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USA 1981
Originaltitel:Poltergeist
Länge:109:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tobe Hooper
Buch:Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor
Kamera:Matthew F. Leonetti
Musik:Jerry Goldsmith
SFX:Industrial Light & Magic
Darsteller:Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Beatrice Straight, Dominique Dunne, Oliver Robins, Heather O'Rourke, Michael McManus, Virginia Kiser, Marty Casella, Zelda Rubinstein, Richard Lawson
Vertrieb:Warner Home
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Portugiesisch, Griechisch, Tschechisch, Kroatisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:12.10.2007 (Kauf)
Specials:
  • Sie sind hier - Original Hintergrundokumentation in zwei Teilen:
    • Die Wissenschaft der Geister (15:32 Min.)
    • Kommunikation mit den Toten (15:33 Min.)
"Sie sind hier" - anfangs verspielt ... aber dabei bleibt es nicht. Ein Sturm bricht los, ein Baum geht zum Angriff über, und die kleine Carol Anne Freeling wird in eine spukhafte Zwischenwelt entführt. Und während sich ihre Familie der pausenlosen Gruselattacken erwehren muss, entsteht nebenbei ein neuer Meilenstein in der Geschichte der Geistergeschichten Hollywoods: Die Produzenten Steven Spielberg und Frank Marshall sowie Regisseur Tobe Hooper dirigieren das Spitzen-Scream-Team dieses Klassikers. Trautes Heim ... ist zum Schrei'n!
"Sie sind hier"

Wer hat oben genannten Spruch mittlerweile noch nicht gehört? Ist dieser doch Bestandteil eines der besten Horrorfilme, die das Licht der Filmwelt erblickten, "Poltergeist", inszeniert 1981 von Tobe Hooper (Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre") und produziert von niemand anderem als Stephen Spielberg. Gerüchten zufolge soll ein Großteil von Spielberg stammen und Hooper eher die zweite Geige gespielt haben; auch wenn es so sein sollte, würde dies dem Film keinen Abbruch tun. Was hier geschaffen wurde, ist und wird immer ein Meilenstein sein. Dies liegt zum einen an den spannenden Storyablauf und zudem an den sehr realistischen Effekten, die von George Lucas' Firma Industrial Light & Magic stammen. So ist gruseliges, aber auch spaßiges Treiben garantiert. Die Story sollte mittlerweile jedem bekannt sein, ansonsten hier eine Inhaltsangabe um auch den Unwissenden zu überzeugen.


Der Familienvater und Immobilienmakler Steve Freeling (Craig T. Nelson) wohnt mit seiner Frau und den drei Kindern in einem Neubaugebiet. Alles scheint perfekt in dieser typisch amerikanischen Kleinstadtidylle. Doch als man eines Tages vergisst den Fernseher auszuschalten und nur noch das Bildrauschen nach Sendeschluss übrig ist, wird die fünfjährige Tochter (Heather O'Rourke) magisch von diesem Rauschen angezogen. Von diesem Zeitpunkt an geschehen merkwürdige Phänomene in dem Haus der Freelings. Möbelstücke machen sich selbstständig und weitere merkwürdige Vorkommnisse prasseln auf die Familie ein. Zuerst amüsiert, verschärft sich die Situation schlagartig, als in einer stürmischen Nacht der am Haus stehende Baum ein Eigenleben entwickelt und den kleinen Robbie (Oliver Robins) fressen will. Dieser Angriff des Bösen gegen der Familie entpuppt sich als cleverer Schachzug dunkler Mächte, die es in Wirklichkeit auf Carol Anne abgesehen haben. Denn während des Rettungsversuchs gegen den Baum, öffnet sich im Kinderzimmer die Tür zum Wandschrank und eine unheimliche Macht entführt die Kleine. Als die Freelings Carol Annes Stimme aus dem Fernsehen vernehmen ist guter Rat teuer. Selbst als ein Papapsychologenteam zu Hilfe gerufen wird, scheint es unmöglich die Kleine zu befreien. Erst als das Medium Tangina (Zelda Rubinstein) in Kontakt mit der jenseitigen Welt aufnimmt, scheint es, als ob sich alles zum Guten wendet. Es gelingt Carol Anne aus den Klauen des Jenseits zu befreien und alles scheint fast wieder seinen geregelten Weg zu gehen, doch nun ist die Zeit gekommen und die Toten holen zum Gegenangriff aus ...


Und genau diese Geschichte ist es, die den deutlichen Zerfall einer heilen Welt im amerikanischen Mittelstand aufzeigt. Alles scheint wunderbar zu harmonieren bis sich etwas Bedrohliches am schwächsten Punkt einer Familie vergreift: den Kindern. Wobei hier nochmals unterschieden wird, denn man vergreift sich zuerst am mittleren Kind, das sich dem Unheimlichen nicht allzu sehr verschließt, um im Anschluss die Eltern aus der Reserve zu locken, um dann dem schwächsten Punkt, der noch zugänglich und beeinflussbar ist, dem alltäglichen Leben zu entreißen. Der inszenatorische Stil von Hooper/Spielberg ist grandios gewählt, denn die Bedrohung kommt überraschend, was dem Zuschauer eine Vorhersehbarkeit grundsätzlich unmöglich macht. Schleichend wie ein Tier auf der Jagd nach Beute reihen sich die Szenen aneinander und die Situation wird kontinuierlich bedrohlicher. Um diese Stimmungen und den stetigen Zerfall der Familie wiederzugeben, konnte man in den angeheuerten Darstellern keine besseren Mitstreiter finden.
Ob es nun als Eltern Jobeth Williams und Craig T. Nelson sind oder die Kinderdarsteller Heather O'Rourke, Oliver Robins und Dominique Dunne, es gibt einfach keinen Ausfall bei den Darstellern. Und ebenso wirken die Effekte auch heutzutage noch so frisch wie damals, obwohl man ohne Computereffekte arbeiten musste. Dies alles sind Faktoren, die "Poltergeist" zu einem zeitlosen Klassiker machten, den man immer wieder genießen kann. Und dies erkannte auch Hollywood und schob noch zwei Fortsetzungen hinterher.


Glaubt man den Gerüchten, sollen sich auch einige merkwürdige Ereignisse am Set abgespielt haben, doch dürfte dies eher als ein gelungener Werbegag abgetan werden. Fakt ist aber, dass die Poltergeist-Filme für vier der Darsteller auch gleichzeitig den weltlichen Abgang bedeuteten. Zu beklagen sind die Tode von Dominique Dunne ("Poltergeist"), Julian Beck ("Poltergeist 2"), Will Sampson ("Poltergeist 2") und Heather O'Rourke (Poltergeist 1-3). Genauer betrachtet sind dies alles krankheitsbedingte Todesfälle, ein ungutes Gefühl wird man in Hollywood aber wohl doch bekommen haben, denn anders ist es wohl nicht zu erklären, warum es nie eine weitere Fortsetzung gab, obwohl selbst "Poltergeist 2" und sein Nachfolger ihr Geld einspielten.


Bei einer 25th Anniversary Edition hätte man sich im Bonusmaterial deutlich mehr gewünscht. Zwar sind die beiden Dokumentationen, die die Poltergeistphänomene beleuchten nicht uninteressant, doch wenig filmbezogen. Schön wären Interviews oder Making Ofs gewesen, doch leider wird man diesbezüglich nicht fündig. Daher ist die Veröffentlichung zum 25. Jahrestag, was das Bonusmaterial betrifft, eine Enttäuschung.


Bemerkenswert ist allerdings die Qualität des Bildes, was wieder versöhnlich stimmt. Entgegen der alten Auflage gibt es einen, wenn auch nur minimal größeren Bildausschnitt und auch farblich wirkt das Bild wesentlich natürlicher und kräftiger. Auch der Kontrast weiß auf Anhieb zu gefallen und erlaubt sich in keiner Szene irgendwelche Details zu verschlucken. Hinzu kommt das perfekte Zusammenspiel mit dem vorhandenen Schwarzwert. Bis auf minimale Ausfälle lässt auch die Schärfe keinen Anlass zur Kritik und verfügt über eine detailreiche Wiedergabe. Beim genauen Hinsehen wird ein leichtes Bildrauschen ersichtlich, was den Gesamteindruck aber nicht schmälert.


Auf tonaler Ebene kann der Film ebenso überzeugen. Eine 5.1-Abmischung bleibt aber nur dem Originalton vergönnt. Dieser ist recht dynamisch und verwandelt das Kino daheim in einen kleinen Hexenkessel, der den Subwoofer mit einem ordentlichen Bass füttert. Erstaunlich ist aber auch die deutsche Surround-Spur die zwar leiser, aber für einen einfachen Surroundmix sehr dynamisch klingt und die möglichen Effekte in diesem Tonbereich für sich ausnutzt. Der zusätzliche Surroundspur des O-Tons ist das deutsche Pendant ebenbürtig. Auch der spanische Dub klingt sehr angenehm, fließt aber in die Wertung nicht mit ein, da dieser nur kurz angespielt wurde. Die Dialogwiedergabe aller Tonspuren ist sehr klar und immer gut verständlich. Defekte oder Störungen sind keine zu finden und auch Rauschen wurde nicht bemerkt. Die beste Entscheidung wäre der Originalton, um den Poltergeistern im heimischen Wohnzimmer das Spuken zu erlauben. Optional würde die Möglichkeit bestehen deutsche Untertitel hinzuzuschalten.


Man muss gestehen "Poltergeist" hat noch nie so gut ausgesehen und kann auch tonal überzeugen. Wermutstropfen ist das zwar interessante, doch für eine Jubiläumsveröffentlichung etwas zu dürftige Bonusmaterial. Aus diesem Grund scheitert dann die ultimative Veröffentlichung. Doch eventuell peilt Spielberg so etwas auch erst zum 30jährigen an.


Film++++++
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++----


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NewsWarner Deutschland kündigt Blu-ray Backprogramm Titel im Oktober an.
Poltergeist
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