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USA 1983
Originaltitel:Amityville 3-D
Alternativtitel:Amityville 3
aka. Amityville: The Demon
Länge:86:40 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Richard Fleischer
Buch:William Wales
Kamera:Fred Schuler
Musik:Howard Blake
SFX:Michael Wood, Jeff Jarvis, John Caglione jr. u.a.
Darsteller:Tony Roberts, Tess Harper, Robert Joy, Candy Clark, John Beal, Leora Dana, John Harkins, Lori Loughlin, Meg Ryan, Neill Barry, Peter Kowanko, Rikke Borge, Carlos Romano, Josefina Echánove, Raquel Pankowsky
Vertrieb:Marketing
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.05.2002 (Verleih) / 30.05.2002 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (1:25 Min.)
  • Slideshow (18 Bilder)
  • Bio- und Filmografien:
    • Richard Fleischer (7 Seiten)
    • Tony Roberts (7 Seiten)
    • Meg Ryan (6 Seiten)
  • Trailer "Amityville II" (1:10 Min.)
Die Familie Baxter zieht in das sagenumwobene Amityville Haus. John Baxter ist ein erfahrener Journalist und versucht, den schaurigen Mythen auf die Spur zu kommen. Seine Zweifel an den Gruselgeschichten um sein Haus verschwinden bald, denn es kommt zu grauenhaften Zwischenfällen. Schließlich geraten John und seine Familie immer mehr in tödliche Gefahr. Man versucht, durch parapsychologische Methoden hinter das dunkle Geheimnis zu kommen, das im Gemäuer verborgen liegt. Der düstere Verdacht, dass sich im Keller des Hauses ein Tor zur Hölle versteckt, scheint sich zu bewahrheiten ...
Der zweite Teil machte Kasse, also wird gleich ein weiterer hinterher geschoben. So oder ähnlich müssen die Produzenten 1983 gedacht haben, als mit Richard Fleischer immerhin einen gestandenen Regisseur verpflichteten, um die dritte Runde in der verfluchten Villa einzuleiten. Die Schauspieler wurden etwas besser, die Effekte auch, aber das Thema war so langsam ausgereizt. Deshalb werden die Phänomene hier nicht mehr mit Flüchen oder Besessenen erklärt, sondern, ganz banal, mit einem Höllengeist im Kellerloch, worauf man sich in Folge 3 an Interner Link"Poltergeist" orientiert.


Mit einer gehörigen Portion Humor, bleibt auch der dritte Teil noch erträglich, denn hier schleichen sich ebenfalls wieder dieselben Mankos der Vorgänger ein. Aber etwas Neues wird immerhin geboten: lächerliche 3D-Effekte, die im Zuge der 80er Jahre sogar in Interner Link"Freitag, der 13. - Teil 3" (Die Harpune an der Wäscheleine ist wohl unvergesslich!) und "Jaws" (ebenfalls Teil 3) Verwendung fanden, jedoch in ihrer Auffälligkeit und Machart nahezu peinlich wirkten. Im Kino vielleicht noch passabel ihre Wirkung entfaltend, haben sie jedoch im TV keinerlei Funktion mehr und erinnern den Zuschauer jedes Mal, wenn irgendwas direkt in die Kamera fliegt, mit welch' plumper Technik damals gearbeitet wurde.


Die Prämisse ist geblieben, das Haus ist unheimlich und ein neuer Besitzer bahnt sich an. Hier ist es der Boulevardpressenjournalist John Baxter (Tony Roberts), der zusammen mit seiner Kollegin Melanie (Candy Clark) im Opener ein paar dort sesshaft gewordenen Scharlatanen, die aus den Legenden Lukratives zu schlagen versuchen, das Handwerk legt und dies, da es billig zu haben ist, auch umgehend kauft. Seine Scheidung ist gerade über die Bühne, warum also nicht?

Schon bald beginnen die Fliegen wieder an zu summen, die Spiegel zuzufrieren, aber noch bekommt niemand so recht etwas davon mit. Erst als Melanie Fotos des Immobilienmaklers belichtet, seine hässliche Fratze aber darauf nicht zu erkennen ist - Warum? Bitte nicht fragen, wird eh nicht geklärt - und dieser umgehend beim Hausbesuch von Fliegen zu Tode gekackt wird, beginnt man (eigentlich nur Frau) Böses zu ahnen.


Über die lange, dialoglastige Aufwärmphase, die der Film braucht, um dann mal ansatzweise gruselige Atmosphäre zu erschaffen (Teil 2 hat das besser hinbekommen), will ich mich in Anbetracht der nun folgenden Inszenierung gar nicht mehr aufregen. Journalistin Melanie rast, mit ihren neuen Erkenntnissen zur Villa, um dort John aufzusuchen, muss aber, sobald sie im Haus ist, feststellen, dass alle Türen verrammelt sind. Es summt und kratzt, sie für sich und, wow, plötzlich reißt sie eine Tür auf, hinter der eine gewisse Dolores (Who the fuck is that?) steht, die munter die Taschenlampe über dem Kopf schwingt, worauf die beiden in ein Gewieher sondergleichen verfallen (Ah ja ...) Egal wer sie nun ist, sie verschwindet nach kurzer Zeit und Melanie ist mit sich und der Taschenlampe allein. Aber das soll noch nicht alles sein. Auf einmal wird's kalt in der Butze, das Thermostat streikt und schon geht es ab in den Keller (Wohin sonst?) um die Sicherungen wieder reinzuschrauben, garniert mit einem weiteren Wahnsinns-3D-Effekt (Taschenlampe in Kamera halten). Von dort in Panik versetzt, rennt sie aber wieder die Treppe hoch, worauf sie ein total derber megakalter Luftzug an die Wand presst und langsam Richtung Gefrierpunkt temperiert. Abwarten, wird noch besser ...
John, irgendwo in der Stadt, muss derweil feststellen, dass das Böse nicht ortsgebunden, sondern überaus mobil ist und gern mit Fahrstühlen spielt. Auf dem Weg mit so einem Exemplar in das unterste Stockwerk wird erst zu Boden und dann an die Decke gepresst, um dann von hilfreichen Statisten gerettet zu werden, die ihm sofort die Rechnung für den letzten Systemcheck und ein Glas Wasser reichen (Das muss man gesehen haben!). Wieder zu Hause läuft ihm die völlig abgedrehte, hysterisch energische Kollegin in die Arme, welche mit ihm aber kein Wort wechselt und von dannen braust. Aber sie wird wieder kommen ... (muaharhar)


Bevor ich es vergesse, Blondschopf Meg Ryan ist als die beste Freundin von Baxters Tochter ebenfalls mit von der Partie und wurde, um den Spaßfaktor zu erhöhen, mit Bart Simpsons Stimme (freilich etwas tiefer) versehen. Als treibende Kraft überredet sie ihre Clique eine Seance im Spukhaus abzuhalten, worauf die leichtsinnigen Kids, abgesehen vom schüchternen Töchterlein, auch höllisch begeistert sind. Derweil juckt es Melanie aber schon wieder in den Fingern und auf einem ihrer Fotos, das sie mit einer Lupe untersucht, lugt ihr tatsächlich ein fett grinsender Dämon entgegen, der sie dazu veranlasst zur Villa zurückzurasen. (Kommt ihr noch mit?) Leider steht aber auf dem Weg dorthin ein LKW mit vielen Rohren (Da gibt es dann einen stylischen "Rohr schießt durch das Auto in die Kamera"-Effekt) im Wege und die Bilder beginnen zu fackeln und sie bei lebendigem Leib zu verbrennen. Was ist daran komisch? Eigentlich nichts, wenn es ihre Arme wären, die da in Flammen aufgehen und nicht die eines Stuntmans, der auf der Rückbank sitzt und seine Arme nach vorn hält, um kräftig damit zu rudern.


Moment, wird noch besser! Die Kids zocken inzwischen Kartenlegen im Spukhaus, überlegen sich aber schon bald mit dem Boot über den anliegenden See zu schippern. Was dabei passiert weiß niemand so recht (am allerwenigsten wir), aber als Muttern vorbeischaut, beobachtet sie ihre Tochter, wie sie pitschnass die Treppe hochläuft, während der gerade angekommene Vater sieht, wie ihre Freunde sie an Land bringen, um den Notarzt zu rufen. Der lässt dann auch auf sich warten und niemand (!!!) kommt auf die Idee mal lebensrettende Maßnahmen à la Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herzmassage durchzuführen. Muttern, noch im Haus, stürzt aus der Haustür des selbigem, verfällt bei dem Anblick ihrer Tochter umgehend einer Art Wahnsinn und rennt in die Villa zurück, John ihr sofort auf den Fersen, um ihr zu erklären, dass ihre Tochter tot ist (Lol, die Ärzte reanimieren draußen noch feierlich ...) und ihre Treppengestalt ein Hirngespenst sei. Ist ihr aber egal, sie bügelt lieber Töchterchens Pullover für den nächsten Geburtstag.


Um die Tassen wieder alle in den Schrank seiner Ex zu bugsieren, wird final ein ganzes Team von Paranormalwissenschaftlern (die Jungs, die man bei "Poltergeist" auch holte) ins verkabelte Haus gelassen, um einen groß angelegten Effekt-Rambazamba zu veranstalten, wo, mal wieder, viel durch die Gegend und vor allem in die Kamera fliegt, der Kellergeist sich sein Opfer flambiert, eiskalter Wind weht, alles zusammen kracht, was zusammen krachen kann und Statisten an Schnüren durch die Räume fliegen.


Wer das Kleingedruckte gelesen hat, mit dem Marketing auf der Rückseite der DVD-Hülle hinweist, dem dürfte bekannt sein, dass "Amityville 3" im 3D-Verfahren gedreht wurde, welches so bisher nur auf der UK-DVD erschienen ist. Mit den Schwierigkeiten der Konvertierung auf ein zweidimensionales Bild bzw. eines, welches ohne Rot-Grün-Bild auskommt, wird der Zuschauer dieser Auswertung konfrontiert. Ganz gewiss nicht jede Szene ist davon betroffen und meist sind es auch nur Bildteile, die einen verschwommenen, matschigen Effekt aufweisen. Das kann z.B. ein Fenster in der Mitte des Bildes sein, eine Frau am Schreibtisch wie im Verlagsbüro oder ein ganzer Bildhintergrund. Damit kann man durchaus auskommen, wären die anderen Faktoren konstant. Die Farben werden bereits durch den hohen Grad an Schatten negativ beeinflusst, sind in anderen Szenen wieder kräftig genug für das Alter des Materials. Viele Szenen sind leider kontrastarm. Das ist besonders dann störend, wenn sich eine Figur komplett durchs Dunkel bewegt und man diese kaum noch darin erkennt. Zumindest wird dann die fehlgeschlagene Rauschunterdrückung nicht so sehr sichtbar, die sich an jede Bewegung haftet und diese schleppend gestaltet. Bereits in ruhigen Sequenzen vereitelt die starke Körnung Details, obwohl einige Szenen relativ plastisch aussehen. Ein paar Kratzer sind dann und wann zu sehen, aber insgesamt kann man noch knapp 3 Punkte ergattern.


Mit dem Upmix meint es Marketing diesmal etwas besser als beim vorangegangenen Teil, auch wenn er in vielen Szenen unnötige Kanalumverteilung betreibt. Trotzdem, gerade der Soundtrack wird dadurch atmosphärisch verstärkt, was Sinn macht. Über die Alterserscheinungen kann dies trotzdem nicht hinwegtäuschen, die im Deutschen weniger auffällig sind als im leicht rauschenden und stimmlich manchmal etwas dumpfen Originalton. Beide sind trotz der etwas simplen Vertonung sehr hörbar gestaltet und erlauben sich keine größeren Verzerrungen. Aber wie beim Bild auch entsteht hier eher der Eindruck von 10 Jahre älterem Material. Beim 5.1-Ton entsteht in einigen Szenen ein etwas seltsames, leises Klopfgeräusch mit Einsatz jedes Dialogs, welches zwar nicht zum Film gehört, aber gut als unheimliches Klopfen im Haus interpretiert werden kann - falls man es überhaupt hört.

Das Bonusmaterial ist nicht umfangreich, aber zumindest gibt es diesmal echte Filmografien, also textliche Einleitungen zu den Personen, während der Rest leider die typischen Filmauflistungen mit Rollenangaben sind. Neben der Slideshow gibt es noch Trailer zum Vorgängerwerk und zu "Amityville 3", der zeigt, wie schlecht das Bild glücklicherweise auf dieser DVD nicht ist.


"Amityville 3" toppt den Vorgänger noch mal in allen Punkten und hat einen extrem belustigenden Effekt auf den Zuschauer. Der Plot entwickelt sich so unlogisch, dass es schmerzt. Unheimlich will es gar nicht werden, die Effekte sind oft amateurhaft und hoffnungslos veraltet. Final wird sich noch dreist bei "Poltergeist" bedient, die Schauspieler sind bestenfalls routiniert, der Verlauf, genau wie die Ereignisse, selbst für Genreneulinge vorhersehbar und dennoch kann man seinen Spaß haben. Gepflegte Lachkrämpfe garantiert!


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


Druckbare Version
Amityville Horror - Eine wahre Geschichte, The
Amityville Horror, The (Special Edition)
Amityville - Das Böse stirbt nie
Amityville II - Der Besessene
News"The Amityville Horror" - SE & 3er Box im April
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