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USA 1979
Originaltitel:Prophecy
Alternativtitel:Prophecy: The Monster Movie
aka. Prophezeiung, Die
Länge:98:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Frankenheimer
Buch:David Seltzer
Kamera:Harry Stradling Jr.
Musik:Leonard Rosenman
SFX:Robert Dawson
Darsteller:Robert Foxworth, Talia Shire, Armand Assante, Richard A. Dysart, Victoria Racimo, George Clutesi, Burke Byrnes, Mia Bendixsen, Tom McFadden, Graham Jarvis, Everett Creach, Charles H. Gray
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo (nur engl.), Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel:Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Dänisch, Deutsch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:04.10.2007 (Kauf)
Specials:-
Robert Foxworth und Talia Shire sind zu sehen in den Rollen eines Arztes und seiner Frau, die auf Bitten eines besorgten Freundes die negativen Auswirkungen einer Papierfabrik in Maine auf das lokale Ökosystem untersuchen. Sie beginnen mit der Untersuchung einer Reihe schrecklicher, mysteriöser Ereignisse: Missgeburten, wie z.B. Fische, die das mehrfache ihrer normalen Größe erreicht haben, und einige grausame, bizarre Todesfälle unter der Bevölkerung.
"She Lives. Don't Move. Don't Breathe. She Will Find You."

John Frankenheimer hat sich in seiner Karriere nicht selten mit politisch angehauchten Themen befasst, aber mit dem skandalumhauchten "The Prophecy" hat er anno 1979 leider ein Eigentor geschossen. Der Film wurde als das besondere Mysterium umworben, von dem vorher niemand was wissen durfte, entpuppte sich am Ende aber als blasse Enttäuschung. Wer den Film heute sieht, weiß auch warum. "Die Prophezeiung" ist viel mehr ein gängiger Monster-Tier-Film, wie er in den 70ern üblich war, als der ökologisch motivierte Thriller mit übernatürlichen Bezügen, zu dem man ihn machen wollte. Der Öko-Anspruch ist nämlich hier lediglich ein schwaches Deckmäntelchen, um die Dinge in Gang zu bringen, im Laufe der Handlung gehen diese Themenbereiche unter und lassen den Zuschauer am Ende ratlos zurück.
Zu Beginn ist der Film noch recht vielversprechend: Genervt von seiner medizinischen Tätigkeit in einem Slum voller Farbige, lässt sich Robert Foxworth überreden, ein Umweltgutachten über eine Papierfabrik zu erstellen und dabei gleichzeitig in Maine zwei Wochen Urlaub zu machen. Die Fabrik wird von den Indianern bestreikt, die in der Fabrik eine Gefährdung für die Natur sehen und auf die titelgebende Prophezeiung verweisen (Rache der Natur, etc.). Hineingemischt wird noch Talia Shires Wunsch nach einem Baby von ihrem vielbeschäftigten Mann.



Sobald man jedoch im Wald angekommen ist, zerfällt der Film in Einzelteile und driftet ins Lächerliche ab. Die freundlichen Fabrikmitarbeiter gehen mit brutaler Gewalt gegen ein paar Indianerprotestler vor, was vollkommen übertrieben wirkt, ein Waschbär reagiert aggressiv, schließlich sichtet Foxworth beim Angeln einen Lachs in Robbengröße. Das Plastikvieh lässt leider schon erahnen, was dann noch für Tricks auf uns zukommen. In der Fabrik schafft er es, dass sich die Verantwortlichen durch simples hartnäckiges Nachfragen entblößen und dann geht es nächtens auch schon rund, denn ein von Quecksilberabfällen im Wasser mutierter und wie gehäutet aussehender Bär geht "on the rampage".


Was dann folgt, ist der gebügelte Quark, den uns sogar D-Regisseur Bert I. Gordon schon hundertmal vorgesetzt hat: Der Bär hetzt die Verantwortlichen durch den dunklen Tann und verfrühstückt erst die Firmenverantwortlichen, dann die Indianer und reißt alles um, was nicht schnell genug im Fluchttunnel ist. Da man das Modellvieh immer nur ausschnittweise und bei Nacht sieht, dauert es ein paar von seinen reichlichen Auftritten, bis man die schlechten Masken bemerkt, hier und da rennt sogar mal jemand mit einem Bärenkopf herum, von den biologischen Absurditäten mal ganz abgesehen (Bär bleibt drei Minuten unter Wasser, Bär greift auf Hinterbeinen an.) Es wird sich also nach Herzenslust verschanzt, man macht sich Vorwürfe und heckt die dümmsten Pläne aus, kann aber drehbuchgemäß zwei Tage nicht aus dem Forst entkommen. Die Dialoge ziehen einem dabei öfters mal die Schuhe aus.


Am Ende nimmt das Vieh eine stabile Holzhütte wie eine Streichholzschachtel, weil Foxworth und Co aus Integritätsgründen die ganze Zeit das Monsterbaby des Bären durchs Unterholz schleppen, was Mutti gar vergrätzt. Und während alle anderen per Tatzenhieb zermetzelt werden, überlebt der wackere Arzt am Ende eine dicke Bärenumarmung und piekst das mit dem Dolche tot. Derweil fragen wir uns die ganze Zeit, was wohl aus seiner schwangeren Frau wird, die munter Fische aus dem See verfrühstückt hat.
Aber, und da ist man konsequent gleichgültig dem Thema gegenüber, das wird gar nicht erst geklärt. Das Vieh ist tot, der Firmenleiter tot, die Papierfabrik nach dem Bericht bald auch. Foxworth streichelt im Flugzeug den Kopf, was aus dem Baby wird, erfahren wir nicht, ebenso wenig wie etwas über das Schicksal der Indianer. Hauptsache, die weißen, ehrbaren Leutz aus der Zivilisation haben es überlebt. Keine Ahnung, ob das ungeplanter Zynismus ist oder ob die eine Hälfte des Drehbuchs geklaut und nicht wiedergefunden wurde, auf jeden Fall kann man diesen Murks in die Tonne kloppen. Als Tierhorror ist der Film noch ganz putzig und das Plärren des Monsterbabys ist wirklich nervenzerrend, aber ansonsten fährt man auch mit dem guten alten Interner Link"Grizzly" ganz gut. Unter Kuriositätsgesichtspunkten aber ein lustiges Beispiel, wie man aus einer guten Idee einen Haufen Kasperquatsch machen kann.


"The Monster Movie."

Ein weitere Titel wurde aus der Kuriositätenkiste ausgebudelt und schafft es von einem Major, in diesem Falle Paramount, veröffentlicht zu werden. Überraschend gut präsentiert sich der anamorphe Widescreen-Transfer, welcher uns hier in einem Bildformat von 2,40:1 vorliegt und sauber restauriert wurde. Der Kontrast überzeugt mit stets guten Werten und darf selbst in problematischen Nachtaufnahmen nichts von seiner Detailzeichnung einbüßen, unterliegt aber den eingesetzten Farbfiltern, welche den Transfer in dunklen Außenaufnahmen sehr kühl und blaustichig erscheinen lassen, wodurch auch der Schwarzwert etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. In anderen Sequenzen überzeugt der Transfer durch ein sattes Schwarz und einen ausgewogenen Kontrast und eine natürlichen Farbgebung. Selbst die Kantenschärfe ist für einen 28 Jahre alten Film teilweise sehr gut ausgefallen und lässt eine ansprechende Grundschärfe zu. Die Detailzeichnung schwankt hier zwischen gut und sehr gut, fällt auf Projektoren hin und wieder auf ein befriedigendes Niveau ab. Trotzdem mag man es manchmal gar nicht glauben, dass "Prophezeiung" schon fast dreizig Jahre auf den Buckel hat. Lediglich in einigen Totalen wirkt das Bild und die Konturen etwas zu schwammig und die eingesetzten Rauschfilter sorgen für leichte Bewegungsunschärfe. Selbst die Kompression arbeitet sehr unauffällig und zeigt keinerlei Artefaktebildung. Auch Blockbildung ist kaum bzw. gar nicht auszumachen. Lediglich leichte Bildunruhen, hin und wieder sichtbar werdene Defekte und Drop-Outs, sowie leichtes Bildrauschen in homogenen Flächen lassen auf das wahre Alter des Materials schließen. Überwiegend dürfen wir uns aber an dem sauberen Transfer erfreuen.
Der deutsche und französische Track liegen in Mono vor, klingen aber gut verständlich, zeigen nur leichte Verzerrungen und kein hörbares Rauschen. Selbst Defekte oder anderweitige Störungen sind nicht auszumachen. Der englische Mix liegt in Stereo vor und bietet eine deutlich breitere und voluminösere Front, was sehr schön beim Einsatz von Musik zu hören ist, welche sehr satt und kräftig aus den Speakern hallt. Bei der Darstellung der Nebengeräusche wirkt der englische Track ebenfalls natürlicher und klarer und die Dialoge sind auch sauber zu verstehen und passen sich viel besser dem restlichen Klangbild an, als es bei der deutschen Fassung der Fall ist. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten. Auf Extras oder ein animiertes Menü müssen wir leider verzichten.


John Frankenheimers Tierhorror-Klassiker wird uns erstmal auf DVD präsentiert, hinzu in einer überraschend guten Bild- und Tonqualität, nur leider fehlen Extras. Fans von Tierhorrorfilmen werden sicherlich gut unterhalten werden, doch für einen intelligenten und ernst gemeinten Beitrag zum Thema Umweltverschmutzung ist "Prophezeiung" einfach zu trashig.


Film+++---
Bild++++--
Ton++----
Bonus------


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NewsFrankenheimers "Prophezeiung" erfüllt sich demnächst!
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