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USA 1994
Originaltitel:Stand, The
Länge:DVD 1: 177:30 Minuten / DVD 2: 181:35 Minuten (ungekürzte Langfassung)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mick Garris
Buch:Stephen King
Kamera:Edward J. Pei
Musik:W.G. Snuffy Walden
SFX:Jim Doyle, Andre G. Ellingson u.a.
Darsteller:Adam Storke, Corin Nemec, Gary Sinise, Jamey Sheridan, Laura San Giacomo, Matt Frewer, Molly Ringwald, Ossie Davis, Rob Lowe, Ruby Dee, Miguel Ferrer, Mick Garris, Tom Holland, Stephen King, John Landis, Dan Martin, Sam Raimi, George Sullivan, Kathy Bates, Ed Harris
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch,Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Dänisch, Finnisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:04.10.2007 (Kauf)
Specials:-
Eine grausame Grippe-Epidemie rafft die gesamten US-Bevölkerung dahin - mit einer Handvoll Ausnahmen. Die werden in ihren Träumen zu der Hütte einer 106jährigen Farbigen geleitet. Dort bereiten sie sich auf die große Konfrontation mit dem Leibhaftigen vor, der unter dem Namen Randall Flagg in Las Vegas firmiert. Doch der Böse hat die braven Pioniere mit seinen Schergen infiltriert: Bis es zum letzten Gefecht mitten in Las Vegas kommt, müssen noch viele sterben.
"I'm 106 years old, and I still make my own bread." - Mutter Abigail

Zwei Regisseure waren es, die Stephen Kings TV-Verfilmungen prägen sollten. Zum einen war das Mick Garris, der mit TV-Mehrteilern wie "The Stand" (auf den sich diese Besprechung bezieht) und Interner Link"The Shining", Kings Geschichten in wunderbare Bilder eintauchen ließ und für ordentliches Spannungspotenzial sorgte. Allerdings waren bei beiden Filmen einige Längen nicht ganz zu übersehen. Diese konnte dann Craig R. Baxley mit seinen grandiosen TV-Verfilmungen "Haus der Verdammnis" und (vor allem) Interner Link"Sturm des Jahrhunderts" wunderbar überretuschieren, was aber auch daran gelegen haben dürfte, dass er sich bei diesen Filmen "nur" mit reinen Screenplays des King beschäftigte, während Garris Drehbücher verfilmte, die der King auf seinen Romanen basieren ließ. So auch "The Stand", der als so ziemlich der erste Kingsche Straßenfeger galt und in Amerika für absolute Traumquoten sorgte. Was beim Anblick des Mammutwerks aber auch kein Wunder ist, denn "The Stand" ist wirklich 5 1/2-Stunden spannende Filmunterhaltung, die eben nur mit einigen Längen zu kämpfen hat.



"We... are... dead... and... this... is... Hell!" - Nadine

Erst einmal vorweg: Da wir die Romanvorlage bisher noch nicht gelesen haben, können wir auf etwaige Unterschiede zwischen Buch und Film nicht wirklich eingehen, was aber anscheinend auch besser so ist, da viele Fans des Buches vom Film leicht enttäuscht waren. Völlig nüchtern und ohne Vorkenntnisse betrachtet kann das Drehbuch von King selbst aber wieder nur als gelungen bezeichnet werden. Die Geschichte um einen Virus, der die ganze Menschheit ausrottet und nur eine (vergleichsweise) kleine Gruppe verschont, welche sich dann später auch noch mit einem Teufels-Abziehbild namens Randall Flagg herumschlagen muss, ist bis zum letzten Atemzug spannend und interessant durchdacht worden. Charakterzeichnung und Einführung in die Geschichte sind, wie vom King gewöhnt, mal wieder sehr ausführlich geworden, bleiben aber eigentlich durchweg auf höchst interessanten und durchaus auch glaubwürdigem Niveau. Und wenn die Charaktere dann bekannt sind und der Eingang in die Story abgeschlossen ist, dann gibt es immer noch genug fantastischen Stoff, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Dabei dreht King vor allem die Atmosphärenschraube hier mitunter so dicht, dass es Zeitweise kaum noch auszuhalten ist. Seine Endzeit-Story beginnt mit einem Knall, um dann stetig und konstant die triste und verstörende Endzeit-Atmosphäre zu steigern, die man so intensiv wohl erst wieder bei Interner Link"28 Days Later" zu spüren kriegen sollte. Wenn sich die Figuren in einer menschenleeren Welt wiederfinden, in der sich links und rechts die Leichen stapeln und vorerst überhaupt nicht klar ist, in was für eine Richtung sich das Treiben eigentlich bewegen wird, dann ist wohlig schaurige Unterhaltung garantiert.


Aber auch die vielen unterschiedlichen Reisen der Figuren sorgen für Spannung. Schon bei der anfänglichen Reise zur mysteriösen Mother Abigail, die den Überlebenden in merkwürdigen Träumen erschienen ist, werden viele interessante kleine Episoden von Leuten erzählt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Danach der Aufbruch einzelner Ausgewählter, die Randall Flagg, dem offensichtlichen Bösen in weiter Ferne, ausspionieren sollen und zum Schluss der Gang mehrerer Männer zum Kampf gegen Flagg, der dann allerdings mit einer cleveren Wendung zu Ende geht, die man so sicher nicht erwartet hätte. Und gerade diese Kniffe sind es, weshalb "The Stand" seinen Pulver auch nach bereits vielen Stunden Film noch nicht verschossen hat.


"M-O-O-O-N, that spells "deaf and dumb." - Tom

Nicht ganz zu kaschieren sind aber dennoch einige Längen in dem Treiben. Auch wenn es, wie schon erwähnt, wirklich bis zum Schluss spannend und interessant bleibt, so haben sich in diesem Epos doch ab und an einige Szenen eingeschlichen, die man schlichtweg kompakter hätte lösen können (auch wenn das die Fans des Buches sicher nicht gerne hören wollen). Zudem sind die Dialoge manchmal etwas sehr pathetisch ausgefallen und wirken mitunter auch recht weit hergeholt. Vor allem das ewige "Gott hat es so gewollt" oder "Das ist Gottes Wille und dem müssen wir uns beugen", kann einem (selbst als Christ) irgendwann höllisch auf die Nerven gehen. Aber alles in allem sind das doch nur kleinere Mankos in einem übergroßen Werk.


Nun ist es aber auch nicht nur die Geschichte, die hier so wunderbar geworden ist, auch die ganze Inszenierung seitens Garris hat es in sich. Schon bei den Interner Link"Sleepwalkers" bewies er sein Gespür für einen schön-schaurigen Inszenierungsstil und auch "The Stand" besitzt davon reichlich. Egal ob es der Einsatz mitunter unglaublich kühl wirkender Farbfilter ist, die Auswahl der Kulissen, die, für damalige TV-Verhältnisse, recht schicken Spezialeffekte oder nur der grandiose Score. Für ein wunderbar atmosphärisches und fröstelndes Drumherum hat Garris jedenfalls wirklich alles richtig gemacht, so dass man sich bei seinen heutigen Werken, wie dem recht biederen Interner Link"Chocolate" der "Masters of Horror"-Reihe, doch ein wenig wundert, warum er dies heutzutage nicht mehr hinkriegt. Hier klappte es jedenfalls wunderbar.

"Liars sit in chairs, you know. Truth tellers just sort of hunker down." - Flagg

Abgerundet wird das wirklich prächtige TV-Erlebnis noch von seinen Darstellern, die man nicht besser hätte auswählen können. Ein wunderbares Ensemble großer und kleiner (B-)Movie-Stars, die hier ihre Parts allesamt absolut wunderbar absolvieren. Da hätten wir z.B. Gary Sinise, Molly Ringwald, Miguel Ferrer, Matt Frewer, Max Wright und Rob Lowe, nur um mal ein paar wenige zu nennen. Doch man kann keinen von ihnen wirklich herauspicken, da sie wirklich alle große klasse in dem sind, was sie hier tun. Höchstens Jamey Sheridan als Oberbösewicht ist eine besondere Heraushebung wert, da er den genauso coolen wie bösartigen Randall Flagg wirklich so hinreißend spielt, dass man ihm nach diesem Streifen wohl nicht mehr auf der Straße begegnen möchte. Nur Colm Feore als Andre Linoge im Interner Link"Sturm des Jahrhunderts" war da vielleicht noch besser!


"You have fun getting raped and murdered back on 7th Ave, sweetheart!" - Larry

Es ist gerade mal drei Jahre her, das Warner Bros. Stephen Kings "The Stand" als Doppel-DVD veröffentlichte. Technisch hat sich nicht viel geändert und Bonusmaterial findet sich auch nicht auf dieser Edition, lediglich die Covergestaltung hat ich geändert und anstelle den bekannten Covermotiven der VHS- und der DVD-Edition aus dem Hause Warner bedient sich Paramount dem Cover der Romanvorlage.
Tontechnisch liegen alle fünf Tonspuren in Stereo vor und die von uns getesteten englischen und deutschen Sprachfassung klingen recht gut. Die Sprachverständlichkeit ist bei der deutschen Fassung sogar etwas besser und es wird eine saubere und ordentliche Stereofront erzeugt, bei der wir uns an einigen Stellen eine etwas bessere Höhenabmischung gewünscht hätten. Da es sich aber um eine TV-Produktion handelt, können wir mit dem Ergebnis recht zufrieden sein. Die englische Spur wurde etwas leiser abgemischt, klingt ein wenig dumpfer, in der Stimmenwiedergabe aber auch etwas "echter", wobei die Stimmen hin und wieder deutlich verzerren und etwas spitz wirken. Optional lassen sich wie immer bei Paramount deutsche Untertitel hinzuschalten.
Man tat gut daran die 360 Minuten auf 2 DVDs aufzuteilen, denn qualitativ wird uns ohnehin nur durchschnittliche Kost geboten. Hierbei stört vor allem das starke Bildgrieseln, sowie die unschönen stehenden Rauschmuster, welche den Vollbildtransfer recht schwammig und in Bewegung sogar unscharf erscheinen lassen. Selbst in Nahaufnahmen ist die Detailzeichnung nur als ausreichend zu bezeichnen und die Kantenschärfe schwankt zwischen befriedigend und gerade noch ausreichend. Die Farbgebung wirkt ebenfalls etwas unausgewogen. Überwiegend etwas blass, dann wieder recht natürlich, bis hin zu kräftig, aber übersättigt - je nach Drehort und Szenario. Da gilt auch für den Kontrast, welcher insgesamt noch ordentlich wirkt, in dunklen Szenen aber die nötige Feinzeichnung missen lässt und stellenweise einfach zu dunkel wirkt. Die Kompression arbeitet hierbei zufriedenstellend und leistet sich keine großen Patzer.



"The Rat Man will forgive you this time!" - Rat Man

Kings erster wirklicher Straßenfeger in Sachen TV-Unterhaltung ist ein ultraspannendes und extrem atmosphärisches Schauerstück geworden, dem man sich als King-Fan nicht entziehen kann. Die apokalyptische Story kann von vorn bis hinten überzeugen und die Umsetzung durch Mick Garris schäumt nur so vor Atmosphäre und Spannung über. Auch wenn sich in den 360 Minuten Spielzeit doch die ein oder andere Länge einschleicht und die Dialoge manchmal etwas zu gottesfürchtig und gestellt daherkommen, so ist und bleibt "The Stand" dennoch ein TV-Mehrteiler, den man sich immer wieder ansehen kann. Auch wenn die späteren King-TV-Filme von Baxley noch einen Zacken besser waren, so ist und bleibt "The Stand" ein Meilenstein in Sachen Fernsehfilm-Unterhaltung!

Bot man uns bei Interner Link"The Langoliers" noch den Vorteil einer englischen Tonspur, sowie einer etwas verbesserten Bildqualität, scheint "The Stand" auf den ersten Blick keine Vorteile zu haben. Doch vergleicht man die Laufzeit der Warner-Auflage, welche der internationalen TV-Fassung entsprach, mit den der Paramount-Edition, ergibt sich eine zeitliche Differenz von knapp 12 Minuten, welche die Paramount-DVD länger läuft. Was nun genau anders bzw. länger ist, wird nur ein Schnittvergleich zeigen können, welcher in Kürze folgt. Auffällig sind aber viele kleine Szenen, in denen kurze Wörter nicht synchronisiert wurden. Dies fällt zuerst kaum auf, da es sich z.B. um das Rufen von Namen oder die Nutzung von Schimpfwörter handelt. Somit werden Stephen King-Fans und Fans des Mehrteilers auf jedenfall einen Kaufgrund haben, dabei ist es dann auch fast egal, ob das Bild einige Schwächen aufzeigt und keinerlei Zusatzmaterial vorhanden ist.


Film+++++-
Bild++----
Ton+++---
Bonus------


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Matthias Paul am 11.01.2007
Bewertung:

Apokalypse light
Stephen King ist ja eigentlich ein Verpackungskünstler, recycelt er seine Stoffe doch von Buch zu Buch mit kleinen Variationen und bietet sie somit wieder seinem Publikum an, welches die Inhalte eigentlich schon kennt - nur in anderer Reihenfolge bzw. Figurenkonstellation. Dem TV-Vierteiler "The Stand" tut das aber nichts, da es in den 5 Stunden gelingt, den Zuschauer zu fesseln. Die ersten beiden Episoden stehen im Zeichen des Horrors und der Untergangsstimmung. Da werden teilweise harte Kaliber aufgefahren, die für einige Schocks gut sind. Die Atmosphäre hält sich dabei dank erlesenen Darstellern, passender Ausstattung und geschickten Überblendungen der Teilhandlungsstränge (typisch King eben) auf sehr hohem Niveau. Die zweite Hälfte kann das nicht ganz halten, weil nun alle Personen bekannt sind und der Kampf Gut gegen Böse doch etwas zu sehr in biblische Gefilde abdriftet. Trotzdem konnte mich auch dieser Teil, in dem die bekannten Figuren nun "genutzt" werden, vollends überzeugen. Meine Sympathiebekundung gilt besonders dem interessanten Thema, welches durch die realistischen Charaktere einfach viel besser ausgearbeitet werden kann als ein typischer infernaler Sommer-Blockbuster mit viel Kabumm. Sollte man nicht verpassen, wenn man den ähnlichen "Sturm des Jahrhunderts" mochte.



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