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USA 2003
Originaltitel:Strange Things Happen at Sundown
Länge:138:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Marc Frotto
Buch:Steve Gonzalez, Marc Frotto
Kamera:Marc Frotto
Musik:Christopher, Frank Garfi, Marc Frotto
SFX:Marc Frotto
Darsteller:J. Scott Green, Masha Sapron, Jocasta Bryan, Joseph DeVito, Joshua Nelson, Shannon Moore, Melissa Bacelar, Livia Llewellyn, Giovanni DeMarco, Steve Gonzalez, Gina Ramsden, Michael Massimino, Robert M. Lemkowitz, Kenny Kauderer, Sal Verderame
Vertrieb:Adrena-Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Outtakes (4:34 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • They've Gone North (1:45 Min.)
    • Dream Sequence (1:55 Min.)
    • The Babysitter (3:09 Min.)
    • About To Die (1:06 Min.)
  • Musikvideo (9:41 Min.)
  • Trailershow:
    • A War Named Desire (2:04 Min.)
    • Vampire Sundown (3:01 Min.)
  • Slideshow (24 Bilder)
Jimm Fangs und seine Kumpanen sind Mafiagangster und Vampire. Als sie bei einem krummen Deal über den Tisch gezogen werden, heuern sie den Reaper an, einen tausend Jahre alten Killer. Noch wesentlich gefährlicher aber ist eine mysteriöse Lederbraut mit übermenschlichen Kräften, die alle Vampire umbringen möchte...
SEE...Big Haired Guidettes devoured by vampires!! SEE...Skulls crushed in by baseball bats!! - SEE...Women telepathically brought to orgasm!! - SEE...Spandex clad vampires who still listen to Poison!! - SEE...How a guy who wears a cloak makes a living in the year 2002!! - SEE...Virgin girls sacrificed to blood sucking demons!! - SEE...Orthodontically challenged vampires!! - SEE...Pot smoking co-eds turned into drooling, flesh-eating zombies!! SEE...More writhing women than in any other movie...EVER!!!

Mit diesen viel versprechenden Zeilen bewirbt die US-Produktionsfirma INSANE-O-RAMA ihr Low Budget-Vampirfilmchen und der deutsche Verleih tituliert ihn als Mischung aus "GoodFellas" und Interner Link"From Dusk Till Dawn".
Nun, als erstes bleibt zu sagen: "Vampire Sundown" ist im Grunde ein stinknormaler Low-Budget-Film, solide inszeniert, mit sich bemühenden Darstellern und einigen heftigen Gore-Einlagen, aber auch mit einer Laufzeit jenseits von Gut und Böse. Knapp 139 Minuten beträgt die Laufzeit dieses Streifens in seiner ungekürzten Form und er versucht bei dieser Länge auch noch intellektuell rüberzukommen, um ebenfalls so "erhaben" zu wirken wie seine großen Vorbilder, welche "Vampire Sundown" nur allzu gerne zitiert.


Dabei ist "Strange Things Happen at Sundown", so der Originaltitel, gar nicht mal so schlecht und gewann 2004 sogar den Publikumspreis beim New Yorker Horror Film Festival. Dies mag natürlich nur wenig heißen, aber dennoch, in Anbetracht des Produktionslevels und der Tatsache, dass es sich hier um einen reinen Low Budget-Film handelt (es wurde auf Digital Video gedreht), kann der Film trotz seiner spärlichen Kulissen (Lagerhallen, Wälder oder Wohnungen) und trotz der immensen Laufzeit durchaus zu unterhalten wissen. Zwar versucht Regisseur Marc Frotto ("Last Rites of the Dead", 2006) gerade in der ersten Hälfte sehr stark einen Mafiafilm zu fabrizieren, kann dabei aber allein schon von den Dialogen her nicht das nötige Level erreichen. Im weiteren Verlauf des Filmes werden zudem verschiedene Handlungsstränge eingeführt, welche schlussendlich zu einem Höhepunkt zusammenfließen und in einer für Low Budget-Filmen typischen Blutorgie enden, wobei man schon deutlich härteres gesehen hat und man erkennt schnell, dass einiges Budget bedingt nur angedeutet werden konnte. Die Story des Streifens besteht wie schon erwähnt aus verschiedenen Subplots und handelt von Jimm Fang und seinen Kumpanen, welche Mafiagangster und Vampire zugleich sind.
Als sie bei einem krummen Deal über den Tisch gezogen werden, heuern sie den "Reaper" an, einen tausend Jahre alten Killer, der sich auf die Jagd nach den abtrünnigen Vampiren machen soll. Diese beiden Vampire, nennen wir sie mal das "Killer-Pärchen", versuchen mit knapp 100.000 Dollar, die sie Fang gestohlen haben zu fliehen, nehmen dabei ein junges Mädel als Geisel, töten dessen Freund und klauen sein Auto. Das Mädchen ist für den kleinen Hunger zwischendurch, aber zwischen ihr und der "Killer-Braut" entwickelt sich eine Art der Freundschaft und die Geisel bringt der Vampirin den Glauben an Gott zurück. Beide flüchten und lassen ihren Untoten Freund alleine zurück. Zeitgleich plant Fang, durch eine Droge Vampir-Sklaven zu erschaffen. Die Mixtur aus Marijuana und seinem Blut macht aus den Menschen blutgierige Monster. Noch wesentlich gefährlicher aber ist eine mysteriöse Lederbraut mit übermenschlichen Kräften, die alle Vampire umbringen möchte...


Hier verbinden sich also drei Geschichten miteinander, welche im ständigen Wechsel weitergeführt werden, bevor sie am Ende zu einem Strang verschmelzen. Auch wenn dabei die Dialoge recht bedeutungsschwanger sind, wird es dem Zuschauer in der Welt von "Vampire Sundown" nie langweilig. Regisseur Marc Froto gelingt der schwere Spagat zwischen dialoglastigen Gangster-Film, Road-Movie und Splatterstreifen, stößt produktionsbedingt aber nicht selten an seine Grenzen. Man merkt, dass viele Ideen nicht so exzessiv umgesetzt werden konnten, wie man es gerne hätte, so z.B. auch die Pflock-Szene mit dem Reaper, welche sehr deutlich an Deodatos Interner Link"Cannibal Holocaust" erinnert, ohne dabei dessen Härte und vor allem Klasse zu erreichen. Insgesamt scheint der Film sich aber selbst nicht sonderlich ernst zu nehmen und versucht die "trockene" Geschichte um Rache, Drogen, Geld und Vampire mit etwas Humor aufzulockern, was immer wieder auf die Erscheinung des "Reapers" zurückzuführen ist, welcher als Über-Vampir gilt und seinem Gegenüber Angst und Schrecken einflößt - mal abgesehen davon, dass er unter seiner schwarzen Kutte Ringelsocken trägt und von seiner Frau ganz schön Zunder bekommt, als er vergisst einen Löffel abzuspülen. Der Reaper und seine Frau stellen im Übrigen die moderne Variante von Vlad den Pfähler und Lady Elizabeth Bathory dar.

Es geht aber nicht immer lustig zu, denn viele Szenen sind recht hart und blutig ausgefallen und hatten es sichtlich schwer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle, welche den Film um rund 25 Minuten entschärften (siehe Schnittbericht).
Wer also keine Scheu hat, sich zumindest in der ungekürzten Fassung ein Marathon hinzugeben, sollte "Vampire Sundown" einfach mal ausleihen und sich selbst ein Bild machen. Viele werden mit Sicherheit nach ein paar Minuten das Bedürfnis haben abzuschalten, wenn man aber mutig genug ist und die Fernbedienung beiseite legt, wird man eventuell schnell Interesse an der Geschichte finden. Denn, auch wenn hier kein einziger Charakter wirklich als Sympathieträger gesehen werden kann, möchte man als Zuschauer wissen, wie es weiter geht und dann macht auch die lange Spielzeit nichts mehr viel aus. Im Übrigen ist es eine gute Idee, dass die Vampire in "Vampire Sundown" keine Angst vor Sonnenlicht haben, Kreuze ihnen nichts ausmachen und sie nur durch Weihwasser oder durch das Herausreißen des Herzes sterben können.


Nun handelt es sich bei "Vampire Sundown" um ein Low Budget-Filmchen, was sich leider sehr deutlich im Bereich Bildqualität niederschlägt. Das Vollbild weist zwar meist eine ausgewogene Farbgebung auf, jedoch war es das dann auch schon, zumindest wenn es um den positiven Aspekt des Bildes geht. Der Kontrast wirkt in Außenaufnahmen meist sehr steil und überstrahlt in hellen Flächen. Aufnahmen in Räumen zeigen ebenfalls typische Amateurfilm-Schwächen auf und erscheinen aufgrund nicht optimaler Ausleuchtung der Räume sehr unausgewogen. Zwar wird hier viel mit Lichteffekten und Farbverfremdungen gearbeitet, die sich dann auch sehen lassen können, doch sehr oft wirkt das Bild einfach nur verrauscht und nötige Details werden unter dem teilweise harten Schwarzlevel einfach verschluckt. Weiterhin fehlt es dem Bild deutlich an Detailschärfe und wirkt somit überwiegend recht unscharf. Dies liegt unter anderem an den teilweise extremen Rauschmustern und Blockrauschen, sowie den Bewegungsunschärfen in Kameraschwenks. Auch die Kompressionen zeigen stellenweise deutliche Artefakte- und Klötzchenbildung. Lediglich die Kantenschärfen scheint aufgrund von leichter Nachschärfung etwas Plastizität ins Geschehen zu bringen, kränkelt aber sehr oft an Doppelkonturen und Überstrahlungen. Für einen Film wie "Vampire Sundown" mag dies ja vielleicht alles noch annehmbar sein, doch stören neben der deutlichen Unschärfe, vor allem das starke Blockrauschen und die mangelhaften Kompressionen. Hier erschließen sich uns die Vorteile von digitalem Filmdreh nicht, sondern tragen dazu bei, dass die bekannten Schwächen einer Independent-Produktion um ein Vielfaches verstärkt zur Geltung kommen.

Kommen wir aber nun zur deutschen Synchronisation, welche überraschend gut ausgefallen ist, obgleich wir uns an einige der Sprecher erst gewöhnen müssen. Die Abmischung ist trotz des Dolby Digital 5.1-Upmixes meist frontlastiger Natur und die Rears werden hier lediglich für dem Score oder ganz dezente Umgebungsgeräusche genutzt. Dabei klingt das Ganze recht kraftlos und lässt die nötige Dynamik vermissen. Die Dialoge sind gut zu verstehen, wirken produktionsbedingt aber nur selten wirklich stimmig, vor allem wenn man den englischen Track als Vergleich heranzieht. Hierbei fällt auf, dass es der deutschen Spur an Kraft und Weiträumigkeit fehlt. Die Dialoge kommen aus dem Center, bieten eine guten Verständlichkeit, klingen insgesamt aber sehr dumpf. Die englischen Stimmen klingen hingegen nicht nur deutlich natürlicher, sondern auch wesentlich lauter und offenbaren alle nötigen Umgebungsgeräusche in der Front, welche in der deutschen Fassung bis aufs Maximum runter geschraubt wurden. Dafür übersteuern die Dialoge in der englischen Stereo-Fassung sehr oft und wirken recht kratzig und mitunter sehr spitz. Hinzu kommt, dass beide Tonspuren einen gänzlich unterschiedlichen Score spendiert bekommen haben. Es bleibt also Geschmacksache, welche Tonspur schlussendlich als besser befunden wird. Wir tendieren mehr zur Englischen, welche in puncto Klang und Geräuschkulisse einfach die Nase vorne hat, insgesamt aber in den Dialogen zu stark verzerrt. Optional lassen sich für die englische Version noch deutsche Untertitel hinzuschalten.

Als Bonus spendiert man uns einem recht interessanten, sowie spaßigen Audiokommentar, bei dem scheinbar das halbe Filmteam mitgewirkt hat. Gut gelaunt lassen sie zu Beginn des Kommentars die Sektkorken knallen und haben neben hörbar guter Laune noch die einen oder anderen Anekdoten vom Dreh in petto und mit Infos zu den Dreharbeiten wird ebenfalls nicht gegeizt. Weiterhin finden wir vier deleted Scenes mit einer ingesamten Laufzeit von knapp 8 Minuten, sowie rund 4 Minuten an Outtakes unter dem Bonusmaterial. Zudem befindet sich dort noch eine Bildergalerie, der Orignaltrailer zum Film, sowie ein weiterer Trailer aus dem Adrena-Film-Programm, sowie ein knapp 9minütiger Video Clip, der in dieser Form mit Sicherheit niemals irgendwo ausgestrahlt werden wird. Nun ist das nicht sonderlich viel an Zusatzmaterial geworden und ein richtiger Einblick hinter die Kulissen hätte den Extras bestimmt nicht geschadet. Dafür macht der Kommentar einiges wieder gut. Das DVD-Menü ist schlicht gehalten, wird aber von einer hübschen Vampirin verziert.


Die DVD ist völlig unzensiert und rund 25 Minuten länger als die deutsche Erstauflage, welche von Starmedia erschienen ist. Wer keine Scheu hat, sich einem Low Budget-Vampirfilm hinzugeben, darf sich diese "Uncut-Splatter-Edition" getrost ins Regal stellen, sollte aber dann auch über die deutlichen Schwächen in der Bildqualität hinwegsehen.


Film++++--
Bild++----
Ton+++---
Bonus++----


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Vampire Sundown
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