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FR, USA 1998
Originaltitel:Urban Legends
Alternativtitel:Düstere Legenden - Urban Legend
aka. Deyenda Legenda
aka. Legenda Urbana
Länge:95:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jamie Blanks
Buch:Silvio Horta
Kamera:James Chressanthis
Musik:Christopher Young
SFX:Digiscope, Gajdecki Visual Effects
Darsteller:Alicia Witt, Jared Leto, Rebecca Gayheart, Michael Rosenbaum, Loretta Devine, Joshua Jackson, Tara Reid, John Neville, Julian Richings, Robert Englund, Danielle Harris, Natasha Gregson Wagner, Gord Martineau, Kay Hawtrey, Angela Vint, J.C. Kenny, Brad Dourif
Vertrieb:Columbia TriStar
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Isländisch, Hindi, Hebräisch, Türkisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Griechisch, Norwegisch, Holländisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Audiokommentar
  • Kinotrailer (2:20 Min.)
  • Filmdokumentation (6:20 Min.)
  • Filmografien:
    • Alicia Witt (1 Seite)
    • Rebecca Gayheart (1 Seite)
    • Jared Leto (1 Seite)
    • Joshua Jackson (1 Seite)
    • Loretta Devine (2 Seiten)
    • Danielle Harris (1 Seite)
    • Robert Englund (2 Seiten)
    • John Neville (1 Seite)
    • Tara Reid (1 Seite)
Pendelton College, New England. Der Jahrestag des brutalen Serienkiller-Massakers in der Stanley Hall der Traditions-Uni soll mit einer makaberen Party gefeiert werden. Doch die düstere Legende, die vor 25 Jahren mit der Klinge eines irren Mörders geschaffen wurde, steckt ihre Kralle in die Gegenwart. Ein Psychopath geht um und mordet scheinbar wahllos. Schulleitung und Studenten sind hilflos und entsetzt. Doch Natalie und ihre Freunde Parker, Brenda, Sasha, Damon und Paul wollen nicht wie die Kaninchen vor der Schlange erstarren. Viel können sie gegen das Morden nicht ausrichten. Und sie können sich gegenseitig nicht trauen ...
Interner Link"Scream" abgedreht, "Scream 2" ebenfalls und Interner Link"Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" surfte munter im Fahrwasser, das noch Platz für eine ganze Riege misslungener Teenieslasher bieten sollte. "Düstere Legenden" ist fast schon ein Paradebeispiel dieser Machwerke, geht hier doch alles in die Hosen, bis die Buxen durchgeweicht und braungelb gefärbt sind. Dabei ist die Idee, den gesichtslosen Killer munter nach neuzeitlichen Legenden schnetzeln zu lassen, gar nicht mal übel und geradezu innovativ, wenn man sich an Genrekollegen orientieren will, die durchgehend von persönlichen Motiven - keine Bange, wird hier auch mit eingekoppelt - zum Racheakt getrieben werden.


Warum funktioniert es also nicht? Weil alle Klischees der Szene hervorgeholt werden, die Schauspieler unterdurchschnittlich spielen und der Plot nicht mehr als ein paar ungewöhnliche Kills zu bieten hat. Dabei ist das Intro, teilweise aus dem Trailer bekannt, noch das Beste am Film: Zuckendes Gewitter, Sintflut auf der Straße, ein Mädel, der das Benzin ausgeht und der Hässling eines Tankwarts (klasse wie immer: Brad Dourif), den man einfach für einen Psychopath halten muss. Aber nur wer auf die Rückbank schaut, wird seine Vitalität erhalten.


Wie sollte es anders sein, spielt auch "Düstere Legenden" an einer Schule, wo genug Opferfutter die Pausenhallen säumen. Dreh- und Angelpunkt ist Natalie Simon (Alicia Witt, die zur Scream-Queen wie Roseanne zum Model taugt), mit schicksalhafter Vergangenheit angereichert und heißem Draht zu Schulskandalreporter Jared Leto (mit Lammblick), dem schon bald, angesichts der Schülerdezimierung, die Fingernägel brennen. Heißa, was ist die Bild gegen mich? Was gibt es noch alles? Rebecca Gayheart darf nach "Scream 2" mehr Screen-Time genießen, Joshua Jackson seine Haare blond färben, Tara Reid für Sarah Michelle Gellar einspringen und Freddy Krueger-Star Robert Englund als Lehrer die Legenden predigen. Dazu gibt es Loretta Devine als schwarze Parodie einer Foxy Brown, die das Geschehen nicht so ernst nimmt und daher auch den Fortsetzungsbonus einheimst. Muss der Hausmeister erwähnt werden? Nein, das lassen wir.


Die Schulleitung stellt auf stur, der Killer schwingt die Axt und alles bleibt wie es ist. Fast jeder Mord, und ist er nach der düstersten Legende durchgeführt, kann, zumindest der Genrekenner, in seiner Abfolge vorher sagen, ohne dafür Nostradamus um Hilfe bitten zu müssen. Wenn ein junges Paar mit dem Auto in den Wald fährt, muss zwangsläufig eine(r) sterben. Wenn ein Mädel allein auf weiter Flur einen Radiosender betreibt, bieten sich die dunklen Gänge doch nahezu an. Wenn ein leicht eigenartig eingestelltes Mädel im hauseigenen Intranet Lover zum Flachpimpern sucht, ist sie als Opfer nahezu aufdringlich. Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden ...

Leichen verschwinden, keinen interessiert es, nur das ungleiche Pärchen ahnt, welch' Grauen hier durch die Schule geistert und dem Bildungsnotstand seine eigene Note aufdrückt. So entwickelt sich hier nichts, kein Geheimnis wird gelüftet und überhaupt kommt man sich als Zuschauer zu Recht verarscht vor, da die in Frage kommenden Personen der Reihe nach in die ewigen Jagdgründe gehakt werden. Dass die Identität des Killers dann schon nicht mehr logisch ist, weil er von Kraft und Statue her nie zu den Morden in der Lage gewesen wäre, ist nur das Sahnehäubchen bei dieser Aneinanderreihung von Ärgernissen.


Dazu gesellen sich nämlich reihenweise Inszenierungsdefizite von Seiten Jamie Blanks, der später noch ein ähnliches Gerät namens "Valentine" verbrechen sollte. Goofs sind im gesamten Film verteilt, was nicht so schlimm wäre, wenn es nur Nebensächlichkeiten (davon gibt es viele ...) wären. Wenn aber Opfer von Geländern geschupst werden und dann auf einem Vorsprung landen, der in der vorherigen Szene noch nicht vorhanden war, oder tiefe Schnittwunden eines Skalpells sich in blauen Dunst auflösen und sich in Arbeit befindliche Äxte keinen Tropfen Blut aufnehmen, darf ernsthaft darüber spekuliert werden, ob Blanks nicht lieber umschulen sollte.


Das Szenario endet in einem, immerhin, ausführlichen Finale, das fast ein Drittel des Films einnimmt und dabei ein paar abwechslungsreiche und blutige Momente zu bieten hat. Leider muss es hier dann auch wieder kräftig blitzen und donnern, was deutlich macht, dass ohne dieses, fast schon obligatorische Slasher-Wetter hier kein atmosphärischer Blumentopf zu gewinnen ist. Der Killer wird enttarnt, ein dramaturgisch wenig überzeugender Zusammenhang mit Aha-Effekt wird zum Intro hergeleitet, der Killer ist wieder renitenter als erwartet und ein doppelt herausgezögertes Ende vollenden den Murks, der an der Kinokasse aber so erfolgreich lief, dass eine bessere Fortsetzung ebenfalls seinen Weg ins Kino fand.


"Düstere Legenden", auf DVD bereits Mitte 1999 veröffentlicht, gehört dank Kinoauswertung und Major-Unterstützung technisch zum oberen Mittelfeld im Horror-Sektor. Das sieht man auch weitestgehend, wobei nach heutigen Standards sicherlich noch ein wenig mehr drin wäre. Zuerst aber mal zu den guten Punkten, die natürlich überwiegen: Defekte sind kein Thema, auch wenn eine handvoll vorkommen. Der farbliche Abgleich ist Genre-gemäß und geht einher mit einem unproblematischen Kontrast. Der zeigt sich lediglich in einigen Szenen etwas zu sachte. Möglicherweise liegt das auch am Hauptproblem (falls man das so bezeichnen kann!): der sehr niedrig angesetzten Kompression. Die scheint die feinen Details zu verschlingen, was in jenem Bereich nur zu einem guten Eindruck reicht. Die hohen Werte an Plastizität erreicht "Düstere Legenden" nämlich nicht, sieht aber trotzdem noch sehr frisch aus. Auch das feine Rauschen arbeitet ein wenig der Natürlichkeit entgegen. Für den August 2008 hat sich ja bereits eine Blu-ray angekündigt, die sicherlich noch ein feineres Bild ohne jegliche Kritikpunkte mit sich bringt.


Beim Ton hätte man sich allerdings etwas mehr einfallen lassen können. Auch entstammt meine Einschätzung dem Wissen, dass bereits mehr in diesem Bereich geleistet wurde, auch wenn das, was man hier in beiden Sprachen und mittels Dolby Digital 5.1 vorträgt, hohen Ansprüchen genügen wird. Natürlich kommt "Düstere Legenden" besonders zum Ende hin in Fahrt, wenn Blitz und Donner eine etwas stetigere Auslastung der hinteren Lautsprecher erreichen. In den zwei Dritteln zuvor wird das hauptsächlich mit musikalischen Mitteln erreicht. Die herausstechenden Effekte, die weitläufig alle Boxen beanspruchen oder aus diesen hervorpreschen, haben anfangs noch Seltenheitswert. Hier wird mit sachter Geräuschkulisse und der Dynamik des Scores ausgeglichen. Während die deutsche Version eine gute Standardsynchro bekommen hat, lässt sich im Original etwas mehr aus dem Film herausholen, weil die Darsteller mit mehr Energie an ihre Aufgabe herangehen. Das hat aber keine Auswirkung auf die Verständlichkeit in den beiden Sprachen, die hervorragend ist.


Das Menu der DVD ist noch etwas schlicht aufgebaut, aber zumindest funktional. Beim Audiokommentar sind zugegen der Regisseur Jamie Blanks, der Drehbuchautor Silvio Horta und Darsteller Michael Rosenbaum, die etwas zuviel labern und auf Zwang versuchen, witzig zu sein, darüber hinaus aber vergessen, dass sie eigentlich auch mal was Interessantes sagen sollten. Das bleibt meist dem Regisseur vorbehalten. Auch die Filmdokumentation ist mehr heiße Luft als Blick in die Dreharbeiten. Eigentlich ist fast nur eine Aneinanderreihung von Filmszenen, die von kurzen Set-Berichten und Interviews durchbrochen werden. Insgesamt sehr enttäuschendes, weil oberflächliches Bonusmaterial, das von den wenig aussagekräftigen Filmografien und dem Trailer kaum aufgewertet wird. Zumindest an deutsche Untertitel in jeder Kategorie hat man gedacht.

"Düstere Legenden" ist wohl DAS Paradebeispiel für den misslungenen Teenie-Slasher. Die Schauspieler haben keinen Bock ihre Klischeeparts herunterzuspulen, die Geschichte findet nicht statt, die Inszenierung ist eine von Fehlern geprägte Katastrophe und die Morde sind durchweg vorhersehbar. Jamie Blanks kramt alle Fehler des Genres heraus, verwurstet sie, kann dabei jedoch immerhin mit viel Kunstblut und ordentlicher Kameraarbeit überzeugen. Das war's dann aber auch ...


Film++----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+/----


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Düstere Legenden
Düstere Legenden
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