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D, USA 2006
Originaltitel:V for Vendetta
Länge:127:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:James McTeigue
Buch:The Wachowski Brothers
Kamera:Adrian Biddle
Musik:Dario Marianelli
SFX:Jeremy King
Darsteller:Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, John Hurt, Roger Allam, Sinéad Cusack, Nicolas de Pruyssenaere, Stephen Fry, Selina Giles, Gerard Gilroy Gordon Gram, Rupert Graves, Keith How, Forbes KB, Ben Miles, Tim Pigott-Smith, Jack Schouten, John Standing, Natasha Wightman, David Hood
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Niederländisch
Specials:
Film-DVD
  • Englische Tonspur für Blinde (Dolby Surround)
Bonus-Disc
  • V wie Vendetta - Das Design der nahen Zukunft (17:16 Min.)
  • Remember, Remember: Guy Fawkes und die Schießpulver-Verschwörung (10:17 Min.)
  • England obsiegt: V wie Vendetta und die New Wave Comics (14:41 Min.)
  • Cat Power-Montage (2:02 Min.)
  • Freiheit für immer: Making of (15:57 Min.)
  • USA-Kinotrailer (2:18 Min.)
  • Soundtrackinfo (1 Texttafel)
In einem fiktiven Großbritannien der Zukunft: "V" ein belesener und intellektueller, aber zugleich auch rachsüchtiger und brutaler Mensch hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger verschrieben. Getrieben von persönlicher Vergeltungssucht will der maskierte Unbekannte mit gezielten Anschlägen die Führungsriege eines totalitären Regimes zur Strecke bringen, das sein Volk bedingungslos ausbeutet und tyrannisiert. Als Evey V's Geheimnis auf die Spur kommt, entdeckt sie auch die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit - und entwickelt sich zu einer unerwarteten Verbündeten bei seinem Ziel, Freiheit und Gerechtigkeit für eine durch Grausamkeit und Korruption unterdrückte Gesellschaft zurückzugewinnen ...
Dass einem größeren Studiofilm, besonders wohl einer Comicverfilmung, nicht gleich das Prädikat "anspruchsvoll" aufgestempelt gehört, lediglich weil das Niveau scheinbar über dem genreüblichem Zackbumbum liegt, ist auf James McTeigues "V for Vendetta" übertragen tatsächlich nicht mehr als eine nahe liegende, zuweilen überflüssige Floskel, derer man sich nicht nur zu leicht bedienen möchte, sondern die eine bewusste Auseinandersetzung über die etwas plakative Oberfläche des Films hinaus meidet. Basierend auf den 80er Jahre Graphic Novels von Alan Moore (Interner Link"The League of Extraordinary Gentlemen") kämpft darin die Titel gebende Figur V, gespielt von Hugo Weaving (Interner Link"The Lord of the Rings", "Matrix"-Trilogie), mit einem an Guy Fawkes - dessen Kampf gegen den antikatholischen König Jakob I. mit einem Attentat auf das Parlament enden sollte - angelehnten Kostüm gegen das totalitäre Regime Englands in der Zukunft.



Die Wachowski Brothers haben mit "The Matrix" einen modernen Science Fiction-Mythos ins Leben gerufen, den sie binnen weniger Jahre ebenso eindrucksvoll wieder zu zerstören wussten. "V for Vendetta" ist nicht nur dahingehend eine Überraschung, als er von Regieneuling McTeigue sorgfältig inszeniert ist, die Wachowskis opfern ihre zutiefst antiutopische Geschichte auch einmal nicht technischen Overkills, die sich spätestens in Interner Link"Matrix: Reloaded" verselbstständigten und die existentialistische Philosophie verpuffen ließen. Mit der Adaption des Comics über einen terroristischen Freiheitskämpfer zeichnen sie die Dystopie der Vorlage unheimlich konzentriert nach: Atmosphärisch beklemmend dicht wird der totale Staat konstruiert, ein System der Gleichschaltung und Indoktrination, der staatlichen Zensur und Planwirtschaft, der absoluten Überwachung und Kontrolle. Als diktatorischer Führer der Massenpartei brilliert John Hurt ("1984"), der nur über Großbildschirme mit seinen Funktionären kommuniziert - weit weg vom realen Geschehen, distanziert vom alltäglichen Schrecken seiner Herrschaft.



"What was done to me was monstrous." - V
"Then, they created a monster." - Evey

So vordergründig der Film das Regime und dessen Auswirkungen auch darstellt, so eindrucksvoll gelingen ihm die inneren Konflikte seiner Protagonisten, die Ambivalenz der Taten seines dunklen Rächers. Trotz einiger ins Banale abdriftender Dialoge zwischen V und der Widerstandskämpferin Evey Hammond (Natalie Portman, Interner Link"León - Der Profi", Interner Link"Star Wars - Episode III"), deren bedeutungsschwangere Inhalte die Ernsthaftigkeit des politischen Kontexts vermissen lassen, lebt der Film von seinen selbstreflexiven Figuren, die auch ihre eigene Individualität erst erkämpfen müssen. Die Mittel dafür sind die eines Terroristen: Wenn Evey durch V "angstfrei" erzogen wird, in dem er sie durch die Hölle eines fiktiven Konzentrationslagers - einem selbst erschaffenen Abbild des Orts, an dem er einst zum gebrandmarkten Kämpfer wurde - schickt, wenn Bomben gelegt und Anschläge verübt werden, oder V die Medien für Propaganda missbraucht, ist das nicht nur ein Ausdruck des ewigen Käfigs, in den der totalitäre Staat seine Menschen sperrt, sondern es ist selbst purer Terror, ein sich Bedienen der gegnerischen Methoden. Brisanter Diskussionsstoff, den die Wachowskis hier bieten.

"A building is a symbol, as is the act of destroying it. Symbols are given power by people. A symbol, in and of itself is powerless, but with enough people behind it, blowing up a building can change the world."

Dieses Widersprüchliche in der Figur V ist so reizvoll am Film. Der Zuschauer wird nicht unweigerlich aufgerufen, einer vermeintlich guten Opposition in den Kampf zu folgen, was auch den leichtfertig auf den Plan gerufenen Vorwurf, Terrorismus würde als legitimes Mittel propagiert, entkräftigt. Denn der Zuschauer lässt sich nur dann zum passiven Mitstreiter verklären, wenn er zu hinterfragen nicht bereit ist. Schließlich erkennt V zuletzt selbst, dass er im Verlauf seines anonymen Kampfes, seiner Suche nach einer neuen Identität die eigene längst verloren hat. Nur die Zerstörung von Symbolen, nicht weiterer Menschenleben, die Dekonstruktion einer totalitären Illusion kann die Freiheit herbeiführen. Die Schlusseinstellungen lösen den Widerspruch eines absoluten Kampfes gegen ein absolutes System bildgewaltig auf - eine naive Fantasie vielleicht, wie sie eben nur das Kino bereithalten kann.



"Does it have a happy ending?" - "As only celluloid can deliver."

Kommen wir nun zur frisch erschienenden 2-DISC SPECIAL EDITION von "V wie Vendetta", die Warner gleich in drei Versionen auf die Käuferschaft los lässt. Zum einen wäre da die Singel-Disc, welche als Verleih, sowie auch Kauf-DVD erschienen ist, und lediglich ein kurzes Making of beinhaltet. Zum anderen gibt es noch eine "limitierte" Steelbook Edition, welche bei Amazon.de noch exklusive mit einem 72seitigen Comic ausgerüstet wurde, welches leider nur in englischer Sprache vorliegt. Diese Steelbook Edition lag uns für diesen Test natürlich vor.
Nach dem wir bei der Hauptfilm-Disc den lästigen "Raubkopierer" - Spot mit einem kleinen Trick umgangen haben (Wählt zu Beginn am besten Hebräisch als Sprache, damit kein Raubkopierer Spot erscheint, und ihr direkt ins DVD-Menü landet.), gelangen wir ins einfach, aber nett gestaltete Hauptmenü, welches uns im Vergleich zu normalen Edition keinerlei Bonusmaterial offenbart. Dieses befindet nahezu komplett auf der beiliegenden Bonus-DVD.
Aber kommen wir zurück zum Hauptfilm und dessen technische Umsetzung. Leider gelingt es Warner hier nicht einen referenzträchtigen Transfer abzuliefern und schöpft die Möglichkeiten, welche eine DVD immer noch bietet, nicht zufriedenstellend aus. Teilweise wird man das Gefühl nicht los, man möchte kurz vor dem Start von Blue-Ray und HD-DVD Bauernfängerei betreiben und somit potenzielle Kunden ergaunern. Aber dies würde ja heißen...

Lassen wir das lieber und wenden uns ab von Verschwörungstheorien und wieder hin zum anamorphen Widescreen Transfer. Dieser kränkelt in erster Linie in seinem erschreckend schwachen Schärfeverhalten. Stellenweise wirken selbst Nahaufnahmen weder detailliert noch angenehm Scharf und der gesamte Transfer erscheint in diesem Moment extrem weich. Insgesamt bekommen wir es zwar noch mit einer angenehmen Schärfe zu tun, aber wenn wir bedenken, dass es sich hier um ein Brandaktuellen Big Budget Produktion handelt, störten die schwammigen Konturen und das viel zu weich geratene Bild doch etwas. Auch der Kontrast hätte besser ausfallen dürfen und verschluckt in dunklen Sequenzen desöfteren feine Details, wartet dafür aber mit einem guten Schwarzwert auf. Dafür ist die Farbgebung ausgezeichnet ausgefallen und vermittelt optimal den düsteren Look des Filmes. Teilweise sehr satt und kräftig, dann wieder etwas matt und bleich - so offenbart sich das mit vielen Farbfiltern abreitende Bild. Ein weiteres Manko ist allerdings, dass durchweg präsente Bildrauschen im Hintergrund, welches teilweise recht starke Ausmaße annimmt. Auch die Kompressionen arbeiten nicht so sauber wie erwartet und zeigen hin und wieder leichtes Blockrauschen und Artefaktebildung im Hintergrund. Dafür ist der Transfer frei von defekten und Verschmutzungen. Summar Summarum ein solider Transfer, was sich in anbetracht des Titels schon fast beleidigend anhört.



Deutlich besser ist die Tonabmischung geworden, was bei Warner seit Interner Link"Matrix:Reloaded" und Interner Link"Blade 2" leider nicht selbstverständlich ist. Genrebedingt erwartet uns bei "V für Vendetta" kein brachiales Soundgewitter der Extraklasse, aber dafür ein äußerst dynamisches und ausgewogenes Klangbild. Neben einer sauberen und klaren Front, erzeugen Musik und Umgebungsgeräusche einen guten und homogenen Dolby Digital 5.1 Mix, bei dem die Rears in den wenigen Actioneinlagengehörig zu tun bekommen und auch der Subwoofer darf hin und wieder etwas Druck ausüben und uns bei der finalen Explosion so richtig in den Sessel pressen. Der englische Track unterscheidet sich dabei kaum von der deutschen, bietet jedoch eine etwas feinere Abmischung und klingt insgesamt eine Spur klarer. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten, sowie eine dritte Tonspur, welche sich "English Audio Descriptive Service" nennt und sich als eine alternative englische Sprachfassung für Blinde entpuppt.


Sämtliches Bonusmaterial finden wir auf der beiliegenden Bonus-DVD, wobei wir noch erwähnen sollten, dass der bei Amazon.de beiliegende Comic nicht wie bei Interner Link"Batman Begins" ins Steelbook passt, sondern nur separat aufstellbar ist. Zudem handelt es sich hier nur um ein Teil des umfangreichen Comics.
Für eine Special Edition sind die Extras leider recht mager ausgefallen und keines der vier Featurettes läuft länger als 18 Minuten. Den Anfang macht die knapp 17minütige Dokumentation "Das Design der nahen Zukunft", welches sich als äußerst interessantes Featurette entpuppt, in den man mehr über die Designs, sowie den Kulissenbau anhand von Statements und netten Einblicken hinter den Kulissen erfährt. Unter "Remember, Remember: Guy Fawkes und die Schießpulver-Verschwörung" finden wir ein 10 Minuten langes Featurette über die wahren Begebenheiten der Schießpulver-Verschwörung im 17 Jahrhundert. Ein sehr interessantes und gut gemachtes Featurette, welches viele Informationen und Fakten über die damalige Zeit bereithält. Unter "England obsiegt: V wie Vendetta und die New Wave Comics" erfahren wir in knapp 14 Minuten mehr über den Comic-Novelle, sowie über die Wandel der Zeit, in dem Experten, Autoren, Zeichner etc. über Alan Moores Geschichte sprechen. Auch auf die Entstehung der New Wave Comics, bis hin zu "V" wird eingegangen.
Das 16minütige Making of mit dem Titel: "Freiheit für immer", ist insgesamt natürlich ein reines PR-Making of geworden, in dem es darum geht "V wie Vendetta" dem Publikum schmackhaft zu machen. Dennoch bietet das Ganze noch ein paar nette Infos und Einblicke hinter die Kulissen, so dass die 16 Minuten doch noch sehenswert sind. Zum Schluss finden wir noch einen knapp 2minütigen Clip der Gruppe Cat Power, sowie den US-Kinotrailer und eine Texttafel mit Werbeinfos über den Soundtrack zum Film.


"Remember, Remember The 5th of November ..."

Leider schafft es Warner nicht "V wie Vendetta" so umzusetzen wie es ein Film diesen Kalibers verdient hätte. Die Extras sind zu mager, ein Audiokommentar wäre ideal gewesen und der anamorphe Transfer bleibt weit hinter dem technisch Möglichen zurück. Dafür macht sich die limitierte Steelbook-Edition schön im Regal und den Film sollte man sowieso nicht verpassen. Von daher eine klare Kaufempfehlung von unserer Seite, auch wenn die Höchstnote nicht erreicht werden kann.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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V wie Vendetta
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