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NL 1987
Originaltitel:Amsterdamned
Länge:108:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Dick Maas
Buch:Dick Maas
Kamera:Marc Felperlaan
Musik:Dick Maas
SFX:Martin Gutteridge, Hans Voors
Darsteller:Huub Stapel, Monique van de Ven, Serge-Henri Valcke, Tanneke Hartzuiker, Wim Zomer, Hidde Maas, Lou Landré, Tatum Dagelet, Edwin Bakker, Door van Boeckel, Barbara Martijn, Pieter Lutz, Simone Ettekoven, Freark Smink, Flip Filz
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Niederländisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit Schuber
DVD-Start:16.08.2007 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Das kleine Arschloch und der alte Sack (1:09 Min.)
    • Wer früher stirbt ist länger tot (2:17 Min.)
    • Adams Äpfel (1:45 Min.)
Während einer Sightseeing-Tour durch die Grachten von Amsterdam wird die Leiche einer Frau entdeckt. Eric Visser (Huub Stapel), ein junger Polizei-Inspektor, wird mit dem Fall beauftragt. Die ersten Ermittlungen laufen gerade an, schon werden weitere Frauen kaltblütig "abgeschlachtet". Der Mörder taucht für seine Opfer völlig überraschend aus dem Wasser auf und verschwindet, bevor ihn jemand sehen oder erkennen kann. Nachdem Visser die hübsche Laura (Monique van de Ven) kennenlernt, ergeben sich plötzlich merkwürdige Verbindungen zu dem gnadenlosen Killer ...
Aus Holland kommen Käse, Holzschlappen, Windmühlen, Tulpen, aber nur selten gute Filme. Das Mekka für Konsumenten softer Drogen war für dem Filmegucker jedenfalls selten ein Wallfahrtsort. Einer der ganz wenigen niederländischen, international erfolgreichen Regisseure ist Dick Maas. Der unter anderem auch für die Interner Link"Flodder" verantwortliche Filmemacher schaffte es zumindest kurzfristig sogar nach Hollywood, um dort mit "Down" ein völlig überflüssiges und auch desaströs misslungenes Remake seines Fahrstuhlhorrors "The Lift" in Szene zu setzen. "Verfluchtes Amsterdam", der bereits 1988 entstand, aber auch heute noch nicht altbacken wirkt, ist wohl sein bestes Werk.


In den Kanälen von Amsterdam treibt ein meuchelnder Taucher sein Unwesen, der nachts sich seine Opfer ins Wasser holt und später blutig zur Schau stellt. Inspektor Eric Visser (Huub Stapel, der in den "Flodder"-Filmen, wie auch in "The Lift" mitwirkte) ist der dortige Prototyp des Badass-Bullen und wird mit dem Fall betraut. Der in Scheidung lebende, seine Tochter allein aufziehende Mann beendet einen Ladenüberfall mal nebenher, zeigt sich fast durchweg respektlos, hört nicht auf gutgemeinte Ratschläge und glänzt durch Eigensinn.


"Verfluchtes Amsterdam" ist eigentlich ein sehr formelhafter Thriller, der seine Stärke eben aus dem Schauplatz Amsterdam und Maas atmosphärischer Inszenierung bezieht. Der auch von Maas komponierte Score sorgt dabei für schweißtreibende Angst. Dabei ist das Rezept einfach wie simpel: Jede Nacht den geheimnisvollen Mörder jemanden umbringen lassen und tagsüber die Polizei im Dunkeln tappen lassen, während Visser noch eine Romanze zugestanden bekommt.


Nun ist dieses nächtliche Amsterdam aber schon für sich nicht gerade einladend: Die dunklen Kanäle, die verwinkelten Gassen und die dreckigen Hinterhöfe. Aber wenn sich zudem auch noch ein Killer herumtreibt, überlegt man sich die nächste Stippvisite noch mal. Bei all dem Gruselvergnügen vergisst Maas nicht augenzwinkernden Humor und grandiose Actionszenen einzubauen. Die minutenlange Bootsverfolgungsjagd durch die Kanalsysteme ist da sicherlich als Highlight zu nennen. "Verfluchtes Amsterdam" hat technisch klar internationales Niveau und zeichnet sich auch sonst, besonders nachts, durch atmosphärische Schauplätze aus.

Nur schade, dass der Plot (Drehbuch übrigens auch von Maas) dabei nie Schritthalten kann. Das Tappen im Dunkeln seitens der Polizei und das Unterdrucksetzen seitens der Vorgesetzten sind genauso einfallslos, wie die später an den Haaren herbeigezogene Identität des Killers. Ich für meinen Teil bevorzuge jedenfalls Thriller, in denen man im Verlauf des Films den Killer auch erraten kann. Die Horrorschiene zum Schluss sorgt zwar noch mal für ordentlich Gänsehaut, schadet aber dem ansonsten sich weitestgehend realistisch ablaufenden Film in puncto Glaubwürdigkeit.


Qualitativ ist die DVD-Neuauflage durchaus gelungen und rechtfertigt den Neukauf allein schon wegen dem erstmaligen ungekürzten Filmvergnügen. Aber auch am Bild hat sich einiges getan, wobei aber auch gesagt werden muss, dass je nach Helligkeit Schwankungen zugegen sind. So verfügt das Bild in hellen Szenen über eine gute Schärfe, einen angenehmen Kontrast und eine natürliche Farbgebung. Stellenweise fällt ein leichtes Bildrauschen auf homogenen Flächen auf. Dunkle Szenen sehen etwas gröber aus, was durch eine leichte Körnung verursacht wird. Diese sind auch an dem recht starken Bildrauschen schuld und beeinträchtigen die Detailwiedergabe in gewissen Maßen. Dieser Schwachpunkt des Bildes ist jedoch in der Minderheit und hinterlässt so einen noch zufriedenen Gesamteindruck.


Untertitel haben es keine auf die DVD geschafft, was in Anbetracht der niederländischen Sprachfassung für O-Ton-Liebhaber ein K.O.-Kriterium sein dürfte. Doch gibt es im Allgemeinen nichts an beiden Sprachfassungen zu kritisieren, denn die vorliegenden Stereospuren sind dank einer guten Nachbearbeitung gelungen. Die Sprachverständlichkeit der Dialoge ist ohne Schwierigkeiten zu verstehen und wurde sehr klar und deutlich abgemischt. In Verbindung mit der Musik und den Toneffekten ergibt sich ein harmonisches Klangbild, das ohne Verzerrungen oder andere Störgeräusche auskommt.

Beim Bonusmaterial gibt es außer einer Trailershow mit drei weiteren Titel von EuroVideo nichts zu sehen. Eigentlich schade wenn man bedenkt, dass die holländische DVD noch über ein Making of verfügt.


Zusammenfassend kann man Dick Maas gratulieren, denn durch seines hohen Tempos garantiert "Verfluchtes Amsterdam" gut 106minütige, spannende und gruselige Unterhaltung, die kleine Logikpatzer besitzt und hinsichtlich des Plots leider nur Altbekanntes rekapituliert. Die hier besonders nachts in den schummrigen Gassen Amsterdams anzutreffende Atmosphäre, hinterlässt jedoch seine ganz eigene Marke beim Zuschauer. Für die Niederlande ist so ein großer Film sicher ein Highlight. Schwarzhumorig, linear und klasse inszeniert.
Beim Kauf des Films aber unbedingt darauf achten, dass man die "Special Uncut Edition" in den Händen hält.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus------


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News"Verfluchtes Amsterdam" kommt als Special Uncut Edition
Verfluchtes Amsterdam
Verfluchtes Amsterdam
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