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HK 1987
Originaltitel:Dung fong tuk ying
Alternativtitel:Dong fang tu ying
aka. Eastern Bald Eagles
aka. Eastern Condors
Länge:93:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Sammo Hung
Buch:Barry Wong
Kamera:Arthur Wong
Musik:Sherman Chow
Darsteller:Biao Yuen, Sammo Hung, Haing S. Ngor, Melvin Wong, Joyce Godenzi, Chi Chun Ha, Charlie Chin, Kwok Keung Cheung, Lan Guang Lau, Corey Yuen, Lung Chan, James Tien
Vertrieb:Eyecatcher Movies
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:kleine Hartbox (2 Motive), große Hartbox (Limitiert)
DVD-Start:15.10.2007 (Kauf)
Specials:
  • Original Trailer (3:36 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:00 Min.)
  • Teaser (2:33 Min.)
  • Japanischer Trailer (3:38 Min.)
  • Liveshow Performance (13:12 Min.)
  • Bildergalerie (65 Bilder / 5:27 Min.)
  • Slideshow (5:32 Min.)
  • Hidden Feature (4:47 Min.)
  • Trailershow:
    • Das Schwert (2:55 Min.)
    • Das Todesduell der Shaolin (3:14 Min.)
Sie kommen aus der Hölle des Gefängnisses in Saigon und gelten als der Abschaum der Gesellschaft ...
Diese Gesetzlosen wurden von den besten Ausbildern der Army trainiert, denn sie waren ihre letzte Hoffnung ...
Das Pentagon schmiedet aus diesen Freiwilligen ein verschworenes Team für das bevorstehende Selbstmord-Kommando. Ihr Auftrag: Sprengung einer unterirdischen US-Raketenbasis, 300 Meilen hinter den feindlichen Linien!
Nicht über jeden Zweifel erhaben, wohl aber ein außergewöhnliches Hongkong-Produkt darstellend, ist Sammo Hungs "Eastern Condors". Der nun ja eher für Slapstickactionkomödien, oft in Verbindung mit Kumpel Jackie Chan (Interner Link"Rush Hour", "The Medallion"), bekannte Darsteller und Regisseur überrascht hier mit einem wüsten Mix aus Robert Aldrichs "The Dirty Dozen"-Thematik, ein paar P.O.W.-Elementen und einigen Klischees, die den amerikanischen Vietnamkriegsfilm in den Achtzigern so erfolgreich gemacht haben.


Inhaltlich liegt das Skript von Barry Wong (u.a. "Heart of the Dragon") zwar auf dem Niveau diverser, billiger Kriegsreißer aus Italien, die den Videomarkt geradezu überfluteten, inszenatorisch kann Hung das jedoch weitestgehend wieder wett machen.
Den Vietnamkrieg hat "Eastern Condors" bereits hinter sich, doch Altlasten müssen die Amerikaner noch entsorgen. Dumm nur, dass sie mitten im Dschungel eine Raketenbasis zurückgelassen haben, die niemand unschändlich gemacht hat. (Sonst haben solche Bauten doch auch immer Selbstzerstörungsmechanismen?). Um dieses Versäumnis nachzuholen, schickt man eine illustre Truppe chinesischer Gefangener mit Aussicht auf finanzielle Entlohnung und Freiheit auf diese Mission. Die ursprünglich nur die Ablenkung darstellende, zusammengewürfelte Einheit ist nach dem Tod ihrer die Kernmission durchführende Schwestereliteeinheit auf sich allein gestellt und wächst dabei über sich hinaus.


Ich bin zwar nicht allzu beschlagen, was Hongkongs Filmwelt angeht und kann daher wichtige Gesichter übersehen haben, doch was Hung hier an Namen zusammengetrommelt hat, kann sich wirklich sehen lassen: Yuen Biao, Yuen Wah, Peter Chang Lung, Billy Chow, Lam Ching Ying, Melvin Wong and last but not least Corey Yuen, sowie "The Matrix"-Choreograph Yuen Woo Ping. Sammo Hung selbst scheint für den Film gehörig abgespeckt zu haben und sieht für seine Verhältnisse nahezu dürr aus.


Der Slapstickhumor hält sich während dieses Himmelfahrtskommandos, und dafür bin ich dankbar, in Grenzen. "Eastern Condors" ist eine überraschend ernste Angelegenheit mit tödlichen Schießereien, Knochen brechenden Fights und Heldentoden, die dann etwas übertrieben theatralisch pathetisch gestorben werden. Sei es drum, dafür hat Hung das Tempo im Griff und lässt wenigstens keinen Leerlauf zu.

Nach ihrer Ankunft in Vietnam gesellen sich zu der schon früh Blutzoll zahlenden Gruppe drei weibliche Guerillakämpferinnen und etwas später ein schlitzohriger Schmuggler nebst verwirrtem Onkel hinzu. Gemeinsam machen sie sich auf, die Basis im Dschungel zu finden - stets einen comichaften, ewig kichernden Vietkonggeneral an den Hacken.


Die hier vorzufindende Action ist nicht nur mit einem gesunden Härtegrad ausgestattet (also kein übertriebenes, blutiges Zersieben), sondern einfallsreich (Hungs Blätterschießerei zähle ich zu den skurrilsten Tötungsmethoden überhaupt) und mitunter wirklich überragend fotografiert. Besonders die diversen Zeitlupespielereien können sich sehen lassen. Auch wenn der Bleiverbrauch hoch ist, wurde er eher konventionell inszeniert. Die Explosionen ragen da spektakulär heraus. Wirkliche Highlights sind allerdings die akrobatischen Dschungeleinlagen, die keineswegs dem "over the top"-Style der Hongkong-Schule folgen, sondern meist gar nicht mal so weit vom Möglichen entfernt sind.


Die Geschichte selbst verkommt hier nahezu umgehend zur Nebensache, denn bis zum Showdown prügelt und ballert sich die verschworene Gruppe nur so durch das Dickicht und lässt dabei einige unfähige Vietkong-Schergen zurück. Man wird ständig von einer Übermacht verfolgt, wird gestellt, kämpft sich wieder unter Verlusten frei und zwischendurch darf dann auch Zweifel an der Mission gehegt werden. Das ist zwar irgendwann etwas eintönig, doch Hungs Regie und der kurzfristige Aufenthalt in einem Kriegsgefangenenlager mit obligatorischem Russisch-Roulette sorgen für genügend Kurzweil. Außerdem fetzt das Finale im Raketenzentrum mit reichhaltigen Martial-Arts- und Shootouteinlagen dann sowieso alles weg. "Eastern Condors" siedelt sich damit doch sehr deutlich über den gängigen Standards an.


Sehr überraschend ist die nahezu perfekte Qualität dieser asiatischen Produktion. Immerhin hat der Film schon seine 20 Jahre auf dem Buckel und jedermann weiß doch, dass gerade im asiatischen Raum nicht viel Wert drauf gelegt wird, vernünftig mit Filmmastern umzugehen. Aber hier wird eine sehr natürliche und kräftige Farbgebung präsentiert. Auch die Schärfe kann bis auf wenige Passagen am Anfang des Filmes überzeugen. Gerade was die Detailwiedergabe betrifft, ist das Bild sehr gelungen. Der Kontrast erscheint stets ausgewogen und natürlich, verschluckt keinerlei Details und wartet zudem mit einem passenden Schwarzwert auf. Ein sehr geringes Rauschen ist im Hintergrund wahrzunehmen, dies trübt aber zu keiner Zeit das Gesamtbild. Selbst die Kompression arbeitet absolut fehlerfrei und Defekte oder Verschmutzungen dürfen als Fremdwörter bezeichnet werden. Da wir keine halben Punkte vergeben, runde ich bei dieser Veröffentlichung sehr gerne auf die volle Zahl auf. Womit das Bild mit 5 Punkten gewertet wird, dies aber mit einer Tendenz in Richtung 4 aufgrund der minimalen Unschärfen.


So überzeugend wie das Bild ist, ist der Ton leider nicht, da man hier am Abmischungsformat erkennt, dass der Film schon in die Jahre gekommen ist. Alle drei Sprachvarianten liegen in Mono vor, verfügen aber über eine durchweg gut verständliche Dialogwiedergabe. Auch der Score wird klar und sauber wiedergegeben. Im dynamischen Bereich machen alle drei Spuren eine gute Figur. Der Originalton ist im Vergleich zu den beiden Dubs etwas dumpfer, klink aber etwas homogener zwischen Score und Dialogen. Rauschen ließ sich nicht ganz vermeiden und fällt am stärksten im deutschen Dub auf. Optional können deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden. Für ehemals fehlende Szenen in der deutschen Fassung gibt es separate Untertitel.


Beim Bonus werden verschiedene Trailer sowie eine Bildergalerie und eine Slideshow angeboten. Die Slideshow lässt sich nicht direkt anwählen und verbirgt sich hinter der Bildergalerie. Es werden Screenshots, Artworks und Pressefotos gezeigt. Ein besonderes Bonbon ist die Liveshow Performance. Ob es sich um eine Werbeaufführung oder aber um das Theaterstück zum Film handelt, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden, da aufgrund fehlender Untertitel und mangelnder Sprachkenntnisse der Informationsgehalt eher mangelhaft ist. Trotzdem schaut diese Performance sehr ansprechend aus und manchmal sagen Bilder einfach mehr aus. Auch wurde ein Hidden Feature auf die DVD versteckt, welches aber relativ einfach zu finden ist.


"Operation Eastern Condors" ist nicht nur von der technischen Seite eine gelungene Veröffentlichung. Der Film hat eigentlich alles, was ein guten Film ausmacht. Spaß, Spannung und ansprechende Action werden geboten, so wie man es von Sammo Hung auch gewohnt ist. Eine rundum gelungene Sache und ein nahezu perfekter Einstand eines neuen Labels.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++----
Bonus++----


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Operation Eastern Condors
Operation Eastern Condors
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