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KR 2001
Originaltitel:Chingoo
Länge:117:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kyung-Taek Kwak
Buch:Kyung-Taek Kwak
Kamera:Ki-seok Hwang
Musik:Man-Sik Choi, Sun-shik Choi
SFX:Effekt
Darsteller:Oh-seong Yu, Dong-Kun Jang, Tae-hwa Seo, Un-taek Jeong, Bo-kyeong Kim, Ju-bong Gi, Hyeon Ju, Chang Yun
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Kor), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:25.06.2007 (Verleih) / 05.07.2007 (Kauf)
Specials:
  • Bei den Dreharbeiten (10:07 Min.)
  • Music-Clips (3:47 Min.)
  • Originaltrailer (2:14 Min.)
  • TV-Spot (0:22 Min.)
  • Bildergalerie (3:42 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Lady Vengeance (1:52 Min.)
    • Brotherhood (2:50 Min.)
    • Election (0:53 Min.)
    • Musa - Der Krieger (1:40 Min.)
Südkorea 1976: Vier Freunde wachsen gemeinsam auf, schwören sich ewige Freundschaft, doch sie verlieren sich für einige Zeit aus den Augen.
1981: Das Schicksal führt sie in einer Schule wieder zusammen.
1984: Jeong-suk und Dong-su werden Gangster, wohingegen Sang-taek und Jeong-ko aufs College gehen. Während Jeong-suk immer mehr den Drogen verfällt, tritt Dong-su einer gegnerischen Gang bei.
1990: Eines Tages stehen sich die beiden Gangster als Feinde gegenüber und das Gesetz der Straße nimmt seinen tödlichen Lauf ... ein brutaler Bandenkrieg steht bevor.
"Friend" - Freund - Freundschaft. Welch großes Wort, das hier einem Gangsterdrama den Titel gibt. Die Thematik der sentimentalen Männerfreundschaft ist oft Teil in Gangsterfilmen, in denen es um Schlagworte wie Loyalität und Rache geht. So ist die Idee, grundlegende Weisheiten über Liebe und Freundschaft im Rahmen knallharter Gangsterfilmkost zu verpacken, nicht gerade neu, aber aufgrund des realen Hintergrunds, und der autobiographischen Motivation des Regisseurs Kwak Kyung-Taek, ist "Friend" mehr als nur ein weiterer Eintrag in der Sparte "Gangsterfilm".


Die Geschichte beginnt Mitte der 70er, wo wir das Quartett Joon-Suk, Dong-Su, Joong-Hu und Sang-Taek kennen lernen. Die neugierigen Jungs entdecken gerade die komplizierte Welt der Videorekorder und die noch viel kompliziertere der Frauen. 5 Jahre später gehen die erwachsen gewordenen Vier gemeinsam zur Schule. Die Jugendlichen haben sich ob ihres Elternhauses gewandelt, so sind Dong-Su und Joon-Suk zu düsteren Kämpfern geworden, bekannte und gefürchtete Gesichter auf dem Schulhof, vor denen sogar zeitweise die Lehrer erzittern. Kein Wunder: Joon-Suks Vater ist ein reinrassiger Gangster, und die Zukunft für Joon-Suk, selber ein eher schlechter Schüler, sieht auch eine ähnliche Karriere vor. Dong-Sus Vater ist Leichenbestatter und somit zwar nicht so aktiv gefährlich, wie Joon-Suks familiäre Situation, reicht aber immerhin für eine rebellische, unzufriedene Haltung. Sang-Taek und Joong-Ho gehören eher zu den unauffälligen, strebsameren, ruhigeren Typen.


Die eigentliche Geschichte von "Friend" beginnt, als sich Sang-Taek in die Sängerin einer Schulband verliebt. Auf einer Party lernt er sie tatsächlich kennen, und verbringt sogar den darauf folgenden Nachmittag mit ihr in einer Rollschuhhalle. Als Rowdies Sang-Taeks Freundin belästigen, versucht der einzugreifen, unterliegt aber. Erst beim Eintreffen Dong-Sus und Joon-Suks können die Fronten zugunsten Sang-Taeks wieder geklärt werden. Doch die Ruhe dauert nicht lange an. Wenig später treffen sich die beiden Gangs in einem Kino wieder, wobei es zu einer Massenschlägerei kommt, in der so ziemlich die gesamte Schule involviert wird. Sang-Taeks Entscheidung, nach Seol auszuwandern ist mit diesem Schlüsselereignis besiegelt ...

Drei Jahre später kehren Sang-Taek und Joong-Ho von ihrem College in Seol zurück, um Joon-Suk zu besuchen. Zu ihrer Überraschung ist der mittlerweile mit Jin-Sook verheiratet, der Sängerin und des einstigen Schwarms Sang-Taeks. Doch nicht nur das, Joon-Suk ist ein heruntergekommener Drogenabhängiger, der gerade einen extremen Entzug durchmacht. Der alte Freund von früher ist nicht wieder zu erkennen.


Bis zu diesem Zeitpunkt ist "Friend" erstklassig. Die komplexe Geschichte wird aus der Sicht Sang-Taeks dargestellt, der wohl die Ambivalenz zu dem Regisseur, der seine Jugend nachzeichnet, darstellen. Jede der vier Figuren ist ein wichtiges Individuum in der Erzählung, und daher ist man nicht gefasst auf das, was nun auf den Zuschauer zukommt. Von nun an befasst sich Regisseur Kyeong-Taek kaum mehr mit Sang-Taek und Joong-Hu, sondern bereitet das Schicksal seiner beiden düsteren Freunde Dong-Su und Joon-Suk auf. Dong-Su muss eine Zeit im Gefängnis verbringen, und als er schließlich aus dem Bau entlassen wird, entscheidet er sich für eine Karriere bei der direkten Konkurrenz zu Joon-Suks Bande. Schließlich endet der Film in einer Passage, die in den 1990er Jahren spielt. Sowohl Joon-Suk, als auch Dong-Su haben gute Karriere bei ihren Banden gemacht, und sind einflussreiche Gangster. Die entscheidende Konfrontation zwischen den alten Freunden wird immer unausweichlicher ...


Der größte, und wohl auch einzige Schwachpunkt an "Friend" ist seine Zuschauer-unfreundliche Inszenierung. Während die erste Stunde vor involvierender Emotionalität strotzt, so irritiert ist man, als nach einer Stunde das Quartett so sang- und klanglos verlässt, und sich plötzlich nur noch auf die Hälfte der Protagonisten konzentriert. Die Identifikationsfigur Sang-Taek, der Erzähler, der uns zu Anfang noch Orientierung und Anekdoten aus dem Off gegeben hat, wird zu einer flachen, schlecht verwirklichten Nebenfigur. Es kommt einem sogar so vor, als würde Regisseur Kyeong-Taek uns hier etwas verschweigen; persönliche Dinge, die er nicht für erzählenswert empfindet. Joong-Ho verschwindet gegen Ende fast völlig von der Bildfläche, und bleibt die schwächste Person im Film.


Ansonsten ist "Friend" erstklassig. Nicht umsonst brach "Friend" die Box-Office-Rekorde, die zuvor Interner Link"Shiri" und Interner Link"Joint Security Area" in Korea aufstellten mit Leichtigkeit. Klar, die Kombination aus Gangsterfilm und Freundschaftsepos ist mehr als nur reizvoll. Doch die Umsetzung krankt eben an der oben erwähnten, konfusen und unentschlossen, beziehungsweise wohl eher unausgereiften Erzählform. Die warme, braun-graue Pastelloptik, der symphonische, wunderbare Score von "Friend".

Die deutsche DVD wurde nicht direkt von der schon etwas länger erhältlichen koreanischen DVD gemastert, was einerseits gut, andererseits schlecht ist. So wird der stilistisch überzogene, viel zu harte Kontrast hier nicht mit übernommen, so dass das Bild sowohl etwas weichere Schatten besitzt. Trotzdem neigt das Bild zu tiefen Schatten und etwas zu hellen, fast überstrahlenden Licht-Spots. Die Farben sind landestypisch ins Bräunliche gezogen, wirken aber nicht zu unnatürlich. Die Schärfe ist trotz nur selten zu sehenden Ghosting auf hohem Niveau, wenn auch im Detail noch ein wenig mehr möglich wäre. Der Kontrast sorgt aber in den meisten Szenen dafür, dass das Bild überaus plastisch aussieht. Dafür sorgen auch ausbleibendes Rauschen und natürlich gibt es keine Verschmutzungen. Manchmal also sehr gut, in den meisten Szenen von guter Qualität, jedoch mit Filtern versehen, die anfangs ein wenig Gewöhnung bedürfen. Kaum sehen wird man übrigens, dass am linken und rechten Rand ein geringer Anteil des Bildes abgeschnitten wurde.


Der Ton ist erstmal unscheinbar, aber ganz gewiss nicht langweilig. Effekteinschübe bieten sich immer wieder mal, um die Dialoge aufzupeppen, so dass man auch "zwischendurch" nicht auf die Rear Speaker verzichten muss. Etwas unüblich ist der manchmal aufbrausende, dann richtig tosende Score, der sowohl dynamisch als in der Auflösung absolut beeindruckend ist. Unüblich, weil in den jungen Jahren der vier Freunde klassische Rock-Songs lautstark und mit wummerndem Bass präsentiert werden. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen der deutschen DTS- und der Dolby Digital-Spur, selbst im Basslevel sind beide gleich gut. Dass es beim klaren Ton doch nicht mehr ist als vier Punkte mag am wenig ausgespielten Potenzial der hinteren Lautsprecher liegen. Die Geräusche sind nettes Beiwerk, selten aber welche, die aufhorchen lassen. Der sehr feine Originalton besitzt optionale deutsche Untertitel.


Höchst interessant am weitestgehend unkommentierten Einblick in die Dreharbeiten fand ich, dass man bei der Erarbeitung der actionreicheren Szenen sehr gut sieht, mit wieviel Körpereinsatz die Darsteller bei der Sache sind. Wenn eine Ohrfeige echt aussehen soll, dann muss sie scheinbar auch echt sein. Sobald die Darsteller etwas mehr reden oder Anweisungen vom Regisseur bekommen, gibt es natürlich deutsche Untertitel. Unter Music-Clips verstehen sich eine Aneinanderreihung von Szenen, in denen die Musik im Vordergrund steht, was bei der gebotenen Bildqualität nicht gerade ein wichtiges Extra ist. Zum Schluss werden noch der Trailer, ein TV-Spot und eine Bildergalerie gereicht.


Nichtsdestotrotz bleibt "Friend" ein empfehlenswerter Film voller wunderbarer Augenblicke. Action allerdings sollte man nicht erwarten. Schusswaffen kommen gar nicht darin vor, die unattraktiven, schmerzvollen, kurzen Gewaltszenen, in denen zum Beispiel gerade zum Ende hin eine extreme Messerstecherei auf atemberaubende Weise gezeigt wird, erreichen aber dennoch ein Höchstmaß an Wirkung. Wer aber eine breite, wunderbar bebilderte Freundschaftsgeschichte voller persönlicher, warmer Erinnerungen des Regisseurs erwartet, der wird keinesfalls enttäuscht werden. Zuschauer, die sich mit dem Erzähl(un)rhythmus arrangieren können, werden "Friend" lieben.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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Friend
Friend (The Ultimate Edition)
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