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JP 2005
Originaltitel:Death Trance
Alternativtitel:Death Trance - Versus II
Länge:89:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Yûji Shimomura
Buch:Seiji Chiba, Shinichi Fujita, Junya Kato, Yûji Shimomura
Kamera:Kana Takeuchi
Musik:Dir en Grey, Rui Ogawa
Darsteller:Tak Sakaguchi, Kentaro Seagal, Takamasa Suga, Yûki Takeuchi
Vertrieb:Anolis / e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:06.12.2006 (Verleih) / 07.02.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Yûji Shimomura, Star und Actiodirector Tak Sakaguchi, den Schauspielern Takamasa Suga und Yûki Takeuchi, sowie den Schauspieler und Actionkoordinator Masaki Suzumura
  • Trailer (2:21 Min.)
  • Team Zero's Special (3:00 Min.)
  • Bildergalerie (76 Bilder)
  • Making of (14:21 Min.)
  • Interview mit Tak Sakaguchi (25:36 Min.)
  • Trailershow:
    • Evil Aliens (1:57 Min.)
    • 999: Final Destination Death (2:15 Min.)
    • Centipede (1:28 Min.)
Japan, irgendwann in der Zukunft: Ein geheimnisvoller Kämpfer, der sich Grave nennt, ist auf der Suche nach dem ultimativen Kampf. Zu diesem Zweck stiehlt er den Sarg, in dem die Überreste der "Göttin der Zerstörung" ruhen, aus dem schwer bewachten Tougan-Tempel. Grave wandert den Sarg hinter sich herschleifend durch das Land und verteidigt sich gegen die Massen von Glücksrittern, die ihm seine Beute abnehmen wollen. Begleitet wird er seit dem Diebstahl von einem geheimnisvollen, kleinen Mädchen, das - völlig ungerührt von den Leichenbergen, die Grave hinterlässt - hinter ihm her trottet. Durch das Öffnen des Sarges wird die Göttin wiedererweckt. Grave stellt sich ihr in einem ultimativen Kampf.
Der Vergleich mit Ryuhei Kitamuras Interner Link"Versus" kommt nicht von ungefähr, denn Regisseur Yuji Shimomura war damals schon für die Kampfchoreorgaphie verantwortlich und durfte somit "Versus" seinen unverkennbar rauen Stil aufdrücken, welcher vermischt mit den extremen Metzelorgien und dem Blut, welches dort literweise floss, schnell zum Kultfilm avancieren ließ. Doch Kultstatus hin oder her, das alles täuscht nicht darüber hinweg, dass Kitamuras Partysplatter mit über 140 Minuten viel zu lang geratenen war und sich zumindest für meinen Geschmack als ein übergroßes Stück Sahnetorte entpuppte, von dem man bereits nach wenigen Bissen schon genug hatte.



In diesem Punkt unterscheidet sich Shimomuras "Death Trance" auch nur minimal von seinem großen Bruder und sollte in Deutschland wohl aus Vermarktungsgründen in "Death Trance - Versus II" unbenannt werden (was aber wieder verworfen wurde), wobei der richtige Nachfolger immer noch auf sich warten lässt. Auch hier bekommen wir eine Materialschlacht geboten, welche ihresgleichen sucht und mit einem Arsenal der verrücktesten Waffen aufwartet. Neben schießfähigen Tonfas werden Raketenwerfer aufgefahren (in welcher Hosentasche haben die Protagonisten diesen denn versteckt?), Schwerter, welche sich nur dann ziehen lassen, wenn der Auserwählte es in die Hände bekommt, sowie ein 2 Meter langes Buttermesser, welches den Gegenüber ziemlich ins Schwitzen bringt.
Soweit so gut, jedoch fehlt es "Death Trance" an einer Eigenschaft, welche "Versus" so berüchtigt machte - Blut! So fließt selbiges nur äußerst selten bzw. beim finalen Showdown darf mehr roter Lebenssaft fließen als im ganzen restlichen Film. Dies mag anfänglich den Zuschauer etwas seltsam vorkommen, jedoch wenn man einmal genau hinschaut, wird man merken, dass Hauptdarsteller und Kampfchoreograph Tak Sakaguchi, der bereits in "Versus" die Hauptrolle spielte, sein Schwert niemals zieht und seine Gegner lediglich mit extrem harten Schlägen den Garaus macht. Auf die Frage, warum er sein Schwert nicht zieht, sagt er einfach nur: "Vielleicht habe ich dazu gerade keine Lust". Als er jedoch später im Kampf gegen Dämonen und blutgierigen Monstern seine Waffe ziehen muss, wird der Zuschauer schmunzeln und verstehen, warum er die Klinge lieber in der Scheide lässt.



Dass "Death Trance" von allen Seiten immer als "Versus"-Rip-off bezeichnet wird, merkt man nicht nur am Actiontempo, den rotzigen Metal-Klängen, sowie der Location, welche überwiegend aus Wäldern besteht, sondern auch an den hervorragend choreorgraphierten Kämpfen, welche Shimomura direkt aus "Versus" übernommen zu haben scheint. Eine der wohl beeindruckendsten Kampfsportarten und das Markenzeichen seiner Schöpfer, des "Team Zero", dürfte Capoeira sein, eine aus Brasilien entstammende Kampfkunst, welche sich durch extreme Flexibilität (Drehtritte, Akrobatik etc.) auszeichnet und in Verbindung mit den teilweise hyperschnellen Schnittfolgen und der bereits erwähnten Metal-Musik schon einiges her macht. Rein vom Härtegrad lässt es zumindest hier im Film ein wenig Interner Link"Onk Bak"-Atmosphäre aufkommen, wobei ich mir hin und wieder ein paar dezenter eingesetzte Schnittfolgen gewünscht hätte, um stattdessen mehr von der Kampfhandlung mitzubekommen, da es mitunter sehr hektisch zugehen kann. Jedoch kann niemand abstreiten, dass "Death Trance" optisch mehr her macht als sein Vorbild. Hier bekommen wir es schon fast mit einem historischen Kostümfilm zu tun, bei dem die Sets, welche sich nicht nur auf Wald und Wiesen beschränken, wirklich sehr liebevoll gestaltet wurden. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass wir hier einige grandiose Eye-Catcher geboten bekommen. Allein das Ende, bei welchem Grave gegen die Göttin der Vernichtung antritt, wird uns als ein visuelles Meisterstück vor den Latz geknallt, an welches "Versus" bei weitem nicht heranreichen kann. Wo gab es schon ein Duell in der Luft, bei der sich beide Kontrahenten gnadenlos malträtieren und anstelle eines schwallweisen Bluteinsatzes dieses nur dezent eingesetzt wird und stattdessen Rosenblätter aus den Wunden fliegen. Optisch wirklich traumhaft und die stärkste Szene im ganzen Film.
Doch auch bei der Geschichte, welche zwar auch überwiegend nur auf die Kämpfe ausgelegt ist, wird uns deutlich mehr geboten, als in "Versus", wobei man hier wohl erst in den letzten Minuten wirklich verstehen wird, was das ganze Spiel mit dem Sarg nun wirklich soll und welche Aufgabe die Protagonisten haben.



Für mich ist "Death Trance" der bessere "Versus" und mit einer Laufzeit von knapp 90 Minuten wird es auch nicht langweilig. Optisch werden uns einige Leckerbissen spendiert und auch wenn kaum Blut fließt, dürften die Locations und vor allem die wilden Kampfsequenzen den Zuschauer beeindrucken. Eine Prise Humor darf hier ebenfalls nicht fehlen, obgleich der Film überwiegend ernst bleibt, sich aber selber nicht ganz so ernst nimmt. Death Trance" ist ein toller Partyfilm geworden, jedoch wird man ihn wohl immer mit "Versus" vergleichen und das wird es ihm auch beim deutschen Publikum nicht einfach machen. Bei den vielen Ähnlichkeiten zu Ryuhei Kitamuras Flick darf sich natürlich niemand beschweren, jedoch bietet "Death Trance" schlussendlich einfach viel mehr und beschränkt sich nicht nur auf eine reine Metzelorgie. Trotzdem dürfte er allein wegen seiner etwas durchgeknallten Charaktere, sowie der teilweise verworrenen Story genauso massenuntauglich sein wie "Versus", jedoch jeden, der "Death Trance" als eigenständiges Werk (was er nun einmal auch sein soll) akzeptieren kann, neunzig spaßige Minuten bescheren.


"An unknown time. An unknown place. Without reasons.
With no future. His only desire is ... Destruction!"


Anolis Entertainment präsentiert uns "Death Trance" als deutsche Erstveröffentlichung mit einer äußerst gelungenen deutschen Synchronisation in Dolby Digital 5.1 und verzichtet dabei auf das unsägliche DTS-Format, welches bei 98% der deutschen DVDs sowieso nicht wesentlich besser klingt. Die Abmischung darf hierbei als gelungen bezeichnet werden, obgleich die Klangkulissen in einigen Sequenzen ruhig eine Spur druckvoller hätten ausfallen dürfen. Die Rears werden ordentlich für Umgebungsgeräusche und den metallischen Score genutzt und dürfen auch den einen oder anderen Effekt von sich geben, welche dann aber auch immer überzeugen können. Wenn z.B. der Raketenwerfer über sämtliche Kanäle rauscht oder uns Pistolenschüsse um die Ohren fliegen, dann klingt das schon gut, jedoch wirkt das Klangspektrum für einen Actionfilm noch eine Spur zu dünn. Vor allem im Frontbereich hätten die Dialoge eine Spur homogener klingen können und insgesamt fehlt es etwas an Dynamik und den Weiträumigkeit. Jedoch dürfen wir uns in den Actionsequenzen nicht beklagen, denn im Vergleich zur etwas leiser abgemischten japanischen Tonspur ist der deutsche Mix nicht zu verachten und vor allem wuchtiger, was sehr deutlich im Musikbereich wahrzunehmen ist. Jedoch müssen sich die Geräusche der Musik unterordnen, was der deutschen Spur etwas die Natürlichkeit raubt. Die japanische Fassung hat dieses Problem nicht, klingt dafür etwas authentischer und sogar etwas weiträumiger als die deutsche Fassung. Hier wird mehr Wert auf die Umgebungsgeräusche und die Effekte gelegt, was in den Actionsequenzen ebenfalls sehr gut ankommt. Somit sollte jeder selber entscheiden, was ihm am besten gefällt. O-Ton-Liebhaber werden sich sowieso freuen, zudem gibt es optionale deutsche Untertitel.


Der anamorphe Transfer erweist sich als recht wechselhaft. Dies liegt zum einen daran, dass Regisseur Yuji Shimomura viele Stilmittel und Farbfilter einsetzt. So tendiert die Farbgebung überwiegend ins Bräunliche oder lässt die Farben etwas blasser als gewohnt erscheinen. In anderen Sequenzen dominiert ein starker Blauton das Geschehen und auch Grün oder grelle Farben werden je nach Bedarf eingesetzt. Darunter leidet leider der Kontrast etwas, der hier einiges zu tun bekommt und sich insgesamt sehr wacker schlägt. Leider schwächelt der Schwarzwert recht häufig und lässt viele Sequenzen ins Gräuliche tendieren oder vermischt sich mit Blau. Jedoch kann dies nicht als Fehler gewertet werden, sondern ist einzig und allein ein Stilmittel des Regisseurs.
In puncto Schärfe ist es ebenfalls so eine Sache. Überwiegend bekommen wir ein überraschend scharfes Bild spendiert, wobei wir in Nahaufnahmen auch von einer guten Detailwiedergabe sprechen können, jedoch fällt es vermehrt auf, dass der Transfer recht weich erscheint und zudem scheint der Rauschfilter gegen die Schärfe zu arbeiten. Bildrauschen gibt es kaum zu bemängeln, was sicherlich dem Filter zu verdanken ist, wobei man in Gesichtern schon leichte, stehende Rauschmuster erkennen kann. Doch viel störender als dies sind die Kompressionen, welche starke Probleme mit den schnellen Kampfsequenzen bekommt. Immer wieder fällt Blockrauschen und Artefaktebildung auf und zudem bemerkt man deutliche Bewegungsunschärfen in schnellen Schwenks. In einigen langsamen Kameraschwenks fällt sogar starkes Bildruckeln negativ auf, wobei es sich meist auf deutliche Bewegungsunschärfen beschränkt. Defekte und Verschmutzungen sind hierbei zum Glück Fehlanzeige. In Anbetracht der eingesetzten Stilmittel, der leider nicht besonderen Schärfe und den nicht ganz sauber arbeitenden Kompressionen vergeben wir hier gerade noch vier Punkte. Hier wäre sicherlich mehr drin gewesen.


Kommen wir nun zum Bonusmaterial und den DVD-Menü. Letzteres liegt leider nur teilanimiert im Vollbildformat vor, kann sich optisch aber dennoch sehen lassen. In puncto Extras spendiert uns Anolis Entertainment neben einer obligatorischen Trailershow, dem Originaltrailer und einer umfangreichen Bildergalerie noch ein 3minütiges Featurette über "Team Zero mit Ausschnitten ihrer spektakulärsten Kampfsequenzen aus diversen Filmen. Desweiteren folgt ein knapp 15minütiges Making of, welches sich aber als Set-Interview mit Tak Sakaguchi entpuppt, bei dem hin und wieder Ausschnitte und kurze Einblicke hinter die Kulissen gewährt werden. Sakaguchi wirkt sehr sympathisch und erzählt viel über die Kampfsequenzen und deren Umsetzung, sowie über das Drehbuch, seine Figur und kleine Streitereien, welche es am Set mit dem Regisseur gab. Das Interview liegt in Japanisch mit englischen Untertiteln vor und wurde für den deutschen Markt mit einer Voice-Over-Stimme ergänzt.
Exklusive für Deutschland gibt es noch ein 25 Minuten langes Interview, welche Anolis mit Tak Sakaguchi beim diesjährigen Fantasy Filmnights in Hamburg aufgezeichnet hat. Dies liegt uns in Japanisch mit deutschen Untertiteln vor und beschäftigt sich nicht nur mit Sakaguchis aktuellem Film, sondern auch mit seiner gesamten Karriere und seinen Zukunftsplänen. Einige Antworten sind recht kurz ausgefallen, dennoch sehr interessant. Das Herzstück dieses Silberlings ist aber auf jeden Fall der Audiokommentar mit Regisseur Yûji Shimomura, Hauptdarsteller und Actiodirector Tak Sakaguchi, den Schauspielern Takamasa Suga und Yûki Takeuchi, sowie dem Schauspieler und Actionkoordinator Masaki Suzumura. Komplett deutsch untertitelt bekommen wir hier ein sehr interessantes Gespräch geboten, bei dem wir einiges über die Dreharbeiten, die Charaktere und die Hintergründe der Geschichte erfahren. Nebenbei scheinen alle Beteiligten eine Menge Spaß gehabt zu haben und als Zuschauer kann man sich das Lachen kaum verkneifen, wenn einer bittet, den Film anzuhalten, da er dringend auf Toilette muss, doch niemand seinen Wunsch nachkommt.



"Death Trance" wird die Fraktionen spalten und man kann ihn nur hassen oder lieben. Er hat mit Sicherheit eine Menge Schwächen, wenn man sich jedoch auf den Charme des Filmes einlässt und die Bildgewalt einfach auf sich niederprasseln lässt, wird man mehr als gut unterhalten. Die DVD bietet einen guten Ton und interessantes Bonusmaterial. In puncto Bild müssen leider ein paar Abstriche gemacht werden, jedoch können wir von einer gelungenen Umsetzung sprechen. "Death Trance" ist die Nummer 28 in der Anolis-Serie und sollte in keiner Sammlung fehlen.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


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Interview mit Tak Sakaguchi
News"Death Trance - Versus II" kommt im Dezember
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