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USA 2006
Originaltitel:Babel
Länge:137:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Alejandro González Iñárritu
Buch:Guillermo Arriaga, Alejandro González Iñárritu
Kamera:Rodrigo Prieto
Musik:Gustavo Santaolalla
Darsteller:Cate Blanchett, Brad Pitt, Gael García Bernal, Jamie McBride, Kôji Yakusho, Lynsey Beauchamp, Nathan Gamble, Adriana Barraza, Elle Fanning, Sumire Matsumura, Barbarella Pardo, Ivor Shier
Vertrieb:Ufa/Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:Steelbook
DVD-Start:04.07.2007 (Verleih) / 06.08.2007 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Trailershow:
    • Curse of the Golden Flower - Der Fluch der goldenen Blume (1:38 Min.)
    • Volver - Zurückkehren (1:56 Min.)
    • Brokeback Mountain (2:26 Min.)
    • Oliver Twist (2:05 Min.)
    • Das Meer in mir (Mar adentro) (1:20 Min.)
    • Broken Flowers (1:58 Min.)
    • Unsere Erde - Wunder des Lebens (0:58 Min.)
Bonus DVD:
  • Making Of "Common Ground: Under construction notes" (87:44 Min.)
  • Interview Alejando González Iñárritu (8:33 Min.)
  • B-Roll:
    • Marokko (5:56 Min.)
    • Mexiko (5:31 Min.)
    • Japan (5:28 Min.)
  • Featurettes:
    • Marokko (3:39 Min.)
    • Mexiko (3:59 Min.)
    • Japan (4:05 Min.)
  • Internationale Kinotrailer & TV-Spots:
    • Kinotrailer Deutsch (2:24 Min.)
    • Kinotrailer Englisch (2:20 Min.)
    • TV-Spot "Bullet" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Hope" (0:30 Min.)
    • TV-Spot "Cutdown" (0:30 Min.)
Ein Schuss in der Wüste von Marokko ist das auslösende Moment einer ganzen Kette von Ereignissen, die vier Schicksale von unterschiedlichen Menschen auf drei Kontinenten miteinander verbindet: Da ist ein amerikanischer Tourist, der in Marokko um das Leben seiner schwer verletzten Frau kämpft. Ein mexikanisches Kindermädchen, das verzweifelt versucht, die Grenze mit ihren beiden amerikanischen Schützlingen zu überqueren. Ein taubstummer japanischer Teenager, der gegen den eigenen Vater und dessen mysteriöse Vergangenheit rebelliert. Und zwei kleine Jungs auf der Flucht vor der eigenen Verantwortung. Geschichten und Schicksale, die nur scheinbar keine Verbindung haben ...
"If You Want to be Understood ... Listen."

Drei unterschiedliche Geschichten auf drei verschiedenen Kontinenten. In der marokkanischen Wüste spielen zwei Söhne einer Hirtenfamilie mit einem Gewehr, schießen in den blauen Himmel, den steinigen Sand, und auf einen weit entfernten Bus mit Touristen. Zur selben Zeit trifft sich in Tokio ein taubstummes Mädchen mit ihren Freundinnen im Café, sie flirten mit den dortigen Jungs, probieren Drogen. Das Mädchen lebt allein bei ihrem Vater, einem Geschäftsmann und Hobbyjäger, nachdem die Mutter verstorben ist. In Kalifornien hütet eine mexikanische Babysitterin die Kinder eines Paares, das auf Reisen ist. Um an einer Hochzeit in ihrer Heimat teilnehmen zu können, nimmt sie die Frau für einen Abend mit über die Grenze, ohne die Folgen dieses Ausfluges zu erahnen. Die Eltern der Kinder befinden sich zum selben Zeitpunkt in Marokko, durchqueren die Wüste in einem Bus, als ein Schuss die Schulter der Ehefrau und Mutter trifft. Aus dem Gewehr, das ein japanischer Jäger einem befreundeten Hirten schenkte ...



"Babel" ist Alejandro González Iñárritus Abschluss einer Schicksalstrilogie, die den Weg vom Kleinen zum Großen beschreitet: In "Amores Perros", einer Milieuverstrickung in der Metropole Mexico City, und Interner Link"21 Grams" verbinden sich durch einen Autounfall drei Episoden unwiderruflich miteinander, die gegensätzlichsten Menschen werden zu Subjekten unweigerlicher Lebensanalogien. Die Verbindung verschiedenster Schicksale erstreckt sich im dritten Film dieses Erzählstils vom fokussierten Handlungsort über die ganze Welt, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Meisterlich verwebt der Regisseur die scheinbar unabhängigen Stränge zu einem epischen Geflecht - in der Tradition seiner beiden Vorgänger setzt der Film einen verstörend subversiven Schlusspunkt unter die behutsam entwickelten Lebensentwürfe der Charaktere.
Der Titel bezieht sich auf die im Buch Genesis festgehaltene Parabel vom Turmbau zu Babel, nach der Gott die Menschen mit Verstreuung über die Kontinente und damit einhergehende Entstehung unterschiedlicher Sprachen für ihr maßloses Streben gen Himmel bestraft. Der Wille Gottes ist es also, der dem großen Problem der mangelnden Kommunikation voran steht? Diese Frage ist natürlich kaum Gegenstand des Films, sondern die Bezeichnung vielmehr symbolischer Ausdruck für die enormen Barrieren zwischen diesen Figuren, deren Begebenheiten durch Zufälle, weniger Bestimmungen gekennzeichnet sind. Sie alle distanziert und verbindet zugleich die Schwierigkeit des Ausdrucks, einer zwischenmenschlichen Sprachlosigkeit, die Un- und Missverständnis als Auslöser einer Problemkette bilden.



Auf paradoxe Weise zeichnet Iñárritu ein großflächiges Bild voller klar definierter Trennlinien und Grenzen, und doch weitreichender Zusammenhänge, die der Chaostheorie entsprechend imstande sind, jede Strukturalität aufzulösen. Wie "Babel" in beklemmend authentische Aufnahmen gehaucht all die unterschiedlichen Orte und Kulturen porträtiert, wie die Montage von Eindrücken und Stimmungen Parallelen zwischen den Erzählsträngen entstehen lässt, und die filmische Herausforderung, allen - auch in der Realität existenten - Barrieren zum Trotz an Originalschauplätzen sowohl mit Laiendarstellern als auch Hollywoodstars zu drehen, angenommen wird, das ist das zutiefst Beeindruckende an diesem meisterlich inszenierten Film. Dabei mögen die Situationen konstruiert erscheinen, ihr tragisches Gewicht wird dadurch nicht angetastet. Denn diese Begegnungen und Ereignisse sind von willkürlichen Zufällen bestimmt, und auf der Ebene der schauspielerischen Leistungen hat man diese Willkürlichkeit, dieses unangekündigte Einbrechen in eine scheinbar geordnete Welt selten in so geschlossener Form von den Gesichtern ablesen können: Auf diesen herausragenden Leistungen von Gael García Bernal, Adriana Barraza, Brad Pitt, Cate Blanchett und allen voran Rinko Kikuchi als in sich gekehrte Jugendliche auf der Suche nach Nähe und Liebe stützt das ganze stabile Gerüst von "Babel". Der Film vermittelt seine lebensnahe Atmosphäre durch das Ensemble, Iñárritu führt seine Darsteller mit sicherer, ruhiger Hand. Und spornt sie zu Höchstleistungen an.



Die Nenner dieser verschiedenen Figuren und Orte scheinen bei allen Kontextdifferenzen identisch, Isolation und Artikulationsunfähigkeit verbinden sie. Interner Link"Brokeback Mountain"-Komponist Gustavo Santaolalla spiegelt mit seinen dezenten Saitenklängen ihr Seelenleben wider, verleiht ihnen einen zusammenhängenden Ausdruck. Immer wieder zeigt der Film Fernsehaufnahmen und Ausschnitte aus Berichterstattungen über die inhaltlichen Begebenheiten, die mediale Umwelt schafft einen Rahmen, funktioniert als Informationsglied. Doch ausgerechnet diesem Anspruch kann sie nicht gerecht werden, die Notwendigkeit zwischenmenschlichen Austauschs nicht ersetzen: Über dieselben Ereignisse wird überall mit anderem Hintergrund berichtet. "Babel" vereinigt bei seiner Schicksalsverkettung eine Fülle an Themen, erzählt von Immigration, Eheproblemen, der individuellen Selbstsuche, Urbanisierung, Haltlosigkeit, Nähe und Zuneigung, ohne der Verlockung des Oberflächlichen zu erliegen. Alejandro González Iñárritu beendet seine komplexe Trilogie dennoch mit einem Hoffnungsschimmer: Der Schlüssel zur Lösung unseres mangelnden Verständnisses kann nur im Dialog liegen.



"A single gunshot heard around the world."

"Babel" wir von Universum Film als 2-DVD Deluxe Edition in einem hochwertigen Steelbook ausgeliefert, erzielt allerdings bild- und tontechnisch keine "Deluxe"-Werte. Dies liegt zum einen daran, dass der Film je nach Szenario und Handlungsort stark verfremdet wurde und dementsprechend in seiner Qualität stark variiert. So wirkt das Bild mal recht hart vom Kontrast, wodurch auch helle Flächen etwas steil erscheinen, dann ist der Transfer gewollt kontrastarm. Beides wirkt sich aber nie negativ aus und Details werden auch keine verschluckt. Wie auch der Kontrast variiert die Farbgebung von Ort zu Ort, verhält aber überwiegend natürlich und mitunter auch sehr satt und kräftig, dann wieder etwas zurückhaltend und gewollt reduziert. Wir können aber stets mit dem Ergebnis zufrieden sein. Das häufig auftretende Bildrauschen geht etwas zu Lasten der Schärfe. Mal fällt das Bild knackig scharf aus, nur um dann recht weich und etwas unscharf zu erscheinen. Es ist aber vielmehr dem Bildrauschen zu verschulden, dass die Detailschärfe in vielen Szenen nur mittelmäßig erscheint. Insgesamt können wir mit dem Transfer zufrieden sein, für einen aktuellen Film hätten wir uns trotz einiger eingesetzter Stilmittel mehr erhofft. Vor allem die Kompression lässt zu wünschen übrig und zeigt teilweise deutliches Blockrauschen im Hintergrund - ein Unding wenn man uns fragt und für einen Film aus dem Jahre 2007 wirklich unschön.Dafür gibt es keine Defekte und Verschmutzungen. Für mehr als 4 Punkte reicht es aber leider nicht.
Tontechnisch hätte man sich den 5.1-Mix auch sparen können. Das gesamte Klangspektrum spielt sich im Frontbereich ab, Räumlichkeit entsteht kaum bzw. gar nicht und die wenigen Umgebungsgeräusche sind bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls auf die Stereokanäle reduziert. Lediglich der Score darf sich auf den Rears hören lassen, entpuppt sich aber schnell als Upmix.
Zudem darf sich der Zuschauer sowieso auf 98 Prozent deutsche Untertitel einstellen, weil es nur selten Sequenzen gibt, die Deutsch bzw. in der englischen Fassung auf Englisch synchronisiert wurden. Der Rest ist immer in der jeweiligen Landessprache gehalten. Somit können wir uns auf einen soliden 5.1-Mix einstellen, der allein schon thematisch das Potenzial eines Dolby Digital Tracks nicht ausnutzen kann.
Nach "Deluxe" sehen aber die Extras aus, welche sich komplett über die Bonus-DVD erstrecken. Neben drei kurzen Featurettes, drei B-Roll Featurettes und einen 8minütigen Interview mit dem Regisseur ist das Herzstück der Specials die knapp 90minütige und in 18 Kapitel unterteilte Dokumentation "Common Ground: Under construction notes". Die Kamera begleitet das Drehteam durch die gesamte Produktion und würzt das ganze noch mit sehr ausführlichen wie auch informativen Interviews. Diese Doku ist Pflicht und eine der Besten der letzten Jahre. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass alle Extras deutsch untertitelt wurden.


Endlich mal wieder eine DVD mit Kaufpflicht. Auch wenn Bild und Ton unter dem üblichen Standard sind, so reißt das umfangreiche Bonusmaterial so einiges wieder raus. "Babel" ist ein starker Film und erfährt eine lohnenswerte Umsetzung in einer schönen Umverpackung.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++++-


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