In der Hoffnung, ihre junge Familie wieder zusammenzuführen, fährt die New Yorkerin Adelle mit ihrer Tochter Sarah nach Wales. Dort lebt ihr Ehemann James in einem abgelegenen Farmhaus an der Küste. Schon kurz nach der Ankunft erlebt Adelle einen schlimmen Alptraum: Sarah verschwindet in den dunklen Tiefen des Meeres. Während sich James auf die Suche nach seiner verschwundenen Tochter macht, wird Adelle von Visionen heimgesucht, die ihre schlimmsten Ängste offenbaren. Es stellt sich heraus, daß die Farm eine dunkle Vergangenheit hat, die sich auch auf die Gegenwart auswirkt. Als die kleine Ebrill plötzlich auftaucht, spürt Adelle, daß dieses mysteriöse Mädchen weiß, wo ihre Tochter ist. Sie kommt einer alten walisischen Legende auf die Spur, wonach ein Toter dann zurückkehrt, wenn ein Lebender sich opfert...
Die Kernfamilie steht nicht selten im Mittelpunkt des Genres, wird dabei meist ebenso rigoros traktiert, wie später auch wieder vereint - und ist letztlich noch gestärkter, noch mehr zu einer Einheit zusammengewachsen als zuvor. Das hat beispielsweise
Tobe Hooper mit seinem
"Poltergeist" demonstriert - im starken Gegensatz zu den beinahe anarchistischen Familienbildern seines Kollegen
Wes Craven (
"The Last House On The Left") - und entschärfte das Grauen in seiner letzten Konsequenz erheblich. In
"The Dark" vom Regisseur des leicht überschätzten
"Ginger Snaps",
John Fawcett, muss eine bereits getrennt lebende Familie erst wieder zusammengeführt, um einer letzten großen Prüfung unterzogen zu werden: Die Tochter von Adèle (
Maria Bello,
"A History of Violence") und James (
Sean Bean,
"The Island") verschwindet eines Tages spurlos am Ufer einer walisischen Inselküste.
Über die drei Protagonisten dieses Films bricht das Grauen von außen herein, nur leider wird zu schnell ersichtlich, welche Wirklichkeit gewordene Sage dahinter steckt. Die keltische Mythologie, so erfährt man über die Figur, die in keinem Horrorfilm fehlen darf, dem warnenden und wissenden Alten, besagt, dass ein Lebender an die Stelle eines Verstorbenen aus dem Reich Annwn treten kann. Und so erscheint kurz nach dem Verschwinden der Tochter ein kleines Mädchen, das in bekannter Gruselästhetik zwischen dunklen Ecken hin- und herhuscht - und somit für einige unheimlich beklemmende, wenn auch nur auf das Äußere reduzierte Momente im ersten Drittel sorgt.
Der Film verbindet dabei intertextuelle Verweise (Konfliktsituationen, die in den Kontext des späteren Verlusts gesetzt werden) mit einer klassischen, sehr stark an japanische Vorbilder wie
"The Ring" angelehnten Spannungsdramaturgie, in der eine Mutter verzweifelt gegen die inneren Geister ihrer Vergangenheit ankämpft, um die eigene Tochter aus einem unerklärlichen Zwischenreich zu befreien. Leider entfernt sich Regisseur
Fawcett zunehmend von seiner Vorlage ("Opferlamm") und zerstört seine psychologische Dichte mit einigen Ungereimtheiten, sowie einer zu starren Beharrtheit auf Schockeffekte und Genreklischees. Die Überbetonung der Fantasyelemente treibt
"The Dark" in der zweiten Hälfte zu einem zunehmend unglaubwürdigen Horrorthriller, dessen anfänglich akzeptable Assoziationen mit ähnlichen Filmen (
"Orphée",
"The Others" oder angesichts der Spielorte und mythologischen Erzählgrundlage auch (
"The Wicker Man") der eigenen Geschichte immer mehr im Wege stehen.
Und so verschenkt das (mehrfach umgeschriebene) Drehbuch das Potential seiner Elternfiguren, die insgesamt zu blass bleiben, um der emotionalen Vorlage Rechnung tragen zu können. Die großartige
Maria Bello erinnert dann leider nur noch an ein Abziehbild von
Naomi Watts, die in
"The Ring 2" ähnliche Torturen auf sich nehmen musste, um ihr Kind zurück zu gewinnen, während
Sean Bean mitunter lediglich im Hintergrund agiert (ähnlich wie auch kurze Zeit später im inhaltlich identischen
"Silent Hill"). Zwar gelingt es dem Film in seinem optisch gelungenen Umfeld auch bis zum erfreulich ambivalenten Ende weitestgehend die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erzielen, doch den pittoresken Bildern liegt ein an moderne Konventionen verschenktes, unschlüssiges Drama zugrunde.
"The Dark" bleibt somit zwiespältiger, bemüht erzählter Mysterygrusel, dessen ambitionierte Idee kaum eine Chance gegen die Zugeständnisse an ein Effekt verwöhntes Publikum hat. Der Film treibt letztendlich nur neben vielen anderen Gruselschockern seiner Zeit in den peitschenden Wellen des Meeres, der Schneide von Leben und Tod, umher - dort wo er seine Geschichte beginnt, und dort, wo er sie auch wieder schließt. Schade.
"One of the living for one of the dead."
Highlight Film spendiert uns bei
"The Dark" wieder ihren hauseigenen HD²-Transfer und liefert uns einen wirklich sehr guten, fast schon perfekten Transfer ab. Die Schärfe befindet sich auf einem sehr hohen Niveau, wirkt in den Nahaufnahmen von Gesichtern sehr plastisch und scharf. Die Konturen wirken ebenfalls sehr sauber und scharf,

auch wenn dieser Standard nicht durchweg gehalten werden kann. Der Einsatz diverser Filter sorgt dafür, dass das Bild hin und wieder etwas zu weich erscheint, dafür ist es aber frei von Rauschen. Die Farbgebung muss sich natürlich der Atmosphäre des Filmes anpassen und somit dominieren erdige, sowie grüne Farbtöne das Geschehen. Der Kontrast macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck, lässt sich von den Farbfiltern nur bedingt beinträchtigen, was am nicht immer optimalen Schwarzwert liegt, der hin und wieder in Grünliche oder Bläuliche abdriftet. In dunklen Szenen werden stets alle nötigen Details wiedergegeben, wobei helle Flächen leicht steil geraten sind. Somit könnten wir mit dem Bild eigentlich rundum zufrieden sein, denn selbst Defekte sind hier keine auszumachen. Jedoch bekommen wir es bei schnellen Kameraschwenks immer mal wieder mit leichten Nachzieheffekten zu tun und die Kompressionen zeigen leider des Öfteren Blockrauschen im Hintergrund, was schlussendlich auch der Grund ist, hier keine volle Punktzahl zu vergeben.
Eine ebenfalls gute bis sehr gute Arbeit liefern die drei Soundspuren ab, wobei der deutsche DTS-Track einmal wieder "nur" etwas lauter klingt. Für einen Vertreter des Horror-Genres darf die Abmischung im richtigen Zeitpunkt den Zuschauer so richtig zu Tode erschrecken. Die Rears werden dabei nicht nur für Musik und Umgebungsgeräusche genutzt, sondern

sorgen auch immer wieder für die nötigen Schockmomente, bei dem uns sogar direktional hin und wieder einige schöne Momente den Atmen stocken lassen. Dabei überzeugen alle drei Tracks durch ihre saubere Dynamik, eine gute Sprachverständlichkeit und einige satte Basseinsätze. Was bei der englischen Fassung einfach besser rüber kommt, sind die Dialoge, welche nicht so steril klingen wie in der deutschen Fassung. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Die
Extras sind hier leider etwas mager ausgefallen. Neben der obligatorischen
Trailershow, bei der man den Original-Trailer einfach vergessen hat, dem
besonderen Filmtipp, sowie der
DVD-Empfehlung, finden wir ein paar
Darsteller-Infos, sieben sehr kurze
Interviews und einen 4minütigen
Blick hinter die Kulissen. Das ist nicht viel, aber zumindest befindet sich das
alternative Ende mit auf der DVD. Dies liegt uns sogar einmal in zwei Sprachen vor, wurde anamorph codiert und mit einem Dolby Digital 5.1 Track versehen. So etwas findet man sehr selten. Auch die Menüs sind diesmal recht ansprechend ausgefallen und wurden ebenfalls in Dolby Digital abgemischt.
Wer sich
"The Dark" in heimische Kino holen will, ist mit der deutschen Fassung gut bedient, auch wenn es hier an richtigen Extras fehlt. Sammler legen sich die limitierte Steelbook-Edition zu, alle anderen greifen zur identisch ausgestatteten Amaray-Version.