bis zum Kassierer alle Kenner der Kombination abgeknallt hat. Der Einzige, der jetzt noch weiterhelfen könnte, wäre der oppositionelle Professor Xantos (Fernando Rey, Interner Link"The French Connection", "1492: Conquest of Paradise"), ein überzeugter Pazifist, der zurzeit in Ford Yuma gefangen gehalten wird. Da der Schwede als einziger ungehindert die Grenze passieren kann und er sich einen fürstlichen Anteil aus dem Tresor aushandelt, zieht er mit dem misstrauischen wie naiven Basken (Milian), einem Vertrauten Mongos, an seiner Seite los, um Xantos zu befreien.


Auch wenn es die deutsche Synchronisation mal wieder sehr gut mit uns meinte und einige Kalauer dazudichtet, die ursprünglich mit Sicherheit so nicht vorgesehen waren, so ist "Lasst uns töten, Companeros" ein sehr amüsanter Spaßwestern, dem eben die Originalität fehlt. Sogar Jack Palance (Interner Link"Halleluja ... Amigo", "City Slickers") kehrt in nahezu der selben Rolle als schmieriger, einhändiger, unsympathischer Killer zurück. "Mercenario - Der Gefürchtete" scheint hier nahezu omnipräsent.
Dieses Recycling schlägt allerdings weniger negativ als erwartet zu Buche, obwohl Corbucci wesentlich oberflächlicher als früher arbeitet. Denn Franco Nero und Tomas Milian sind in bestechender Form, spielen sich die Bälle zu und tricksen sich aus, dass es eine wahre Freude ist, dem witzigen Treiben zuzuschauen. Nero ist überheblich, manipulativ, hinterlistig, stets um seinen finanziellen Vorteil bedacht und denkt einen Schritt weiter, während Milian mit Bauernschläue punktet. Die beiden schenken sich nichts, geben sich beleidigende Spitznamen, müssen sich immer wieder gegenseitig aus der Patsche helfen und genießen es sichtlich den anderen in der Klemme zu sehen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt punktgenau, was dem Film einige Sympathien einbringt. Übrigens sammelt an deren Seite eine noch ganz junge Iris Berben frühe Filmerfahrungen.


Darüber hinaus geizt Corbucci nicht mit Reminiszenzen und Insidergags, die vornehmlich Franco Nero zustehen. Vor allem wer sich "Django" noch einmal vor Augen führt, wird von der Konstellation Nero - Bódalo, dem Einsatz eines Sarges (Milian in Django-Pose!) und dem ausführlichen Bleihagel eines Maschinengewehrs einiges entdecken können. Yodlafs Anreißen eines Streichholzes im Nasenloch eines Unglücklichen weist beispielsweise direkt auf "Mercenario - Der Gefürchtete" hin, wo Nero das ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit zelebrierte.


Stilvoll und pointiert, gleich eines Buddy-Duos, das dank Bud Spencer und Terence Hills Erfolgshits wenig später immer breitere Akzeptanz innerhalb des Italowesterns fand, kalauern sich die beiden zielstrebig nach Ford Yuma, klauen den Professor und flüchten nach Mexiko ohne Rücksicht auf Verluste. Vor allem der impulsiv handelnde Baske, der auch mal ein Fotoshooting in ein Blutbad verwandelt, treibt den Bodycount in ungeahnte Höhen. Von Running Gags (ein Brüller: die ständige Fragerei nach dem Zweck des geschenkten Dollars) über Zugentführungen (nachdem sie von Revoluzzern ausgeraubt wurden) und geschickten Verkleidungen (Beide versuchen als Mönche verkleidet mit dem Professor im Sarg die Grenze zu überqueren) gilt es für das ungleiche Duo eine irrwitzige Situation nach der nächsten zu überstehen. An Kreativität mangelt es den Film zumindest in diesem Punkt gewiss nicht, zumal die kalauernde Synchronisation, die mir ziemlich gut, weil passend gefällt, ihren Teil beiträgt.


Die Einsicht für die beiden nicht gerade aus Tugendhaftigkeit handelnden Protagonisten erfolgt spät, aber gerade noch rechtzeitig, um fast schon vergessene Verfolger auszuschalten und sich der Sache selbst zu verschreiben, auch wenn sie dazu dann etwas brauchen und zusätzlich ein Blutbad benötigt wird, indem besonders Franco Nero gewohnt rabiat zur Sache geht und Corbucci dann das Kunstblut auspackt, um ein zwar tragisches, für die beiden jedoch versöhnliches Ende einzuleiten.

Inszenatorisch kann man ihm dann auch keinen Vorwurf machen. Von verheerenden Explosionen über teure Sets und der Eisenbahn hat "Lasst uns töten, Companeros" diverse Schauwerte gepachtet. Zu Ennio Morricones hier zwar nur durchschnittlich motivierter, aber eben immer noch Qualität definierender Arbeit muss eigentlich auch kein weiteres Wort verloren werden. Erneut überraschen tut lediglich der wandelbare Corbucci mit seinem Feingefühl für Situationskomik und Humor. Davon profitieren das sich nichts schenkende Traumduo Nero/Milian nämlich enorm.


Letztlich war für alle Beteiligten, ob vor oder hinter der Kamera, klar, dass der einstige Italowestern mit seiner Ernsthaftigkeit, dem Zynismus und den klassischen Motiven von Rache und Gier sich nicht zuletzt dank Italiens Fließbandproduktion überlebt hatte und zur Parodie freigegeben wurde. Auch Sergio Corbucci hatte die Vorzeichen der Übersättigung erkannt und besann sich darauf mit zwei Legenden eben auf die Veränderungen richtig zu reagieren. "Lasst uns töten, Companeros" ist mit Sicherheit nicht sein bester Western, doch auch bei ihm nahm von da an die Qualität der Filme ab, was kein Grund sein soll diesen nun zu verdammen.
So wenig einfallsreich das Drehbuch auch war, Corbucci schaffte es seine prima aufgelegten Halunken Franco Nero und Tomas Milian so zu instruieren, dass der Zuschauer dank ihrer Wortgefechte, witzigen Einfälle und nicht zuletzt dem stets mit einem Augenzwinkern versehenen Vorgehen prächtig amüsiert. Die Episodenhaftigkeit der Geschichte und ein kaum existierender Spannungsbogen sind zwar stets präsent, fallen so aber nicht mehr so negativ ins Gewicht.


Das Label Starlight mausert sich langsam mit einigen überzeugenden Umsetzungen von Klassikern, denn für "Lasst uns töten, Companeros" ist eine sehr gelungene Restaurationsarbeit erkennbar, zumindest für die erste Disc unter dem Titel "Zwei Companeros". Das Originalformat liegt vor und zwar in einer äußerst sauberen Form, die nur sehr selten mal einen kleinen Laufstreifen zu erkennen gibt. Zudem wurde das Rauschen mal auf die richtige Art und Weise bekämpft, den Schärfeeinbußen sind trotz einiger Szenen mit etwas stockendem Rauschen nicht wahrzunehmen. Die Körnung ist immer noch präsent, nur etwas zähflüssiger. Für eine Produktion des Jahres 1970 ist zudem der Detailgrad erfreulich hoch und sinkt auch nur in wenigen Szenen, beispielsweise in schnellen Bewegungen etwas ab. Das ist vielleicht der einzige deutliche Makel dieser sonst gut produzierten DVD, denn eine solche Plastizität ist man aus dieser Zeit sonst nicht gewohnt. Auch die Farben erstrahlen nun in schönsten Western-Tönen. Lediglich wenige Aufnahmen machen da eine Ausnahme, aber das stört niemals. Auch die Kompression bleibt angenehm im Hintergrund, kann aber in einigen schwierigen Szenen (z.B. der Keilerei im Wasser) nicht ganz mithalten. Nichtsdestotrotz wäre dem Status dieses Klassikers mehr als nur Genüge getan.
Die Kalauersynchro unter dem Titel "Lasst uns töten, Companeros" ist da schon ernüchternder, weil hier scheinbar ein Kinomaster oder ähnliches genutzt wurde. Sicherlich kann man dem Material nicht das Prädikat "verschlissen" oder gar "schlecht" anhaften, aber im Vergleich zur ersten DVD verliert es klar. Die Farben sind weniger gut herausgearbeitet, die Schärfe im Mittel deutlich schlechter und das Bildrauschen ist eher ein dezentes Pumpen. Am besten erkennt man das Alter wohl an der Tatsache, dass in Szenenübergänge immer mal wieder kurze Sprünge auftreten und der Kontrast das Bild insgesamt etwas dunkler erscheinen lässt. Zum Anschauen ist es aber ganz bestimmt nicht zu schlecht, auch wenn es "nur" 3 Punkte wert ist.


Auch beim Ton gibt es keine Schwierigkeiten. denn die knackige deutsche Tonspur ist charakteristisch für den italienischen Western. Die kernigen Stimmen enthalten nicht zu viel Verzerrungen und sind gut verständlich. Selbiges gilt für den gut erhaltenen, englischsprachigen Originalton. Selbst Rauschen macht sich nicht breit und lästiges Zischeln bleibt außen vor. Nur wenige Szenen sind nicht ins Deutsche übersetzt worden, besitzen dafür aber deutsche Untertitel. Da diese Stellen äußerst selten auftreten, ist es auch nicht unbedingt nötig, sie zu vermerken.
Die ältere Synchro auf DVD 2 klingt wegen dem leicht brummigen Unterton, den man nur sehr seicht vernimmt, auch ein wenig älter. Außerdem sind leichte Zischgeräusche präsent und einige Szenen lassen Auslöschungen verlauten. Alles halb so schlimm. Da es sich hierbei um eine spezielle deutsche Fassung handelt, gibt es natürlich nur einen deutschsprachigen Ton.


An Bildmaterial mangelt es der ersten DVD nicht, die mit schönen Fotos aus allen Bereichen aufwarten kann. Neben Trailern und völlig unnötigen Filmografien sind auch die drei Super 8-Rollen digitalisiert wurden, die mit so schönen Untertiteln wie "Seine Rechte stoppt den Bartwuchs" aufwarten. Das Making Of der Anchor Bay-DVD hat in deutsch untertitelter Form auch seinen Weg auf die DVD gefunden. Franco Nero und Tomas Milian werden in aktuellen Interviews gezeigt und erinnern sich an die damaligen Drehs. Danach leckt sich natürlich jeder Italo-Fan die Finger.
Auf DVD 2, der die alte gekürzte Fassung des Films in schlechterer Qualität enthält, sind ein Vergleich der gekürzten und ungekürzten Fassung und ein Trailer anwählbar, den man bereits von der ersten DVD her kennt.


Enorm witziger und unterhaltsamer Italowesternspaß von Sergio Corbucci mit dem Traumduo Franco Nero / Tomas Milian, das sichtlich Spaß daran hat endlich zusammen agieren zu dürfen, nachdem sie über Jahre hinweg das Genre mit dominiert hatten. Die Parallelen zu "Mercenario - Der Gefürchtete", vor allem bezüglich der Charaktere, sind zwar offensichtlich, trüben die Unterhaltung aber nicht im geringsten. Als politisch motiviert hingegen kann man "Lasst uns töten, Companeros" hingegen nur noch tertiär bezeichnen, doch die Zeit hatte der Italowestern damals auch bereits hinter sich. So heißt es hier zurücklehnen und dem streitbaren, gänzlich ungleichen Duo, das soviel Wortwitz transportiert und durch unmögliche Situationen manövriert, beiwohnen auf das kein Auge trocken bleibt. Aufgrund der sich um das Genre verdient gemacht habenden Namen, dem hohen Unterhaltungswert und Liebhaberbonus letztlich dann ein guter Beitrag, obwohl rein von der Oberflächlichkeit, damit einhergehender, fehlender Substanz und hinsichtlich "Mercenario - Der Gefürchtete" unübersehbarer Ideenlosigkeit einiges im Argen liegt. Fun, not more.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+/----
Bonus++/---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.