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USA 2005
Originaltitel:Feast
Länge:86:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Unrated
Regie:John Gulager
Buch:Marcus Dunstan, Patrick Melton
Kamera:Thomas L. Callaway
Musik:Stephen Edwards, Tom Erba
SFX:Kevin Pike
Darsteller:Navi Rawat, Krista Allen, Balthazar Getty, Judah Friedlander, Jenny Wade, Duane Whitaker, Josh Zuckerman, Eileen Ryan, Clu Gulager, Anthony 'Treach' Criss, Eric Dane, Chauntae Davies, Diane Goldner, Somah Haaland, Tyler Patrick Jones, Jason Mewes, Mike J. Regan, Henry Rollins, Gary J. Tunnicliffe
Vertrieb:Dimension
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch
Untertitel:Englisch, Spanisch
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur John Gulager, Produzent Mike Leahy und Joel Soisson, Drehbuchautoren Marcus Dunstan und Patrick Melton, sowie Creature & Makeup Effects Desiner Gary Tunnicliffe
  • Blood On The Cutting Floor - Deleted Scenes (7:39 Min.)
  • Horror Under The Spotlight: Making "Feast" (11:09 Min.)
  • The Blood And Guts Of Gary Tunnicliffe (9:33 Min.)
  • A Small Feast Of Outtakes (3:02 Min.)
  • Feast Soundtrack Promotion (0:32 Min.)
Eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe Fremder sind in einer Gaststätte gefangen und müssen sich dort gemeinsam gegen eine Familie genetisch veränderter, fleischfressender Monster wehren, von der sie angegriffen wird.
Als das letzte Ergebnis des insgesamt enttäuschenden "Project Greenlight" outet sich "Feast" überraschend als ungemein fetziges Horrorsujet, das in seinen knackig-kurzen 80 Minuten flott voranschreitet und dabei wie im Flug vergeht.
Dabei stand das unter anderem von Matt Damon ("Good Will Hunting", "The Bourne Identity") und Ben Affleck (Interner Link"Armageddon", Interner Link"Paycheck", Interner Link"Dogma") initiierte TV-Projekt lange Zeit unter keinem guten Stern. Als Reality-Show geplant, die jungen, talentierten Filmemachern die Chance geben sollte, ihr eigenes Drehbuch umzusetzen, blieb die Zuschauerquote deutlich hinter den Erwartungen zurück. Darüber hinaus entpuppten sich die letztlich fertig gestellten Filme auch nicht gerade als Knüller. Somit wurde die Serie nach der dritten Staffel auch schon wieder abgesetzt und das für misslungen erklärte Konzept zu den Akten gelegt. Schade eigentlich, denn ausgerechnet das letzte Kapitel erweist sich nun als gelungener Filmspaß.



Nach etlichen Verzögerungen, die nichts Guten verhießen, ersten mittelprächtigen Testscreenings und diversen Umschnitten konnte Regisseur John Gulager sich aller Unkenrufe zum Trotz sogar über eine limitierte Kinoauswertung seines Films freuen, bevor er schnell den Weg auf die DVD in einer Unrated-Fassung fand, die nicht sonderlich sparsam mit dem roten Lebenssaft umgeht, aber ganz sicher ihre Abnehmer finden wird. Eine gute Mundpropaganda sollte eigentlich dabei helfen aus "Feast" nun nachträglich noch einen Hit zu machen. Ich bin kein unbedingter Horrorfan, aber was Gulager hier abgeliefert, hat Hand und Fuß und macht darüber hinaus mächtig Laune.



Gleich vom Start weg hart am Gas, inszeniert er seine denkbar klassische Prämisse möglichst effektiv ohne Schlenker, größere Einleitungen oder gar ergänzende Erklärungen. Mitten in der Wüste wird eine Gruppe von Menschen an einem gemütlichen Abend in einer Bar von einer Horde Bestien angegriffen. That's it. Simple and to the point. Woher diese Viecher kommen erfahren wir nicht und was sie wollen auch nicht. Ein paar vage Spekulationen helfen dem Zuschauer allerdings auf die Sprünge.
Im Grunde genommen erwartet das Publikum infolge nur selbstreflexive Aneinanderreihung diverser Genrezitate mit pechschwarzem Humor und viel Ironie. Die Vorbilder (u.a. Interner Link"Alien", Interner Link"From Dusk Till Dawn", Interner Link"Assault on Precinct 13", Interner Link"Tremors") sind zwar stets offensichtlich zu identifizieren, doch dies tut dem Spaß keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, der augenzwinkernde Umgang mit den Ideen anderer Leute, ist ein wichtiger Bestandteil von "Feast". Denn Gulager verfügt nebenher noch über das Talent selbstironisch mit Klischees zu jonglieren und mit ein paar Genreregeln zu brechen. Er konstelliert grundsätzlich alle Stereotypen in dieser Bar, die man in so einer Situation auch erwartet, lässt dann aber beispielsweise die feminine Fraktion die Initiative übernehmen und stempelt das vermeintlich stärkere Geschlecht mit Unvermögen und Feigheit ab. Vor allem Henry Rollins als Motivationskünstler erhält dabei einige herrliche Momente, die genau zum Gegenteil von dem führen, was er in der jeweiligen Situation eigentlich beabsichtigt. Darüber hinaus erhält aber auch nicht jeder Charakter sein genregemäße Position, was letztlich auch zur Folge hat, dass der Zuschauer sich bis zum Ende nicht sicher sein kann, wer überhaupt heil aus der Sache herauskommt.


Der Humor lebt dabei sehr von seiner Spontaneität, weshalb ich auf die skurrilen Ideen auch nicht weiter eingehen möchte. Vor allem die Monster verschiedener Formate sorgen mit ihren unorthodoxen Methoden, die ab und an auch menschliche Züge annehmen, für viele gute Gags, die öfter merkwürdig erscheinen mögen, im Kontext aber herrlich funktionieren, weil die eingeschlossenen Menschen kein beobachtetes Verhalten unkommentiert lassen können.
Begleitet von Musikstücken, die, wie es beispielsweise das Interner Link"Dawn of the Dead"-Remake oder kürzlich auch Interner Link"Crank" zelebrierten, in vielen Fällen sehr amüsant ihr Statement zur jeweiligen Situation abgeben, beginnt Gulager das Schnetzelfest einzuläuten, kommt aber nicht darum herum kurz seine zusammengepferchte Schar mittels witziger Texttafeln (Name / Occupation / Job / Life Expectancy) vorzustellen, die bereits direkten Bezug zum anschließenden Überlebenskampf aufweisen.



Sind dann aber erst einmal alle versammelt, geht es schon Schlag auf Schlag. Erst schaut ein blutüberströmter Mann mit einer Schrotflinte herein, der sich gleich als Lebensretter outet, dann folgt seine Frau und schon versuchen die Monster einzudringen. Also verbarrikadiert man sich hektisch und zählt Waffen (klassisch: Schrotflinten) nebst Munition, bevor der nächste Angriff erfolgt. Man unternimmt Streifzüge in den ersten Stock und in den Keller, um nach Hilfe zu funken, zu flüchten oder hält die Biester vom Eindringen ab.
Zu sehen gibt es dabei dann Einiges, denn das "Unrated" hat die DVD-Veröffentlichung sich redlich verdient. Abgetrennte Köpfe, ausgerissene Augäpfel, abgebissene Gliedmaßen und wild herumspritzendes Blut sind nur eine kleine Auswahl. Mal wird man von den Ungeheuern vollgekotzt, dann durchbohren sie menschliche Körper einfach mit ihren Klauen. Dabei suppt schon allerhand in dermaßen rauen Mengen, dass es in seiner Überzogenheit gut zum humorigen Grundton des Geschehens passt. Die Kamera bewegt sich manchmal etwas zu hektisch, aber dies muss wohl dem relativ niedrigen Budget zugeschrieben werden, um eventuelle technische Mängel besser zu kaschieren. Die Kreaturen sehen nämlich auch etwas merkwürdig aus.


Begleitet wird der blutige Kampf natürlich ständig von sarkastischen Kommentaren und herrlichem Wortwitz, der mit einen entsprechenden Gegenpol zum sudelnden Splatter gibt und damit genau den richtigen Ton trifft. Die Balance funktioniert zwar nicht immer und wenn der Film für ein paar Minuten ernster wird, verliert er auch gleichzeitig etwas von seiner Leichtfüßigkeit, doch insgesamt behält er sich bis auf wenige Momente seine elementare Selbstironie vor. Sich selbst in keinster Weise ernst zu nehmen, ist für "Feast" ein enorm wichtiger Schlüssel zum Erfolg, gerade weil es ihm so sehr an Innovation mangelt.
Die für so einen Genrefilm guten Schauspieler bringen dabei alles mit, um den Klischees zu entsprechen und haben offenbar Spaß an den Film, wobei vor allem Krista Allen zum Schluss noch gehörig aufdreht. So hat man als Zuschauer auch nie das Gefühl mit einer Talentwüste konfrontiert zu werden, was der Opferriege gleich noch einmal einen Sympathiebonus einbringt. Das Zusammenspiel der Akteure funktioniert nämlich wirklich gut, so dass auch die Verbalduelle für einige herzhafte Lacher sorgen. Selbiges gilt auch für die Überstilisierung einzelner Charaktere, die zu hartgesottenen Recken mutieren. Selbst wer sich auf dem Horrorsektor also nicht ganz so heimisch fühlt, wird mit "Feast" 80 Minuten seinen Spaß haben. Da bin ich mir sicher. Der hohe Anteil recht trockenen Humors in Verbund mit den skurrilen Einfällen der Drehbuchautoren ergänzt sich nämlich ganz prima mit den splatternden Einlagen, in denen man zwar baden könnte, die aber nie einen unnötigen Ekelfaktor besitzen.




"They're Hungry. You're Dinner."

Da "Feast" sich überwiegend in einer abgedunkelten Bar abspielt, muss der Kontrast eine gute Arbeit abliefern, was leider nur bedingt funktioniert. Zwar werden Details nur selten verschluckt, dafür tendiert der Schwarzwert oftmals ins Bläuliche oder passt sich den Sepia farbenen Look des Filmes an. Dieser spielt hier sowieso eine wichtige Rolle und so erscheint die Farbgebung zu keinem Zeitpunkt natürlich, sondern wurde mit einer Fülle an Farbfiltern stilgerecht verfremdet. Dies geht etwas zu Lasten de Detailschärfe. Zwar macht der anamorphe Widescreen-Transfer einen durchweg guten Eindruck, jedoch fehlt es ihm etwas an Plastizität und Detailschärfe. Zudem ist der Transfer etwas körnig ausgefallen und zeigt im Hintergrund immer wieder zu feinem Bildrauschen. Dafür ist die Vorlage frei von Defekten und Verschmutzungen, selbst die Kompressionen arbeiten bis auf hin und wieder auftretendes Blockrauschen sehr ordentlich. Für eine Independent-Produktion ein ansehnliches Ergebnis.
Der englische Track liegt uns in Dolby Digital 5.1 vor und bietet eine gute Sprachverständlichkeit, lässt aber deutlich an Druck und Dynamik vermissen. Zwar werden die Rears immer wieder für Umgebungsgeräusche oder Schockmomente eingesetzt, überwiegend spielt sich das Geschehen aber im Frontbereich ab. Dadurch geht die Räumlichkeit ein wenig verloren und lässt "Feast" in diesem Punkt deutlich hinter einigen Genre-Kollegen zurückstehen. Die immer wieder eingestreuten Effekte sind zwar nett anzuhören - und mitunter sind sogar einige Kracher dabei - lassen aber deutlich an Harmonie vermissen. Mit etwas mehr Weiträumigkeit, etwas mehr Dynamik und vor allem einen brutaleren Bass, hätte hieraus durchaus etwas werden können. So bleiben gerade mal vier Punkte. Das haben wir bei einem Horrorfilm schon deutlich Besseres gehört.


Wer nach dem Genuss des Filmes noch Hunger auf mehr hat, darf sich im Bonusmaterial noch eine Runde austoben. Den Anfang macht ein Audiokommentar mit Regisseur John Gulager, Produzent Mike Leahy und Joel Soisson, Drehbuchautoren Marcus Dunstan und Patrick Melton, sowie Creature & Makeup Effects Designer Gary Tunnicliffe. Hier wird uns ein ganzer Batzen an Informationen und guter Laune geboten und alle Crew-Mitglieder geben sich sehr redefreudig und erzählen eine Menge über die Produktion, die Dreharbeiten an sich, sowie die Special Effects. Wer nach den 86 Minuten noch mehr will, kann sich den Deleted Scenes mit dem Titel "Blood On The Cutting Room Floor" widmen. Hier finden wir vier geschnittene Szenen, sowie ein alternatives Ende des Filmes. Ingesamt kommen wir hier auf eine Laufzeit von knapp 8 Minuten. Alle Szenen liegen in einer guten Qualität vor und sind zudem anamorph kodiert. Danach geht es weiter mit einem 11minütigen Making of. Im Grunde ein einfaches PR-Making of, mit Statements, Ausschnitten und einigen Einblicken hinter die Kulissen. Trotzdem sehenswert, aber viel zu kurz. Unter "The Blood And Guts Of Gary Tunnicliffe" findet wir knapp 10 Minuten an Hintergrundinformationen über die Monster und Goreeffekte, bei denen komplett auf Digitaleffekte verzichtet wurde. Leider kratzt das ganze nur an der Oberfläche und ist ebenfalls mehr wie ein PR-Clip aufgebaut als ein wirklich informatives Featurette abzuliefern. Zumdem erfahren wir mehr über Effektkünstler Gary Tunnicliffe. Am Ende des Bonusmaterial angekommen, dürfen wir uns noch "A Small Feast Of Outtakes" anschauen, knapp 3 Minuten an lustigen Patzern vom Dreh, welche ebenfalls im anamorphen Widescreenformat vorliegen. Danach gibt es noch ein 30sekündigen "Soundtrack-Promotion-Clip" in recht schlechter Qualität. Ein Original Trailer zum Film findet sich hier leider nicht, lediglich vor dem Hauptmenü finden wir ein paar Trailer zu weiteren Filmhighlights von Dimension


Herrlich simpel gestalteter Horrorfilm, der sich auf das Wesentliche konzentriert und in knackigen 80 Minuten quasi ohne Leerlauf unterhält. Die fehlende Originalität macht der Film locker mit seinem schwarzen Humor wieder wett. Die omnipräsente Selbstironie, der bewusste Umgang beziehungsweise die Parodie von Klischees, der sarkastische Ton und der tolle Soundtrack fügen sich harmonisch zu einem schwer unterhaltsamen Genrefilm zusammen. Wir hatten hier jedenfalls einen Riesenspaß und hoffe inständig, dass diese Truppe noch einmal zusammenkommt, um entsprechend nachzulegen.

Die RC1-DVD liegt in der völlig unzensierten Unrated-Fassung vor, bietet nettes, aber leider wenig umfangreiches Bonusmaterial, sowie eine gute Bildqualität. In puncto Ton, hätten wir uns aber etwas mehr erhofft. Die DVD ist bei allen gängigen englischsprachigen Online-Shops zu beziehen und sollte in keiner Monster-Trash-Sammlung fehlen.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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Feast (Unrated)
NewsSenator bringt "Feast"
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