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CAN, D, USA 2005
Originaltitel:Alone in the Dark
Länge:95:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Uwe Boll
Buch:Mastai, Michael Roesch, Peter Scheerer
Kamera:Mathias Neumann
Musik:Reinhard Besser, Oliver Lieb, Bernd Wendlandt, Peter Zweier
SFX:Toybox, upstart! Animation, Ministry of Motion
Darsteller:Christian Slater, Tara Reid, Stephen Dorff, Frank C. Turner, Matthew Walker, Will Sanderson, Mark Acheson, Darren Shahlavi, Karin Konoval, Craig Bruhnanski, Kwesi Ameyaw, Dustyn Arthurs, Catherine Lough Haggquist, Ed Anders, Brad Turner, Michael P. Northey, Malcolm Scott, Sarah Deakins, Brendan Fletcher
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:Concorde
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Kinotrailer / TV-Spots:
    • Dt. Kinotrailer (1:37 Min.)
    • Original Kinotrailer (1:31 Min.)
    • US-Spot Version 1 (0:31 Min.)
    • US-Spot Version 2 (0:16 Min.)
  • Into The Dark - The Making Of (7:43 Min.)
  • Shedding A Light - The Visual Effects (9:28 Min.)
  • Musik Clips:
    • Nightwish "Wish I Had An Angel" (4:04 Min.)
    • Dimmu Borgir "Vredesbyrd" (4:45 Min.)
    • In Flames "The Quiet Place" (3:23 Min.)
    • Hyporisy "Eraser" (4:26 Min.)
  • Behind-The-Actionscenes (4:03 Min.)
  • Deleted Scenes (1:07 Min.)
  • Storyboard to Screen:
    • Pinkerton Chase (2:10 Min.)
    • Sandworms (3:04 Min.)
  • Bullet Time Animatic (1:33 Min.)
  • Besetzung und Stab:
    • Uwe Boll (5 Seiten)
    • Christian Slater (7 Seiten)
    • Tara Reid (4 Seiten)
    • Stephen Dorff (4 Seiten)
  • Produktionsnotizen (4 Seiten)
  • Fotogalerie (12 Bilder)
  • Programmtips:
    • Underworld (1:35 Min.)
    • Das Relikt (1:00 Min.)
    • Hard Vain (1:03 Min.)
    • Virus (2:24 Min.)
  • DVD-ROM-Teil mit Weblink
Privatdetektiv Edward Carnby (Christian Slater), Spezialist für übernatürliche Phänomene, verschlägt es auf der Suche nach geheimnisvollen Überresten uralter Kulturen in die düstersten Ecken der Welt. Jetzt steht er vor seinem bisher gefährlichsten Fall. Ein skrupelloser Professor versucht das verschollen geglaubte Geheimnis der Abkani für sich zu nutzen: die Kontrolle über das Tor zur Finsternis. Doch mit Hilfe seiner Ex-Freundin Aline (Tara Reid) und dem Regierungs-Agenten Richard Burke (Stephen Dorff) stellt er sich den Mächten der Dunkelheit ...
Sofern man sich nicht mit einer Anti-Boll-Hasskappe bestückt an "Alone in the Dark" heranwagt, nur das Kino besucht, um später einen möglichst blumigen Verriss zu schreiben oder einfach nur dem "Anti Boll"-Trend folgen will, kann man sich von seinem jüngsten Werk mit Abstrichen zumindest einigermaßen unterhalten lassen. Zweifellos ist Uwe Boll mit seinen utopischen Ambitionen zwar auch hier wieder weit über das Ziel hinaus geschossen, denn mehr als eine Direct-to-DVD-Vermarktung hätte sein jüngstes Machwerk nicht verdient gehabt, ein passables Stück B-Kino ist es dennoch geworden. Da kann letztlich man nur froh sein, dass er Interner Link"Doom" nicht bekommen hat und stattdessen demnächst Interner Link"Bloodrayne" ausschlachtet.


Dass er kein besonders guter Filmemacher ist, offenbart er leider auch wieder bei "Alone in the Dark". Schon der Prolog-Text ist viel zu lang, die erste Actionsequenz überfrachtet er mit Zeitlupen, später montiert er immer wieder sehr holprig Szenen aneinander, hier passt nicht wirklich viel. Im Vergleich zu Interner Link"House of the Dead" kann man jedoch konstatieren, dass Boll dazu gelernt hat und sich besser vermarktet. Musikvideos, der recht fetzige Trailer und Lions Gate als Publisher sprechen dafür. Außerdem sind hier ja nun auch ein paar namhafte Darsteller mit an Bord.


In Unkenntnis der Game-Vorlage nehme ich die Prämisse mal so hin: Die ausgestorbene Abkani-Zivilisation öffnete vor Uhrzeiten mal ein Tor zur Welt der Dunkelheit und verschwand danach vom Antlitz der Erde. Seitdem findet man immer wieder mysteriöse Artefakte dieser Zivilisation. Die paranormale Aktivitäten überwachende Regierungsinstitution "7-13" hat eben diesen Objekten oberste Priorität eingeräumt, schließlich muss man die Welt vor so etwas schützen und demzufolge wegschließen. Ein Mitarbeiter dieser Abteilung hat zudem früher einmal Experimente an Waisenkindern durchgeführt und die scheinen jetzt durchzudrehen. Reichlich kryptisch, was dem Zuschauer da zunächst vorgesetzt wird, aber man schluckt es in Hoffnung auf Antworten.


Die sollen auf sich warten lassen. Zwar philosophiert Edward Carnby (Christian Slater, Interner Link"Windtalkers", Interner Link"Mindhunters"), ein flüchtiges Exemplar der seinerzeit auserwählten Waisen, gleich zu den Themen Dunkelheit und Böse (Wer ruft hier Pyun?), so recht weiterhelfen will uns das aber nicht und deswegen gibt es erst mal eine Verfolgungsjagd mit anschließender Klopperei und tödlichem Ausgang. Carnby ist nämlich in Besitz eines solchen Artefakts und dahinter scheint irgendwer her zu sein.

Reichlich unmotiviert schon dieser Auftakt und Bolls nicht vorhandenem Verständnis für Stilmittel. Fast jede Aktion der Prügelei in Zeitlupe (vorzugsweise das Fallen durch Glasfenster), garniert mit einer völlig überflüssigen und längst nicht mehr modischen Bullet-Time. Das sieht zwar alles schick und stylisch aus, nur ein Händchen für visuelle Spielereien lässt er dabei nicht durchblicken. Schön, wenn man sie beherrscht, aber nicht einzusetzen weiß.


Der weitere Verlauf des Films ist auch eher genretypisch gehalten, an sich ein formelhaftes Drehbuch vom Reißbrett, das jeder mittelmäßig begabte Autor hinbekommen hätte. Zunächst muss die Gefahr auf den Plan gerufen werden, wir erleben eine reichlich mysteriöse und tödlich verlaufende Entdeckung, noch mehr Relikte und viel Rätsel- und Entzifferversuche der selbigen. Alles nicht sonderlich prickelnd. Hier wird dann auch Tara Reid (Interner Link"American Pie", "Van Wilder") als Kuratorin Aline Cedrac eingeführt. Bald soll sie mit von der Partie sein, denn Carnby ist zufällig ihr Ex, den sie für tot hielt.


Mit Auftauchen von Stephen Dorff (Interner Link"Blade", "Riders") als "7-13"-Anführer und Carnbys Ex-Vorgesetzter Richards steigert sich "Alone in the Dark" nach seinem ersten Durchhänger dann wieder etwas. Immerhin dürfen seine Kampfeinheiten im Museum erste Monster zu Metal-Mucke plätten. An sich eine gute Idee, aber Boll versagt bei der Inszenierung vollständig. Anstatt hier Interner Link"Aliens", Interner Link"The Relic" oder Interner Link"Starship Troopers" zu kopieren, zeigt er hier nur komplette Dunkelheit, die von Mündungsfeuer unterbrochen wird - festgehalten in einem Schnittstakkato. Das treibt dem mündigen Zuschauer schon die Zornesröte ins Gesicht. Was soll so was?


Völlig aus dem Nichts gerissen, bricht Boll in Folge immer wieder mit der gerade mal mühsam aufgebauten Spannung, wirft aus dem Nichts plötzlich eine Bettszene mit Aline und Edward ein oder unterbricht das stimmig-dunkle Museumsszenario mit knüppelnden Metal-Tönen. Da ist nicht mal ansatzweise inszenatorisches Fingerspitzengefühl vorhanden und das soll noch schlimmer werden.

Bis es dann vor und in einem Bergwerk zum Showdown Spezialeinheit vs. Monsterhorden kommt, herrscht reichlich Leerlauf. Menschen werden mir Parasiten gefügig gemacht, es gilt ein Geheimnis zu enträtseln und viel überflüssiges Gesülz zu ertragen. Nun hofft man darauf, dass die gestandenen, wenn auch abgehalfterten Ex-Stars etwas reißen können. Christian Slater wie Stephen Dorff mussten und müssen sich mühen Kinorollen zu ergattern, deshalb dürften sie hierfür auch budgetschonend unterschrieben haben. Beide machen ihre Sache solide, wirken aber wenig motiviert und deshalb bestenfalls routiniert. Dorff kommt, weil charismatischer und bissiger, etwas besser dabei weg.
Totalausfall ist indes mal wieder Tara Reid. Als Partyhäschen mag sie aufgrund ihres Aussehens brauchbar sein, schauspielerisch ist sie jedoch talentloses Nirvana und das stellt sie hier mal wieder eindrucksvoll unter Beweis. Da kann auch ein seriöses Äußeres (Brille, Frisur) nie helfen.


Enttäuschend dann der Showdown selbst. Zwar gönnt Boll dem Zuschauer dann endlich mal Bilder dieses Scharmützels, aber er bleibt bei den paar Frames. Bei einem Budget von 20 Millionen Dollar darf man da etwas mehr erwarten. Das gilt dann auch für den explosiven Ausgang, den Negativhöhepunkt: Die finale Rettung inklusive Heldentod ist so was unaufgeregt und undramatisch gefilmt, als hätten sich schon alle Beteiligten ins Wochenende verabschiedet. Oder war einfach das Budget erschöpft?


Mit dem glasklaren Bild ist man nah an der Perfektion dran, die man von einer Top-DVD erwartet. Nicht nur die Abgrenzung der Konturen ermöglicht ein natürliches, tiefengetreues Bild, auch über den hohen Detailgrad wird man sehr erfreut sein, wobei diese durch eine Filterung nicht das hohe Niveau der Kantenschärfe erreicht. Zum einen sind Bewegungen mit dezenten, aber merklichen, stehenden Rauschmustern verbunden und zum anderen ist die Kompression mit der Detailfülle manchmal etwas überfordert, was sich an geringen Artefakten auf homogenen Flächen oder rund um Details manchmal abbildet. Nichtsdestotrotz sind 5 Punkte hier nicht zu viel. Wer sich noch ans erste Computerspiel erinnern kann (Anfang der 90er), der weiß vielleicht noch, dass schattige Aussparungen dort den großen Reiz des Ablaufs ausmachten. Auch hier wird viel Wert auf möglichst düstere Bilder gelegt, was dank eines makellosen Kontrasts auch optisch gelingt. Die Farben ziehen jederzeit mit und sind maßgeblich an der natürlichen, einheitlichen Optik beteiligt.


Wie nicht anders zu erwarten, zieht, insbesondere der deutsche DTS-Modus, sämtliche Register, um die furiosen Action-Szenen auch so klingen zu lassen. Die Vertonung auf den Surround-Lautsprechern ist zwar sehr Hollywood-like, was vor allem synthetische Geräusche durch die Rears rauschen lässt und die "natürlichen" Effekte etwas vernachlässigt, dafür aber oft den gewünschten "Wow"-Effekt ermöglicht. Neben sphärischen Klängen und einigen deftigen Schockeinlagen ist natürlich auch die dynamische Musik für den Raumton zuständig. Muss man eigentlich kaum noch erwähnen, dass der Sound rauschfrei, glasklar und die Stimmen professionell abgemischt sind. Dies gilt natürlich auch für den englischen Ton, wobei die DD5.1-Tracks weniger stark ausfallen. Neben herkömmlichen deutschen Untertiteln liegen der DVD noch farbige Untertitel für Hörgeschädigte bei.


Der Audiokommentar, natürlich in Deutsch, wird vorgetragen vom Regisseur und dem Drehbuchautor Michael Roesch und sollte unbedingt angehört werden, weil er schlichtweg ein Kuriosum ist. Boll quasselt frei heraus über gelungene Szenen und schlechte Schauspieler, kommentiert manchmal etwas gehaltlos ("Hier sehen wir jetzt ..."), hat aber einige (unfreiwillige Lacher) auf seiner Seite: Seine Hunde nerven ihn ein wenig in der Wohnung und ziemlich zu Beginn führt er noch ein geschäftliches Gespräch auf dem Handy. Sein Kompagnon übernimmt dann, hat die Sache aber nicht so richtig im Griff. Falls man also einen professionellen, informativen Audiokommentar erwartet, ist man hier falsch, dafür haben Boll und Roesch den Unterhaltungsfaktor auf ihrer Seite.
Das Making Of ist mehr ein Teaser auf solch ein Feature, da innerhalb der nur 7 Minuten freilich nicht allzu viel Hintergründiges dargeboten wird. Für ein paar Interviews und Szenen am Set reicht es aber noch. Weitaus interessanter fällt da schon die Einführung in die Special Effects aus, wobei dies nur eine Einführung bleibt. Gern hätte ich hier mal gesehen, wie die tollkühnen Männer an ihren CGI-Kisten die Bilder wirklich bearbeiten. Etwas mehr dazu reißt "Bullet Time Animatic" an, wo der Konflikt zwischen Slaters Figur und dessen Attentäter mittels einer spartanischen Computeranimation simuliert wird. Auszüge aus dem in Zusammenarbeit mit Nuclear Blast entstandenen Soundtrack gibt es in Form von vier skandinavischen Bands mit Songs aus den Sparten Pussy Rock und Pop Death bzw. Black Metal. "Behind-The-Actionscenes" schneidet etwa 4 Minuten an B-Roll-Material aus verschiedenen Stunt-Szenen des Filmes an. Unter der Deleted Scene hat man Einblick in die Liebesszene zwischen Tara Reid und Christian Slater, deren Fehlen man vielleicht schon im Film bemerkt, aber nicht unbedingt vermisst hat. Jetzt folgen noch kleinere Extras wie zwei Storyboard-Vergleiche, Infos zum Regisseur und den drei Hauptdarstellern, Produktionsnotizen, eine Fotogalerie mit Auswahlmöglichkeit, vier Trailer und ein wenig brauchbarer DVD-ROM-Teil, der ausschließlich den Link zur Homepage von Concorde enthält. Außerdem befindet sich in der Hülle ein 8seitiges Booklet. Hierin findet man die abgedruckte Version des Textes im Vorspann wieder, eine Übersicht über die DVD-Features, drei sehr kurz gehaltene Darstellerbiografien, eine Seite mit Produktionsnotizen, eine Kapitelübersicht und eine Werbung für Produkte des Musiklabels Nuclear Blast. Die Menus und die Extras wurden optisch einwandfrei aufbereitet und dürften ebenso wie die silberne Umrandung des Covers gefallen, aber grad der Gehalt des Bonusmaterials ist mitunter schwach.


Die mageren Einspielergebnisse sprechen im Grunde schon für sich. "Alone in the Dark" bleibt hinter "House of the Dead" zurück, weil er nie dessen trashigen Charme entwickelt. Dank einer lieblosen Regie und einem katastrophal, ideenlosen Drehbuch (Plot wie Dialoge) kommt Bolls Machwerk nicht mal auf den unteren Durchschnitt. Die Creature-Effects gehen zwar soweit in Ordnung, doch da man in den permanent dunklen Kulissen nie die Scharmützel zu sehen bekommt, bleibt die Enttäuschung bestehen. Schlimmeres gibt es zwar, Besseres allerdings auch ...


Film++----
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus+++---


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