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USA 1995
Originaltitel:American Gothic
Alternativtitel:American Gothic - Prinz der Finsternis
Länge:ca. 986 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Nankin, James Frawley, Lou Antonio, Jim Charleston, Michael Katleman, Mike Binder, James A. Contner, Mel Damski, Bruce Seth Green, Elodie Keene, Michael Lange, Doug Lefler, Nick Marck, Oz Scott
Buch:Stephen Gaghan, Michael R. Perry, Steve De Jarnatt, Michael Nankin, Victor Bumbalo
Kamera:Stephen McNutt, Ernest Holzman
Musik:Joseph LoDuca
SFX:Joey Jarman
Darsteller:Gary Cole, Lucas Black, Paige Turco, Brenda Bakke, Sarah Paulson, Nick Searcy, Jake Weber, Christopher Fennell, John Mese, Alex Van, Lynda Clark, Tina Lifford, Robin Mullins, Michael Burgess, Amy Dawn Anderson, Sara Lynn Moore, Troy Simmons, Evan Rachel Wood, Jim Antonio, Sonny Shroyer, David Lenthall, Margo Moorer, Amy Parrish, Sean Bridgers, Dean Whitworth, Barnaby Carpenter, Wayne Dehart, Henry Laurence, Tammy Arnold, Mert Hatfield, Jana Drue, Charles McLawhorn, John Henry Scott, Bruce Campbell
Vertrieb:Universal / Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Digipack
DVD-Start:05.10.2007 (Kauf)
Specials:
  • 12-seitiges Booklet mit Infos zu Serie
DVD 1:
  • Entfallene Szenen zu "Sheriff Lucas ist der Boss" (1:31 Min.)
  • Audiokommentar mit den Produzenten Shaun Cassidy und David Eick
DVD 3:
  • Entfallene Szenen zu "Die letzte Aufahrt" (2:38 Min.)
DVD 4:
  • Entfallene Szenen zu "Das Feuer der Liebe" (3:04 Min.)
DVD 6:
  • Entfallene Szenen zu "Tag der Vergeltung" (0:51 Min.)
  • Entfallene Szenen zu "Der Angelausflug" (3:15 Min.)
  • Entfallene Szenen zu "Der freie Wille" (6:29 Min.)
DVD 7:
  • Entfallene Szenen zu "Brennende Leidenschaft" (1:29 Min.)
  • Entfallene Szenen zu "Das dritte Auge" (1:59 Min.)
  • Entfallene Szenen zu "Die letzte Entscheidung" (2:42 Min.)
In der Kleinstadt Trinity in South Carolina gerät der junge Waise Caleb mehr und mehr unter den Einfluss des Sheriffs Lucas Buck, der gleichzeitig sein leiblicher Vater ist. Der Geist von Calebs verstorbener Schwester Merlyn, die von Buck getötet wurde, versucht ihn davor zu warnen, dass der Sheriff mit dem Bösen paktiert und die Stadt dank böser Mächte unter seiner Kontrolle hält. Als Caleb selber eine übernatürliche Begabung zeigt, wächst das Interesse an ihm noch mehr. Und das Böse lockt ihn mit allen Mitteln.
"Ein Sheriff auf Seelenfang"

"American Gothic" wurde im Jahre 1995 erstmalig beim US-Sender CBS ausgestrahlt und wurde neben David Eick von Sam Raimi mitproduziert. Im Fahrwasser zeitgleich laufender Mysterie-Serien wie Interner Link"Twin Peaks" oder Interner Link"Akte X" hatte "American Gothic" einen schweren Stand, vor allem da CBS sicherlich der falsche Sender für eine Serie diesen Formates war, welche sich zudem positiv von den anderen Serien abhob, weil sie einmal herrlich anders war.


Ähnlich der Stephen King-Geschichte Interner Link"Needful Things" handelt die Serie von einer kleinen Stadt namens Trinity, in der nur einer das sagen hat: Sheriff Lucas Buck. Er ist einfach überall in diesem kleinen Städtchen, scheint hilfsbereit und nett zu sein, wer ihn aber erst einmal richtig kennen gelernt hat, sieht die teuflische Fratze hinter dem menschlichen Gesicht. Bereits in der ersten Folge zeigt Lucas Buck sein wahres Ich und versucht mit allen Mitteln, seine Gefolgsleute zu rekrutieren, um seine dämonischen Pläne in die Tat umzusetzen. Naivität steht im kleinen Dorf ganz oben auf der Tagesordnung und so wäscht eine Hand die andere. Buck hilft gerne, verlangt dafür aber oftmals eine schmerzvolle Gegenleistung und niemand scheint zu wissen (oder will es wahrhaben), wer sich wirklich hinter dem Sheriff verbirgt.
Das gesamte Szenario könnte aus der Feder von Stephen King stammen und baut von Episode zu Episode eine immense Spannung auf. Die wichtigsten Elemente des kleine verschlafenden Dorfes sind der charismatische, aber durch und durch als böse zu erkennende Sheriff, die neugierige Reporterin, der mutige Arzt, welcher sich von Sheriff Buck nicht in dessen düstere Machenschaften einspannen lässt und der kleine Junge Caleb, das eigentliche Ziel des Sheriffs. Die Geschichte wird von mal zu mal komplexer und jede der 22 Folgen baut trotz verschiedener Nebenplots auf sich auf. Der Suchtfaktor ist unaufhaltsam, denn in jeder Episode ist eine neue Wendung und Aufschlüsselung der Geschichte zu finden. Der Zuschauer wird gepackt und so schnell nicht mehr losgelassen - ich selbst habe die komplette Serie am Wochenende in einem Ruck geschaut, das ist mir das letzte mal bei Interner Link"4400 - Die Rückkehrer" passiert.


Bucks Ziel ist der kleine Junge Caleb, der seit dem Tod seiner Eltern und seiner Schwester (Buck brach ihr das Genick, lies es aber wie einen Unfall aussehen), welche wir fortan als Engelsgestalt an seiner Seite stehen sehen, um ihn auf den rechten Weg zu weisen, von Familie zu Familie gereicht wird. Doch Caleb hasst den Sheriff, der immer wieder versucht sich seine Zuneigung zu erkaufen. Neben den Subplots, welche sich um verschiedene Charaktere im kleinen Dorf drehen und wie sie unter den Machenschaften des Sheriffs zu leiden haben, gar dran zerbrechen, ist der Mistery-Anteil sehr ausgeprägt und Bucks dunkle Vergangenheit wird immer weiter in den Vordergrund gerückt, vor allem wenn er seine Kräfte einsetzt, um die Leute zu manipulieren oder am Ende Calebs Schwester zu bekämpfen. Doch das eiserne Regime, welches Buck führt, beschränkt sich dabei nicht nur auf das Kaufen oder Drohungen - selbst Mord steht auf seiner Tagesordnung und immer wieder versucht er Caleb zu korrumpieren und ihn auf seine Seite zu ziehen. Ihm entgegen stellen sich sich Calebs Cousine Gail Emory, welche Trinity vor Jahren verließ nachdem ihre Eltern bei einem Brand ums Leben kamen und Dr. Matt Crower, der nicht nur gegen Back antritt, sondern auch mit seiner Alkoholsucht zu kämpfen hat.
Darsteller Jake Weber (Interner Link"Medium", Interner Link"Dawn of the Dead", 2004) spielte den gebrochenen Helden sehr ruhig und zurückhaltend, verleit seiner Rolle aber Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe. Doch der produzierenden Sender hatte andere Pläne: Sie wollten jemanden, der Buck Paroli bieten kann, einen Helden, mit dem sich das Publikum identifizieren konnten. Da man Dr. Matts Rolle nach 15 Folgen nicht einfach von einer Folge auf die nächsten verändern konnten, strich man sie ganz und ersetzte sie zum Leidwesen von Sam Raimi durch Dr. Billy Peele (John Mese, "Night of the Scarecrow"70 >"Nachtfalke", Interner Link"Cry_Wolf"), der wie kein anderer die Rolle des Sheriffs mit einer diabolischen Ausstrahlung verkörperte und dennoch charismatisch genug sein konnte, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen.
Doch leider wurde die Serie nach nur 22 Folgen eingestellt, wonach sich auch Sam Raimi enttäuscht zurückzog und die Schuld für den Misserfolg beim Publikum suchte, welches mit solch einer Serie einfach nicht gerechnet hatte bzw. sie erst gar nicht gebraucht hätte. Ersteres stimmt auf jeden Fall, doch letzteres ist totaler Quatsch, denn was bot man uns in den 90ern schon großartig an innovativen und intelligenten Serien, außer "Akte X" - das war nicht viel und "American Gothic" gehörte zu den wenigen guten Serien dieser Zeit. Und wer einfach mal wieder wie gebannt vor der Flimmerkiste sitzen und spannend unterhalten werden will, der sollte "Amercian Gothic" nicht verpassen. Im Übrigen ist einer der Gründe, sich die Serie anzuschauen, der Cameo von Bruce Campbell als FBI-Agent, der kurzerhand von ein paar Käfern aufgefressen wird. Yammie!


Koch Media veröffentlicht die komplette Serie in einem schönen Digipack, welchem ein 12seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zur Produktion beiliegt. Qualitativ liefert man uns ein leider eher durchschnittlichen Vollbildtransfer, welcher ein sehr starkes Bildrauschen zu Tage bringt und zudem mit einem sich ständig wechselnden Schärfeverhalten zu kämpfen hat. So erscheint das Bild nie wirklich scharf, die Rauschmuster rauben dem Transfer zudem noch an Tiefe und die stehenden Rauschmuster sorgen für Bewegungsunschärfe, welche selbst in Close-Ups von Gesichtern kein detailliertes Bild zulassen. Hinzu kommt deutliches Blockrauschen, Bildunruhen auf homogenen Flächen und in schnellen Kameraschwenks tendiert das Bild zum Nachziehen. Die Farben wirken meist natürlich, könnten aber kräftiger sein und Kontrast säuft in dunklen Szenen öfter mal ab. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass hin und wieder leichte Defekte durch das Bild huschen.
Der deutsche Stereospur überzeugt mit einer gut verständlichen Front und einer klaren Sprachwiedergabe, welche hin und wieder etwas zu spitz erscheint und leicht verzerrt. Der englische Track wirkt lauter, in den Stimmen aber etwas unnatürlicher und dumpfer. Die deutsche Synchronisation passt sich hierbei viel besser den Umgebungsgeräuschen an. Zudem zischt der englische Ton deutlich im Hochtonbereich. Deutsche Untertitel gibt es leider nur bei den damals nicht deutsch synchronisierten Szenen.
Als Bonus spendiert uns Koch Media wie oben bereits erwähnt ein 12seitiges Booklet, sowie einen sehr informativen Audiokommentar in der ersten Episode, welcher von den Produzenten Shaun Cassidy und David Eick eingesprochen wird, doch leider nicht deutsch untertitelt wurde. Zudem gibt zu neun Folgen geschnittenen Szenen, welche allerdings in einer sehr schlechten Qualität und ohne Untertitel vorliegen.


"American Gothic" hat den frühen Serientod einfach nicht verdient und es ist einzig und allein der Unfähigkeit des US-Networks CBS zu verdanken, dass nach nur 22 Episoden Schluss war. Im Rahmen ihres beachtlichen Universal-Deals veröffentlicht Koch Media die komplette Serie in der chronologisch richtigen Reihenfolge (in den USA erlebte man dies erst 1998), wie sie auch damals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, dafür aber auch erstmalig völlig ungeschnitten. Die Bildqualität ist leider unter dem Durchschnitt anzusiedeln und es fehlen deutsche Untertitel beim englischen Stereotrack und beim Audiokommentar. Nichtsdestotrotz eine schöne Veröffentlichung des Titels. Fans des intelligenten, gar subtilen Horrors werden an "American Gothic" einfach nicht vorbei kommen.


Film++++++
Bild++----
Ton+++---
Bonus+++---


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