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NZ 2007
Originaltitel:Black Sheep
Länge:82:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Jonathan King
Buch:Jonathan King
Kamera:Richard Bluck
Musik:Victoria Kelly
SFX:WETA Workshop
Darsteller:Matthew Chamberlain, Tammy Davis, Oliver Driver, Peter Feeney, Glenis Levestam, Danielle Mason, Kevin McTurk, Nathan Meister, Mick Rose, Tandi Wright
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:MetalPak
DVD-Start:22.11.2007 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Audiokommentar mit dem Regisseur
  • Trailershow:
    • Party Monster (2:02 Min.)
    • Smashing Machine (2:14 Min.)
    • Hooligans (1:45 Min.)
    • Shutter (2:22 Min.)
    • Feed (1:23 Min.)
    • Cronicas (1:46 Min.)
    • Five Fingers (1:46 Min.)
    • Renaissance (1:26 Min.)
    • Unknown (2:02 Min.)
    • Honor (1:54 Min.)
Bonus-DVD:
  • Making Of (31:28 Min.)
  • Interviews:
    • Jonathan King (6:56 Min.)
    • Richard Taylor (5:25 Min.)
    • Philippa Campbell (4:59 Min.)
    • Dave Elsey (3:33 Min.)
    • Nathan Meister (4:42 Min.)
    • Danielle Mason (3:10 Min.)
    • Timmy Davis (2:37 Min.)
    • Peter Feeney (3:07 Min.)
    • Glenis Levestam (2:49 Min.)
  • Gelöschte Szenen (4:13 Min.)
  • B-Rolls (8:27 Min.)
  • Blooper Reel (2:33 Min.)
  • Original Trailer:
    • Original Trailer (1:55 Min.)
    • Trailer Deutsch (1:57 Min.)
  • Hidden Feature (0:32 Min.)
Henry Oldfield hat seit Kindheit eine Phobie vor Schafen. Als er nach Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrt um seinen Anteil der elterlichen Farm an seinen Bruder Angus zu verkaufen, ahnt er nicht welche gefährliche Gen-Experimente sein Bruder mit den Schafen treibt. Als dann noch zwei Umweltaktivisten versehentlich ein mutiertes Schaf befreien, nimmt das Unheil seinen Lauf und tausende von Schafen verwandeln sich zu blutrünstigen Killerbestien.
"Get ready for the Violence of the Lambs!"

Ein Creature Feature, dessen Kreaturen gleich in der ersten Szene tumb auf einer Wiese stehen und die Harmlosigkeit in Natur verkörpern, sollte man eigentlich unverzüglich mit dem Attribut "funky" auszeichnen. Im Hinterwald unseres Planeten, wo es so unendlich grün ist, dass man annehmen muss, die Einheimischen wischen sich den Arsch mit Gras ab, hat man diesen Schritt tatsächlich gewagt. Die Neuseeländer betonen ausgerechnet die Phobie, die im Tierhorrorfilm generell ja gar nicht mal so unköniglich regiert. Insbesondere den Spinnen- und Insektenfilm hat das ganz groß gemacht, "Arachnophobia" als Klassenführer an der Speerspitze. Aber Tierphobien mit Tieren zu verknüpfen, die aussehen wie Wolken auf vier Beinen, das ist reichlich merkwürdig - und vielleicht endlich mal wieder die funky Einstellung, die den arg durch Plagiate und Schablonen geschundenen Horrorfilm aus seinem kreativen Loch holt.



Wenn Neuseeland mit seinen heimischen Problemen an die Öffentlichkeit geht und der Welt die negativen Seiten seiner Natur aufzeigt, muss man eigentlich fast damit rechnen, dass das Endresultat in der eigenen Heimat ganz anders aufgenommen wird als im Rest der Welt - und zwar aufgrund persönlicher Erfahrungen der Bevölkerung. Schafe werden die Menschen dort abends sicher nicht zählen; schließlich möchte man gerne einschlafen, und wer Schafe nicht nur aus dem Bilderbuch kennt, sondern aus dem Alltag, der wird wahrscheinlich eher das permanente "Määäääh!" anstatt der Flauschewolle präsent haben. Das wäre vermutlich so, als wenn Großstadtmenschen zum Einschlafen Autos zählen und dabei die Motorgeräusche hören. Lassen wir "Christine" aber mal in Stephen Kings Garage und entwickeln etwas Empathie für den pazifischen Inselstaat. Neuseeland war mit seinen wunderschönen Steilklippen und Freilandwiesen mal ein Ort, den Aliens aufsuchten, um Menschenfleisch zu kosten. Zwanzig Jahre und einen berühmten, dicken, bärtigen Regisseur später hat sich jedoch einiges geändert im Lande. Die Probleme sind nicht mehr länger auf außerirdische Invasoren zurückzuführen, sondern wieder hausgemacht. Der Feind kommt aus dem Inneren, eine fast schon ins Globale transferierbare aktuelle Faustregel, da die Länder aller Welt trotz Globalisierung schon immer mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein scheinen - Benzinpreisen, Gesundheits- und Ökoreformen und High School-Massakern zum Dank.



Vielleicht funktioniert der Funsplatter "Black Sheep" auch deswegen international gesehen so gut. Bei all dem unverkennbar ersichtlichen Flair des Regionalen, der schon Interner Link"Bad Taste" und Interner Link"Braindead" so vergnüglich gemacht hatte - wenn der CO²-Ausstoß furzender Schafe derart betonend als die Ozonschicht belastend angeprangert wird, so ist das ein ironischer Schlag gegen die hitzig geführte Umweltdebatte und ihre Fokussierung auf die Industrienationen: "Hey! Wir Neuseeländer haben zwar nicht so viel Industrie wie ihr, aber unsere Nutztiere machen auch ganz schön Dampf!". Ein ironischer Ruf nach Beachtung, dem man wirklich folgen sollte.
Denn "Black Sheep" macht trotz eines milchbubihaften Hauptdarstellers (der leider etwas zu viel Oliver Pocher-Flair versprüht) und einer erneuten Genmutations-Ausrede ordentlich Feuer unterm Dach. Den Prolog, in dem die Schafsphobie der Hauptfigur ergründet wird, sollte man schnell abhaken und den kompletten Subplot um die Tierexperimente ausblenden, dann ist Freude am Gegenstand garantiert. Die Tierhorror-Groteske steht zwar eindeutig in der Tradition Peter Jacksons, verläuft sich dabei aber zu keiner Zeit in reiner Zitatehuldigung, sondern steht definitiv auf eigenen Beinen. Als sicherlich größte Stärke kann der bemerkenswerte Sinn für Feinheiten herausgestellt werden. Weder ist "Black Sheep" eine überbordende Splatterkanone, noch ein Kalauerwettbewerb, noch eine Reminiszenzenparade. Regisseur Jonathan King muss man anrechnen, dass er immer genau zu wissen scheint, wie er welche Zutaten zu portionieren und wann er sie einzusetzen hat.



"There are 40 million sheep in New Zealand ... and they're pissed off!"

Diese Erkenntnis gibt er an den Rezipienten weiter, der von dem Feingespür profitiert. Im Besonderen gilt dies für den Humor, der über eine ganz eigene, persönliche Note verfügt. In den Animatronik-Spielereien der Special Effects-Schmiede Weta - hier ergeben sich die deutlichsten Parallelen zu Peter Jackson - findet die Komödie ihre drollige Basis. Knabbert ein knautschiges, halb zum Baby entwickeltes Schafsembryo am Ohr eines Hippies, so möchte man auf der Stelle an das unartige "Braindead"-Zombiebaby denken. Läuft ein Mann benebelt mit offengelegtem Rückgrat durch die Gegend, so erinnert man sich an Alienjäger Derek, der mit offener Schädeldecke noch gut seine Arbeit zu verrichten wusste. Weitergedacht schlägt sich das auf die effizienten Dialoge aus; es wird wenig gesprochen (ein Labertaschen-Sidekick fehlt), aber wenn, führt es meist auf eine feinherbe Pointe hinaus, die man am besten mit Tee und Minztäfelchen genießen sollte - auch wenn sich rein inhaltlich das meiste um Tiergedärme, Backwood-Unsitten (auch sodomitischer Art) und kaputte Familien dreht.


Auch Gorehounds werden zwar keinen Blutzoll-Rekordversuch erleben, dafür jedoch sehr geschmackvoll eingesetzte Splattermomente, die auf einer Wiesenaudienz in einem Höhepunkt kulminieren, als eine ganze Schafsherde dahergeblökt kommt, um die "Wiese abzugrasen". Neuheiten sind dabei nicht zu erwarten - ohnehin ist der menschliche Körper vermutlich seit Herschell Gordon Lewis (Interner Link"Gore Gore Girls", Interner Link"2000 Maniacs") schon auf jede erdenkliche Art zersetzt worden. Doch spaßig aufbereitet und teilweise auch ganz schön explizit ist es dennoch - die fehlende Jugendfreigabe kommt nicht von ungefähr. Dass man bei den Schafsattacken neben dem für einen Splatter- und Gorefilm typisch spielerischen Ekelgefühl zudem oft noch Belustigung empfindet, weil die Angreifer so drollig ausschauen, führt den Film bisweilen auch noch ziemlich nahe an ein "Event"-Erlebnis im Sinne William Castles heran; etwas, das Interner Link"Slither" beispielsweise leider ein wenig gefehlt hatte. Das macht Pi mal Daumen einen überraschend gut gelungenen Neuseeland-Export, der zwar nun keine Revolution auslösen wird, aber erstaunlich souverän und von den eigenen Wurzeln losgelöst vorgetragen wird. Für die Effektewerkstatt Weta war das vermutlich nach dem Mammutauftrag Interner Link"Der Herr der Ringe" und dem kaum weniger herausfordernden Interner Link"King Kong" eine angenehme Fingerübung, für den Regisseur ein Zugangspass für die Tore, hinter denen gutes Gespür für die Situation und ein Blick für das Gesamte gefordert werden - Qualitäten, die auch Peter Jackson auszeichnen. Schade, dass auch "Black Sheep" wie so viele vor ihm (zuletzt auch der sehr gelungene Südkoreaner Interner Link"The Host") an einer spannenden Erklärung für den Horror scheitert und daraus resultierend echte Überraschungen ausbleiben. Von den Killerschafen an sich mal abgesehen.


"The sheep on this farm have turned to the baaaaaad side."

Nach der ungekürzten Single-Disc-Edition spendiert uns Ascot eine ebenfalls unzensierte 2-Disc-Special Edition, welche in einem edlen Metalpak mit aufgeklebten Hologramm-Cover erscheint. Die Hauptfilm-Disc enthält neben einer obligatorischen Trailershow einen leider nicht deutsch untertitelten Audiokommentar mit dem Regisseur. Dieser schlägt sich wacker 90 Minuten durch den Film und geht dabei auf einzelne Szenen, Produktionsabläufe, Spezialeffekte und Darsteller ein, wobei auch nette Anekdoten über die Dreharbeiten nicht fehlen dürfen. Es gibt deutlich bessere Kommentare, hörenswert ist dieser aber auf jedenfall. Die eigentlichen Extras befinden sich auf der Bonus-DVD. Den Anfang macht ein 31minütiges Making of bei dem selbstverständlich die Macher zu Wort kommen. Doch anstelle in eine PR-Dokumentation abzudriften, bleibt die gesamte halbe Stunde sehr informativ und gewährt uns einen tollen Einblick in die hervorragende Effektarbeit der WETA Studios.
Die nachfolgenden neun Interviews bieten nicht immer soviel Nährwert wie das Making of, sind aber weit davon entfernt aus plumpen Promotionclips zu bestehen, wie man es immer wieder bei den Major-Produktionen zu Gesicht bekommen würde. Weiter geht es mit 4 Minuten an geschnittenen Szenen, welche wahlweise mit deutsch untertiteltem Regiekommentar angeschaut werden können. Das B-Roll Feature wurde in zehn Teile aufgeteilt und zeigt unkommentierte Setaufnahmen wie z.B. die Herstellung von Schafsköpfen, die Arbeit mit den lebenden Schafen, Effektarbeiten usw. Wer zum Schluss noch etwas lachen möchte, darf sich über 3 Minuten an Outtakes freuen, bevor die Extras mit dem deutschen und englischen Trailer ein Ende finden.


Bildtechnisch überzeugt der anamorphe Transfer vor allem durch seinen ausgewogenen Kontrast, der einen satten Schwarzwert aufzeigt und dennoch keinerlei Details missen lässt. Für den ganz speziellen Look sorgt eine sehr kräftige Farbgebung, welche vor allem mit Grün- und Blautönen aufwartet und teilweise auch sehr erdig wirkt, wobei dieses Stilmittel eher selten angewandt wird. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Sache, funktioniert in "Black Sheep" aber bestens, ohne die restliche Qualität des Transfers in irgendeiner Art und Weise zu beeinträchtigen. Überzeugend ist auch die Schärfe ausgefallen, welche knackige Konturen zeigt und mit einer sehr hohen Detailwiedergabe auftrumpft, wodurch das Bild durchweg plastisch erscheint. Doch leider meinte man es mit den eingesetzten Rauschfilter etwas zu gut, weshalb stehende Rauschmuster etwas Unruhe ins Bild bringen, wodurch die Schärfe in Bewegungen etwas abnimmt und dafür sorgt, dass wir einen Punkt abziehen müssen. Ein so intensiver Rauschfilter hätte nicht sein müssen und raubt dem ansonsten astreinen Transfer seine Brillanz. Dafür machen sich keine Defekte breit und die Kompression arbeitet tadellos, weshalb wir gute fünf Punkte für das Bild vergeben.
Bei der 5.1-Abmischung dürfen wir keine großen Dynamiksprünge oder Surroundeffekte erwarten. Vielmehr beschränkt sich die Abmischung auf den Frontbereich und die Rears werden für den Score und dezente Umgebungsgeräusche genutzt. Nur gelegentlich dürfen wir uns auf einige gut platzierte Effekte freuen, welche dann aber zu überzeugen wissen, wobei der Subwoofer insgesamt recht verhalten wirkt und viel zu selten zum Einsatz kommt. Die Sprachwiedergabe darf hierbei aber als gelungen bezeichnet werden und passt sich gut dem restlichen Klangbild an. Dennoch hätte man hier deutlich mehr herausholen können. Der englische 5.1-Mix klingt eine Spur frischer, aber nur bedingt weiträumiger als die deutsche Fassung. Es lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.


"Black Sheep" sollte man unbedingt gesehen habe und sei es allein für die tollen Effekte der WETA Studios. Die deutsche DVD überzeugt mit einer guten Bild- und soliden Tonqualität, sowie sehenswerten Extras, welche bis auf den Kommentar alle deutsch untertitelt wurden. Beim DVD-Menü gaben sich die DVD-Produzenten viel Mühe und versteckten ganz nebenbei noch ein Osterei. "Määäääh!"


Film++++/-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++/--


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