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CZ, USA 2005
Originaltitel:Brothers Grimm, The
Alternativtitel:Gebrüder Grimm, Die
Länge:113:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Terry Gilliam
Buch:Ehren Kruger
Kamera:Newton Thomas Sigel
Musik:Dario Marianelli
SFX:Peerless Camera, Cutting Edge, Artem Ltd., Flash Barrandov A.S.
Darsteller:Matt Damon, Heath Ledger, Jonathan Pryce, Monica Bellucci, Lena Headey, Peter Stormare, Petr Ratimec, Mackenzie Crook, Richard Ridings, Alena Jakobova, Harry Gilliam, Julian Bleach, Bruce MacEwen
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 EX (Deu), DTS-ES 6.1 (Deu), Dolby Digital 5.1 (En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Pappschuber mit Prägedruck
Film-DVD:
  • Audiokommentar von Regisseur Terry Gilliam
  • Programmtips:
    • 12 Monkeys (2:07 Min.)
    • Lara Croft: Die Wiege des Lebens (2:25 Min.)
Bonus-DVD:
  • Kinotrailer:
    • Dt. Kinotrailer (2:31 Min.)
    • US-Kinotrailer (2:26 Min.)
  • Deleted Scenes mit opt. Audiokommentar (15:15 Min.)
  • Making Of: Bring the Fairy Tale to Life (16:27 Min.)
  • Making Of Special Effects: The Visual Magic Of Brothers Grimm (8:41 Min.)
  • Cast & Crew:
    • Matt Damon (9 Seiten)
    • Heath Ledger (5 Seiten)
    • Peter Stormare (8 Seiten)
    • Monica Bellucci (6 Seiten)
    • Terry Gilliam (7 Seiten)
  • Produktionsnotizen (10 Seiten)
  • Fotogalerie (12 Bilder)
  • Programmtipps:
    • Vier Federn (2:10 Min.)
    • Der Zauber von Malena (2:03 Min.)
  • DVD-ROM-Teil mit Weblink
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Wilhelm und Jacob Grimm (Matt Damon und Heath Ledger) sind als Geisteraustreiber stets zur Stelle. Sie inszenieren Spuk, nur um ihn dann gegen Bezahlung theatralisch zu eliminieren. Bald kommt man ihren Machenschaften jedoch auf die Schliche und sie können der Todesstrafe nur entrinnen, wenn sie das Verschwinden mehrerer Mädchen in einem verwunschenen Wald aufklären.
Dort erwartet die beiden ein Schock: Werwölfe und Zauberwald gibt es wirklich und mittendrin eine vergreiste Königin, die mit frischem Blut nach Jugend sucht. Dumm nur, dass die Brüder ausgemachte Hasenfüße sind ...
Es war einmal ...
... oder auch zweimal ...
... ein findiges Produzentenbrüderpärchen namens Weinstein, die waren so scheiße reich, dass nur ihr Ego noch größere Dimensionen hatte und sie sich schon als König ohne Reich, aber mit vergleichbarer Macht sahen. Weil sie aber noch in einer Firma hingen und deswegen nicht unabhängig waren, beschlossen sie, eine eigene Firma aufzumachen.
Das Dumme war, dass sie in all den Jahren gaaanz viele Filme eingekauft oder produziert hatten, die aber so mäßig waren, dass man sie erst mal zurückhielt oder gleich ganz einmottete. Andere Filme, mit denen sie und ihr Testpublikum nicht zufrieden waren, ließen sie wie wild umschneiden, wie es ihnen gefiel.


Gleichzeitig gab es einen begabten Manne, der der Regie anheim gefallen war, der stammte aus zwar aus den Staaten, hatte sich aber im Inselreich einen Namen gemacht und Terry Gilliam war sein Name. Terry hatte mit seinem letzten Projekt tierisch Pech gehabt, weil Stürme und Krankheiten die Produktion zerschossen hatten. Und weil er selbst auch nicht mit Geld umgehen konnte, ließ er sich zur Sanierung seines Geldsäckels eine Auftragsarbeit aufschwatzen. Da traf es sich günstig, dass die Weinsteins da ein dolles Projekt an der Hand hatten.
Denn irgendwo im Verlies ihres Schlosses saß ein windiger kleiner Lohnschreiber namens Ehren Kruger, der den lieben langen Tag nichts anderes tat, als zweite und dritte Teile von Erfolgshorrorfilmen zu konstruieren und auch sonst in der Gruselfilmgeschichte zu wildern, als gäbe es kein Morgen. Der bastelte nämlich an einem Pergament rund um die Gebrüder Grimm, deren Märchen auch im fernen wilden Westen, dem Land der Freiheit gern gelesen waren, weil die Moral so schön einfach in ihnen war. Die sollten nun als falsche Dämonen- und Geisterjäger auf eine echte Hexe treffen und diese bekämpfen müssen.


Ein Königreich für so eine Idee, so könnte man die Wurzeln der deutschen Volkssage gleichsam parodieren, karikieren und uminterpretieren. Das klang so gar nach dem Herzen von Terry Gilliam, der darin einen brauchbaren Nährboden für sein Talent, skurrile Filmwelten auf die Beine zu stellen, gefunden zu haben glaubte.

Ergo wurde gedreht und noch mehr gedreht und noch mehr gedreht. Gerüchte von kreativen Differenzen und Schwierigkeiten machten die Runde. Und man drehte nach und schnitt und führte vor und schnitt und führte vor, was sooo lange dauerte, dass Rotkäppchens Großmutter längst eines natürlichen Todes gestorben war und die Kleine das Haus schon an eine Investmentgesellschaft verscherbelt hatte. Und als dann die Firma von den Weinsteins im Werden begriffen war, da rotzten sie alles aus ihren Lagern heraus, was da seit Monaten oder Jahren Staub ansetzte, denn es gehörte ja ihnen und sollte noch mal Profit bringen. Dazu gehörte auch "The Brothers Grimm"!


Doch, ach oh weh, was mussten die Zuschauer da sehen: Irgendwas war auf dem langen, steinigen Weg von der großartigen, phantasievollen Filmidee zum fertigen Produkt (von einem Kunstwerk wagte im ganzen Königreich niemand mehr zu flüstern) mit den Brüdern geschehen und es hatte alles malad und schwach gemacht. Als der Film dann dem Publikum enthüllt wurde, da sahen sie historischen Märchenkitsch, wie sie ihn sich in ihren plattesten Träumen nicht hatten vorstellen können. Wie ein kleines Teufelchen hatte des Königspaares Autor Referenzen an alle möglichen Märchen bekanntester Sorte eingebaut, ein rotes Käppchen hier, einen Pfefferkuchenmann dort, ein hoher Turm mit langem Haar dazu und selbst vor einem Dorn ins Herz, der die Helden der bösen Königin untertan macht und wohlweislich bei einem anderen alten Märchenschreiber, den man Andersen nannte abgeguckt worden war, hatte man nicht halt gemacht.


Zwischen den phantasievollen Studiosets hampelten nun zwei des Reichs verdienstvollster Mimen herum, die so fehlbesetzt waren, wie es nur ging, wenn man das Rumpelstilzchen eben nicht spielte. Der eine verhielt sich wie ein Käuzchen auf Speed, während märchengläubig seinem Kindheitstrauma hinterher taumelte, bei dem er versucht hatte, seine todkranke Schwester mittels Zauberbohnen zu heilen - während der andere als halbherziger Frauenheld auftrat, der aber jegliches Comedytiming vermissen ließ, weil er nie auch nur ansatzweise wie ein Mensch aus dem 18.Jahrhundert wirkte.

Gemeinsam mit einer schönen Waldläuferin namens Angelika und einem grimmigen, aber komplett überzogenen italienischen Folterknecht (dargestellt von einem erfolgreich chargierenden Manne, der Peter Stormare hieß) wuselten sie sich durch die Szenen, die man im Übermaß mit mäßigen CGI-Effekten aus dem Märchenbuche angereichert hatte, als da waren, ein magisches Tuch, sich bewegende Bäume, ein holprig animierter Wolfsmensch, ein Matschmonster wie aus tschechischen Kinderserien, sich in einen Lebkuchenmann verwandelnd, sowie eine böse Königin, deren Verfallsdatum schon deutlich abgelaufen war plus ungefähr 6 Milliarden animierte Ekelinsekten ohne Sinn und Zweck.


Doch schlimmer noch, es mangelnde ach gar an Humor und Augenzwinkern und der zur Regie Berufene schien all seine natürlichen Talente vergessen oder gegen eine Kuh eingetauscht zu haben, nur sein Auge fürs Visuelle schien nicht länger geschadet worden sein. Aber richtig gruselig war es auch nicht und schon gar nicht, man verzeihe das Wortspiel, grimmig in irgendeiner Form.

Überdeutlich war das Flickwerk zu sehen, dass der grimmige Schnitter des Köngreichs dem Werke angetan und schon baldigst waren die Figuren der Geschichte der gaffenden Menge hübsch egal, ja das ständige Zurückschrecken vor allerlei Krähenvögeln geriet gar zum bedeutsamen Ärgernis und entlarvte die erzählerische Leere der Geschichte und die tönernen Figuren mit stetem garstigen Krächzen. Leblos und gewollt albern lief die Geschichte ab und konventionell war alles, was man dazu sprechen konnte.


Doch weil man die besten Szenen schon im Trailer bewundern konnte, so füllten sich dann doch die Kassen, da die gaffende Menge nicht gewillt war zu glauben, dass der Film nicht noch mehr davon zu bieten hätte. Und so ging es im schönen Märchentrott durch die Geschichte, was immer man für den Film bezahlt hatte, wurde an der Kasse wieder entrichtet und (fast) alles war voll des Jubels: die Produzenten, der Autor, selbst (wenn er denn gefragt wurde) der Regisseur.
Nur das Publikum, das schnappte sich daheim stille sein Märchenbuch der echten Gebrüder Grimm und pfiff sich ein paar echte Reißer ein, wo noch Hexen knusprig braun gebacken wurden, böse Weiber in genagelten Fässern in Flüsse gerollt wurden oder sich hässliche Männchen in der Mitte entzweirissen vor Wut.

Und dann war die Enttäuschung auch schon wieder verraucht, und wenn sie nicht gleich gestorben sind, dann sind sie danach wenigstens gut eingeschlafen und haben später wenigstens kein Bauchweh bekommen. Höchstens vom süßen Früstücksbrei!


Terry Gilliam beweist in seinem Audiokommentar, dass er seinen Humor nicht verloren hat. Er berichtet von Tragödien (ein Todesfall unter den Pferden, Matt Damons Kahlschlag für seine Perücke), aber auch von makabren Begebenheiten, z.B. der Ausweidung des Hasen oder dass man schon überlegt hatte, die kleine Katze, die im Kerker zerhäckselt wird, erst durch eine künstliche Puppe zu ersetzen, aber dann ... Na ja, es lohnt sich auf jeden Fall, hier mal reinzuhören, zumal Gilliam einiges der Grimmschen Märchen vorstellt und alles deutsch untertitelt wurde.
Auf der Bonus-DVD geht es dann ordentlich los mit all den Making Ofs, Trailern, Blicken hinter die Kulissen usw., die man von größeren Produktionen gewohnt ist. Sehenswert sind die teils witzigen Deleted Scenes mit optionalem Regiekommentar, aber auch die beiden Making Ofs bieten interessanten Stoff, wobei das Special zu den Special Effects natürlich etwas detailliertere, technische Einblicke gewährt. Der Rest ist schnell erzählt: Ein paar Filmo- und Biografien begleiten die Produktionsnotizen und die frei anwählbare Bildergalerie mit hochauflösenden Fotos. Ganz nebenbei bietet die DVD ein tolles Hauptmenu im Märchenstil mit Filmausschnitten, es liegt ein 8seitiges Booklet mit kurzen Abrissen zu den Akteuren des Films bei und die Verpackung wurde durch einen Prägedruck des Filmtitels veredelt.


Um ein derartiges Fantasy-Märchen auch visuell rüberzubringen, bedarf es natürlich einer kompletten Nachbearbeitung des gedrehten Materials. Ein bläulicher Schimmer liegt in vielen Szenen über dem Bild, verbreitet ein unheimliches Gefühl, aus dem die Figuren mit angehobenen Rottönen hervorragen. Es scheint wirklich jede Szene farblichen Verfremdungen zu unterliegen, was der Optik durchaus zugute kommt. Der Kontrast zeichnet sich vor allem durch sehr weiche Übergänge aus, ist dem Bild aber auch durch gute Erkennbarkeit dienlich. Weniger toll fällt der deutlich ins Bläuliche wechselnde Schwarzwert auf, was zu einer geringen Milchigkeit führt. Nur wenig Rauschen ist erkennbar, dafür verliert das Bild aber besonders in Bewegungen Details. Die Kompression trägt Mitschuld, wie nicht selten anhand von Blockrauschen bewiesen werden kann. Hier stößt das grundsätzlich gut aufgelöste Material, welches mit einigen prächtigen Szenen aufwarten kann (z.B. das tiefenscharfe Festbankett), an seine Grenzen. Beinahe 5 Punkte, für dieses Budget hätte aber gerade die Digitalisierung sauberer ausfallen sollen.


Die Deutschen bekommen gegenüber den englischsprachigen Ländern sogar noch etwas mehr geboten, was die Art der Abmischung angeht. Der Einsatz der Effekte gefällt mir sehr gut, denn nicht nur die Musik sorgt für ohrenfreundliche Unterhaltung. Auch die Stimmen zeichnen sich durch auflockernde Hall- und Bewegungseffekte aus. Besonders im DTS-Modus wird ordentlich Pfeffer gegeben, dafür ist der englische O-Ton noch etwas klarer in den Dialogen. Die Klangqualität bewegt sich wie erwartet dauerhaft auf hohem Niveau und der Basseinsatz ist ebenfalls in Ordnung, hätte aber gern noch etwas fülliger ausfallen dürfen. Deutsche Untertitel gibt es gleich in Varianten: Einmal der übliche, weiße Schriftsatz und einmal für Hörgeschädigte mit farblicher Hervorhebung der Rollen.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+++---


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