Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2006
Originaltitel:Stranger than Fiction
Länge:108:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Marc Forster
Buch:Zach Helm
Kamera:Roberto Schaefer
Musik:Britt Daniel, Brian Reitzell
SFX:Kyle Holden
Darsteller:Christian Stolte, Dustin Hoffman, Emma Thompson, Guy Massey, Maggie Gyllenhaal, Martha Espinoza, Queen Latifah, T.J. Jagodowski, Will Ferrell, William Dick
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:10.07.2007 (Verleih) / 10.07.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Marc Forster sowie den Darstellern Dustin Hoffman und Will Ferrell
  • Audiokommentar mit Regisseur Marc Forster, Szenenbildner Kevin Thompson, Visual Effects Designer Kevin Haug, Kameramann Roberto Schaefer, sowie den Produzenten Lindsay Doran und Eric Kopeloff
  • Making-of-Dokumentationen:
    • Die Schauspieler (18:38 Min.)
    • Das Team (8:33 Min.)
    • Die Story (9:29 Min.)
    • Harolds Zahlenwelt - Grafische Gestaltung (17:13 Min.)
    • Hinter den Kulissen (3:01 Min.)
  • Entfallene und verlängerte Szenen: [26:26 Min.]
    • Sonderbares Essen
    • Buetooth Kollegen
    • Zu Gast in der Darlene Sunshine Show
    • Ungewöhnliche Fragen & Antworten
    • "Ich habe sie alle getötet"
    • Michael Lehmann als "Abrissgreifer"
    • Tee & Gebäck
    • Ein Sitzplatz nur für Karens Skript
Schriftstellerin Kay Eiffel ringt mit sich, wie sie ihren letzten und möglicherweise besten Roman abschließen soll - sie muss sich nur noch ausdenken, wie sie ihre Hauptperson, Harold Crick, am besten umbringen kann, dann wäre ihr Buch fertig. Sie hat jedoch keine Ahnung, dass Harold Crick in der wahren Welt auf unerklärliche Weise tatsächlich am Leben - und sich plötzlich ihrer Worte bewusst ist, die nur er hören kann! Fiktion und Realität prallen aufeinander, als der zunehmend bestürzte Harold begreift, was Kay mit ihm vor hat und sich mit Händen und Füßen dagegen zu wehren beginnt. Denn er muss dringend einen Weg finden, wie er das Ende ihres Romans (und sein eigenes) abwenden kann ...
"Harold Crick isn't ready to go. Period."

Streng genommen könnte man "Schräger als Fiktion" eigentlich in zwei unterschiedliche Hälften teilen und zwar in eine äußerst amüsante erste Hälfte und eine mitunter dramatische, sich leicht ziehende zweite Hälfte. Die Geschichte an sich begeistert aber von Anfang bis Ende. Es geht um den äußerst korrekt lebenden Steuereintreiber Harold Crick, welcher eigentlich ein streng durchgeplantes, ja wirklich minutiös durchgeführtes Leben bestreitet. Eines Tages hört er allerdings eine merkwürdige Stimme in seinem Kopf, welche sein Leben detailgenau zu kennen scheint, als würde sie es jemandem erzählen. Nach einiger Zeit schafft er es zwar diese Stimme zu ignorieren, doch als diese seinen künftigen Tod prophezeit, geht er der Sache doch nach und entdeckt etwas gar Sonderbares, was sein Leben für immer verändern wird ...
Auch wenn diese Inhaltsangabe jetzt vielleicht etwas befremdlich wirken mag, so ist die Story wirklich von vorne bis hinten äußerst clever ausgefallen und bietet durchaus Innovationen satt. Genauso wie die Hauptfigur, so kommt auch der Zuschauer nur langsam dem Treiben auf die Schliche, erlebt so einige Wendungen und Einfälle, die durchaus dem Hirn eines Charlie Kaufman entsprungen sein könnten. Referenzen an Filme wie "Adaption" sind jedenfalls mehr als auffällig und bieten dem Zuschauer wirklich ein durchdachtes Spiel bis zum Schluss. Leider aber hapert es doch hier und da an der Umsetzung.



Denn am Anfang hat man noch das Gefühl, in einer waschechten Komödie zu sitzen, die mal nicht mit Fäkalien- oder Blödelhumor aufwartet, sondern gekonnt und äußerst gewitzt die Macken der Hauptfigur, die irgendwo aber wohl jeder überordentliche Mensch hat, dem Zuschauer vor Augen führt. Wenn Harold z.B. haargenau die Bewegungen beim Zähne putzen zählt, sogar die Zeit stoppt, die er benötigt um seine Krawatte zuzubinden, dann ist Lachen einfach garantiert. Hier wird in keiner Weise mit dem Holzhammer geschwungen, denn diese Lacher sind einfach echt und menschlicher, wie kaum in einem anderen Film, den uns Hollywood, in der letzten Zeit, so präsentiert hat.


Nach ungefähr der Hälfte führt der Film dann allerdings fast schon einen Bruch durch, und aus der netten Komödie, wird plötzlich ein durchaus gefühlvolles Drama, welches aber zu diesem Zeitpunkt so unerwartet und mit voller Wucht auf uns zu kommt, dass man ihm eine gewisse Konstruiertheit einfach nicht absprechen kann. Der Humor der ersten Hälfte blitzt nun nur noch selten auf und die Dramatik des wohl bald sterbenden Hauptcharakers nimmt unheimlich viel Platz ein. So viel, dass man sich dabei fast schon ein wenig beengt fühlt. Warum man hier nicht die lockere Atmosphäre der ersten Minuten übernehmen konnte, ist mir jedenfalls unklar. Das hätte man doch durchaus etwas besser lösen können.
Zum Beispiel hätte man die Dramatik vielleicht schon irgendwo am Anfang mit einmischen sollen, dann wäre sie einem nicht so ruckartig und aufgesetzt rübergekommen, wie hier. Zumal sich der Film in diesen Szenen dann auch mitunter etwas zieht.



Wieder positiv anzurechnen ist dem Film allerdings, dass er bis zum Schluss eine gewisse Spannung aufrecht erhalten kann. Was mit Harold zum Ende hin passiert, interessiert einen doch irgendwie immer mehr, auch wenn man sich hier und da durch einige überlange Szenarios hindurchzwängen muss. Wenn auch das Ende dann nicht wirklich überrascht, so hinterlässt es ein wohlwollendes Gefühl, dass die Macher den dramatischen Teil dann doch noch mit einem Feel-Good-Schluss enden lassen. Dem ein oder anderen hätte da vielleicht ein anderer Schluss besser gefallen, wir waren nach all der Dramatik allerdings doch ein wenig erleichtert, dass man sich für dieses Ende entschieden hat, auch wenn es durchaus denkbar ist, dass es noch ein alternatives Ende dazu gibt.

Abschließend nun noch ein paar Worte zu den Darstellern, die mitunter für große Überraschungen sorgen konnten. Da wäre als erstes Will Ferrell, der es mit diesem Film nun endlich geschafft hat, von seinem Blödelimage wegzukommen und eine durchaus ernstzunehmende Figur macht, die zwar immer noch zum Schmunzeln einlädt, aber dennoch all die ungeahnten Qualitäten eines Ferrell an die Oberfläche bringt, die man von ihm vielleicht nie erwartet hätte. Dann Emma Thompson, die hier eine wirklich wunderbar zerzauste Schriftstellerin zum Besten gibt, welche ebenfalls unheimlich viel Spaß macht, ohne den nötigen Ernst vermissen zu lassen. In Nebenrollen gibt es dann u.a. noch Queen Latifah sowie Maggie Gyllenhaal zu bestaunen und Dustin Hoffmann, der als Prof. Jules Hilbert (der Nachname unseres Davids in einem Ami-Film? Wir glaubens ja nicht ;)) ebenfalls bestens unterhält. So hat man das gerne!



"He's not crazy. He's just written that way."

"Stranger than Fiction" hätte vom Bild her wirklich eine Referenz-DVD sein können, wäre da nicht die deutlich zu schwache Detailschärfe, sowie die nicht sonderlich sauber arbeitende Kompression. Letztere sorgt immer wieder für Blockrauschen und leichte Artefaktebildung. Und obgleich Nahaufnahmen recht detailliert erscheinen und auch die Kantenschärfe bis auf hin und wieder leichtes Ausfransen der Konturen keinerlei Fehler mit sich bringt, so sorgen stehende Rauschmuster für sichtbare Mängel in puncto Detail- und Tiefenschärfe. Dabei sind die Farben stets natürlich und frisch und der Kontrast arbeitet sehr ausgewogen, wobei helle Flächen mitunter etwas steil erscheinen. Dank einem meist sehr guten Schwarzwert können wir uns aber in vielen Szenen über ein recht plastischen Transfer freuen. Defekte und Verschmutzungen sind keine auszumachen. Somit können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein, hätten uns aber deutlich mehr Detailreichtum gewünscht.
Genre bedingt spielt sich der Ton überwiegend im Frontbereich ab und überzeugt zumindest mit einer sehr guten Sprachwiedergabe. Räumlichkeit wird hierbei lediglich durch den Score und Umgebungsgeräusche erzeugt, letzteres ist aber kaum wirklich wahrnehmbar und die meiste Zeit bleiben die Rears stumm. Sobald der Score einsetzt oder Rears für die Erzeugung von Regen, Umgebungsgeräuschen etc. genutzt werden, wirkt das ganze schon deutlich stimmiger, ist aber immer noch davon entfernt ein überzeugendes Ergebnis abzuliefern. Dafür fehlt es im entscheidenden Moment an Dynamik und Bass. Der englische 5.1-Mix unterscheidet sich nicht sonderlich vom deutschen Pendant.
Sony spendiert uns gleich zwei deutsch untertitelte Audiokommentare, einmal mit dem Regisseur Marc Forster sowie den Darstellern Dustin Hoffmann und Will Ferrell und einmal mit dem Regisseur, dem Szenenbildner Kevin Thompson, Visual Effects Designer Kevin Haug, Kameramann Roberto Schaefer, sowie den Produzenten Lindsay Doran und Eric Kopeloff. Beide Kommentare sind sehr informativ und aufschlussreich und dürften Audiokommentarliebhaber durchaus gefallen. Weiter geht es mit fünf kleinen Making of-Dokumentationen, welche leider etwas werbelastig ausgefallen sind, dennoch einen netten Einblick in die Produktion bieten. Zum Schluss dürfen wir uns noch über 26 Minuten an entfallenen und verlängerten Szenen freuen. Trailer zum Film gibt es leider nicht und selbst die obligatorische Trailershow fand diesmal nicht ihren Weg auf den Silberling. Dafür sind alle Extras deutsch untertitelt.


"Truth is stranger than fiction."

Anfangs wunderbar witzig, später leider etwas bemüht dramatisch, so kann man "Schräger als Fiktion" wohl noch am besten bezeichnen. Auch wenn vor allem die clever ausgetüftelte und mit ungewöhnlichen Ideen nur so gespickte Geschichte, sowie der wunderbare Humor der ersten Filmhälfte viel Freude bereiten kann, so bricht diese später dann leider mit einem Ruck ein und bietet abschließend, zumindest für einige Zeit, eine Dramakomponente, die nach diesem Start nicht nur unpassend wirkt, sondern mitunter auch arg konstruiert und langgezogen daherkommt. Das nette Ende kann dann allerdings wieder einiges gut machen und der Cast agiert durchgehend einfach sensationell gut. Somit also ein Film, den man sich durchaus anschauen sollte, vor allem wenn man auf Drehbücher der Marke Charlie Kaufman steht, sich dabei aber auch auf einige unpassend dramatische Eigenschaften einstellen sollte.
Technisch hinterlässt die DVD einen guten Eindruck, ist aber weit davon entfernt perfekt zu sein. Her hätten wir uns in puncto Bildqualität etwas mehr gewünscht.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.