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USA 1972
Originaltitel:Corpse Grinders, The
Alternativtitel:Totenmühle, Die
Länge:70:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Ted V. Mikels
Buch:Joseph Cranston, Arch Hall Sr., Ted V. Mikels
Kamera:Bill Anneman
SFX:Gary R. Heacock
Darsteller:Sean Kenney, Monika Kelly, Sanford Mitchell, J. Byron Foster, Warren Ball, Ann Noble, Vincent Barbi, Earl Burnam, Zena Foster, Ray Dannis, Stephen Lester, Curt Matson
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Specials:
  • Audiokommentar von Ted V. Mikels
  • Kinotrailer (2:10 Min.)
  • Vollbildfassung dt./engl. (70:13 Min.)
  • Bildergalerie (11:34 Min.)
  • Musikvideo "Bentmen"
  • Weitere Trailer:
    • Die Blutorgie der Satanstöchter (2:23 Min.)
    • Das Kommando der Frauen (3:09 Min.)
    • Treffpunkt Los Angeles (2:26 Min.)
Schnurrende Kätzchen verwandeln sich in reißende Raubtiere, die sich blutrünstig auf ihre Besitzer stürzen. Das Geheimnis dieser schrecklichen Veränderung liegt in ihrer Nahrung, die aus einer mysteriösen Konservenfabrik geliefert wird. Hier verarbeiten die beiden teuflischen Gestalten Landau und Maltby Menschenleichen zu Katzenfutter, das die friedlichen Haustiere zu grausamen Menschenfressern macht. Jeder, der ihrem Geheimnis zu nahe kommt, wird durch den Fleischwolf gedreht und endet ebenfalls als Katzenfutter. Als sich Dr. Glass und seine Assistentin Zutritt in die teuflische Fabrik verschaffen und den riesigen Leichen zerhackenden Fleischwolf entdecken, läuft das Förderband des Todes erneut ... diesmal für zwei Lebende ...
- "The Corpse Grinders - The most blood chilling motion picture you've ever seen." (Werbezeile)

Zwischendurch braucht der Mensch was zum Lachen und da hab ich passenderweise in der nahegelegenen Videothek diesen Kracher von Ted V. Mikels ausgegraben, einem der "talentiertesten" Regisseure, die das Kino der 70er hervor gebracht hat. Die Jungs hatten da die halbe Kollektion ins Regal gestellt, aber da mir von dieser Erstansicht immer noch der Kiefer wehtut, wollen wir es bei dem hier erst mal belassen.



Mikels kurbelte in der golden era des Kinos ein paar Schnellschüsse runter, die die Welt noch nicht gesehen hatte und "Die Leichenmühle" hat bestimmt einen Platz auf dem Treppchen verdient, zumindest in der Kategorie für ein Budget unter 100 Dollar.

Ich fasse mal schnell (oder auch nicht) zusammen:
Los geht alles mit einem tätlichen Angriff. Da hockt ein Pärchen vor dem Fernseher und hat mal keinen Sex, während draußen vor der Tür die Muschi brummt und schnurrt. Als die Medienleichen sich dann mal erweichen, geht ihnen das Viech auch prompt an die Gurgel - so fangen nur schöne Filme an.
Schnitt zu einem grusligen Friedhof, auf dem der Stiefbruder von Raimund Harmsdorff ein paar Frischverscharrte aushebt, um sich daraufhin nur ums Gewicht der Fleischeinwaage mitsamt Knochen Gedanken zu machen. Derweil läuft seine Alte, die garantiert nicht alle auf der Pfanne hat und ihrer Kinderpuppe mehr auf den Teller tut als ihrem hungrigen Männe, durchs Geäst und spricht mit der Stimme von Trickfilmzeit-mit-Adelheid, wenn das jemandem noch was sagt. Da der Mullemann aber deutlich stets nach Fleisch verlangt, füttert sie ihn zwischendurch ständig mit Bifi oder etwas Ähnlichem, was auch Hunden gut schmecken würde. Über die Dialoge zwischen den beiden will ich gar nichts sagen, sie sind aber die humoristische Krönung vons Ganze.

Was darob sonst noch vorgeht, erfahren wir schon bald, denn ein paar Katzenfutterproduzenten ergänzen ihr Sheba hier mit einer flotten Menscheneinlage, weswegen sie auch reißenden Absatz zu befürchten haben. Reißend wird gleichzeitig auch ihre direkte Klientel, aber davon später. Die beiden haben in einem spelunkenartigen Lagerhaus einen Zerkleinerer stehen und da wandern die der Erde Entnommenen samt Leichentuch und Klamotten hinein, die Pussy wird's schon fressen und Würmer kann man ja behandeln. Weil der Firmenchef aber ein fieser Bösling ist, der seinen Lieferanten ungern bezahlt, wandert auch schon mal ein unbequemer Angestellter zwischen die Messer. Gleichzeitig ist er jedoch auch sehr patent, denn eine vertrauensvolle Angestellte ist taubstumm und muss per Gebärdensprache angewiesen werden, die er sehr gut beherrscht. Dieses Büromäuschen ist der Oberhammer, denn ihre Frisur sieht steckdosenerprobt aus und außerdem fehlt ihr das eine Bein, damit wäre jede Behindertenquote abgedeckt.



Da die nächste Norwegisch-Kurzhaar jedoch ihrer asozialen Besitzer das Kehlchen aufreißt, damit endlich Ruhe im Puff ist (für diese Heldentat wird sie jedoch von einem Almöhi-Zausel in bester "Is-cool-Man"-Manier an die Wand geklatscht), werden bald Held und Heldin, in diesem Fall Arzt und Schwester auf die Produktion aufmerksam und wollen den Fremdanteil nachweisen, was gar nicht so einfach ist, weil die Bösen gar schlau sind. Dass allerdings der Genuss von Menschenfleisch in kleinen Dosen (bzw. aus kleinen Dosen) alles Domestizierte auf dem Heimtiermarkt zu potentiellen Amokläufern am Herrchen werden lässt, ist ein Schluss, der auch Herrn Sielmann sehr gefallen hätte.

Den Rest dieses echt krassen 90-Minüters kann man sich getrost sparen, denn es erwartet einen die übliche Mischung aus begriffsstutziger Amateur-Detektivarbeit, kleineren Reibereien unter den Fieslingen und vielen bunten Aufnahmen von Gehackten, das aus der Pürieröffnung sickert. Zwischendurch wird noch etwas gemeuchelt, bis die Schöne in Gefahr ist und ein sich hin und wieder mal blicken lassender Unbekannter sich als echter Detektiv ausgibt und den Tag rettet.

Am talentiertesten sind hier wie immer die agierenden Katzen, sonst lässt sich über diesen Schwachsinn im Mini-Format kaum etwas Tröstliches sagen, außer, dass er wohl für lau zusammenproduziert wurde. Natürlich gibt es viel, viel Schlimmeres, aber irgendwelche Fähigkeiten im Großen und Ganzen suche ich hier erst gar nicht. Die DVD enthält auch noch einen Audiokommentar, auf dem sich Mikels gemütlich über seinen eigenen Schinken lustig macht, den er wohl an zwei windigen Wochen irgendwo im Valley runtergekurbelt hat. Für die lustigen Stunden nach dem Sex, wenn es uns vor gar nichts mehr graut.



Gegenüber Nummer 5 der "Trash Collection" hat sich die Bildqualität sichtbar verschlechtert. Die rauschige Bild ruft Unruhen bei der Kompression hervor, viel deutlicher als das sind dann aber die Alterserscheinungen. Unzählige Kratzer und kleinere Fehler durchziehen das Bild stets, als ob man den billigen Ursprung des Bildes nicht bereits anhand der zu dunklen und schwachen Kolorierung erkennen würde. Die Nachtszenen sind nur bis zu einem gewissen Grad gut erkennbar. Speziell bedeutet das, dass die Akteure fast immer deutlich aus dem Hintergrund hervorstechen, hinter ihnen aber sofort das schwarze Nichts beginnt (siehe Friedhofszenen). Es schadet dem Film glücklicherweise aber weniger als vermutet, denn so hält er sich seinen leicht schmierigen, finstren Charme aufrecht. Auch die unter Durchschnitt angesiedelte Schärfe ist nicht verwunderlich, letztlich aber ausreichend, um die Gesamtwertung hier noch auf 3 Punkte zu hieven. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Label hier mal durch Restaurationsarbeiten verbessern möchte, ist eh gering, möglich wäre dabei aber sicherlich vieles.

Die Gespräche sind stets dermaßen dumpf und unkenntlich, dass sie hart an der Grenze zur Unverständlichkeit vorbeischrammen. Leicht übersteuert der Monoton auch und ein ziemlich unreines Grundrauschen ist ebenfalls zu hören, all das ist mir aber immer noch lieber als eine Neusynchro, die durchaus bei der schlechten Ausgangsqualität zur Diskussion gestanden haben könnte. Die englische Spur ist klarer, daher auch kerniger und lässt erstmals die Hintergrundmusik hervorstechen. Trotz angenehmen Klangverhalten kommt hierfür aber auch ein Zischen hinzu und ein penetrant fiependes, gläsernes Störgeräusch zieht sich wie eine startende Flugzeugturbine durch den gesamten Film, was für Kopfschmerzen sorgen könnte. Selbst Nostalgikern mag die Qualität trotz wohligem Knistern zu wenig sein und der O-Ton ist wegen obigem Problem kaum nutzbar.



Zwar ist die Tonqualität bereits im Menu nicht die Beste, doch hat man mit den kleineren Animationen versucht, das Flair des Filmes einzufangen. Der reißerische Trailer im O-Ton gehört natürlich wieder zur Kategorie "Muss man gesehen haben!!!". Für die grünlich ausgeblichene Vollbild-Fassung mag das weniger zutreffen. Wer Lust hat, bekommt hier das etwas offenere Originalformat geboten, welches mir persönlich auch lieber gewesen wäre. Ansonsten unterscheidet sich hier aber nicht wirklich etwas vom Hauptfilm, selbst der englische Ton befindet sich mit drauf. Unter der Bildergalerie befinden sich lohnenswerte Aufnahmen vom Dreh, auch Stills, Cover, Aushangmaterial und andere Werbemotive. Insgesamt wird hier ein schöner Querschnitt über den Film geboten, geschmückt mit dem psychedelischen Soundtrack des Filmes. Das seltsame Musikvideo eifert dem nach, sowohl Klang als auch Formen sind hier sicherlich gewöhnungsbedürftig und deswegen sehr interessant. Die Verbindung zum Film liegt wohl an dessen Funktion als Inspirationsquelle für das Video, wofür Ted V. Mikels auch gedankt wird. Dessen große Stunde schlägt im leider nicht untertitelten Audiokommentar, in dem er sein Werk manchmal etwas zurückhaltend, meist aber sehr selbstironisch und gelassen betrachtet. Um mich hier wirklich für 70 Minuten zu fesseln, müssten die Einsätze von Ted etwas öfter kommen, so ist es aber schön zu hören, dass der Regisseur sich nicht von seinem Werk zu distanzieren versucht, sondern nachwievor zur trashigen Ausführung steht. Die Trailergalerie steht diesmal ganz im Zeichen des weiblichen Geschlechts, denn hier präsentiert man drei weitere Mikels-Produktionen, die allesamt die (gefährlichen) Reize der Frau thematisieren. Auch dieser Titel ist wie die gesamte Trash Collection nicht geprüft wurden, sehr wahrscheinlich würde er aber eine 16er Freigabe abstauben können.


Bild+++---
Ton+-----
Bonus++----


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