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HK 2006
Originaltitel:Hak se wui yi wo wai kwai
Alternativtitel:Harmony Is a Virtue
aka. Triad Election
Länge:88:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Johnnie To
Buch:Nai-Hoi Yau, Tin-Shing Yip
Kamera:Siu-keung Cheng
Musik:Robert Ellis-Geiger
SFX:Stephen Ma
Darsteller:Simon Yam, Louis Koo, Wong Tin Lam, Gordon Lam Ka-Tung, Nick Cheung Ka Fai, Mark Cheng, Eddie Cheung, Lam Suet, Andy On, Tam Ping Man, Cherrie Ying, You Yong
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:08.10.2007 (Verleih) / 06.12.2007 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (2:08 Min.)
  • Originaltrailer (2:08 Min.)
  • Making of (7:06 Min.)
  • Interview mit Simon Yam und Johnnie To (10:37 Min.)
  • Bio- und Filmografien:
    • Johnnie To
    • Simon Yam
    • Louis Koo
    • Nick Cheung
  • Trailershow:
    • Election (0:53 Min.)
    • Silmido (2:17 Min.)
    • Art of the Devil (2:05 Min.)
    • Lady Vengeance (1:52 Min.)
    • Kunpan (2:51 Min.)
    • Fulltime Killer (1:32 Min.)
    • Running out of Time II (2:03 Min.)
    • New Police Story (1:57 Min.)
Die Mitglieder der Wong Sing Triade haben sich über die letzten zwei Jahre fett gefressen. Ihre Brieftaschen sind so dick wie schon lange nicht mehr. Das haben sie vor allem ihrem Boss, Lok, zu verdanken. Nun stehen wieder Wahlen an. Kandidaten für den Posten gibt es wenige und nur Jimmy, der über die letzten Jahre mit Raubkopien eine Menge Geld erwirtschaften konnte, scheint der richtige Mann für das Amt zu sein. Doch der ist nicht interessiert. Ihm geht es ums Geschäft und in die Angelegenheiten der Triaden möchte er sich nicht einmischen. So beginnt Lok sich in den Gedanken für weitere zwei Jahre dieses Amt auszufüllen zu verlieben und entscheidet sich, entgegen der Tradition, erneut zu kandidieren. Hongkongs Polizei, die in Jimmy einen geringeren Gefahrenherd als in Lok sieht, verspricht ihm, für den Fall, dass er der neue Anführer Hongkongs Unterwelt werden sollte, seinen Handelsgeschäften nicht in die Quere zu kommen und diese sogar zu unterstützen - der erste Schritt zu einem erbitterten "Wahlkampf", den der Verlierer mit dem Leben bezahlt.
Der Vorgänger Interner Link"Election" wurde schon weitgehend positiv aufgenommen; aber lange nicht mit den Begeisterungsstürmen überrollt, die noch Johnnie Tos ehedemen Arbeiten Interner Link"The Mission", Interner Link"Running Out of Time" oder Interner Link"A Hero never Dies" entgegenschwappten. Sowieso hat sich mit Interner Link"PTU" und "Breaking News" einiges getan; der vorher einhellige Lobestenor verschwand und machte vermehrter Kritik Platz. Es wurde halt nicht mehr automatisch das allumfeierte Meisterwerk abgeliefert, sondern "nur" noch ein ziemlich guter Film. Ein Abstieg, zumindest in den Augen derjenigen, die vorher zu verwöhnt wurden. "Election" hatte das Problem, dass er mörderisch gut aussah - was für die Produktionen des Filmemachers To generell gilt - aber Inhaltlich nicht mehr mitgehalten hat. Er konzentrierte sich auf das rein symbolische Element der Hatz nach dem Statussymbol des Dragon Head Batons, welcher metaphorisch für den Machtkampf in der Wo Sing Society durch viele Hände ging.


Nun war das nicht unspannend, sondern schon abwechslungsreich, für den Moment sogar interessant, visuell sehr gut gefilmt; aber es ergab sich nichts daraus. Der ganze Film bestand anscheinend nur aus dem kurzen Abschnitt der Jagd quer durchs Land nach dem Baton; war fast wie "Die Zwölf Stühle", nur im Triadengenre und hatte deswegen auch nicht so sonderlich viel auszusagen. Charaktere blieben unter der Oberfläche, weil sie nur handelten, aber nicht erklärt wurden, noch nicht einmal auf die Motive konnte man sich einigen. Jeder beschiss jeden, aber letztlich wollten alle das Gleiche erreichen und hätten in einer Zusammenarbeit es auch viel schneller erreicht. Standen sich ja nur selber im Weg und der Zuschauer deswegen letzten Endes auch mit leeren Händen da. Hätte man damals gewusst, dass sich ein Jahr darauf die Fortsetzung anschließt, hätte man den Film auch sicherlich als das betrachtet, was er ist: der Prolog. Nun geht es los. Dort wo es aufgehört hat.


Zwei Jahre sind vergangen, die nächste Wahl zum Chairman der Society steht an. Der Punkt, an dem sich die Interessen und Absichten der Mitglieder kreuzen und entweder miteinander vermischen oder gegeneinander konkurrieren. Lin Lok (Simon Yam) darf nicht mehr gewählt werden, weil es sonst die Tradition brechen würde. Kun (Gordon Lam)) bewirbt sich, fragt auch nach Unterstützung, bekommt aber keine. Jimmy Lee (Louis Koo) will nicht, da er offizielle, legale Geschäfte in China anstrebt, Businessmann statt Gangster sein will und keine Aufmerksamkeit von Seiten der Polizei braucht. Jet (Nick Cheung) ist zwar die rechte Hand von Lok, aber agiert nur im Verborgenen und darf dort auch nur die Drecksarbeit erledigen; sprich die Mordaufträge. Er ist überhaupt nicht auf der Liste; und als er nach einigen "Rücktritten" darauf gelangen soll, weiß niemand mit seinem Namen etwas anzufangen.


Wie im Erstling hat man also das gleiche Thema, nur aus einer anderen, durch die vergangene Zeit erweiterten Sichtweise. Die Umstände sind analog zu den Personen modifiziert. Manche haben sich weiterentwickelt und sind aufgestiegen. Und andere haben ihre Chancen verpasst und sind nicht nur stehengeblieben; sondern sogar noch gesunken, da sie eben gar keinen Fortschritt erreicht haben. Anders als zwei Jahre zuvor arbeitet man nun auch nicht mehr für das gleiche Ziel, Lok zum Chairman zu bringen, sondern will das Ziel selber erreichen; hat im Gegensatz zu früher deswegen auch wirklich Gründe, gegeneinander zu agieren. Und das tut man dann auch. Trotz gemeinsam durchstandender Gefahren ist weder was von Vertrauen und schon gar nicht von Harmonie zu spüren; der Titelzusatz "Harmony is a Virtue" wird zwar angesprochen, aber von keinem beachtet.
Regisseur To beginnt hierbei stärker als im Vorgänger mit einem historischen Hintergrund; die Castangaben verschwinden fast in der Einleitung über die vorangestellten Tugenden und die Philosophie der ursprünglichen Triaden. Man kam von China nach Hong Kong wegen eines besseren Lebens, während Krisen sollte man Verhandlungen anstreben und die Probleme in Gesprächen zu lösen versuchen. Wenn dies misslang, gab es ein Duell; alles abseits der Augen der Obrigkeit.
Davon wird nichts mehr beachtet, der kommerzielle Aspekt steht ebenso im Vordergrund wie Schein über Sein. Eigene Bereicherung durch kriminelle Machenschaften ist wichtiger geworden als einstmals intendierte politische Ziele; die ursprünglichen Geheimbünde haben die Mandschu-Dynastie bekämpft und das Kulturerbe gepflegt. Und die Obrigkeit beobachtet nicht nur, sondern zieht die Fäden.


To konzentriert sich schnell auf das heutige Verhältnis von Macht - Begehren - Widerstand, dass er durch die unterschiedlichen Individuen personifiziert. Dabei schadet es auf gar keinen Fall, die bisherigen Entwicklungen zu kennen; da man zwar nicht ausdrücklich auf bereits Geschehenes verweist, aber schon mit dem Wissen aufbaut, dort viele Tendenzen angefangen hat und die Figuren dadurch hier auch viel plastischer wirken. Außerdem sind die Konstellationen so schneller gesetzt, aus wenigen Dialogen miteinander ergibt sich bereits das logische Konfliktpotential. Der Aufbau der Handlung wird kaum durch neue Personen ergänzt, - die wenn dann auch weniger eine bedeutsame Rolle spielen -; sondern beschränkt sich auf die bisher Eingeführten, die diesmal auch nachvollziehbar gezeichnet sind. Trotzdem ist die Eröffnung des Filmes länger als im wesentlich schnelleren, unterhaltsameren Interner Link"Election". Da man sich hier schon direkt an der Spitze befindet sind die Überlegungen und Aktionen bedeutsamer und bedürfen mehr Betrachung und Reflexion als die kleineren Aufträge, zu denen man vorher befehligt wurde und die dann auch rasches Handeln erforderten. Nun setzt man gewichtigere Dinge in Gang, ist immer nur ein paar Züge vorm Schachmatt. Szenen sind folglich ruhiger, aber deswegen nicht gleich belanglos und fokussieren sich auch stärker auf die Antriebe hinter allem.
Dabei steht Jimmy eindeutig im Mittelpunkt des Ganzen: Er wollte zwar nicht zur Kandidatur antreten, wird aber vom Leiter des Chinese Security Bureaus quasi dazu gezwungen; weil dieser ihm erst dann Geschäfte auf dem Festland erlaubt, wenn er auch mit dem Chairman direkt verhandelt. Und Jimmy will hoch hinaus, sei es über diesem Weg und sei es später noch mit ganz anderen Mitteln. Lok - der insgeheim mit einer zweiten Wahl liebäugelt - und Kun fühlen sich von der späten Bewerbung ausgetrickst, zumal Jimmy nicht nur aufgrund seiner nicht unerheblichen Finanzen die besten Chancen besitzt.


Dabei ist keine einzige Person anwesend, dem der Zuschauer Sympathien entgegenbringen kann; da hierbei jeder sein Ding mit allen möglichen Konsequenzen durchzieht. Und es diesmal auch nicht um ein spielerisches Kesseltreiben um ein Stück Holz geht, sondern im großen Stil um Leben und Tod, wo sich auch die Instrumente und Maßnahmen entsprechend steigern. Der Ausbruch der durch ihre präsente Spürbarkeit lange angekündigten Gewalt findet bei einer aus dem Ruder laufenden Folteraktion statt, in der Jimmy und sein Bodyguard Bo (Mark Cheng) Loks Leute dazu bringen wollen, ein Attentat auf ihren Boss durchzuführen. Nimmt dies zuerst noch skurrile Züge an, so wird schnell in aller Deutlichkeit blutiger Ernst daraus; an deren Ende die anfangs überhaupt nicht kooperativen Handlanger heilfroh sind, dass sie mit dem Leben davonkommen. Und nicht wie das erste Opfer zu Brei geschlagen, zerteilt und durch den Fleischwolf gedreht wurden. Abseits davon verzichtet man in der Regie auf zuviel Anschaulichkeiten hinsichtlich von Exzessen und lässt auch absurde Momente davon sein. Stattdessen begibt man sich auf eine andere, höhere Ebene, bezieht den Staat und seine Regierungs- und Gesetzesvertreter als Beobachtende und Leitende mit ein und fügt der Wahl seine politische Dimension auch außerhalb der Triade mit bei. Die Inszenierung wirkt angesichts dieses Formates angebracht erwachsen und reif. Sehr gezügelt, aber nicht gleichmütig. Behäbig, aber nicht gelassen. Sicherlich hätte man mehr Tempo einbringen können, mehr Druck anlegen. Der Film bezieht seinen Effekt rein aus der Langsamkeit, was beileibe nicht Jedermanns Sache ist. Die Bilder sind wie typisch für To, jedes eine Ansichtskarte für sich, viel Spiel mit (weniger) Licht und (mehr) Schatten, die Akteure dabei immer etwas in der Landschaft zurückgestellt.
Action erfolgt gar keine, dennoch ist am Ende des Filmes nichts mehr so, wie es am Anfang war. Man gibt dem Vorgänger noch nachträglich mehr Bedeutung, da man die Quellen beachtet und die Entwicklungen aufzeigt. Wiederum schaltet man einen Gang zurück und wirkt bleierner. Das Gefüge selber hat sich nicht nur geändert, sondern geradezu horizontal gedreht. Nur Jet läuft immer noch mit blutigem Kopf durch die Straßen von Hong Kong, verfolgt von Kleingangstern.



Der anamorphe Widescreen-Transfer überzeugt von der ersten Minute an mit einer sehr guten Schärfe, welche sich durch eine hervorragende Kantenschärfe und einer guten bis sehr guten Detailwiedergabe auszeichnet, was sich vor allem in Nahaufnahmen durch eine ausgesprochen plastischen Darstellung der Gesichter zeigt. Selbst in Totalen bekommen wir eine überraschend gute Tiefenschärfe geboten und die eingesetzten Rauschfilter arbeiten sehr sauber. Nur selten zeigen sich in Bewegungen leichte Unschärfen. Der Kontrast überzeugt ebenfalls, wirkt stilbedingt aber etwas milchig, wobei der Schwarzwert immer noch ordentliche Ergebnisse abliefert und nur selten ins Gräuliche tendiert. Hinzu kommen satte und kräftige, meist warme Farben, kaum Bildrauschen und eine unauffällig arbeitende Kompression. Selbst Defekte und Verschmutzungen treten hierbei nicht auf. Wirklich sehr schön und eine deutliche Steigerung zum bildtechnisch schon guten ersten Teil.
Auch "Election 2" ist kein Actionfilm, weshalb die Frontkanäle am meisten beansprucht werden und die Rears überwiegend für den Score und dezente Umgebungsgeräusche herhalten müssen. Das klingt dann auch sehr harmonisch und auch wenn beide Tonspuren etwas frontlastig ausfallen, so erzeugt der Score eine angenehme Räumlichkeit. Wenn nötig darf der Subwoofer nochmal etwas Gas geben und in den wenigen Momente, in dem es wirkliche Action zu sehen gibt, werden die Effektkanäle sogar richtig gut mit einbezogen. Der deutsche DTS-Mix klingt "nur" etwas lauter, einzig der O-Ton wirkt klarer und weiträumiger, bietet zudem mehr Kraft und eine höhere Dynamik. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Beim Bonusmaterial ändert sich kaum etwas zum ersten Teil. Obligatorischen Trailer, Filmografien in Form von Texttafeln und ein kurzes Making of, welche zwar einen kleinen, knapp 7 minütigen Einblick hinter die Kulissen gewährt, insgesamt aber wie auch das das 10minütige Interview mit Simon Yam und Johnnie To, sehr werbelastig ausgefallen ist, müssen ausreichen. Zum Schluss gibt es noch acht weitere Trailer aus dem e-m-s-Programm. Darunter befindet sich auch der Trailer zu Interner Link"Election 1".

Technisch gesehen kann "Election 2" auf ganze Linie überzeugen und wer den ersten Teil bereits gesehen hat, sollte hier zugreifen. Die DVD erscheint diesmal leider nicht im Stahlschuber, sondern nur als normales KeepCase, beinhaltet die ungekürzte Fassung des Films und man lies sämtliche Extras deutsch untertiteln. Mehr kann man eigentlich gar nicht mehr wollen, oder?


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++----


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Election 2
Election
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