Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
IT, ESP 2004
Originaltitel:Crimen ferpecto
Alternativtitel:Ferpect Crime
aka. El Crimen Perfecto
Länge:98:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Álex de la Iglesia
Buch:Jorge Guerricaechevarría, Álex de la Iglesia
Kamera:José L. Moreno
Musik:Roque Baños
SFX:Antonio Molina
Darsteller:Guillermo Toledo, Mónica Cervera, Luis Varela, Fernando Tejero, Kira Miró, Enrique Villén, Alicia Andújar, Eduardo Gómez, Javier Gutiérrez, Montse Mostaza, Gracia Olayo, Isabel Osca, Rosario Pardo, Manuel Tallafé, Gerard Casau, Hilario Pino, Óscar Sueiro, Javier J. Valencia
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Spanisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Audiokommentar von Álex de la Iglesia & Jorge Guerricaechevarría
  • Interviews mit Álex de la Iglesia, Guillermo Toledo, Monica Cervera (5:43 Min.)
  • Making of (15:58 Min.)
  • Originaltrailer [deutsch, spanisch] (1:04 Min.)
  • Deleted Scenes (18:06 Min.)
  • Teaser (1:28 Min.)
  • TV-Spots (0:41 Min.)
  • Bildergalerie (32 Bilder)
  • Trailershow:
    • 11:14 (1:30 Min.)
    • El Lobo (1:41 Min.)
    • New Police Story (2:14 Min.)
Der von Frauen wie Männern verehrte Starverkäufer Rafael mutiert zum Tier, als er bei der anstehenden Beförderung zum Abteilungsleiter eines Megakaufhauses übergangen wird. Ein unliebsamer Kollege muss dran glauben. Für den wortgewandten Schürzenjäger nur ein kleines Malheur, wäre da nicht Mauerblümchen Lourdes. Sie ist dank ihres Aussehens die Einzige, die von Rafael noch nicht "beglückt" wurde. Gegen einen Liebesdienst hilft sie ihm jedoch beim Leichenentsorgen. Dies ist allerdings ein Pakt mit dem Teufel.
Wenn man mal ehrlich ist, hat sich Spanien bisher nicht wirklich als großes Filmland in Europa hervorgetan. Seit Mitte der 90er Jahre ist die Bürde Spanien auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen filmisch zu vertreten, nahezu komplett auf den Schultern von Alex de la Iglesia und Pedro Almodovar verteilt. Alex de la Iglesia ist dabei sicherlich der bei Kritikern weniger Geliebte, der sich aber mit einer Reihe von außergewöhnlichen Filmen eine nicht unbeachtliche Fanschar aufbauen konnte. Angefangen bei dem herrlich bissigen Sci-Fi Spaß Interner Link"Aktion Mutante" über Interner Link"El dia de la bestia" bis hin zu "Perdita Durango", der in seiner Kompromisslosigkeit und seiner Art sich allen Konventionen und geschmacklichen Grenzen zu widersetzen bis heute das Publikum spaltet. Das de la Igleasia dabei ein großartiger Beobachter ist und es grandios versteht der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten zeigte er bereits mit Interner Link"Allein unter Nachbarn" und eben diese Fähigkeiten hat er jetzt mit "Ein ferpektes Verbrechen" nahezu zur Ferpektion getrieben.



Nichts und niemand ist in dieser wüsten und ausufernden Geschichte vor ihm und seinem beißenden Humor sicher. Angefangen bei klassischen Mann-Frau-Stereotypen, über den zunehmenden Schönheitswahn, typische Latin-Lover, Chauvinisten, die allgegenwärtige Mediengeilheit und den Konsum an sich.
Hauptakteur ist Rafael (Guillermo Toledo), unangefochtener Platzhirsch in der Damenoberbekleidungsabteilung eines großen Kaufhauses. Seine Angestellten sind allesamt weiblich und haben das Aussehen von Topmodels, mit allen hat er Affären. Sein Leben scheint perfekt, einzig die Beförderung zum Etagenchef könnte das alles noch überbieten. Dumm nur, dass er einen erbitterten Feind hat und der schon wenig später durch einen Unfall, an dem Rafael nicht ganz unbeteiligt ist, stirbt. Ebenso dumm ist es, dass es eine Zeugin gibt: Lourdes, die typische graue Maus, die Rafael seit Jahren anhimmelt und von diesem bisher mit Nichtbeachtung bestraft wurde. Sie hat ihn komplett in der Hand, macht ihn immer mehr zu ihrem Sklaven, so muss er als zukünftiger Ehemann mit zu einem Besuch bei ihren durchgeknallten Eltern und auch zum Sex muss er alle Zeit bereit sein. Zunächst sichtlich überfordert von diesem abrupten und radikalen Rollentausch, beginnt Rafael zu erkennen, dass ihm nur ein teuflischer Plan aus dieser Hölle befreien kann, doch der ist alles andere als perfekt



Es ist unglaublich, mit welcher Boshaftigkeit und sichtlicher Freude am Durchbrechen sämtlicher Konventionen de la Iglesia seinen Film inszeniert. Was noch relativ normal und ruhig beginnt, entwickelt sich in kürzester Zeit zu einem pechschwarzen Ausflug in die Oberklasse des Komödiengenres. Da wird vor nichts halt gemacht und wenn am Ende in einer anarchischen Schlacht zwischen Lourdes und Rafael die gesamte Etage des Kaufhauses in Schutt und Asche gelegt wird, wird klar, dass hier nichts und niemand ungeschoren davon kommt. "Ein ferpektes Verbrechen" ist ein herrlicher Rundumschlag gegen alles, was die vermeintliche moderne Gesellschaft ausmacht und zeigt mit teilweise herrlich einfachen Mitteln, wie verlogen und fehlbar diese scheinbar so ideale Welt eigentlich ist. Der Film schwankt dabei immer wieder zwischen gnadenlosen Albereien, teilweise erstaunlich blutigen Einlagen, böser Satire und Thrillerelementen. Von Anfang an ist das Tempo erstaunlich hoch, die Trefferquote ist enorm und die Schauspieler auf absolutem Höchstniveau. Da stört es auch kaum, dass dem Film zum Ende hin ein wenig die Luft ausgeht und das letztliche Ende schon fast zu versöhnlich ist, wobei es hier immerhin gelingt, die Erwartungen des Zuschauers wieder auf den Kopf zu stellen.



Herausragend ist dabei die Leistung der Darsteller. Guillermo Toledo ("Intacto") vollzieht den Wandel vom Macho-Arschloch, natürlich stilecht mit minimum 5 Kilo Gel im Haar, hin zum Opfer, das gar nicht weiß, wie ihm geschieht, wunderbar stoisch und verleiht der Figur immer genauso viel Sympathie, dass man ihn in seinen Handlungen unterstützt, egal wie bekloppt sie auch sein mögen. Mit Monica Cevera hat er dabei auch die ideale Gegenspielerin. Auch sie vollzieht in "Ein ferpektes Verbechen" einen Wandel, weg vom schlichten Mauerblümchen über die besessen Verliebte hin zur gnadenlosen Furie. Dabei beweißt sie eindeutig Mut zur Hässlichkeit.

"Ein ferpektes Verbrechen" ist ein absoluter Geheimtipp für Fans von außergewöhnlichen Komödien, Gesellschaftssatiren und auch für Anhänger von Regisseur Alex de la Iglesia. Dieser Film ist sicherlich sein Massenwirksamster, bleibt aber doch der bisherigen Linie des Regisseurs treu und schert sich wenig um guten Geschmack und Anstand, dafür hat er einfach zu viel Spaß an Anarchie und skurrilen Geschichten und Charakteren. Ein wunderbares Beispiel für perfekte Unterhaltung, die reichlich Stoff für Diskussionen bietet.

"Eine fast ferpekte Special Edition"

Die Vorliegende Special Edition überzeugt uns durch ihre sauberen und stets kräftigen Farben, sowie den ausgewogenen Kontrast, welcher mit einem satten Schwarzwert aufwartet, jedoch selbst in den dunkelsten Szenen nie Details missen lässt. Zudem ist der anamorphe Transfer frei von analogen Defekte und selbst Bildrauschen scheint hier ein Fremdwort zu sein. Jedoch geht die Rauschfreiheit, welche durch Filter erreicht wurde, zu Lasten der Detailschärfe und lässt das ansonsten recht scharf anmutende Bild, welches durch seine gute Kantenschärfe überzeugt, im Detailbereich etwas abfallen. Selbst in Nahaufnahmen wirkt das Ganze nicht so porentief scharf wie erhofft und zudem trüben leichte Bewegungsunschärfen in Schwenks den Sehgenuss ebenfalls ein wenig. Dennoch ein wirklich guter Widescreen-Transfer, bei dem das Tüpfelchen auf dem I fehlt.
Auch der deutsche Dolby Digital 5.1 Mix kann sich hören lassen und wartet mit einer guten Sprachwiedergabe auf, was bei diesem doch recht dialoglastigen Film sehr wichtig ist. Die Rears werden hierbei meist nur für den Score oder einige Umgebungsgeräusche genutzt, welche das Kaufhaus-Ambiente perfekt unterstreichen und dem Geschehen eine angenehme Räumlichkeit verleihen. Direktional spielt sich hierbei jedoch weniger ab, wenn, dann werden die Effekte aber gezielt eingesetzt und treten überwiegend zum Ende hin auf, wo dann auch der Subwoofer ein wenig Freilauf bekommt. Der spanische Originaltrack unterscheidet sich technisch kaum von der deutschen Synchronfassung und liegt uns mit optional zuschaltbaren deutschen Untertiteln vor.


Ebenfalls deutsch untertitelt ist der schöne Audiokommentar mit Regisseur Alex de la Iglesia und seinem Drehbuchautor Jorge Guerricaechevarría, bei dem wir neben vielen Anekdoten über die Dreharbeit, auch eine Menge über die Produktionshintergründe, die Darsteller und Kindheitserlebnisse in Kaufhäusern erfahren. Wer danach noch nicht genug hat, darf sich das knapp 16minütige Making of anschauen, bei dem wir einen schönen Einblick in die Dreharbeiten zu sehen bekommen und nicht die Hollywoodtypischen PR-Clips. Das Ganze wurde deutsch untertitelt und kommt gänzlich ohne Kommentare aus. Danach spendiert die e-m-s uns noch 18 Minuten lang geschnittene Szenen und Outtakes, welche vom Regisseur eingeleitet werden. Etwas zu knapp sind unserer Meinung nach die sechs Minuten langen Interviews mit de la Iglesia und seinen Darstellern ausgefallen, welche noch allgemein etwas über den Film plaudern. Zum Ende hin dürfen wir uns noch TV-Spots, Trailer, sowie eine Bildergalerie anschauen. Die obligatorische Trailershow darf hierbei natürlich nicht fehlen.



Nach der Leih-DVD, welche ohne Bonusmaterial daher kam, spendiert uns die e-m-s nun eine schöne Special Edition mit Pappschuber. Die Bildqualität weiß hierbei durchaus zu überzeugen, lässt jedoch etwas Detailschärfe vermissen und auch der deutsche Dolby Digital Track macht seine Sache recht gut. Die Extras sind ebenfalls gelungen, wobei wir uns noch mehr Einblicke hinter die Kulissen gewünscht hätten.
Aber egal ob Leihfassung oder Special Edition: "Ein ferpektes Verbrechen" darf in keiner Sammlung fehlen und ist ein kleiner fieser Bastard, wie ihn nur Alex de la Iglesia inszenieren konnte. Nicht so böse wie viele seiner anderen Werke, aber dennoch ein echter Iglesia und in Zusammenhang mit dieser fast ferpekten DVD-Veröffentlichung sprechen wir eine absolute Kauf(haus)empfehlung aus ...


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++++--


Druckbare Version
  
Crimen Ferpecto - Das ferpekte Verbrechen
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.