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UK 1997
Originaltitel:Pervirella
Länge:82:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:BBFC18
Regie:Alex Chandon, Josh Collins
Buch:Alex Chandon, Josh Collins, Nico Rilla, Jason Slater
Kamera:Jon Ford, Cobra Media
Musik:François Evans
SFX:Neil Keenan
Darsteller:Emily Booth, Ron Drand, The Shend, Sexton Ming, Tara Hamilton, Tony Waghorne, Eileen Daly, Max Décharné, Lenny Fowler, Helen Darling, Hannah Walker, Mark Lamarr, Jonathan Ross, David Warbeck, Benedict Martin, Roger Robinson, Rebecca Eden, Dianne Hickman, Anna McMellin, Simon Wolfe Howard, Jason Slater
Vertrieb:Screen Edge
Norm:NTSC
Regionalcode:0
Bildformat:1,61:1 (Letterbox)
Tonformat:LPCM 2.0
Sprache:Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:02.06.2003 (Kauf)
Specials:
  • Alex Chandon Biography (8 Seiten)
  • Josh Collins Biography (5 Seiten)
  • The Story Of Perv (3 Seiten)
  • Pervirella The Music (3 Seiten)
  • Production Stills (16 Bilder)
  • Emily Bouffante Stills (10 Bilder)
  • Other DVD Releases (1 Seite)
  • VHS Catalogue (2 Seiten)
  • Hidden Feature
Seit Jahrzehnten stöhnt das ummauerte Condon nicht nur vor Lust, sondern auch unter dem Terrorregime der alternden Despotin Victoria, die sämtliche Freizügigkeit, jede Form von Intellekt und Andersartigkeit mit dem Tode bestraft. Unbeachtet dessen wird im Untergrund die mächtige Pervirella geboren. In sich trägt sie einen Sexdämon, der einen unbändigen und für Männer meist tödlichen Trieb in ihr entstehen lässt. Lediglich mittels einer magischen Halskette und einem Lebenselixier kann die nymphomane Schönheit unter Kontrolle gehalten werden. Doch das Elixier, an welchem auch die Königin interessiert ist, kann nur weit außerhalb der Mauern Condons gefunden werden. So begibt sich eine Gruppe zusammen mit sexy Pervirella auf eine Expedition, um den heilenden Trank zu suchen. Doch die Reise birgt überall Gefahren und immer wieder verliert Pervirella ihre schützende Kette und damit auch ihre Selbstkontrolle ...
- "She is beautiful." (Filmzitat)

Alex Chandon dürfte dem Undergroundfilmfreund durch sein famoses Debüt Interner Link"Bad Karma" bekannt sein. Der Engländer mit den blutigsten Effekten Englands hat vor kurzem ja in der Splatterszene durch seinem jüngsten und bekanntesten Film Interner Link"Cradle of Fear" für Aufsehen gesorgt. Der (noch) unbekannte "Pervirella" ist sicherlich - neben seinen Kurzfilmen - einer der besten Werke Chandons, weitaus weniger blutig, dafür um einiges anders "fleischlicher" und erinnert von seinem Stil und Struktur an eine Mischung aus Interner Link"Flesh Gordon" (der Porno-SFer) und gefilmt von Terry Gilliam mit dem berüchtigten Monty Python-Humor. Hauptaktrice ist natürlich nicht Barbarella sondern Pervirella.



Eingeleitet wird der Film von (fiktiven) Trailern sehr durchgeknallter Filme, welche aber nur dazu dienen, den Grundplot samt manchen Darstellern vorzustellen. London, irgendwie viktorianisches Zeitalter im SF-Ambiente. Die ruchlose Königin, gefesselt an einem Apparat (der ein wenig aussieht wie dieses Teil an dem Dr. Channard am Ende von Interner Link"Hellraiser 2" hängt) und nur so am Leben bleibend, "kackt" durch einen Schlauch ein krankes Kind aus; zur gleichen Zeit wird ein Neugeborenes gestohlen. Pervirella ist das Ergebnis einer ebenso obskuren, wie schnellen Transformation dieses besagten Babys in einem Brutkasten. Wild räkelnd aus diesem entsprungen, stürzt sie sich sofort auf einen Mann, um sich nehmen zu lassen. Ein Halsband verdrängt dieses Lustgefühl sofort, welches im schlimmsten Fall für die Männer mit einem Kopfplatzen enden würde. Da diese Libido nicht immer unterdrückt werden kann, erwarten die junge Frau jede Menge sexueller Abenteuer auf ihrer Odyssee nach einem Serum, das das kranke Kind der Königin wieder heilt. Doch ihr ruchloser Berater hat nur einen Auftrag: das Serum wiederzubringen, ohne Anhang ...



Optisch darf man dem Film auf jeden Fall genießen. Zwar ist dies nur ein Undergroundfilm, ein B-Movie, aber dessen Detail- und Einfallsreichtum dürfte zu besten seiner Art gezählt werden. Der wilde Trip ist eine Mischung aus realen Spielfilmszenen und Miniaturbauten, welche das Herzstück sind, sind sie doch dermaßen detailreich und liebevoll gebaut, dass man in Versuchung gerät, zu pausieren und sich der Welt in Ruhe zu widmen. Mit viel Herzblut wird inszeniert, auch wenn kleine Modelle wie ein Flugzeug oder U-Boot sichtbar an Fäden durch die Kulissen gezogen werden. Der Film ist in dieser Hinsicht einfach nur charmant und erinnern stark an die Anfangszeiten des Abenteuerfilms, als solcherlei Tricktechnik die Höhen der Kunst waren. Auch Requisiten und Kostüme entbehren nicht einer gewissen vielfältigen Farbenfreude. Der Mix aus englischer Vergangenheit und psychedelischer Kostümierungskunst passt hervorragend in die Achterbahnfahrt, die an Terry Gilliam-Filme erinnert: an Interner Link"Time Bandits" wegen der überdrehten Szenarien und der Geschichte und an "Brazil" wegen der ähnlich entworfenen Stadt. Da verwundert es kaum, dass noch der herrlich schräge Humor von Monty Phyton durch die farbenfrohen Bilder durchflackert.



Psychedelischer würde es kaum gehen. Obwohl der Film von 1996 ist, würde er noch in die 70er passen. In dieser Zeit entstanden bekanntlich auch viele optisch ähnlich gelagerte Filme. Das heißt, dass vor allem die Farben Rot, Grün und ein wenig Blau zur Ausleuchtung der Kulissen dienen. Aber keine Angst - durchgängig ist dies nicht. Dennoch wirkt der Film aufgrund seiner Gesamtheit sehr "schillernd". Aufwendige Effektszenen werden aber zumeist in den herrlichen Miniaturbauten dargestellt. Wer Interner Link"Team America" kennt, kann sich sicher etwas darunter vorstellen. Die "Menschen" dort bleiben aber starr und unanimiert. Dafür gibt es Eisenbahnunfälle, wunderschöne Fahrten mit dem U-Boot und vieles mehr.


So ist der Film sehr abwechslungsreich und der Hauptcharakter Pervirella wird durch die schöne Emily Bouffant (die auch später in Interner Link"Cradle of Fear" eine größere Rolle hat) verkörpert; auf dem Schauspielplan steht nicht nur optisch gut auszusehen, nein, ihr Charakter ist ebenso gut verkörpert und die Sache mit dem weiblichen Libido nicht nur Selbstzweck, sondern auch filmische Entwicklung. Wenn auch viel gepimpert wird, richtig derbe wird es selten. Genauso verhält es sich auch mit den wenigen Splatterszenen, die gut gemacht, aber nie selbstzweckhaft sind. Ich möchte fast behaupten, dass dies Chandons unblutigster Film ist, aber auch der Abwechslungsreichste, Phantastischte; keine durchgeknallten Satanisten oder Kettensägenaction, sondern ein Bilderrausch verpackt in eine bunte B-Geschichte aufwartet, die mit vielen herrlich schrägen Charakteren an noch facettenreicheren Orten agieren.



Leider hat die DVD keinerlei Making Of oder Audiokommentar zu bieten und beschränkt sich daher auf Textinformationen. Die sind aber fundiert geschrieben und befassen sich u.a. mit dem Lebenslauf der beiden kreativen Köpfe dieses Werks. Schon dort werden Aspekte des Films "Pervirella" aufgegriffen, was in "The Story Of Perv" noch genauer spezifiziert wird, wo es um die Vorläufer des Films geht. Auch zur musikalischen Untermalung sind einige Seiten Text entstanden. Außerdem werden diverse hochwertige Fotos (u.a. der Hauptfigur in aufreizenden Posen) und eine Übersicht über weitere VÖs des Labels geboten. Die Suche nach dem Hidden Feature sollte nicht allzu schwer sein und bringt zwei weitere Kurzfilme ans Licht.



Es mutet erst einmal etwas seltsam an, dass eine UK-DVD im NTSC-Format vorliegt, aber vielleicht wollten die Produzenten lediglich eine Norm bedienen und entschieden sich damit für den etwas größeren NTSC-Markt. Die Bildqualität ist gleichzeitig Fluch und Segen des Films. Das starke Bildrauschen beeinflusst die ohnehin nicht sonderlich tollen Details. In Verbindung mit der Produktion sieht man also mehr Rauschen und leichtes Flackern als eine angenehme Schärfe. Auch die Farben könnte ich mir noch ein wenig kräftiger vorstellen, obwohl bereits auf sehr farbenfreudige Sets und Kostüme wert gelegt wurde. Somit sieht alles ein wenig nach besseren Amateur- bzw. Low Budget-Film aus. Andererseits sieht es nicht aus wie ein Film aus dem Jahr 1996. Und das ist der große Pluspunkt! Man hat das Gefühl, eine alte Filmrolle aus den 70er wäre wiedergefunden und auf DVD gefunden wurde, nur dass keine Kratzer auftreten. Für Qualitätsfetischisten ist das also nichts, zumal die Kompression in vielen Szenen an ihre Grenzen stößt.


Gleiches könnte man auch zum Ton sagen, der das Setting durch seine Unzulänglichkeiten unterstützt. Denn weder sind die Stimmen sehr klar, noch sehr sauber oder gar einen Stereoton ausreizend. Auch hier zerreiben sich die Stimmen wie bei einem alten Film, sind etwas dumpf und ziehen ein hintergründiges Rauschen mit. Die Musik klingt ebenfalls etwas spitz, trotzdem aber zufriedenstellend. Wer den Film über diese DVD anschauen möchte, der sollte übrigens die Ohren spitzen, denn Untertitel gibt es nicht und die englische Originalversion ist die bisher einzige existierende Fassung. Einen Surround-Modus würd ich hier eh nicht erwarten, selbst ein Upmix würde sich nicht lohnen bei der Ausgangsqualität.


Definitiv ein Film, der auf Entdeckung wartet. Allein die Traumsequenz Pervirellas, in der sie als Meerjungfrau durch das Meer schwimmt - NoBudget, aber so was von genial - ist die Wertung wert. Trotzdem ein Film, an dem sich die Geister scheiden werden, aber ein Independent-Film höchster Güte.


Film+++++/
Bild++/---
Ton++/---
Bonus+++---


Druckbare Version
Pervirella
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