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JP, KOR 2004
Originaltitel:Baramui Fighter
Alternativtitel:Baram-ui Fighter
Länge:116:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Yun-ho Yang
Buch:Hak-ki Bang, Yun-ho Yang
Kamera:Ok-Hyun Shin
Musik:Man-Sik Choi
Darsteller:Dong-kun Yang, Aya Hirayama, Masaya Kato, Tae-woo Jeong, Doo-hong Jung, David Joseph Anselmo, Han-garl Lee, Seong-min Park
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Kor), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Hinter den Kulissen Teil 1 (6:22 Min.)
  • Hinter den Kulissen Teil 2 (4:45 Min.)
  • Hinter den Kulissen Teil 3 (6:02 Min.)
  • Originaltrailer (2:32 Min.)
  • TV-Spot (1:08 Min.)
  • Teaser (1:31 Min.)
  • Biografie Oyama (5 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • New Police Story (1:59 Min.)
    • Oldboy (2:13 Min.)
    • Dumplings (2:05 Min.)
    • Elevenfourteen (1:33 Min.)
    • State Of Mind (2:13 Min.)
    • Enter The Phoenix (1:34 Min.)
Südkorea zur Zeit der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg: Choi Bae-Dal beginnt mit der Ausbildung als Militärpilot, weigert sich jedoch, an einem Kamikazefeldzug teilzunehmen. Nachdem er in einem Kampf einem japanischen Offizier unterliegt, zieht er sich in die Berge zurück und nimmt sein eigenes Training auf. Von einem armen koreanischen Bauernjungen, der von seines Vaters Feldarbeitern das Kämpfen gelernt hat, wird er zu einem gefürchteten Kämpfer - Masutasu Oyama - , der die japanischen Meister bezwingt. Schließlich macht er sich auf die Suche nach dem Offizier, der in vor vielen Jahren so gedemütigt hat ...
- "Das Leben schreibt immer noch die besten Geschichten." (Sprichwort)
- "Manchmal, nachts, wenn ich zurückdenke, sehe ich mich selber in einem alten Schwarzweißfilm. Warum er schwarzweiß ist, weiß ich nicht. Es ist kein guter Film, voller Sprünge, lückenhaft, eine Reihe schlecht ausgeleuchteter Sequenzen." (Jake La Motta im Beginn seiner Autobiographie)
- "Es gibt viele Arten, die Wahrheit zu unterdrücken, und diese gehört zu den gemeinsten: Die Bilder sind bunt, die Rhetorik aber bleibt schwarzweiß, und die Inszenierung ist so subtil wie ein dialektischer Schulaufsatz." (Claudius Seidl in seiner Rezensierung von Edward Zwicks Glory)


Jede dieser Aussagen kann man zu mehreren Zeiten und in verschiedenen Zusammenhängen auch auf Yang Yun-hos "Fighter in the Wind" beziehen; würde ihm zwar damit in gesamter Betrachtung Unrecht tun, aber trotzdem wahre Punkte treffen. Der Film bemüht sich nämlich nicht, die dünne Linie zwischen Unterhaltung und Anspruch zu treffen und schwankt deswegen öfters unruhig hin und her. Die Folge ist ein nur halbwegs gelungenes Actiondrama, das ratifiziert die frühe Lebensgeschichte von Choi Baedal (Yang Dong-kun) erzählt, einem koreanischen Kämpfer, der sich einen Namen als Bezwinger von 270 Gegnern und als Gründer von Kyokushin Karate gemacht hat. Die Kämpfe waren dabei sehr kurz, niemals länger als 3 Minuten; zumeist wurden sie mit einem Punch seinerseits entschieden. Bereits 1975 wurde durch Baedals Schüler Sonny Chiba in "Karate Bullfighter" ein Lebensabschnitt dargestellt; dort allerdings problemlos als straighter Actionflick mit Trash-Appeal.


Auch "Fighter in the Wind" arbeitet dabei mehr mit Klischees, die ganze Handlungsabfolge wird mythifiziert und überhöht; eine reale Darstellung weicht dem animierenden Entertainment. Nun ist das nicht unbedingt die schlechteste Erzählweise, um seine Botschaft an den Mann zu bringen; allerdings sollte man sich als Zuschauer nicht wundern, wenn einige Episoden leicht trivial - blasiert und andere recht überzogen herüberkommen. Kein Wunder, wenn man als Vorlage einen Manga nimmt.
Zudem startet der Film etwas schwerfällig, die ersten Jahre werden zu flink übersprungen, Baedals anfänglicher Traum eines Piloten lässt ihn in einem japanischen Militärlager als Gefangenen enden. Ganze sechs Jahre sind binnen weniger Minuten zusammengefasst; Baedal hat zwar einen treuen Weggefährten gefunden, aber den Zuschauer bereits fast verloren. Ändern will man dies mit dem Einbringen der persönlichen Nemesis; der Antagonist Kato (Masaya Kato) schreitet als feindlicher Kommandant durch einen Bombenangriff auf Baedal zu, besiegt ihn mühelos und lässt ihn um sein Leben betteln. Die erste Niederlage schwächt sein komplettes Selbstvertrauen und nimmt mitsamt dem gescheiterten Traum vom Fliegen jeglichen Mut.


Beides gewinnt er erst langsam und zögerlich zurück; wie seine Hauptfigur pendelt der Film anfangs ziel- und planlos durch die Gegend. Baedal hat Angst. Angst zu kämpfen. Angst geschlagen zu werden und zu verlieren. Angst, als Krüppel zu enden. Und er weiß nicht, wohin und wozu. Die Nachkriegswirren und das aufgespaltene und immer noch besetzte Land bieten keinen Platz für Beständigkeit und Stabilität. Die neue Heimat ist ein täglicher Kampf ums Überleben, nicht nur finanziell als Metapher, sondern im Wortwörtlichen gegen die verfeindeten Parteien. Links die Yakuza, die sich als Schutzgeldeintreiber und Räuber verdingen. Rechts die amerikanische Militärpolizei, die sich als einzige Gewinner des Krieges aufführen wie die Axt im Walde und sich vor allem an den fremdländischen Frauen schadlos halten.
Nun schwelgt man geradezu in plakativen, teilweise richtig xenophoben Darstellungen; eine wirklich interessante Relation von Koreanern und Japanern nach dem Kriegsende wird nicht aufgezeigt, sondern die vorherrschenden Ressentiments noch überzeichnet. Eine Annäherung ist von vornherein ausgeschlossen; das Duell Korea gegen Japan sowohl im Einzelfall als auch der Gesamtheit immer in den Vordergrund gestellt und zudem mit propagandistischen Mitteln angestachelt. Als Herausforderung auf Lebenszeit, um die Emotionen anzuschnüren.
Zudem ärgert die einseitige Darstellung von amerikanischen Soldaten als ständig betrunkene Fast-Vergewaltiger; selbst Jet Lis Interner Link"Born to Defend" (1986) - wo das Skript ebenfalls mit Stein und Meißel geschrieben wurde - war weniger pauschalisierend grob. Wirklichkeit und damit Glaubwürdigkeit also ausgeschlossen.


Als sein Lehrmeister Bumsoo (Jeong Du-hong) getötet wird, wird Baedal zum Eremiten und geht in die Wälder. Sein eisenhart asketisches Training besteht aus Steine spalten, mit Baumstämmen prügeln, barfuß Eisklettern und nackt im Schnee herumtanzen. Er muss stark werden, um sich selbst und andere zu beschützen. Der Kampf gegen die Natur ist eine Schlacht gegen sich selber; er lässt den Schmerz heraus, indem er seinen Körper peinigt. Dieser wird zum Panzer, der die Einflüsse von außen abhalten kann und Baedal auch einen Ort zum Rückzug bietet. "Ishi no ue ni san nen" - drei Jahre auf einem Felsen. Die Notwendigkeit, zu allen Zeiten den Geist der Ausdauer zu wahren.
Zurück in der Gesellschaft werden vor pittoresken Kulissen die japanischen Dojos levelartig abgeklappert und nacheinander die Meister bezwungen, bis nur noch Kato übrig bleibt. Dieser stellt auch die Herausforderung, doch Baedal hat nach dem Tod eines Konkurrenten Schuldgefühle. Vieles erstarrt dabei in Ruhe, fehlender Worte, Distanziertheit. Steife, marionettenhafte Bewegungen. Baedal erscheint als desorientierter und außer in Kämpfen langsamst agierender Mann, der zudem ein kleines Problem mit seiner Sozialphobie haben dürfte und durch seine Unnahbarkeit und Reaktionslosigkeit auch gar nicht richtig als Identifikation fungieren kann. Sein gefühltes Unvermögen zu Mitmenschen überträgt sich auf den Zuschauer. Man beobachtet die Biographie nicht als greifbare Wahrheit, sondern als externe Legende. Als Symbol. Als oft pathetisch - hochtrabende Geschichte eines Volks-, ja Nationalhelden, der seine ständige Angst mit unbändigem Willen in Zaum hält und überwindet.


Getreu diesem Anliegen ist die technische Seite wie meist üblich für koreanische Produktionen fulminant. Der Rettungsanker des lauen Inhalts liegt in der Umsetzung; wobei dort nicht speziell der Regisseur angesprochen wird, sondern vor allem die Mitarbeiter von der Ausstattung, der Kameramann und Yang Dong-kun in der Titelrolle. Optisch wird die perfekte Umgebung für dieses prestigeträchtige Martial Arts-Märchen geschaffen: Große, vielleicht etwas künstlich wirkende Sets. Beeindruckend weite Naturaufnahmen. Glasklare, detailreiche Einstellungen.
Die Actionszenen werden zahlreich und ebenso abwechslungsreich eingebunden; sind der Prämisse nach angenehm kurz, eher Momentaufnahmen statt richtig folgbarer Kämpfe. Teilweise werden zwischendurch Frames entfernt, um die Brachialität und Direktheit spürbarer zu machen; dann wird Zeitraffer eingelegt, um die Schnelligkeit herüberzubringen und in schwarzweißen Standbildern festgefroren, um die Wirkung der Schläge zu verdeutlichen. Tritte, Stöße und Kata transzendiert. Statt einem flüssigen Stil abgetrennte Szenenbilder; nicht jedermanns Sache, aber durchaus folgerichtig. Unpassend dabei ist nur der zeitweilige Einwurf von moderner Musik. Der bombastisch einleitende Fliegerangriff gehört in eine ganz andere Sorte Film.


Es wird einem also eine ebenso gute Show geboten, wie sie Baedal den anwesenden Reportern vorführt. Wenn man wie diese auch nur die Frage stellt, wer denn der nächste Gegner sei, kann man sich auch zur Genüge mitreißen lassen - wenn auch lange nicht so sehr wie bei Ronny Yus überwältigendem Interner Link"Fearless" (2006), der ebenso frei mit den Fakten umgeht. Alles hinter der Oberfläche erfordert dann sowieso mehr Kritik.

Das Bonusmaterial der deutschen DVD von e-m-s umfasst neben dem Trailer in Originalsprache, mehreren aneinandergereihten TV-Spots und einem Teaser noch drei Behind-The-Scenes-Features mit einer Gesamtspielzeit von ca. 17 Minuten, die jeweils ausschnittweise die Entstehung einer Kampfszene dokumentieren, sonst aber keine Kommentare enthalten. Zu Masutatsu Oyama wird eine 5seitige Biografie abgegeben, die auch kurz die frühere Sonny Chiba-Verfilmung der Biografie erwähnt.


Wie so oft hat der Surround-Klang in den richtigen Szenen ein mehr als ordentliches Effektgewitter zu bieten, nur wird es zwischendurch etwas trist. 5 Punkte wären es, wenn man neben dem hier gebotenen, klaren und gut verständlichen Dialog-Sound und den agilen Musikeinspielungen nicht nur stellenweise etwas für die Rear Speaker bietet und den Subwoofer noch mehr hervorbringt. Hier wäre etwas mehr Aktivität in Form kleinerer Effekte gefragt. Der Tonhöhenunterschied zum koreanischen O-Ton ist mehr als deutlich, aber auch dort wird ein stattliches Klangbild frei von Fehlern geboten. Wobei die deutschen Spuren in Dolby Digital 5.1 und dem kaum besseren DTS 5.1 noch etwas offener angelegt sind.


Ja, so sieht's aus, wenn man's richtig macht. Zwar erreicht leider auch diese DVD nicht die Oberliga, steht aber zumindest knapp davor. Die Farbgebung ist mit seinem etwas zu harten Kontrast und den dunklen Hauttönen fast schon typisch für Herkunftsland und Genre, die Ausdrucksstärke von stärker schillernden Tönungen, die freilich seltener auftreten, verliert daran aber nichts. Bis auf eine Ausnahme scheint auch der Schwarzwert sehr gelungen. Bei der Schärfe wird stets Gutes geboten, nur erkennt man leichte Nachbesserungen, die der Detailschärfe nur bedingt helfen. In einigen Aufnahmen wird hier trotzdem ein sehr eindrucksvolles Bild geboten, weil kein Ghosting auftritt und Verschmutzungen passé sind. Leichte Rauschmuster setzten sich hier und da mal ab, sind aber wenig störend. Die Kompression hat auch leichtes Spiel, es scheinen sich aber noch ein paar feinere Muster versteckt zu halten, die korrigiert werden könnten.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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