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USA 1995
Originaltitel:Mortal Kombat
Länge:97:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul W.S. Anderson
Buch:Ed Boon, John Tobias, Kevin Droney
Kamera:John R. Leonetti
Musik:George S. Clinton
SFX:Available Light Productions, Hunter/Gratzner Industries, Buena Vista Visual Effects u.a.
Darsteller:Christopher Lambert, Robin Shou, Linden Ashby, Cary-Hiroyuki Tagawa, Bridgette Wilson, Talisa Soto, Trevor Goddard, Chris Casamassa, François Petit, Keith Cooke, Hakim Alston, Kenneth Edwards, John Fujioka, Daniel Haggard, Sandy Helberg, Gregory McKinney, Peter Jason
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 5.1 (En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:16.05.2008 (Kauf)
Specials:
  • US-Kinotrailer (1:50 Min.)
Alle 1000 Jahre findet das Mortal Kombat-Turnier statt, in dem sich die Abgesandten des Bösen, vertreten von dem Zauberer Shang Tsung, mit den irdischen Martial-Arts-Kämpfern bekriegen. Neun Mal haben die Vertreter des Erdenreichs bereits eine Niederlage erleiden müssen. Doch das zehnte Turnier müssen der Mönch Liu Kang, der Schauspieler Johnny Cage und die Polizistin Sonya Blade unbedingt gewinnen, sonst wird die Erde von den Mächten der Finsternis in einen Ort des Grauens verwandelt.
Als in den Neunzigern Hollywood glaubte, mit der Gamer-Gemeinde eine neue Klientel ansprechen zu können, schossen die Video-Game-Adaptionen nur so aus dem Boden. "Super Mario Bros.", Interner Link"Double Dragon" und Interner Link"Street Fighter" hatten alle eines gemeinsam, sie floppten, weil sich niemand so richtig mit den filmgewordenen Spielfiguren warm werden konnte und die Streifen leider auch ein unterdurchschnittliches Niveau besaßen. Etwas besser machte es da Paul W.S. Anderson (Interner Link"Event Horizon", "Soldier"), dessen "Mortal Kombat" immerhin eine völlig misslungene Fortsetzung und zwei kurzlebige Serien nach sich zog. Gerüchte um einen dritten Teil mehren sich inzwischen ...



Dabei ist Anderson ein maximal durchschnittlicher Regisseur, wie seine sehr mäßigen Filme Interner Link"Resident Evil" und Interner Link"AVP: Alien Vs. Predator" eindrucksvoll bewiesen, aber er kitzelt aus der ohnehin substanzlosen Vorlage von Kevin Droney ("Wing Commander") eine maximal mögliche Kurzweiligkeit heraus, versetzt sie mit reichlich Trashappeal und kredenzt regelmäßige Kloppereieinlagen, auch wenn die Kohärenz des Plots dafür flöten geht. Damit erreicht er auch schon das Optimum.

Die CGI-Effekte sind, auch für das Jahr 1995 absolut unterirdisch und gekünstelt, dafür darf man sich über soweit detailfreudige und phantasievolle Sets freuen. Unheimliche Tempelanlagen, Kämpfe am Strand, eine düstere Barke, die alle Menschen zum Kampfplatz bringt, sowie eine dank minimalistischer Beleuchtung und ausführlichem Einsatz der Nebelmaschine atmosphärische Bildkompositionen kann man im Rahmen des "Mortal Kombat" begutachten.



Inhaltlich erwartet den Zuschauer, das, was er aus der Spielvorlage, wenn er sie denn gezockt hat, kennt. Die menschlichen Kämpfer müssen unter der Obhut von Lord Raiden (Christopher Lambert, Interner Link"Highlander", Interner Link"Fortress") gegen die Kämpfer von Outworld, angeleitet vom mächtigen Zauberer Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa, "Showdown in Little Tokyo", "Rising Sun") antreten. Entweder gewinnen sie und retten die Erde oder verlieren und stürzen die Erde damit ins Chaos. Freilich ist Tsung ein hinterhältiger Seelendieb, der sich nicht an die Regeln hält und zu betrügen versucht, aber mit Liu Kang (Robin Shou, Interner Link"Tiger Cage", "Beverly Hills Ninja"), Sonya Blade (Bridgette Wilson, "Billy Madison", "House on Haunted Hill") und Johnny Cage (Linden Ashby, "Wyatt Earp", "Blast") haben wir mutige Recken in unseren Reihen, die nach einen paar philosophischen Plattitüden Lord Raidens erst zusammen und dann zu sich selbst finden müssen, da sie ursprünglich doch gar nicht ausgezogen sind, um die Welt zu retten, sondern persönlichen Motiven zu folgen.

Die einzigen Gründe sich den Film anzugucken, sind allerdings die Kämpfe und nicht die Storyauswüchse. Um so enttäuschender dann das, was Anderson auf den Zuschauer loslässt. Ohne die geschickt Arbeit von Cutter Martin Hunter (Interner Link"Full Metal Jacket", Interner Link"Underworld"), der recht erfolgreich vertuscht, dass nur wenige der Beteiligten überhaupt über Kampfsporterfahrung verfügen, sähe er nämlich alt aus.
In Nebenrollen tummeln sich zwar kompetente Fighter wie Hakim Alston (Omar aus Isaac Florentines Interner Link"U.S. Seals II"), Chris Casamassa, François Petit und Keith Cooke, doch die vernachlässigt man sträflich, um bekanntere, dafür mit Unkenntnis beschlagene Gesichter wie Trevor Goddard (der Knallkopf aus Interner Link"Men of War") und Talisa Soto ("Vampirella", "Mortal Kombat: Annihilation") ran zu lassen. Schade eigentlich, zumal das harmlose PG-13-Gekloppe überhaupt nicht zur ultraharten Game-Vorlage passt und Kämpfe gegen Ungetüme wie Goro zur Lachnummer verkommen. Die Specialmoves von Sub Zero und Co. sind unter aller CGI-Kanone, Finishing-Moves gibt es auch nur selten und gestorben wird wenn unblutig.



Dank des knüppelnden Mortal Kombat-Themes und des in Bezug auf die Kämpfer hohen Wiedererkennungswerts können interessierte Fans der Spielvorlage zugreifen, sofern sie es nicht ohnehin nach zehn Jahren schon haben. Den damaligen Kinoerfolg erklärt dieser zwar soweit kurzweilige, aber technisch eher auf dem Niveau einer Videoproduktion angesiedelte Fantasytrash jedoch nicht.

Bei der DVD-Auswertung wurde der Film mal wieder etwas stiefmütterlich behandelt: Erst gab es eine DVD von Kinowelt, dann eine identische Box mit Teil 1 und 2 und nun noch eine Warner-Auflage, die ebenso einen lieblosen Eindruck hinterlässt wie die beiden Vorgänger. Hauptgrund dürfte das Fehlen von Bonusmaterial und das stumme Standbildmenu sein, das ebenso schlicht wie die Covergestaltung ausfällt, dafür aber nicht deren Eleganz besitzt.

Beim Bild scheint sich nicht viel getan zu haben, denn es zeigen sich immer noch Alterserscheinungen, die bei einer Aufarbeitung nicht vorgekommen wären, z.B. einige Kratzer in hellen Szenen. Auch sonst sieht "Mortal Kombat" stark nach einem B-Movie aus, der Glück hat, dass er von einem Major vertrieben wird. Beispielsweise spielt der Kontrast in den vielen dunklen Szenen nicht mit, denn er arbeitet etwas zu schwach, auch wenn es nicht vorkommt, dass das Bild im Dunkel untergeht. Dazu kommt eine manchmal gute, oft aber etwas schwächelnde Schärfe, die für DVD grad noch gut genug ist. Es sieht sehr danach aus, dass mehr auch nicht von der Kompression zugelassen wird, auch wenn man Kompressionsfehler nicht offensichtlich werden. Bei den Farben überzeugt das Bild sehr viel mehr, denn das Fantasy-Setting wurde in kräftigen Tönen eingefangen. Trotzdem ein durchwachsenes Ergebnis, das hätte besser sein müssen.



Der deutsche Dolby Surround-Ton muss evtl. erst per Hand auf diesen Modus gebracht werden, damit die hinteren Boxen aktiv werden, aber er ist eigentlich noch etwas enttäuschender als das Bild, da sich kleinere Fehler und Tonschwankungen eingeschlichen haben. Wenn z.B. der Bass laut wird, der immer etwas abgeschnitten klingt, werden dafür andere Töne ausgelöscht. Dazu kommen eine unstete Lautstärke der Dialoge, ein paar dezente Unreinheiten im Klang und ein insgesamt eher schwacher Surround-Modus. Abhilfe schafft der englische 5.1-Ton, der sehr zeitig und auch häufig von seinen Möglichkeiten Gebrauch macht und viele Action-Szenen mit sehr beweglichen Effekten versüßt. Die Dialoge mögen anfangs zwar etwas zurückhaltend klingen, insgesamt bringt diese Abmischung aber viel mehr Klarheit und Dynamik mit sich als die deutsche Version. Die deutschen Untertitel sind etwas nervig, denn sie wurden für Gehörlose konzipiert, so dass man immer wieder mit sinnfreien Texten wie "Heavy-Metal-Gitarren" oder "Musik wird lauter" konfrontiert wird, was etwas zu häufig passiert. Glücklicherweise sind die englischen Untertitel da etwas zurückhaltender.

Da in den Hauptrollen außer Robin Shou, der über Hongkong (u.a. "Black Cat 2") seinen Weg nach Hollywood fand, kaum jemand über Martial-Arts-Kenntnisse verfügt, muss man auf ausgefeilte Kämpfe leider verzichten. Das bekannteste Gesicht Christopher Lambert feierte hier seinen Abschied aus der Kinoliga und durfte von da an in B-Movies anheuern. Dank der meist gelungenen, düsteren Fantasyatmosphäre, den abwechslungsreichen Kampfschauplätzen und vor allem in Outworld finsteren Sets reicht es so noch für den Durchschnitt. Eine intelligente Story, einen geregelten Ablauf und gute Schauspieler erwartet hier sowieso niemand. Irgendwie darf eben jeder Mal kämpfen, der andere öfter, der andere seltener, ist ja auch egal.
Auf dem Sektor gab es vorher und nachher Schlimmeres, was nicht heißen soll, dass heute sich noch irgendwer mit so einem Film ins Kino trauen würde. Nicht mal Uwe Boll ... hoffe ich ...

Die Neuauflage bringt leider noch nicht das mit sich, was sich Fans des Filmes erwartet haben, nämlich einen brauchbaren deutschen Ton in Surround-Abmischung, ein etwas klareres Bild und vor allem Bonusmaterial.


Film+++---
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus/-----


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News"Mortal Kombat" bekommt Neuauflage
Mortal Kombat
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