D, USA 2005
Originaltitel:Devil's Rejects, The
Alternativtitel:House of 1000 Corpses 2
aka. Devil's Rejects: House of 1000 Corpses 2, The
Länge:106:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Rob Zombie
Buch:Rob Zombie
Kamera:Phil Parmet
Musik:Rob Zombie, Tyler Bates, Terry Reid
SFX:Ron Rosegard, Wayne Toth
Darsteller:Sid Haig, Bill Moseley, Sheri Moon Zombie, Ken Foree, Deborah Van Valkenburgh, Michael Berryman, William Forsythe, Steve Railsback, Tyler Mane, Leslie Easterbrook, Matthew McGrory, Priscilla Barnes, Duane Whitaker, Danny Trejo, Mary Woronov, Ginger Lynn Allen, Mike Bellesfield, Kelvin Brown, Elizabeth Daily, Rosario Dawson, Jessica Helmer, Jossara Jinaro, Natasha Lyonne, Lorena Mena, Jordan Orr, Dallas Page, Walter Phelan, Brian Posehn, Daniel Roebuck, Dave Sheridan, P.J. Soles, Lew Temple, John H. Tobin, Robert Trebor
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 EX, DTS 6.1 ES (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:10.03.2006 (Verleih) / 07.04.2006 (Kauf)
Specials:
Film-DVD
  • Audiokommentar mit Regisseur Rob Zombie
  • Audiokommentar mit den Hauptdarstellern Bill Moseley, Sid Haig & Sheri Moon Zombie
  • Kinotrailer - Deutsch (1:09 Min.)
  • Weitere Trailer:
    • Haus der 1000 Leichen (1:41 Min)
    • Cabin Fever (1:23 Min.)
    • Rancid (1:17 Min.)
    • Arsène Lupin (1:49 Min.)
    • Immortal (1:58 Min.)
    • Nicotina (1:14 Mi.)
Bonus-DVD
  • 30 Days in Hell - Making of (144:58 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Swamp Escape / Flucht aus dem Sumpf (0:50 Min.)
    • Family Arguement / Familienstreit (0:24 Min.)
    • Keep Your Cool / Cool bleiben (0:24 Min.)
    • Dr. Satan Attacks / Dr. Satan greift an ( 1:51 Min.)
    • Snake Bite / Schlangenbiss (0:30 Min.)
    • French Tickler / Noppenkondom (0:45 Min.)
    • Pork Rind / Dörrfleisch (0:43 Min.)
    • Marshmallow Ass / Marshmallow-Hintern (1:37 Min.)
    • Keep Your Mouth Shut / Halt Deinen Mund (0:47 Min.)
    • Otis and Candy Make Funky Music / Otis und Candy tanzen zu abgefahrener Musik (3:39 Min.)
    • Personal Escort into Hell / Persönliche Eskorte in die Hölle (1:46 Min.)
  • Bloopers (Pannen; 5:22 Min.)
  • Bloody Stand-Up (2:17 Min.)
  • Mathew McGrory Tribute (2:08 Min.)
  • Make Up Tests (13:10 Min.)
  • Morris Green Show (13:19 Min.)
  • Buck Owens Music Video (2:01 Min.)
  • Mary the Monkey Commercial (1:11 Min.)
  • Spaulding Christmas Commercial (1:09 Min.)

1978. Die Polizei umstellt das Haus der Familie Firefly, die in den vergangenen Jahren Dutzende Menschen gefoltert und getötet hat. Nun ist es an der Zeit, sie für ihre Taten büßen zu lassen, doch nur Mutter Firefly gerät in Gefangenschaft. Otis und Baby können zusammen mit Captain Spaulding entkommen. Aber sie haben nicht mit Sheriff Wydell gerechnet. Der fordert Vergeltung für den Tod seines Bruders und ist bereit, sich dafür der brutalen Methode der Fireflys zu bedienen. Während das sadistische Trio auf ihrer Reise durch Alabama eine Schneise des Todes schlägt, bereitet Wydell den Tag der Vergeltung vor, den kein Firefly ohne Verrichtung eines hohen Blutzolls überleben wird.

"A Tale Of Murder, Mayhem and Revenge" - Werbetext

Obwohl die gleiche Sippschaft wie bei Rob Zombies höllischem Debüt vorkommt, so handelt es sich hier aber keineswegs um einen offiziellen Nachfolger. Kein Dr. Satan, keine grellen Farbspielereien, keine Überlebenden - sondern eine richtig dreckige Mischung aus Roadmovie und klassischem 70er Jahre-Terror-Kino. Und was wäre nicht Rob Zombie, wenn auch nicht hier wieder die Extreme austesten würde? Richtig, so geht es hier dermaßen böse daher, dass man Zombies Aussage, "Haus der 1000 Leichen" sei ein Kindergeburtstag gegen "Devil's Rejects", zustimmen mag. Natürlich war Interner Link"Haus der 1000 Leichen" schon verstörend, dies geschah aber im Blickwinkel einer phantastischen, eher unrealistischen Comic-Kulisse; hier ist alles "weltlicher", vorstellbarer. Und so kann der garstige Grundtenor des Films psychisch mehr einschlagen.



Erst lässt Rob Zombie die drei Hauptprotagonisten auf ihrer Flucht vor der Polizei keine Gefangene machen, später dreht er den Spieß um und die Jäger werden Gejagte - Schlachter werden zu Vieh. Das "Schlimme" daran ist, dass im Gegensatz zu anderen 70er Jahre-Terror-Filmen die "Bösen" irgendwo noch sympathisch dargestellt werden, man später - auch ob der barbarischen vorausgegangenen Brutalitäten - Sympathie für Otis, Captain Spaulding und Baby hat. Diese drei Figuren wurden ja in "Teil 1" schon vorgestellt, hier werden sie richtig schön tief charakterisiert, vor allem Sid Haig als Captain Spaulding (der durchgeknallte Clown) weiß ob seiner zynischen Ader zu Gefallen, einer der Charaktere, die in "Teil 1" auf jeden Fall zu kurz kamen.
Otis (Bill Moseley, Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre 2"), wie gewohnt der Brachialste der Truppe, scheut sich auch hier wieder nicht, seinem morbiden Hobby, Gesichtsmasken zu machen, nachzugehen. Über Baby (Sheri Moon Zombie) muss man auch keine Worte verlieren, optisch ist sie wieder absolute Sahne in ihrer kaputten Jeans und auch sonst gibt die gute Dame als Psychopathin wieder alles. Als wäre dieser Cast schon nicht gut genug, setzt Rob Zombie bei den Darstellern noch einen drauf und besetzt die Nebenrollen prominent: Da wäre zum einen Ken Foree, jedem bekannt aus dem Original Interner Link"Dawn of the Dead", hier als Halbbruder von Captain Spaulding. Dieser leitet einen groß angelegten Puff, in welchem sich nachher das Blatt für die Psychopathen wendet - natürlich in einer optisch sehr reizvollen Szene, in der Rob Zombie genüsslich Kehlenschnitte, Zeitlupenszenen und dreckigen Rock verbindet.



Zurück zu den Darstellern; Ken Foree zur Seite steht ein nicht minder bekannter (wenn auch eher nur in Fankreisen) Darsteller: Michael Berryman, einer der Psychopathen aus Wes Cravens Kultfilm Interner Link"The Hills Have Eyes" oder Interner Link"Cut & Run". Hier kommt er endlich mal mehr zum Tragen, kann auch ein paar Sätze reden - ebenso wie Danny Trejo (Interner Link"From Dusk Till Dawn"), ein narbengesichtiger Vorzeige-Bösewicht mexikanischer Abstammung, der hier einen äußerst redseligen(!) Kopfgeldjäger spielt, der die Familie Firefly im Auftrag des Sheriffs John Wydell (William Forsythe "Deadly Revenge") ausfindig machen soll. Wydell ist der Sohn eines Polizisten, der in "Teil 1" getötet wurde. Der Sohn sinnt auf Rache und die kann sich durchaus mit den Grausamkeiten der Sippe messen, denn hat er nachher die drei Gesuchten in den Händen geht es z.T. nicht weniger ruppig als wie in der ohnehin harten ersten Hälfte zu. Denn wie gesagt, neben dem Terror-Aspekt gibt es noch eine Menge anderer graphischer Grausamkeiten, der Splatter-Faktor wurde nach "Haus der 1000 Leichen" gut angezogen: Kehlenschnitte, Erschießungen, Malträtierungen (z.B. Fotos an Körper antackern) - was wünscht man sich da noch neben einer der heftigsten Zermatschungen eines Körpers durch einen Truck? Zynischen Humor en masse? Hat der Film auch! Die tollen Darsteller, vor allem Captain Spaulding, lassen einen Spruch nach dem anderen los, ob diese nun "witzig" sind ist eine Geschmackssache, sie passen aber immer wie die Faust auf's Auge ...



"Death walks behind. Hell waits ahead." - Werbezitat

Rob Zombie setzt hier auf eine straighte Geschichte ohne große optische Spielereien. Farbverfremdungen, Rotfilter, Videoclip-Einschübe o.ä. gibt es hier nicht mehr - dafür wird der staubige, trockene Wüstenlook sehr gut eingefangen. Dreckig und modrig sind die Bilder, teilweise verwischen sie ineinander, am Ende findet man mitunter Stakkato artige Schnitte, passend zu den dutzenden Pistolensalven, die abgefeuert werden; ein atemberaubendes Finale. Horroratmosphäre kommt leider so gut wie gar nicht auf, lediglich der Anfang im Hause Firefly und am Ende die Hetzjagd Babys durch den Sheriff ("Lauf Häschen, lauf!") erinnern an manch düstere Szene aus "Haus der 1000 Leichen". Eben ein ganz anderer Film, den man mit "Teil 1" nicht vergleichen kann, da es total verschiedene Stilrichtungen sind - aber dennoch ist es wieder absolut genial, was Rob Zombie hier fabriziert hat!



"The new film by Rob Zombie." - Werbezitat

Kaum zu Glauben aber wahr! Sunfilm bekommt doch tatsächlich die Unrated-Version durch die FSK geboxt, und das bei einem Film, bei dem wir wirklich gedacht haben, dass er niemals ein Logo der Freiwilligen Selbstkontrolle tragen würde.
Nun haben wir "TDR" völlig unzensiert als 2-DVD Special Edition vorliegen, welche technisch von Sunfilm wirklich ansprechend umgesetzt wurde. Da wäre z.B. der anamorphe Bildtransfer, der trotz all der eingesetzten Stilmittel eine beachtliche Leistung abliefert. Die Farben wurden erdig gewählt und warten überwiegend mit einer sehr warmen Farbgebung auf. Der Kontrast liefert ebenfalls eine gute Show ab und wirkt selbst in hellen Bildflächen niemals zu steil. Details werden auch im Dunklen ordentlich wiedergegeben und dank eines nicht immer perfekt arbeiten Schwarzwertes werden feine Details auch niemals verschluckt. Was jedoch extrem auffällt, ist der immense Rauschfaktor und die Grobkörnigkeit im Transfer, welche dem Bild zusätzlich noch diesen schmutzigen 70er Flair verpassen. Was schlussendlich aber verwundert, ist die geniale Schärfe, welche trotz des starken Rauschens zu Höchstform aufläuft. Nahaufnahmen strotzen nur so vor Detailschärfe und man scheint nahezu jeder Pore im Gesicht erkennen zu können. Selbst in den Totalen wirkt das Bild noch angenehm scharf und vor allem sehr plastisch. Defekte und Verschmutzungen finden wir hier keine und die Kompressionen arbeiten bis aus selten auftretende Blockbildung, absolut unauffällig. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass die deutsche Fassung gegenüber der US-DVD von Lions Gate noch einmal um einiges schärfer ist ...
Die Soundabmischung weiß ebenso wie das Bild zu gefallen und Sunfilm spendiert uns hier einmal den deutschen und englischen Track als Dolby Digital 5.1 EX Mix und wertet das ganze zusätzlich noch mit einer DTS 5.1 ES-Abmischung auf, welche sich aber unwesentlich von der Dolby-Spur unterscheidet. Die gesamte Abmischung klingt durchweg sehr dynamisch und wartet mit einigen trockenen und tiefen Basseinlagen auf. Die Musik wurde sauber und sehr räumlich auf alle Kanäle verteilt und die Rears werden in den Actionsequenzen vorbildlich genutzt und können mit einigen überzeugenden Effektmomenten aufwarten. Jedoch hätte das Klangspektrum eine Spur räumlicher ausfallen dürfen. So werden die Stimmen zwar sauber aus den Frontkanälen wiedergegeben, jedoch kleben Umgebungsgeräusche noch zu sehr im Frontbereich und können sie nicht so richtig lösen. Das Problem hat die englische Dolby Digital 5.1 EX-Spur nicht und klingt noch eine Spur räumlicher und wartet zudem mit einer natürlicheren Dialogwiedergabe auf. Im Übrigen wird der zusätzliche EX, sowie der ES-Kanal des Öfteren gut genutzt, er wäre jedoch nicht wirklich nötig gewesen.



Kommen wir nun zu dem Bonusmaterial, bei dem sich Sunfilm nicht hat lumpen lassen. Auf der Hauptfilm-DVD finden wir neben dem deutschen Kinotrailer, sowie einer obligatorischen Trailershow gleich zwei Audiokommentare, welche allesamt sehr informativ ausgefallen sind und einmal den Regisseur und zum anderen Hauptdarsteller Bill Moseley, Sid Haig & Sheri Moon Zombie zu Wort kommen lässt. Wirklich schön, jedoch leider nicht deutsch untertitelt!
Richtig wuchtig wird es auf der zweiten Disc, denn hier finden wir die 145 Minuten lange Dokumentation "30 Days in Hell". In der Form eines Tagebuches, zeigt uns Regisseur Rob Zombie den Produktionsablauf von der ersten Minute an und lässt dabei unzählige Beteiligte zu Wort kommen. Ein intensiver und unglaublicher informativer Einblick in die Produktion und die Dreharbeiten, wie man es zuvor kaum gesehen hat. Die komplette Dokumentation wurde deutsch untertitelt und ist die perfekte Ergänzung zu den beiden Audiokommentaren.
Toppen kann man dies jetzt zwar nicht, doch mit 11 geschnittenen Szenen, haben wir noch rund 13 Minuten mehr Bonusmaterial zum Anschauen, welches sogar einige ziemlich harte Sequenzen beinhaltet, sowie Szenen, welche wir gerne im fertigen Film gesehen hätten. Unter Bloopers befinden sich 5 Minuten an "Outtakes" und unter dem Punkt "Bloody Stand-up" darf eine Darstellerin 2 Minuten lang unwichtiges Zeug von sich geben. Weiter geht es mit einem kurzen Nachruf an den leider verstorbenen Nebendarsteller Matthew McGrory und unter Make-up Test finden wir ein 13minütiges Featurette über die optische Erscheinung der Firefly-Family.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat kann sich noch zwei Commercial-Clips anschauen, welche wir auch im Film zu Gesicht bekommen. Desweiteren finden wir hier noch ein Musik-Video von Buck Owens, sowie ganze 13 Minuten der fiktiven "The Morris Green Show".
Das war es dann und rückblickend können wir volle sechs Punkte für dieses tolle Bonusmaterial geben. Wären jetzt noch die beiden Kommentare deutsch untertitelt worden und hätte man dem Ganzen noch eine fette Bildergalerie spendiert, dann wären wir aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus gekommen. Top!



"Hell doesn't want them ..." - Werbetext

Mit dieser Special Edition lässt Sunfilm Fanherzen höher schlagen und veröffentlicht den grandiosen "The Devil's Rejects" in einer adäquaten Art und Weise. Tolle Bild- und Tonqualität, massig Extras und ein ansprechendes DVD-Menü zeichnen diese Edition aus. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass die DVD mit dem Schriftzug "Director's Cut" völlig unzensiert ist und der US-Unrated-Version entspricht. Erschienen ist die Doppel-DVD als KeepCase im Schuber. Wer keine Interesse an Zusatzmaterial hat, kann sich den Film auch als Single-Edition zulegen.


Film: 5/6
Bild: 5/6
Ton: 4/6
Bild: 6/6



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