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USA 2002
Originaltitel:Bubba Ho-tep
Länge:88:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Don Coscarelli
Buch:Joe R. Lansdale, Don Coscarelli
Kamera:Adam Janeiro
Musik:Brian Tyler
SFX:K.N.B. Effects Group
Darsteller:Bruce Campbell, Ossie Davis, Ella Joyce, Bob Ivy, Heidi Marnhout, Edith Jefferson, Reggie Bannister, Larry Pennell, Daniel Roebuck, Daniel Schweiger, Harrison Young, Linda Flammer, Solange Morand
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:26.02.2007 (Verleih) / 24.05.2007 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Vorwort von Bruce Campbell (1:58 Min.)
  • Kommentar über die gesamte Spielfilmlänge mit Regisseur Don Coscarelli und Hauptdarsteller Bruce Campbell
  • Kommentar über die gesamte Spielfilmlänge mit "The King"
  • Deutscher Kinotrailer (2:00 Min.)
  • DVD-Trailershow:
    • Lady Venegance (1:52 Min.)
    • Attentat auf Richard Nixon (2:25 Min.)
    • The Big White (1:48 Min.)
    • Goldene Zeiten (2:20 Min.)
    • Ein ferpektes Verbrechen (1:04 Min.)
    • Drowning Ghost (1:34 Min.)
Bonus DVD:
  • Room 1:
    • The Making of "Bubba Ho Tep" (22:34 Min.)
    • To Make a Mummy - Featurette (4:48 Min.)
    • Fit for a King: Dressing Bruce Campbell (6:27 Min.)
    • Rock Like an Egyptian: The Music of "Bubba Ho-Tep" (12:10 Min.)
    • Behind the Scenes Clip (3:17 Min.)
  • Room 2:
    • The King an I: Don Coscarelli über Bubba Ho-Tep (20:26 Min.)
    • Bruce über Bubba (11:30 Min.)
    • Bruce Campbell Interview - San Francisco Indi Festival (7:05 Min.)
    • Bubba Ho-Tep US-Premiere - San Francisco Indi Festival (25:17 Min.)
    • Bubba Ho-Tep UK-Premiere - London Trocadeo Cinema (10:22 Min.)
  • Room 3:
    • Deleted Scenes:
      • Hallway [2:20 Min.)
      • The Lady's Room [0:47 Min.)
      • Elvis & Jack (1:12 Min.)
    • Extra: Footage from Temple Room Floor (2:03 Min.)
  • Hallway:
    • Joe R. Landsdale liest Bubba Ho-Tep (7:39 Min.)
    • The King's Highway Music Video (2:22 Min.)
    • US-Kinotrailer (2:02 Min.)
    • US-Teasertrailer (0:31 Min.)
    • Bildergalerie (64 Bilder)
    • Bio- / Filmografien:
      • Bruce Campbell (18 Seiten)
      • Ossie Davis (8 Seiten)
      • Don Coscarelli (6 Seiten)
  • Hidden Features:
    • Deutscher Wochenschau-Bericht: Welt im Bild: "Schätze der Pharaonen" (0:37 Min.)
    • Alternative Synchro-Takes: Elvis (2:06 Min.)
  • 16-seitiges Booklet ("Scrapbook")
Elvis Presley ist mitnichten Geschichte. Zwar glaubt das die ganze Welt, doch ist der King of Rock'n'Roll noch quicklebendig, wenn auch seit einem schweren Hüftunfall, der ihn für mehrere Monate ins Koma schickte, etwas ungelenk. In einem kleinen Altersheim irgendwo in Texas fristet er sein anonymes Dasein und wartet voller Depressionen auf sein Ende. Dies naht in Form einer 4000 Jahre alten Mumie, die auf der Suche nach frischen Seelen im Seniorenhort leichten Fang wittert. Doch Elvis wäre nicht Elvis, wenn er sich dem staubigen Eindringling nicht entgegensetzen würde ...
"You know the legends... Now learn the truth."

Was für ein Gewächs! Um an "Bubba Ho-Tep" so heranzugehen, dass er wirkt, muss man alle Erwartungen fallen lassen. Genre-Puristen müssen ihre Fesseln lösen und sich auf ein gewaltiges Stück Interdisziplinarität gefasst machen, denn das ist Don Coscarellis Film: Von allem etwas und nichts davon so richtig, sondern etwas ganz Eigenes. "Bubba Ho-Tep" ist Melancholie. Die Melancholie des Altseins.
Den Regeln des Spiels ins Gesicht spuckend, gilt es in diesem ungewöhnlichen Film, durch eine im Hintergrund aufgezogene Abenteuerstory im Ägypten-Gewand und durch den aus der Interner Link"Evil Dead"-Reihe bekannten Zynismus des Bruce Campbell eine Parabel auf die letzten Lebenstage eines Menschen aufzubauen. Statt findet das Adventure-Spektakel ausgerechnet in einem Palast der Passivität: in einem abgelegenen Altersheim irgendwo in Texas, wo sich die Rednecks Gutenacht sagen.


Unsere Hauptfigur - und das macht alleine schon die Inhaltsangabe so interessant - ist der King höchstpersönlich, Elvis Presley (Campbell). Das altägyptische Wort für diesen Status des Kings ist "Ho-Tep", wie wir einer Texttafel zu Beginn des Films entnehmen können; "Bubba" bezeichnet derweil den Redneck des US-Südens. Der King ist aber in diesem Film weit davon entfernt, ein "Bubba Ho-Tep" zu sein, denn er fristet ein Schattendasein seiner selbst in diesem würdelosen Gewölbe, das einfach nur nach alten Menschen riecht und in dessen Gemäuern es nur einen Verbündeten gibt: Jack (Ossie Davis), ein Schwarzer, der glaubt, John F. Kennedy zu sein, der echte JFK, der in einer Verschwörung aufs Kreuz gelegt wurde. Und nachdem nun die Alten im Heim fallen wie die Fliegen, schustern sich die scheinbar einzigen beiden verbliebenen Insassen mit noch ein wenig Verstand ein Verschwörungsszenario zusammen, das ausgehend von einem Graffiti auf der Toilette und von ein paar Kakerlakenangriffen letztlich auf einen ägyptischen Pharao zurückgeht, der vor mehreren tausend Jahren starb und nun wieder auferstanden ist, um sich von den Seelen der Lebenden zu ernähren. Das jedenfalls lasen Kennedy und der King in einem Buch nach. Ihre Theorie: Die Pharao-Mumie hat sich dieses abgelegene Altenheim ausgesucht, weil der Tod der Opfer hier nicht so auffällt. Ihr Ziel, nachdem sie selbst erstmals Bekanntschaft mit dem Relikt des alten Ägyptens machten: Diese verdammte Mumie suchen und ihr den Saft abdrehen. Das Motto?

"Never, but never fuck with the King!"

Was sich so abenteuerlich anhört, ist allerdings in Wirklichkeit eine sehr ruhige Angelegenheit. Falsche Erwartungen sind Gift. Die eigentümliche Genialität entfaltet sich ganz woanders. Unterlegt von einem herrlich zynischen Off-Kommentar Campbells wird die Isolation alter Menschen von der Gesellschaft nachgezeichnet, und zwar aus der Sicht dieser alten Menschen - hier in Form von Elvis Presley. Die Figur des Elvis Presley wurde mit Bedacht gewählt, um so eine Person in ihrem Verfall zu zeigen, die einstmals in Ruhm und Reichtum lebte und das Leben in vollen Zügen auskostete. Immer wieder werden schnell geschnittene Flashbacks eingefügt, die Impressionen von seinem früheren Leben zeigen: Höschen, die auf die Bühne fliegen, das Treffen des King mit seinem Double Sebastian Haff, eine gigantische Explosion des Trailers, die letztendlich dafür sorgte, dass den King das Schicksal so grauenvoll traf. Es wird eine scharfe Trennlinie gezogen zwischen dem früheren Leben und der jetzigen Vegetation, die mit gesellschaftlicher Eingliederung nichts mehr zu tun hat. Die einzigen Kontaktpersonen zur realen Welt sind die Angestellten des Altenheims und die wenigen Besucher. Die Krankenschwester des King ist eine verbohrte Nuss, die mit ihrer Afro-Soul-Stimme zu ihrem Patienten spricht wie zu einem Kind, ihn einfach nicht als vollwertigen Gesprächspartner anerkennt. Wenn sie ihn mit Gleitcreme behandelt und er zugleich erstmals seit Jahren einen Ständer kriegt, läuft sie nicht etwa schockiert davon, sondern hebt den Finger und setzt ein Gesicht der Marke "You ol' little rascal!" auf. Die heiße Tochter eines frisch Verstorbenen bückt sich mit ihrem Minirock genau vor seiner Nase hinunter - "neither intentional nor unintentional", wie der Off-Kommentar von Campbell verrät - für sie ist dieser alte Kerl mit der Sonnenbrille ganz einfach nicht existent, und es geht ihr schlichtweg am Arsch vorbei, dass er direkt in ihr "Nest" gucken kann. Vorbei die Zeiten, als die Frauen ihm ihren Slip zuwarfen ... jetzt werfen sie ihn durch ihn hindurch.




"My God, man. How long have I been here?"

Ganz stark sind die Momente, in denen die Kamera die Blickwinkel der Pensionäre einnimmt und den Betrachter durch ihre Augen sehen lässt. Oft wird die Ego-Perspektive von Campbell aus seinem Bett verwendet. Wir sehen die Altenheimmitarbeiter im Zeitraffer hin- und herfegen, dann schauen wir auf Campbells paralysiertes Gesicht, wie sich seine Augen so bewegen, als habe er Schwierigkeiten, dem Geschehen zu folgen. Die Welt ist zu schnell für diesen alten Mann geworden, der mit Krebs an seinem besten Stück kämpft und davon abgesehen schon ewig lange Zeit keinen Ständer mehr hatte (bis zu jener Gleitcremebehandlung). Dieser Mann, den man auch ans Bett hätte fesseln können; das würde kaum einen Unterschied machen. Drehen wir nun die Verhältnisse um, kann es auch sein, dass dieser alte Mann für die Welt zu langsam geworden ist. Aber es ist die Perspektive des alten Mannes, die wir einnehmen, und deswegen bewegt sich die Welt im Zeitraffer.
Die mit Linoleum ausgelegten Gänge, mit ihrem unbehaglichen Dunkelbraun, verströmen eine endgültige Atmosphäre, fast so wie die Grüne Meile, der letzte Gang. Ins Licht. Diese unheimliche Leere der Gänge wird durch ein Beatmungsgerät gebrochen, das an der Seite steht wie eine absurde Kreation der Hölle. Eine alte Frau schleicht vorbei, brabbelt sich etwas in den Bart. Sie wird auf die Maschine aufmerksam, sieht eine andere alte Frau darin, brabbelt mit ihr in derselben Sprache, für uns Zuschauer nichts als Hieroglyphen. Wo Elvis nicht in der Nähe ist, nehmen wir wieder die Position des objektiven Beobachters ein, hängen mit der Kamera ganz oben an der Decke und schauen auf die Alten herab, was geschieht. Sie scheinen sich gut zu verstehen. Plötzlich schnappt die eine Alte sich die Brille der anderen Alten und schleicht kichernd davon. Das überrumpelte, hilflose Opfer jammert noch leise "Nein!", aber das ist ohne Bedeutung in diesen leeren Gängen. Woanders sehen wir eine alte, schrumplige Hand, die behutsam und gemächlich in eine Pralinenschachtel greift. Die Schleife auf der Schachtel wird registriert, geschätzt, diese Schachtel ist die einzige Freude der Frau, die in sie hineingreift. Dann bemerkt sie einen Käfer unter ihrem Bett, und es ist schon ironisch: Erst in diesem letzten Kampf mit dem Käfer und anschließend der Mumie hat diese Frau wieder einen wahren Lebensinhalt gefunden, und der wird mit ihrem Leben beendet.



Ausgehend von diesem Szenario kann man die ganze Sache mit der seelenverschlingenden Mumie auch als Einbildung der beiden alten Freunde verstehen, als Widerstand gegen den Strom der Bedeutungslosigkeit, in den sich die anderen Patienten begeben hatten und schließlich daran gestorben sind. Das erklärt auch, weshalb die Herkunft der Mumie immer etwas verschleiert bleibt und abgesehen von wenigen mysteriösen Schleichgängen durch das Altersheim und ein paar Flashbacks ins alte Ägypten kaum etwas von ihr zu sehen ist. Ob nun Phantasiekonstrukt oder Realität, es fördert die Abtrennung von der Gesellschaft, denn diese wird von der Mumie in keiner Szene bedroht. Obwohl die Mumie die Krankenschwester einmal mit der klassischen Slasher-Beobachterperspektive beobachtet. Für Interpretationen ist hier alles offen, denn mitunter könnte man sie sogar als Personifizierung des Todes betrachten - denn sie kommt, um die alten Menschen zu holen; ganz ungeachtet der Tatsache, dass sie dies tut, um sich selbst zu regenerieren.
Mit dem perfekten Soundtrack wird das Komplettwerk quasi marmoriert. Stets ertönt melancholische Melodie, wenn Elvis und Kennedy im Gang stehen und zusehen, wie der nächste Tote abtransportiert wird oder wenn Elvis seine Gedanken kreisen lässt. Enthalten sind Elemente von Presleys Musik, die in der traurigen Grundstimmung in schmerzhafter Nostalgie versinken und sich dadurch mit dem verbinden, was sich durch den Zynismus des Off-Kommentars ergibt: ein Aufrechtstehen in einer Zeit, in der man eigentlich auf dem Boden liegen sollte. Im Gegensatz dazu ertönt klangdichte, unverfälschte Countrymusik und Südstaatensound immer dann, wenn das "echte" Leben gezeigt wird. Wie etwa in der Szene, als die beiden Transporteure die Leichen in den Wagen schieben, als einer nachdenklich wird und fragt, was dieser Mensch der Welt wohl vermacht haben mag, sein Kollege entgegnet "I don't give a shit" und die Tür zuknallt.



Der komplette Film ist in erster Linie als Präsentation von Schauspielkunst und Kreation von Charakterunikaten zu verstehen. Und damit sticht Bruce Campbell hervor. Man hätte es ganz sicher nicht mehr erwartet, aber er erschafft mit Coscarellis Hilfe seine neue Paraderolle und damit gelingt es ihm, sich endgültig von seiner Rolle als Ash zu emanzipieren. Natürlich steht der kommerzielle Erfolg dafür noch aus, aber die These ist zweifellos nicht übertrieben. Campbell geht auf in seiner Aufgabe, den King als gealterten Menschen zu zeigen, der sich gegen sein eigenes Schicksal auflehnt. Mit Haut und Haar spielt er jeden Trumpf seines Könnens aus, um eine Figur zu schaffen, die schlichtweg einzigartig ist. Er bedient sich seines Off-Kommentars, des darin enthaltenen Südstaatenslangs, seiner Mimik, die hinter einer Maske aus Falten und Runzeln an Authentizität verliert, ganz so wie es beabsichtigt ist, und in seiner Gestik, die so zerbrechlich und gleichermaßen so entschlossen wirkt. Es ist sein Film, und es wäre ihm zu wünschen, dass seine Leistung auch in der Breite anerkannt wird, denn verdient hat er es allemal.


"Bubba Ho-Tep" ist der letzte Kreuzzug zweier Männer, die nach einem aufregenden Leben am Ende ihres Weges angelangt sind und sich mit dem Nichts konfrontiert sehen. Don Coscarelli schafft es, uns durch kleine Kniffe die Sichtweise alter Menschen nachfühlen zu lassen und eine einzigartige, melancholische Grundstimmung aufzubauen, die im Endeffekt so etwas wie Mitleid hervorruft, mit dem Schlusswort aber auch Erleichterung, die uns also kurz gesprochen berührt. Eine fortlaufende Storyentwicklung hat dieser Film überhaupt nicht nötig, um zu wirken; es ist immerhin keine Geschichte über das Älterwerden, sondern über das Altsein, also über einen Zustand und keinen Prozess. Der Mumien-Subplot gerät dadurch in den Hintergrund und kann als reales Element oder als symbolische Auseinandersetzung der Hauptdarsteller mit ihrem Geist verstanden werden, das ist dem Zuschauer vorbehalten; nicht jedoch sollte er sich auf dieses Element als das tragende verlassen, denn die Mumie spielt wirklich nur eine untergeordnete Rolle in diesem Porträt zweier alter Menschen, das vielmehr in einer Spirale aus Ruhe und Sanftheit aufgeht.

"The King of Rock 'n' Roll vs. The King of the Dead"

Knapp 5 Jahre hat es gedauert, bis man uns "Bubba Ho-Tep" endlich als deutsche DVD präsentiert und wir können froh sein, dass sich das Dortmunder Label diesem grandiosen Film angenommen hat und uns somit eine würdige DVD-Umsetzung spendiert. Hier merkt man, dass es immer noch Fans sind, welche die Titel produzieren und so manch ein Major sollte sich von den Special Editions der Independent-Labels einmal eine Scheibe abschneiden.
Aber der Reihe nach: Der anamorphe Transfer kann als gelungen betrachtet werden und neben einem weitgehend guten Kontrast, der vereinzelnd in dunklen Szenen feine Details verschluckt, meist aber sehr ausgewogen wirkt. Auch die kräftigen und stets satten Farben und die meist gute Werte abliefernde Schärfe machen einen feinen Eindruck, auch wenn Letzteres ruhig etwas knackiger ausfallen dürfte. Wirken Konturen und Kanten noch sehr angenehm, hätten wir uns etwas mehr Detailschärfe gewünscht, denn selbst in Nahaufnahmen wirkt das Bild nicht so detailliert wie es hätte sein können. Hinzu kommt ein stets vorhandenes Hintergrundrauschen, was der Schärfe etwas zusetzt und stehende Rauschmuster erzeugt. Dafür arbeitet die Kompression meist sehr sauber und Defekte und Verschmutzungen fallen auch nicht auf. Ingesamt hätten wir uns über mehr Detailschärfe und Brillanz gefreut, für einen Independent-Film wie es "Bubba Ho-Tep" nun einmal ist, können wir mit dem Transfer aber mehr als zufrieden sein.
Tonal ist die DVD etwas schwächer ausgefallen und bietet uns zwar einen sauber abgemischten Score, der sich auf alle Kanäle verteilt und dadurch die Atmosphäre des Films passend unterstützt, in puncto Raumklang und direktionale Effekte wird uns aber eher weniger geboten. Dies liegt allerdings daran, dass "Bubba Ho-Tep" von Grund auf ein eher ruhiger, dialoglastiger Film ist und sich, wenn überhaupt, meist nur dezente Umgebungsgeräusche in die Rears verirren. Die Dialoge hätten ruhig etwas klarer und sauberer ausfallen dürfen. So bekommen wir es im Hochtonbereich mit einigen Problemen zu tun. Auch wenn die Stimmen noch gut verständlich sind, hätte das ganze noch dynamischer und vor allem natürlicher klingen müssen. Der deutsche DTS Track klingt zum Glück nicht nur lauter, sondern auch brillanter, was schon einmal viel wert ist. Der englische Track unterscheidet sich in puncto Raumklang kaum von seinem deutschen Pendant, allerdings ist die Sprachwiedergabe deutlich schlechter ausgefallen. So verzerren die Stimmen des Öfteren, was zu Lasten der Verständlichkeit geht und zudem wirkt die gesamte Dialogabmischung recht dumpf und kratzig. Hier hat die deutsche Spur auf jedenfall die Nase vorn. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Die Extras können sich sehen lassen und die e-m-s hat nicht nur sämtliches Bonusmaterial der Anchor Bay-DVD lizenzieren können, sondern spendiert uns sogar noch ein paar neue Extras. Doch zu allererst zur Verpackung und zum DVD-Menü: Letzteres wurde schön animiert und bietet auf der Bonus-DVD Platz für zwei Hidden Features. Die DVD selbst wird als Doppel-Amaray im edlen Schuber mit Prägung ausgeliefert und das beiliegende, 16seitige Booklet enthält einen Brief vom Hauptdarsteller, ein Miniaturposter, Hintergrundinfos und einen Kapitelindex. Die Hauptfilm-Disc beinhaltet neben dem Original-Trailer und einer obligatorischen Trailergalerie noch ein deutsch untertiteltes Vorwort von Bruce Campbell, sowie zwei Audiokommentare, bei denen man leider auf deutsche Untertitel verzichtete. Das ist schade, denn der Kommentar mit Bruce Campbell und Don Coscarelli ist nicht nur sehr witzig, sondern auch sehr informativ ausgefallen. So auch der zweite Kommentar mit Bruce Campbell in seiner Rolle als "The King". Super witzig!
Weitere Extras gibt es auf der Bonus-DVD. Diese wurden auf 4 Bereiche aufgeteilt. Den Anfang macht Room 1: Hier gibt es ein 23minütiges Making of zum Film, bei dem wir einige Einblicke in die Dreharbeiten bekommen. Das "Making of" wurde mit Interviewsegmenten angereichert und bietet neben den üblichen Lobeshymnen auch einige nützliche Infos zur Produktion. Das nächste Featuerette heißt "To Make a Mummy" und behandelt in knapp 4 Minuten die Entstehung der Mumie. Sehr interessant, aber leider deutlich zu kurz. "Fit for a King" zeigt in knapp 6 Minuten wie Bruce Campbell das passende Outfit verpasst bekommt und "Rock like an Egyptian" widmet sich innerhalb 12 Minuten der Musik im Film und lässt Komponist Brian Tyler zu Wort kommen, der von Don Coscarelli interviewt wird. Zum Schluss gibt es noch einen 3minütigen "Behind the Scenes"-Clip, bevor wir uns dem zweiten Raum zuwenden dürfen. In "The King and I" erleben wir Regisseur und Drehbuchautor Don Coscarelli, wie er knapp 20 Minuten über seinen Film spricht. Das sehr informative Interview wird dabei immer wieder mit einigen Filmausschnitten aufgewertet. Weiter geht es mit gleich zwei Interviews mit Bruce Campbell. "Bruce über Bubba" läuft knapp 13 Minuten und dann gibt es noch ein etwas älteres Interview vom 5th San Francisco Indi Festial 2003, welches mit knapp 7 Minuten etwas kürzer ausgefallen ist. Zudem werden vom selbigen Festival noch 25 Minuten an Impressionen dargeboten, leider ohne deutsche Untertitel. Die Premiere in England mit einem anschließenden Interview des Regisseurs hat allerdings wieder deutsche Untertitel und beendet nach knapp 10 Minuten die Extras in Raum 2.
Auf zu Raum 3: Hier besteht die Anwahlmöglichkeit von 3 "Deleted Scenes", welche optionale, nicht untertitelte Kommentare mit Bruce Campbell und Don Coscarelli beinhalten. Weiterhin gibt es dann noch 2 Minuten an Szenen von "Temple Room Floor", wo wir z.B. sehen wie die Pharaonen das Gehirn aus der Nase herausziehen. Leider war es das an Bonus im dritten Raum und weiter geht es im Hallway. Dort gibt es ein 7minütige Featurette bei dem Joe R. Lansdale "Bubba Ho-Tep" vorliest. Das ganze wurde deutsch untertitelt und mit in Aquarell getränkte Szenenfotos unterlegt. Weiter geht es mit Biografien und Filmografien, sowie Kinotrailer und Teasertrailer, einem Music Clip und einer umfangreichen Bildergalerie. Hier hat die e-m-s sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und nach dem Marathonlauf an Bonusmaterial darf man sich gerne auf die Suche nach den zwei Easter Eggs machen. Wo diese zu finden sind, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.


"Bubba Ho-Tep" ist wahrlich einer der kultigsten Filme der letzten Jahre und viel zu lange haben wir auf eine der Anchor Bay ebenbürdigen DVD-Umsetzung in Deutschland gewartet. Mit der deutschen Special Edition beweist das Dortmunder Label e-m-s einmal mehr, dass sie nicht mehr zu den Kleinen gehören und ein wirklich heißes Eisen im Feuer haben, welches gut geschmiedet in unsere Regale wandern darf. Alle bisherigen Veröffentlichungen braucht man nicht mehr, denn die deutsche Disc bietet alles, was man braucht. Vom guten Bild über einen soliden Ton, bis hin zu einem wirklich umfangreichen Paket an Bonusmaterial - genauso hat eine Special Edition auszusehen. Lediglich die fehlenden Untertitel bei den Audiokommentaren schmälern den mehr als positiven Gesamteindruck etwas.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++++--


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Bubba Ho-tep (Collector's Edition)
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Bubba Ho-Tep (Collector's Edition)
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