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MEX, ESP, USA 2006
Originaltitel:Laberinto del fauno, El
Alternativtitel:Pan's Labyrinth
Länge:114:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Guillermo del Toro
Buch:Guillermo del Toro
Kamera:Guillermo Navarro
Musik:Javier Navarrete
SFX:CafeFX, DDT Efectos Especiales
Darsteller:Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Doug Jones, Ariadna Gil, Álex Angulo, Manolo Solo, César Vea, Roger Casamajor, Ivan Massagué, Gonzalo Uriarte, Eusebio Lázaro, Francisco Vidal, Juanjo Cucalón, Pablo Adán
Vertrieb:Senator
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Sp), DTS ES 6.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Spanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Lederbuch in Pappeinband
DVD-Start:30.07.2007 (Kauf)
Specials:
  • limitiert auf 25000 Stück
  • Postkarte
  • 100seitiges Booklet
DVD 1
  • Audiokommentar
  • Trailer "Death Proof" (0:46 Min.)
  • Trailer "Planet Terror" (0:37 Min.)
  • Kinotrailer (2:27 Min.)
  • DVD-Tipps:
    • Hard Candy (2:00 Min.)
    • Haus der toten Seelen (1:36 Min.)
    • Brick (2:17 Min.)
    • River Queen (1:55 Min.)
  • DVD-ROM-Teil:
    • Featurette "Die Kraft der Mythen" (14:24 Min.)
    • Weblink
DVD 2
  • Filmdokumentationen (45:01 Min.)
  • Das Set-Design:
    • Der Baum (5:42 Min.)
    • Der Zug (6:19 Min.)
    • Das Labyrinth (5:36 Min.)
    • Die Mühle (6:01 Min.)
    • Die Traumwelt (4:39 Min.)
    • Der Saal des Pale Man (5:33 Min.)
  • Hinter der Kamera:
    • Guillermo del Toro - Regie (25:35 Min.)
    • Guillermo Navarro - Kamera (10:56 Min.)
    • Eugenio Caballero - Szenenbild (15:40 Min.)
    • Javier Navarrete - Originalmusik (8:41 Min.)
  • Die Figuren:
    • Pan (22:23 Min.)
    • Pale Man (11:53 Min.)
    • Ofélia (12:34 Min.)
    • Capitan Vidal (10:39 Min.)
    • Fantasiewesen (8:31 Min.)
DVD 3
  • Einleitung des Regisseurs (0:36 Min.)
  • Guillermo del Toros Produktionstagebuch:
    • Einleitung des Regisseurs (0:39 Min.)
    • Ikonografie (3:13 Min.)
    • Pale Man (2:29 Min.)
    • Mondphasen (2:10 Min.)
    • Set-Design Mühle (2:58 Min.)
    • Make-Up (1:48 Min.)
  • Featurettes:
    • Pan und die Feen (30:27 Min.)
    • Farbe und Form (4:02 Min.)
    • Spezialeffekte (1:17 Min.)
    • In der Maske (6:19 Min.)
  • Storyboard-Film-Vergleich:
    • Einleitung des Regisseurs (0:33 Min.)
    • Der Tod des Doktors (1:28 Min.)
    • Ofélia betritt das Labyrinth (4:09 Min.)
    • Ofélia, der Feigenbaum und die Riesenkröte (2:00 Min.)
    • Ofélias Tod (3:05 Min.)
  • Bilder und Zeichnungen:
    • Storyboards und Bilder (5:50 Min.)
    • Entwürfe der Figuren (2:23 Min.)
    • Pan (0:46 Min.)
    • Die Feen (0:30 Min.)
    • Die Riesenkröte (0:40 Min.)
    • Pale Man (1:18 Min.)
  • Musik:
    • Mercedes Lullaby (2:15 Min.)
    • Making-Of Soundtrack (2:47 Min.)
    • Der Dirigent (2:46 Min.)
  • Die Marketing-Kampagne:
    • US-Teaser (0:58 Min.)
    • US-Kinotrailer (2:23 Min.)
    • TV-Spot "Tödlich" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Die Falle" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Drei Prüfungen" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Die Kritiken" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Die Nominierungen" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Das Phänomen" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Die Auszeichnungen" (0:30 Min.)
  • Die Charly-Ross-Show (49:24 Min.)
  • Hidden Features
"Pans Labyrinth" ist die Geschichte der kleinen Ofélia (Ivana Baquero), die mit ihrer Mutter (Ariadna Gil) zum Stiefvater (Sergi López), einem hochrangigen Militäroffizier, in eine ländliche Gegend Nordspaniens ziehen muss. Durch die Brutalität und Unberechenbarkeit des Stiefvaters tief erschüttert, findet Ofélia Zuflucht in einer Fantasiewelt, die von wundersamen, schaurigen und mythischen Fabelwesen wie dem geheimnisvollen Pan bevölkert ist.
Regisseure reifen.
Guillermo del Toros erster Film seiner geplanten Bürgerkriegstrilogie mit phantastischen Elementen "The Devil's Backbone" konnte mich vor gut fünf Jahren noch nicht überzeugen, aber der Regisseur hat seinen Stil für "Pans Labyrinth" geradezu meisterhaft verfeinert.


Erneut erzählt er eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg/spanischen Bürgerkrieg, der in diesem Film im Jahr 1944 in den letzten Zügen liegt, die Anhänger Francos haben fast das gesamte Land unter Kontrolle, nur in den unzugänglichen Berggegenden regt sich noch Rebellenwiderstand - als das Mädchen Ofélia mit ihrer schwangeren Mutter in diese Landschaft verschlagen wird, sie ist damit die neue Stieftochter des Capitan Vidal, der den Rebellenaufstand niederschlagen soll und dabei mit sadistischer Brutalität vorgeht. Vom Stiefvater mehr geduldet als akzeptiert, flüchtet sich das Mädchen in eine phantastische Traumwelt rund um eine geflohene Prinzessin, die sie selbst sein soll ... oder geschieht all das in doch in Wirklichkeit?


Angekündigt als Märchenfilm für Erwachsene, erspart sich del Toro das Abrutschen in die purste Fantasy, sondern setzt die phantastischen Elemente lediglich ökonomisch ein, wenn es in die Handlung passt, noch wichtiger scheint ihm die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Und dabei greift er nicht zur simplen Schwarz-Weiß-Malerei, sondern blickt hinter die unmenschliche Fassade des Krieges.

Vidal, ein unbeherrschter und psychopathischer Folterer und Menschenschlächter ist symptomatisch für das unbarmherzige Gesicht des Krieges und Symbol für den Verlust der Freiheit, doch er ist nicht ohne Schwächen. Getrieben von der Erinnerung an seinen Vater (der in Form einer vererbten Uhr immer bei ihm ist und ihn unter Erfolgsdruck setzt) und fokussiert auf den noch zu gebärenden Bruder Ofélias als Stammhalter bietet er mehr Facetten als die üblichen Schurken, ist aber gleichzeitig um so hassenswerter, da er aus seiner inhumanen Existenz keinen Hehl macht.


Ofélias Ausflüge oder Fluchten in die phantastische Welt, in der sie zahlreiche Prüfungen zu bestehen hat, wirken wie indirekter Widerstand gegen das ihr aufgebürdete Regime, obwohl in erster Linie Angst vor diesem Mann sie treibt. Damit spiegelt sich das Bemühen der Rebellen in Ofélias Aktionen, die u.a. darin bestehen, einen monströse Kröte zu besiegen und aus einem unterirdischen Gewölbe einen Gegenstand zu entwenden, den eine furchtbare Kreatur bewacht. Ihre Prüfungen stellen in ihrer Phantasie wie auch in der Realität einen Reifungsprozess dar, sie entwickelt (kindliche) Verantwortung, sorgt sich um Mutter und Bruder und rettet das Kind schließlich vor Vidal, als für alle alles verloren scheint.
Und selbst dem Menschenmonster gönnt del Toro am Ende einen besseren Abgang als es den meisten Schurken zuteil wird, Vidal erreicht sein Ziel und gleichzeitig wird es im selben Augenblick von der Dorfbevölkerung und den Rebellen zerstört, hier wird das Prinzip, dass die Taktik der verbrannten Erde am Ende doch neues Leben hervorbringt und Widerstand nicht ausgerottet werden kann. Der Widerstand entsteht im Geiste.


Im Wesentlichen ist "Pans Labyrinth" trotz aller Phantastik aber eine langsam erzählte und traurig-schwermütige Geschichte, weit entfernt von geschmacklich fraghaften Feelgood-Auseinandersetzungen des Krieges wie im Falle von Benignis "Das Leben ist schön". Del Toro verhehlt hier nichts und hält mit der Kamera drauf, wenn es nötig wird, wenn auch nicht sensationsheischend im Detail: Hier wird reichlich gestorben, gefoltert, verstümmelt und selbst amputiert, die hässliche Fratze ist allgegenwärtig. Die Fantasy-Sequenzen, die der Trailer so zahlreich verheißt, machen im fertigen Film vielleicht gerade mal 25 Minuten aus, was aber nicht heißt, der Film wäre nicht strukturiert und hätte keine sorgfältige Spannungskurve, im Gegenteil, er wird immer beklemmender und trauriger, ohne jetzt auch nur eine Sekunde ins Depressive abzugleiten. Eine bedeutende Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgängerfilm.


Ein Rausch dagegen ist das visuelle Element. Das Märchenreich ist an sich schon bezaubernd genug, doch del Toro bereichert es noch mit vielen einfallsreichen fremden Wesen, wie dem mysteriösen Pan und dem schrecklichen "Pale Man", der bei Kindern wirklich für Alpträume sorgen kann. Aber auch sonst ist die Locationwahl und das Setting prachtvoll, die Ruinen und das Labyrinth sorgen mit ihrer sonnendurchfluteten ruinösen Verschlafenheit für Mystery pur.

Ob nun das Phantastische eingebildet oder doch real ist, lässt sich letztendlich nicht endgültig definieren, aber das macht auch nichts, denn del Toro führt seine Geschichte über Tod, Erlösung und Wiederaufstehung in kommenden Generationen mit folgerichtigem Ernst bis in die letzte Szene zu Ende, wobei er es dem Publikum überlässt, ob es den Film an sich herankommen lässt oder sich der Tragik verschließt. Im ersteren Falle wird so mancher den Schmerz spüren und sich ohne schlechten Gewissens ein Tränchen verdrücken, alle anderen sich zumindest noch an der Optik laben. Wunderbar!


"Pans Labyrinth" präsentiert sich auf der DVD von Senator in sehr warmen und kräftigen Farben, welche trotz eingesetzter Farbfilter niemals unnatürlich wirken. In dunklen Szenen tendiert das Bild dann meist zum kühlen Blau, was als Stilmittel die Atmosphäre des Transfers perfekt unterstreicht. Der Kontrast arbeitet ebenfalls sehr ausgewogen und offenbart selbst in dunklen Szenen viele Details, kann sich aber nicht davon befreien in einigen Szenen Bildteile zu verschlucken. Das liegt dann meist daran, dass der Schwarzwert je nach Szenario stark variiert. In Innenaufnahmen bekommen wir unter Kerzenschein ein sehr sattes und kräftiges Schwarz geboten. Aufnahmen im Wald oder im Labyrinth wurden etwas angepasst, um eine gute Detailwiedergabe in den dunklen Szenen zu gewähren. Von der Schärfe sind wir aber etwas enttäuscht. So wirkt das Bild zwar recht angenehm in seinen Schärfeverhalten, kann zumindest in Nahaufnahmen mit einer ordentlichen Detailschärfe aufwarten, schwächelt aber in den Totalen und Halbtotalen. Hier werden viele Details verschluckt und zudem sorgen stehende Rauschmuster, welche stets im Hintergrund auszumachen sind, für unschöne Bewegungsunschärfen in Kameraschwenks oder schnelleren Bewegungen der Protagonisten. Auch von der Kantenschärfe hätten wir uns mehr erhofft, welche teilweise etwas zu weich erscheint und hin und wieder Treppenmuster offenbart. Defekte und Verunreinigungen sind zum Glück keine auszumachen, dafür aber etwas Blockbildung auf homogenen Flächen, was auf eine nicht immer sonderlich sauber arbeitende Kompression zurückzuführen ist. Die fällt insbesondere in dunklen Bereichen auf, wo größere Blöcke störend registriert werden. Insgesamt zwar ein guter Transfer, der aber vor allem auf Großbildschirmen die aufgezählten Mängel deutlich offenbart. Für einen mit 3 Oscars ausgezeichneten Film eher ein enttäuschendes Ergebnis, da sah Interner Link"Hellboy" damals deutlich besser aus.


Der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix überzeugt mit einer stets klaren und natürlichen Sprachwiedergabe, einen sehr präzisen Score-Einsatz, sowie gut platzierte Effekte und Umgebungsgeräusche, welche sich auf sämtliche Kanäle verteilen und ein schönes Mittendringefühl aufkommen lassen. Die Rears sind nahezu ununterbrochen für die Nebengeräusche im Einsatz und wenn nötig bietet man uns einen sehr kräftigen, dem Film entsprechenden Effekteinsatz kurzen, aber gut platzierten Bassschub. Der DTS 6.1 ES Mix klingt lediglich lauter und voluminöser, wobei der Dolby Digital 5.1 Track wesentlich besser, weil natürlicher, klingt. Die DTS-Spur wirkt im Frontbereich viel zu laut und tendiert somit ins Unnatürliche, kann aber den zusätzlichen Rückkanal an einigen Stellen schön ausspielen. Achtet einfach mal auf das Geräusch der umherfliegenden Feen oder das Knarzen einiger Möbel bzw. der Mühle. Der spanische Dolby Digital 5.1 unterscheidet sich nicht sonderlich vom deutschen Pendant, außer dass die Stimmen sich viel harmonischer mit dem restlichen Klangbild verbinden und im Allgemeinen ein realistischeres Klangspektrum zu bieten hat. Optional gibt es noch deutsche Untertitel.


Wenn man sich die Buchbox so anschaut, muss man doch zu dem Schluss kommen, dass hier irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Bereits die Verpackung mit ihren Beilagen entschädigt voll für den Preis von ca. 24 Euro (Amazon.de, Stand: August 2008). Ein Pappaufsteller ist um das griffige Buch gewunden, welches in Leder oder lederähnlichem Material gebunden wurde. Hierin befindet sich neben einer Postkarte mit dem Kinoplakatmotiv ein 100seitiges Booklet im Heftformat, welches sehr detaillierte, längere Storyboard-Zeichnungen enthält. Es macht Spaß, verschiedene Szenen des Films nochmals anhand dieser Skizzen im Gedächtnis ablaufen zu lassen und sich vorzustellen, welche Geräusche und Dialoge grad im Hintergrund erklingen. Im Anhang an die Storyboards (teils farbig) befinden sich 12 Seiten an Entwürfen der Architektur und einiger Inneneinrichtungen.


In das Buch eingeklebt ist ein 3fach aufklappbares DigiPack, welches neben den DVDs noch einige Konzeptzeichnungen enthält. Bevor man ins Hauptmenu gelangt, wird zuerst der Trailer zum Grindhouse-Double Feature eingeschoben. Neben vier weiteren Horror-Trailern befindet sich auch jener zu "Pans Labyrinth" auf Disc 1. Außerdem wird im DVD-ROM-Teil ein viertelstündiges Featurette angeboten, welches durchaus Aspekte bietet, die die Making Ofs von DVD 2 und 3 nicht enthalten. Den Weblink mit weiteren Extras konnte ich nicht testen, wobei man diesen auch kaum als eigentlichen Bonus zählen sollte.
Der Audiokommentar des Regisseurs, der englisch gesprochen deutsch untertitelt wurde, ist eine sehr feine Sache. Del Toro hat unheimlich viel zu erzählen, weist auf diverse Schlüsselmomente hin und zeigt insbesondere Details auf, die man sonst eigentlich kaum sehen würde. Als Beispiel sei nur eine Szene genannt, in deren letzte Sekunde der Doktor genau in die Kamera schaute, so dass sein Kopfbereich digital überarbeitet werden musste.


DVD 2 startet mit einem dreiviertelstündigen Making Of, welches im Grunde alle Bereiche der Produktion abdeckt, begonnen bei der Vorstellung der Darsteller, die kurz die Motivation ihrer Figuren erläutern, über die Hintergründe der Geschichte und natürlich die aufwendigen Bauten und Spezialeffekte. Auch die Kostümierung und die Make-Up-Effekte (der Pan und der bleiche Mann, übrigens vom selben Darsteller umgesetzt) spielen eine wichtige Rolle. Immer wieder werden Ausschnitte des Filmes gezeigt, um die Erläuterungen zu verdeutlichen. Am interessantesten dürften del Toros Ausführungen zur Arbeit mit den Darstellern, den Aspekt von handgemachten Effekten bzw. Kulissen gegenüber CGIs und das Kriegsthema an sich sein. Die einzeln anwählbaren oder komplett abspielbaren Teile des "Set-Designs" überschneiden sich bis auf "Der Saal des Pale Man" nicht mit dem, was man gerade eben in der Dokumentation gesehen hat, auch wenn ähnliche Sets besprochen werden. Die Spielzeit mag zwar kurz erscheinen, es wird aber jeweils ein hervorragender Einblick in die aufwendige Herstellung der Sets geboten. So kann man beispielsweise die Entstehung des Baumes vom Stahlgestell über die Gipsformen bis hin zum fertigen bearbeiteten, bemalten und übergroßen Ausstattungsobjekt beobachten, in das Ofélia später hinabsteigen wird. Sämtliche Unterpunkte dieses Menus werden jeweils mit kurzen Filmausschnitten zu Beginn oder zum Schluss untermauert, so dass man direkt die Werke "in Aktion" sehen kann. Die Features unter "Hinter der Kamera" sind nicht etwa schlichte Interviews, sondern schon wieder kleine Making Ofs, zumindest im Falle des Regisseurs, der seine Arbeitsweise aufdeckt. Eine nette Idee hat sich in den letzten Minuten versteckt, wenn man del Toro abwechselnd absolut konzentriert bei der Arbeit und feiernd während seines Geburtstagsständchen sieht. Das 10minütige Feature zur Kameraarbeit erläutert viel von der agilen Art und Weise, wie der Blickwinkel ständig in Bewegung bleibt, aber auch ein wenig von der Stilistik, die beispielsweise auf den Farben beruht. Der viertelstündige Rundgang mit Szenebildner Eugenio Caballero ist dann wieder bezeichnend für die gesamte Art des Bonusmaterials: Es werden nicht einfach kurze Interviews und Filmszenen verbunden, sondern man begleitet Caballero bereits auf der Fahrt zum Set.
Sehr sympathisch kommt Doug Jones rüber, der unter der schweren Verkleidung zwei schwierige Rollen spielen muss. Daher widmen sich die ersten beiden Videos unter "Die Figuren" auch zum größten Teil der Maskenarbeit, wobei diese durch Jones sehr amüsant ausfallen. Auch der jungen Darstellerin der Ofélia, die Figur des bösen Vidal und die kleinen Fantasiekreationen bekommen längere Specials, wobei sich jedes von ihnen unterscheidet und somit für den Zuschauer interessant bleibt.


Die dritte DVD wird durch del Toro mit einer kurzen Ansprache eingeleitet. Das Produktionstagebuch sind größtenteils Erläuterungen von del Toro, die mit seinen Skizzen verdeutlicht werden. Viele Details in der Geschichte und der Ausstattung werden hier aufgezeigt. So wurden beispielsweise die Gebäude bereits so entwurfen und gebaut, dass sie ein bestimmtes Breitbildformat erfüllen. Auch die Schilderung, wie Gewalt in diesem Film dargestellt wird und welche Funktion sie zu erfüllen hat ("Make-Up"), sollte man nicht verpassen.
Bei den Featurettes kennt man einige Stellen bereits von DVD 2 her. "Pan und die Feen" beschäftigt sich ähnlich "Fantasiewesen" mit dem Pan, dem Pale Man, der Alraune und den Feen. Interessant sind hier noch die Hilfsmittel, mit denen bei den CGIs Regie geführt wurde. "Farbe und Form" geht auf die Bedeutung der Farbstile ein und vergleicht Szenen der Realität mit jenen der (unterirdischen) Fantasie. Wie eine CGI-Szene geplant wird, zeigt "Spezialeffekte" anhand eines Splitscreen-Vergleiches, bei der del Toro zuerst mit einer Figur die Kamerafahrt durchläuft, die später um die Fee ergänzt wird. Unter "In der Maske" erzählt Doug Jones von einem zufälligen Treffen mit einem adligen Kunstsammler. Die Storyboard-Film-Vergleiche werden abermals durch del Toro eingeleitet und zeigen anhand von Split-Screens die jeweilige Szene als ersten Grobentwurf und fertig gefilmt. Bei drei der vier Punkte sind sogar noch etwas feiner Storyboards dabei, die man aus dem Booklet kennt. "Bilder und Zeichnungen" enthält neben Konzeptzeichnungen und Fotos noch auszugsweise den animierten Comic zum Film.


"Die Musik" besteht aus dem Titelthema, bei welchem eine Diashow gezeigt wird, den Ideen zu den Melodien und einem Interview mit dem Dirigenten des Orchesters. Nachdem man dann noch einen Ausflug in die verschiedenen Trailer- und Teaser-Varianten des Filmes gemacht hat ("Die Marketing-Kampagne"), kommt das vielleicht faszinierendste Extra der gesamten drei DVDs: ein kompletter Mitschnitt der Gesprächsrunde aus der "Charly-Ross-Show". Neben del Toro sind die beiden Regisseure Alfonso Cuarón (Interner Link"Children Of Men", "Harry Potter und der Gefangene von Askaban") und Alejandro González Inárritu (Interner Link"21 Gramm", Interner Link"Babel") anwesend. Diese Drei verbindet eine tiefe Freundschaft und so ist es verblüffend, wie offen sie über die Filme der jeweils anderen sprechen können und miteinander scherzen. Wie jedes andere Extra auch in diesem Set gibt es zwar keine deutsche Sprache, dafür aber deutsche Untertitel. Das trifft leider nicht für die zwei Hidden Features zu, welche wohl deswegen etwas versteckt wurden.


Für 6 Oscars nominiert, konnte "Pans Labyrinth" zwar nur 3 für die beste Kamera, die beste Maske und die beste Ausstattung mit nach Hause nehmen, das schmälert aber sicherlich nicht den Wert dieses märchenhaften Kriegsdramas. Die deutsche DVD erscheint einzeln im Steelbook oder, wie hier vorgestellt, als 3er Set in einer Sonderverpackung und hat eigentlich noch einen vierten Oscar für hervorragende Extras verdient. Denn die 6 Punkte sind mehr als verdient und werden eigentlich sogar noch von den reichhaltigen Informationen zum Film überboten.
Noch ist das auf 25000 Stück limitierte Stück zu haben, also greift ruhig zu!


Film++++++
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus++++++


Druckbare Version
Pan's Labyrinth
News"Pans Labyrinth" - Steelbook und Special Edition
Pans Labyrinth (Limited 3-Disc Collector's Edition)
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