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CN, CAN, USA 2007
Originaltitel:Diamond Dogs
Alternativtitel:Quan zhang
Länge:90:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Shimon Dotan, Dolph Lundgren
Buch:Léopold St-Pierre
Kamera:Xiaobing Rao (als Bing Rao)
Musik:Larry Cohen
Darsteller:Dolph Lundgren, Nan Yu, Raicho Vasilev, William Shriver, Gregory MacIsaac, NuoMing Huari, Slavi Slavov
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:22.08.2007 (Verleih) / 11.01.2008 (Kauf)
Specials:
  • Original-Trailer (1:37 Min.)
  • Behind the Scenes (12:02 Min.)
  • Original-Trailer (1:37 Min.)
  • Trailershow:
    • Baadasssss (2:03 Min.)
    • Tal der Wölfe (1:40 Min.)
    • Wrestlemaniac (1:52 Min.)
    • Dead End Road (1:38 Min.)
    • Blood Waves (2:02 Min.)
    • Animal (2:13 Min.)
    • Subject Two (1:18 Min.)
    • The Other Side (2:03 Min.)
Ex-Soldat Xander Ronson verdient seinen Lebensunterhalt mit brutalen Streetfights in den schäbigen Straßen einer mongolischen Provinzstadt. Als er verhaftet wird, wird er vor die Wahl gestellt: Entweder in den Knast gehen oder seine Schulden auf einmal abbezahlen. Der New Yorker Geschäftsmann Chambers ist bereit, ihm zu helfen: Ronson soll eine Expedition leiten, die nach einem millionenschweren antiken Artefakt sucht, dem übernatürliche Kräfte zugesprochen werden - und auf dem ein todbringender Fluch lasten soll.
So ein Dämpfer war wohl mal wieder fällig. Unsanft landet B-Action-Ikone Dolph Lundgren (Interner Link"Silent Trigger", Interner Link"Men of War") nach seinem beeindruckenden Höhenflug wieder auf dem harten Boden der Tatsachen und sieht sich hoffentlich darin bestätigt in Zukunft Regie nebst Drehbuch wieder komplett selbst zu verantworten. Angeblich durfte er als ausführender Produzent auch hier seinen Einfluss geltend machen, so groß schien der allerdings nicht gewesen zu sein. Aus dem ursprünglichen Drehbuch wurden ganze Kapitel entfernt und das Budget schien laut Aussagen einiger Crew-Mitglieder auch falsch kalkuliert. Es hat ganz offensichtlich seinen Grund, dass "Diamond Dogs" ziemlich lange auf seine Veröffentlichung warten musste und seine Weltpremiere ausgerechnet im Verleih eines deutschen Labels feiert. Denn nach Lundgrens jüngsten Überraschungshits ist dieses Actionabenteuer, man muss es so sagen, leider eine herbe Enttäuschung. Darum wurde vermutlich auch darauf verzichtet vorab einen Trailer die unendlichen Weiten des Internets blicken zu lassen.



Der Film schleppt sich aufgrund des einfallslosen und letztlich wohl auch arg zusammengestrichenen Drehbuchs von Léopold St-Pierre ("The Lost World") über weite Strecken enorm mühsam über seine Distanz von nicht einmal 90 Minuten, während Regisseur Shimon Dotan ("The Finest Hour", "Coyote Run") mit seiner gelangweilten Regie dem Fass den Boden ausschlägt. Die einfallslosen Choreographien der sich erst zum Ende häufenden Actionszenen überzeugen zu keiner Sekunde und die blasse Optik vermag nur ganz selten in den wenigen, gelungenen Landschaftsaufnahmen zu überzeugen. Selbst der Mongolei, nun wahrlich kein geläufiger Drehort für B-Movies, gelingt kein Stich. Das Einzige, was Dotan an Lokalkolorit unterbringt, sind für dieses Genre nun völlig deplatzierte Tanz- und Gesangseinlagen. Na Bravo! Vielleicht war es doch keine so gute Idee "Diamond Dogs" mit einer Crew zu drehen, die sich komplett aus China rekrutiert und offenbar nicht allzu viel Erfahrung vorweisen kann. Es mangelt an Drive, Tempo, et cetera, eigentlich allen Attributen, die ein gutes B-Movie ausmachen.



So lasten alle Hoffnungen wieder einmal auf den breiten Schultern von Dolph Lundgren, der sich erwartend achtbar aus der Affäre zieht. Sein Xander Ronson ist ein in der Mongolei gestrandeter Abenteurer mit standesgemäßer Vergangenheit beim U.S.-Militär, der sich mehr schlecht als recht mit illegalen Straßenkämpfen durchschlägt und auf einen lohnenden Job wartet. Der Schwede geht diesen halb abgewrackten Typus so an, wie man ihn mittlerweise schätzt. Ab und an mit einem trockenen Spruch auf den Lippen und abgebrüht bis zur Schmelztemperatur von Tantalcarbid bleibt er selbst in der brenzligsten Situation Herr der Lage. Zunächst noch ständig an der Flasche nuckelnd, kloppt er sich in dunklen Seitengassen mit zwielichtigen Gestalten oder besiegt beim Armdrücken in schmierigen Kneipen den Lokalmatador. Ok, Dolph hat seinen Spaß, ist körperlich noch top in Form und bis dahin vergrault man noch keinen Zuschauer.
Mit dem finanziell betuchten Geier Chambers (William Shriver) betritt allerdings ein arroganter Großkotz die Bühne, der es sich zur Aufgabe macht, dem Zuschauer mit seinem Gehabe ständig auf den Nerven herumzutrampeln. Er braucht den abgebrannten Ronson, damit er seine Expedition anführt. Chambers sucht ein wertvolles Relikt im mongolischen Outback und benötigt jemanden mit Ortskenntnis, der zudem noch ordentlich zulangen kann und Gefahren wittert. Warum er sich außer dem obligatorischen Geschichtsprofessor keine Kleinarmee leisten kann und minderwertiges Equipment erst vor Ort mietet, verschweigt er allerdings ...



Tja, "Diamond Dogs" kommt und kommt auch als die Fahrt endlich losgeht einfach nicht in die Gänge. Langweilige Dialoge verschleppen das ohnehin langsame Tempo, Dolph wird noch eine deplatzierte Liebelei angedichtet und selbst wenn man in einem Hinterhalt von Banditen attackiert wird, sind die Schießereien super-unspektakulär inszeniert. Da helfen auch etwas Blut und ein finsterer Lokalgangster nicht, der Lunte riecht und sich an Chambers Fersen heftet, um ihm später das Artefakt abzunehmen. In den sich in der zweiten Hälfte zwar häufenden, aber nicht besser werdenden Kampfszenen bildet grundsätzlich der kompromisslose Lundgren die einzigen Lichtblicke, weil er mit dem einen oder anderen trockenen Oneliner rigoros mit Pistole und Messer durch die Gegner mäht. Gute Action sieht trotzdem ganz anders aus. Daran ändert sich auch nichts, wenn Dotan im letzten Drittel nach einer kurzen, aber genauso vergessenswerten Indiana Jones-Einlage das Tempo etwas anzieht und einen Großteil der Besetzung aus der Handlung kippt. Er wiederholt die Attacken der Banditen aus dem Nichts so lange, bis die Beteiligten auf eine überschaubare Anzahl dezimiert worden sind und sich in einem Kloster den Rest geben können. Zum Schluss öffnet ein Voice-Over vorsichtshalber schon mal die Tür für ein Sequel, das "Diamond Dogs" nun wahrlich nicht verdient hat, auch wenn Xander Ronson ein gewisses Franchise-Potential anhaftet. Aber dafür müssen einfach bessere Drehbücher und Regisseure her.


"Meet Ronson: Adventurer, world traveler, always short of money, a man of a few words, a gun for hire.
The solution to your problem."
- Werbezeile

Das auf Italo-Western, Hammer Horror und kultigen TV-Serien spezialisierte Müncher Independent Label Koch Media war sich sicherlich der Tatsache bewusst mit "Diamond Dogs" keinen wirklich guten Lundgren am Start zu haben, doch wie eigentlich immer, wissen sie das Optimum aus der jeweiligen Veröffentlichung herauszuholen. So verpflichtet Koch Media Dolph Lundgrens Stammsynchronsprecher Manfred Lehmann, was den Film zwar nicht besser macht, ihm aber Lundgren-Fans, welche auf eine gute deutsche Synchronisation nicht verzichten wollen, einige Pluspunkte einbringen wird. Schließlich ist Lehmanns Stimme das Markenzeichen und ein anderer Sprecher hätte "Diamond Dogs" eher geschadet. Nervig ist allerdings die Synchronstimme seines Freundes Sonia (NuoMing Huari), der hier von Jens Wawrczeck synchronisiert wird, welcher den meisten als Peter Shaw von den "Drei ???" bekannt sein dürfte. Eine einprägsame, aber zumindest in diesem Film total nervige Stimme, welche zum Glück nicht über die gesamte Laufzeit zu hören und nach 25 Minuten erst einmal der Vergangenheit angehört.
Trotz DTS-Abmischung dürfen wir beim Sound nicht allzu viel erwarten. Für einen Actionfilm bleibt "Diamond Dogs" recht frontlastig und bietet nur selten ein wirklich räumliches Gefühl. Dafür bleiben die Dialoge stets gut zu verstehen, die Musik wird überwiegend im Frontbereich wiedergegeben und lediglich in den Actionszenen bekommen die Rears etwas mehr zu tun. Der DTS-Mix klingt insgesamt etwas kräftiger als die deutsche 5.1-Fassung, bleibt der Dolby-Abmischung ansonsten aber sehr ähnlich. Der englische Dolby Digital Mix scheint ebenfalls unter den katastrophalen Produktionsbedingungen gelitten zu haben und bietet eine vergleichsweise schlechte Sprachverständlichkeit. Hier scheint auf jedenfall keine Nachsynchronisation stattgefunden zu haben. Doch zum Glück spendiert uns Koch Media deutsche Untertitel. Insgesamt klingt der englische Track ein wenig dumpf in den Stimmen, wirkt dafür in den Nebengeräuschen etwas natürlicher als der deutsche Mix.
Die Bildqualität leidet ebenfalls unter den widrigen Produktionsumständen und es ist vor allem das starke Bildrauschen, welches dem anamorphen Transfer gehörig zusetzt, zum Glück aber nicht kontinuierlich sichtbar ist. Die Schärfe befindet sich auf einem durchschnittlichen Niveau und hat mit stehenden Rauschmustern zu kämpfen, wodurch nur bedingt Details zu erkennen sind. Die Farbgebung geht soweit in Ordnung, wirkt aber gewollt reduziert und auch der Kontrast hinterlässt einen soliden Eindruck, verschluckt in dunklen Szenen keine Details, bietet dafür aber nur einen durchschnittlichen Schwarzwert. Defekte treten keine auf und selbst die Kompression arbeitet sauber, weshalb wir noch vier Punkte vergeben.
Beim Bonusmaterial gibt es neben der obligatorischen Trailershow und den Originaltrailer noch ein 12minutiges Behind the Scenes-Video zu besichtigen, welches beweist, dass Dolph Lundgren ebenfalls Regie führte, zumindest für die Kampfszenen und sich auch für deren Choreographie auszeichnete.



Der neueste Lundgren-Film ist in so ziemlich allen Belangen eine herbe Enttäuschung. Der blonde Hüne kann dafür nichts, spielt ganz im Gegenteil seinen Stiefel gewohnt sympatisch herunter; Inszenierung, Drehbuch und Action ermüden das Publikum dennoch früh. Über weite Strecke passiert hier einfach zu wenig und es dominiert Langeweile anstatt Spannung. Trotz "Coyote Run" war Lundgrens Kumpel Shimon Dotan leider noch nie ein sonderlich begabter Regisseur und unterstreicht mit seiner schrecklich einfallslosen Inszenierung seinen mittelmäßigen Ruf recht beeindruckend. "Diamond Dogs" haftet deswegen der fade Geschmack eines leidenschaftslosen B-Movies an, der den Begeisterungssturm nach "The Mechanik" erst einmal abebben lassen wird.
Koch Media produziert eine solide DVD und versucht das Bestmögliche aus dem vorhandenen Material herauszuholen. Zudem erscheint der Film völlig ungekürzt ab 18 Jahre.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus+/----


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News"Diamond Dogs" von und mit Dolph Lundgren
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