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AR, USA 1976
Originaltitel:Snuff
Alternativtitel:Big Snuff
aka. Slaughter, The
aka. Ángel de la muerte, El
Länge:76:39 Minuten (ungekürzte US-Fassung) / 75:44 Minuten (Kinofassung)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Roberta Findlay, Michael Findlay, Horacio Fredriksson
Buch:A. Bochin, Roberta Findlay, Michael Findlay
Kamera:Roberto Herz Kowicz, Roberta Findlay
Musik:Rick Howard
Darsteller:Margarita Amuchástegui, Ana Carro, Liliana Fernández Blanco, Roberta Findlay, Alfredo Iglesias, Enrique Larratelli, Mirtha Massa, Aldo Mayo, Clao Villanueva, Michael Findlay
Vertrieb:NEW Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:kleine Hartbox, große Hartbox (limitiert)
DVD-Start:22.06.2007 (Kauf)
Specials:
  • Über "Big Snuff" (9:46 Min.)
  • Bildergalerie (78 Bilder)
  • Originaltrailer (1:14 Min.)
  • Trailershow:
    • Ausbruch der Phanterkatzen - Amazon Jail (6:33 Min.)
    • Dschungel Mission (3:51 Min.)
    • Die Bestie mit dem feurigen Atem (4:08 Min.)
Sie wussten, dass sie ein Tabu brechen würden.
Sie wussten, dass sie die Welt schockieren würden.
Sie wussten, dass nichts mehr wie bisher sein würde.
Sie taten es dennoch: Sie drehten einen Film, der NIEMALS gezeigt werden durfte.
Einen Film, der nur in Südamerika entstehen konnte - wo ein Menschenleben nicht viel wert ist.
SNUFF - American Cannibale - Bestialisch bis aufs Blut gequält.
Wie weit KANN ein Mensch gehen? - Wie weit DARF ein Film gehen?
Snuff, der Begriff gleicht einem Tabu. Als Snuff-Filme werden Produktionen bezeichnet, in denen eine Person vor laufender Kamera tatsächlich umgebracht wird und nicht etwa aufwendige Spezialeffekte und schauspielerisches Können für jenen Eindruck sorgen. Doch bis zum heutigen Tag dürfte dies eher unter dem Begriff der düsteren Legenden zu finden sein, denn alle Filme, die bisher im Verdacht standen eine Snuff-Produktion zu sein, wurden recht schnell als ein Fake entlarvt. Der berühmteste Vertreter hierbei dürfte wohl die Interner Link"Guinea Pig"-Reihe sein, die sehr reale Szenen zeigte und erst durch ein Making of beweisen konnte, dass niemand zu Schaden kam. Den Skandal um Snuff-Filme gab es aber schon viel eher, doch fangen wir von vorn an.


1971 drehte Roberta Findlay, die Ikone des Trashfilms, zusammen mit ihrem Mann Michael und einem argentinischen Regisseur mit Namen Horacio Fredriksson den Film "The Slaughter". Dieser wurde durch die Taten der Manson-Familie inspiriert, da kurze Zeit vorher die Gerichtverhandlungen bezüglich dem Mord an Sharon Tate stattfand. Kurzerhand wollten die Findlays ihren eigenen Sektenfilm drehen und flogen nach Argentinien, um dort für ca. 30000 Dollar das Projekt in Angriff zu nehmen. Gezeigt wurde eine Sekte, deren Anführer sich Satan nennt und ansonsten aus Frauen besteht, die mittels Drogen gefügig gemacht werden, um dann selbst Verbrechen zu begehen, hierbei sogar vor Mord nicht zurück schrecken.


Wer die Findlays kennt, wird sich schnell vorstellen können, dass man ein sehr billiges und recht unmotiviertes Filmchen schuf, das auch keinen sonderlichen Anklang beim Publikum fand, was wohl den darstellerischen Leistungen, dem unakzeptablen Schnitt und der sehr dürftigen Geschichte zu verdanken ist. Produzent Allan Shackleton hatte die gleiche Auffassung und ließ "The Slaughter" direkt in den Giftschrank wandern. Doch 5 Jahre später kam der Film doch noch zu Erfolg und größeren Bekanntheitsgrad. Denn wieder war die Manson-Familie in der Presse, nachdem das ehemalige Mitglied Lynette Fromme ein Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Gerald Ford versuchte, der aber misslang. Nun tauchten Artikel auf, dass die Manson-Familie alle ihre Morde gefilmt hätten und der Begriff "Snuff" war in aller Munde. Dies war die Stunde von Allan Shackleton, der die Medienhysterie für sich ausnutzen wollte. Was lag also näher als den Giftschrank wieder zu öffnen?


So kam es, dass kurzerhand einen neuer Schluss zu "The Slaughter" gedreht wurde, der mit dem eigentlichen Film nichts mehr zu tun hat, aber dennoch für Aufsehen sorgte. Am Ende wird vom eigentlichen Film abrupt weggeblendet und man sieht die Film-Crew, wie sie eine der Darstellerinnen bei lebendigem Leib zerstückeln. Und so wurde die Werbetrommel gerührt und aus "The Slaughter" wurde kurzerhand "Big Snuff". Besser wurde der Film hierdurch nicht, aber allein die Werbetexte sorgten dafür, dass die Medien und damit auch das Publikum auf den Film aufmerksam wurden. Um die Sache noch weiter anzuheizen wurden sogar fingierte Pressemitteilungen und Protestbriefe inseriert, was die Neugier weiter steigerte. Dies zahlte sich aus und der Film errang die vorderen Plätze der Kino-Charts. Trotz schlechter Effekte nahm auch das FBI den Film unter die Lupe und erst nachdem man die, wen wundert's, lebendige Darstellerin aufspüren konnte und alles als Marketing-Gag preisgegeben wurde, stellte man die Ermittlungen ein. Auch hier in Deutschland veröffentlichte man den Film. Doch hier brauchte man keine extra Marketingstrategie erfinden, das machte die hiesige Presse von ganz allein, so dass man "Big Snuff" direkt aus den Kinos beschlagnahmte. Erst nach Kürzungen wurde er wieder freigegeben. Diese wurden in der Schlussszene und im Handlungsstrang um den Waffenhändler angesetzt. Der ohnehin schon kurze Film war somit für das Kino mehr als untauglich, da er gerade Mal 65 Minuten erreichte. Doch dem Filmverleih kam die Idee, aus dem Film "Wild Riders" von Richard Kanter ein paar Szenen in "Big Snuff" einzufügen. Technisch und auch von der Handlung her passen diese Szenen überhaupt nicht zum Film von Roberta und Michael Findlay, aber man konnte so wieder eine akzeptable Kinolaufzeit erzwingen. Doch die Rechnung ging nicht auf und so verpasste man dem Film den endgültigen Todesstoß und katapultierte ihn in die Rubrik "ferner liefen". Der Mythos vom Mord vor laufender Kamera hält sich zwar bis in die heutige Zeit, aber beweisen konnte man ihn nicht und so darf das Thema Snuff als Legende betrachtet werden.


Vom Filmischen ist "Big Snuff" alles andere als ein guter Film. Das ganze Projekt wirkt episodenhaft und verfügt über einen Schnitt, der jedem Cutter die Tränen in die Augen schießen lässt - nicht etwa vor Freude! Auch die Handlung ist eher als langweilig zu bezeichnen und kann durch ihre kleinen Gore-Szenen, die zudem sehr billig gemacht sind niemanden anlocken. Vielmehr sollte man den Film als filmhistorisches Werk betrachten, das weltweit für Aufsehen sorgen konnte, wenn es nach heutigen Maßstäben auch nicht unbedingt nachzuvollziehen ist.


NEW Entertainment nahm sich dieses Kuriositätenkabinetts an und veröffentlicht den Film in Deutschland gleich mit beiden Fassungen, also die ungekürzte US-Fassung sowie die deutsche mit den neu integrierten Handlungsszenen. Qualitativ liefert man hier bei beiden Versionen des Films eine gelungene Arbeit ab. Die Farbgebung wirkt recht natürlich, auch wenn sie in manchen Passagen ein wenig kraftlos wirkt. Aber genau dies passt zum Gesamteindruck und verleiht dem Film einen eigenen Stil. Hierfür sorgen auch die Szenen, welche in Schwarz/Weiß gehalten sind, wobei das Schwarz eher ins Bläuliche tendiert. Ansonsten wird ein ordentlicher Kontrast geboten, der über eine gute Detailwiedergabe verfügt. Die Schärfe ist passabel, kann aber nicht vollends überzeugen, da einige Bereiche eine Unschärfe zeigen. Auffällig ist ein Bildrauschen im Bereich der Kompression, das gerade bei homogenen Flächen auffällt, sich aber nicht als störend erweist. Bei der amerikanischen Uncut-Fassung kommt es gelegentlich zu kleineren Verschmutzungen und Defekten. Die deutsche Kinofassung ist optisch etwas schlechter in diesem Bereich, da sie zudem noch von einigen Bildkratzern und Laufstreifen begleitet wird. Das in dieser Fassung eingefügte Material aus dem Film "Wild Riders" passt optisch genau wie der Handlungsbogen überhaupt nicht zum restlichen Film, da aber die deutsche Kinofassung als Bonus angesehen wird, fließt es nicht in die Bewertung mit ein.


Tonal wird ein guter Monoton präsentiert, der über eine klare Sprachausgabe verfügt und zu keinem Zeitpunkt unverständlich wird. Der deutsche Ton ist etwas dumpfer als der Originalton, doch klingt dieser ein wenig spitz. Zur deutschen Kinofassung liegt verständlicherweise nur die synchronisierte Fassung vor. Die ehemals fehlenden Szenen liegen in der Uncut-Fassung nur im Original mit deustchen Untertiteln vor. Optional können auch über den gesamten Film deutsche Untertitel eingeblendet werden.


Da alle weltweiten Fassungen über kein Bonusmaterial verfügen ist es erfreulich, dass wenigstens etwas für die deutsche Veröffentlichung gefunden bzw. extra erstellt wurde. So gibt es neben dem Originaltrailer eine großzügige Bildergalerie und einen sehr informativen Rolltext von Michael Püttmann, der viel über die Hintergründe zu berichten weiß. Die kleine Trailershow, die auf weitere schöne Titel aus dem NEW-Programm hinweist, darf natürlich nicht fehlen.
Gerade wegen dem Bonus und da qualitativ das Beste aus den Masten herausgeholt wurde, darf man bei dieser Veröffentlichung von der weltweit Besten sprechen. Gerade weil das Bild auch nicht perfekt ist, kann dieses Kleinod aus vergangenen Zeiten mit seinem Charme auftrumpfen und gehört in jede Sammlung die abseits des Mainstream liegt. Man sollte sich selbst einen Blick gönnen um die Hintergründe zu verstehen. Eine wahre Rarität!


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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"Big Snuff" - Motion Pictures bringt 70er Splatter im Mediabook
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