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TH 2004
Originaltitel:Bodyguard Nah Liam
Alternativtitel:Dangerous Hero
Länge:95:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Petchtai Wongkamlao, Panna Rittikrai
Buch:Petchtai Wongkamlao
Kamera:Nattawut Kittikhun
Darsteller:Petchtai Wongkamlao, Tony Jaa, Pumwaree Yodkamol, Surachai Chantimathorn, Aranya Namwang, Phiphat Aphirakthanakarn
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Thailändisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Original Kinotrailer (1:52 Min.)
  • Bio- und Filmografien:
    • Petchtai Wongkamlo (3 Seiten)
    • Tony Jaa (7 Seiten)
    • Panna Rittikrai (4 Seiten)
  • Trailer:
    • Revenge of the Warrior
    • Born to Fight
    • New Police Story
    • Brotherhood
    • Bloodbrothers
    • Hypnos
    • 12 Days of Terror
    • The Tenants
Bodyguard Wongkom (Petchai Wongkamlao) verliert trotz hohem Munitionsverbrauch einen schwerreichen Klienten bei einem Anschlag. Dessen Sohn und Nachfolger Chaichol (Piphat Apiraktanakorn) will gleich gar keine Bewachung und vor allem nicht von Wongkom, sieht sich aber kurz darauf eines Besseren belehrt: Auch auf ihn wird ein Attentat verübt, dem er nur knapp entkommen kann. Er kriecht bei einer ärmlichen Familie unter und verliebt sich dort in die Rettungssanitäterin Pok (Pumwaree Yodkamol). Da tauchen die Killer wieder auf, aber Wongkom ist diesmal auch nicht weit ...
Erstaunlich schlechte Actionkomödie, die beide Genrebezeichnungen eigentlich gar nicht verdient und nur als Beispiel dafür herhalten kann, wie man es eben nicht macht. Die Schnitzer der gesamten Regieleistung sind nicht einmal für ein Debüt entschuldbar; das missratene Endergebnis wirft ein ganz neues, erschreckendes Bild auf den bisher eigentlich positiv aufgefallenen Petchtai Wongkamlao (Interner Link"Killer Tattoo", Interner Link"Ong Bak", Interner Link"Revenge of the Warrior"). Dieser ist hier auch als Autor und Hauptdarsteller tätig und lässt sich daher schnell für den schwarzen Peter ausmachen; der Versuch einer Satire auf HK-Action ging jedenfalls ebenso schief wie die Schaffung eines wenigstens unterhaltsamen Filmes.



Vom Start weg sieht man, dass Wongkamlao den komischen Aspekt dadurch potenzieren will, dass er nur entstellte Psychognomien besetzt und die gegebenen formellen Bestandteile ausdehnt und viel weiter überhöht. Das versucht er vor allem über die Inszenierung der Actionszenen. So werden die gängigen Stilmittel wie Zeitlupe, Bloodshed, Wirework durch ein ungleiches Mengenverhältnis mehr als verzerrt und auffallend exzessiv übertrieben, um in der Karikatur den Kontrast zur Realität aufzuzeigen. Im ersten Moment vielleicht noch lustig, allerdings werden die dargestellten Widersprüche in der Bildsymbolik dann ständig genutzt, wodurch die Quelle des Vergnügens am Lächerlichen schnell versiegt: Weit verbreitete Verwendung von Hit Squibs, meterhohe Sprünge aus dem Stand und ohne Hilfsmittel unmögliche Verrenkungen in der Luft zum unpassenden Zeitpunkt werden aneinanderaddiert, ohne jedoch eine wirkliche Aussage, eine auf Dauer inhaltliche Absicht erkennen zu lassen. Schlimmer noch, Regisseur und Choreograph zeigen nämlich nicht, wie es anders oder ihrer Meinung nach richtig geht, sondern mit ihren Hyperbeln die ganze Zeit nur, wie man es eben nicht macht.



Die Verfremdung lässt die Szenen von dem normalerweise zu Erwartenden noch nicht einmal sonderlich abweichen, da es bereits ernst gemeinte und auch so wirkende Filme gibt, die derartige Methoden dann getreu der Intention von Rasanz und Wirkung auch richtig effektiv genutzt haben. Eine Sichtbarmachung von Missständen hat wohl kaum einen Erfolg, wenn man keine neue und intensivere Herangehensweise entwickelt, sondern im Schärfegrad harmlos - albern nur gängige Muster schlechter nachahmt. Selbst die Parodiekonzeption misslingt, da kein Charme spürbar ist und die Qualität arg zu wünschen übrig lässt. Wenn man zwar offensichtlich versucht, witzig zu sein, es aber nicht ist, hat man das Ziel verfehlt. "No Problem 2" z.B. zeigt in allen Belangen, wie man es besser macht.
Und sicherlich erscheint hierbei Vertrautes absurd, aber nur weil die Produktion selber es auf Biegen und Brechen nicht schafft, in den entsprechenden Zerrspiegel-Szenen trotz aller technischen Möglichkeiten auch das nötige Tempo und Wirksamkeit zu erreichen.



Selbst der vielbeschworene Cameo-Auftritt von Tony Jaa ist eine vollkommen drucklose Angelegenheit, die nicht nur nach ein paar Sekunden wieder vorbei ist, sondern in der kurzen Zeit nicht eine gelungene Einstellung in der grafischen Komposition vorweisen kann. Die Szene ist eindeutig auf Härte angelegt, trotzdem ist die Aufteilung der Bildfläche schlecht; handwerklich falsch visualisiert und einfach nicht sauber. Das bestimmende Motivelement ist zumeist viel zu weit am Rande oder durch die ungünstige Kamera sogar eindeutig als Fake identifizierbar. Der Schnitt erfolgt zu spät und findet im Folgenden keinen reibungslosen Übergang, wonach jede Einstellung ohne Kontext für sich stehenbleibt. Man macht sich mangels Können in der formalen Gestaltung nur selber lächerlich, was wohl nicht der Sinn der Sache ist.



Abgesehen von der scheiternden Action fällt das Konstrukt nur dadurch auf, dass es trotz eigentlich gegensätzlichen Gestaltungsmerkmale wie Humor, Gewalt und Drama schnell ins Langweilige streift; spätestens wenn noch die Romantik einer ersten Liebe mühsam dazu geklatscht wird. Man hat auch keine unterschiedlichsten Assoziationen, sondern nur eine negative, da es dazu noch nervend wird. Der theoretische Kontrast reicht auch nicht aus, die sehr hohe Anzahl aussageschwacher bis gleich nichtssagender und eher Fragen aufstellender Sequenzen zu überspielen: Ein Zwerg verprügelt seine fremdgehende, viel größere und schwerere Frau. Chaichol versetzt seine Uhr für 30.000 Baht, obwohl ihm 300.000 geboten wurden. Seine Gastgeberin spielt mit drei anderen Frauen Karten, wobei das Gespräch über "blasen", "Schwanz" und "ficken" nicht hinauskommt. "Cunt" fällt auch öfters, durch irgendetwas muss man sich ja profilieren, und sei es nur unflätige Dialoge.
Etwaige Witze arbeiten ebenfalls häufig mit dem Instrument der Wiederholung; die meisten Running Gags scheitern allerdings bereits beim Aufbau. Und zwar nicht an der Unverständlichkeit, nicht an der Sprachbarriere oder einem speziellen, schlecht übersetzbaren Wortwitz; sondern eben weil es einfach nicht lustig ist.

"Wenn er dich beschützt, bist du verloren!" - Werbezeile

"The Bodyguard" liegt uns hier zwar in der ungekürzten Fassung vor, lässt jedoch jegliches Bonusmaterial der HK-DVD vermissen. Wir dürfen uns hier lediglich ein paar Trailer, den Originaltrailer, sowie einige Biografien anschauen. Eigentlich schade, denn gerade der Audiokommentar des Regisseurs wäre sicherlich sehr interessant gewesen.
Bildtechnisch sei erst einmal gesagt, dass die DVD im Originalformat von 1,78:1 vorliegt und anamorph codiert wurde. Die Farben wirken satt und kräftig und der Kontrast hinterlässt ebenfalls einen ordentlichen Eindruck, wirkt aber hin und wieder eine Spur zu hart und lässt feinere Details vermissen. Zudem tendiert der Schwarzwert hin und wieder ins Bräunliche, was aber durchaus als Stilmittel gesehen werden kann, da sich die Farbgebung von natürlich, jedoch stets kräftigen Farben hin und wieder in erdige Brauntöne verwandelt.
Die Schärfe leidet leider unter dem eingesetzten Rauschfiltern und den dezenten stehenden Rauschmustern. Gerade im Detailbereich geht hier eine Menge verloren, was man sehr deutlich in Nahaufnahmen sehen kann. Aufgrund leichter Nachschärfung kann der Transfer zumindest in den Totalen mit einer guten Kantenschärfe aufwarten. Hin und wieder auftauchende Defekte störend hierbei kaum. Die Kompressionen zeigen allerdings leichtes Blockrauschen im Hintergrund und in Bewegungen müssen wir mit leichten Nachzieheffekten rechnen.
In puncto Dolby Digital-Abmischung wird uns schon deutlich mehr geboten. Zwar unterscheiden sich weder Dolby Digital- noch DTS-Variante sonderlich voneinander, aber neben einer guten und kräftigen Front zzgl. einer sauberen Sprachverständlichkeit, werden die Rears stets ordentlich für den Score und die Umgebungsgeräusche genutzt. Für einen Actioner klingt das ganze aber vielleicht doch eine Spur zu harmlos und spielt sich gerade in den Schießereien meist nur im Frontbereich ab. Zudem hätten wir uns einen aggressiveren Basseinsatz gewünscht, der uns in der Originalfassung geboten wird, welche aber wiederum sehr dumpf und zurückhaltend wirkt. Optional gibt es deutsche Untertitel.



Gebraucht hätte "The Bodyguard" niemand wirklich und Petchai Wongkamlao zeigt sehr schön, dass Thailand nicht unfehlbar ist. Die DVD schwächelt sehr deutlich im Bereich Bildschärfe und Bonusmaterial und auch wenn die tonale Ebene ein wenig besser ist, wird uns für einen Actionfilm zu wenig geboten.


Film++----
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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