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CN, HK 2004
Originaltitel:Gaau ji
Alternativtitel:Gauzi
Länge:87:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Fruit Chan
Buch:Lilian Lee
Kamera:Christopher Doyle
Musik:Kwong Wing Chan
Darsteller:Tony Leung Ka Fai, Miriam Yeung, Bai Ling, Pauline Lau, Meme, Wong So-Fun, Wu Wai-Man, Miki Yeung, Ho Chak-Man, Wong Sum-Yeung, Yau Kio Yiu ,Fung Yuen Keung, Peter Wong, Yau Kai Piu, Ho Fung-Chuk, Chan Wai-LIng, Pang Hoi-Kwan, Yeung Suk-Hing, Mary Yeung, Mary Poon, Ivy Lau, Peggy Lok, Grace Choi
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • 8seitiges Booklet
Film-DVD
  • Trailer (2:05 Min.)
  • Trailershow:
    • Evil (2:14 Min.)
    • Mahaut (2:16 Min.)
    • Angulimala (2:45 Min.)
    • The Machinist (0:55 Min.)
    • Wishing Stairs (1:59 Min.)
    • A Tale of Two Sisters (1:59 Min.)
    • Koma (1:53 Min.)
    • R-Point (1:48 Min.)
    • The Unborn (1:48 Min.)
Bonus-DVD
  • Kurzfilmfassung (36:33 Min.)
  • Interview mit Bai Ling (15:02 Min.)
  • Interview mit Bai Ling auf der Berlinale (10:03 Min.)
  • Making Of (14:27 Min.)
  • Bildergalerien:
    • Bai Ling (25 Bilder)
    • Dumplings (20 Bilder)
  • Bio- und Filmografien:
    • Bai Ling
    • Miriam Yeung
    • Fruit Chan
Die alternde Schauspielerin Lee Qing (Miriam Yeung) sucht die außerhalb lebende Mei (Bai Ling) auf, deren Dumplings einen wundervollen Effekt haben sollen. Als sie hinter das Geheimnis kommt, ist sie zwar äußerst verstört und abgeschreckt, der Erfolg des unheilvollen Essens treibt sie aber wieder zurück und letztlich noch viel weiter ...
 


"Bizarr - Schockierend - Erotisch" (Werbetext)

Ein zwar edel fotografiertes, aber dafür nicht unbedingt leckeres Menü, das Fruit Chan mit der Spielfilmerweiterung seiner Episode der Horror-Anthologie "Three ... Extremes" da geschaffen hat; je nach Gusto kann einem das Gericht auch schmecken. Oder nicht. Das Ergebnis ist eine detaillierte Mischung aus Horrorfilm der Marke "Untold Story" und gesellschaftlichem Drama, quasi also die Arthouse-Variante des Ersteren. Durch einen gewissen märchenhaften Ansatz abseits von einigen wirklich schockierenden Szenen wird aber ein Teil der Wirkung verschenkt, die Anklage an die Strukturen und Trends von Schönheitswahn und dem Traum von ewiger Jugend kommt zumeist in eher lyrischer Weise herüber und bricht dann in kurzen Szenen nur hervor, um sich schnell wieder in Surrealismus aufzulösen. Der Fantasy-Aspekt verwischt eine konkrete Herangehensweise; Mei erscheint wie eine Hexe, ihr Heim als abgeschottetes Reich, das in der Vergangenheit festsitzt und von außen nicht wirklich zugänglich erscheint. Sowieso ist Mei und ihre Wohnung in einer Atmosphäre skizziert, die sie von der profanen Welt abgrenzen. So auch von Zoll und Polizei fast unbehelligt importiert die frühere Ärztin abgetriebene Föten über die Grenze, um sie nach schmackhafter Zubereitung ihren schwerzahlenden dekadenten Kunden zu präsentieren. Sie selber ist die beste Werbung, geht sie doch stramm auf die 65 zu, sieht aber aus wie eine Endzwanzigerin und verhält sich auch so.
Qing will das auch erreichen, der langsame Erfolg der Schönheitskur reicht ihr nicht aus, ihr Ehemann Sije (Tony Leung Kar fai) treibt sich immer noch mit deutlich Jüngeren durch die Betten. Sie drängt auf "Mehr" und "schneller"; das Allheilmittel ist zwar äußerst selten, aber wird auch zufällig gerade angeboten: Ein 15jähriges Schulmädchen wurde von ihrem Vater vergewaltigt, Mei nimmt die Abtreibung vor und behält den 5 Monate alten Fötus für sich und ihre Kundin. Prompt ist Sije auch wieder auf sie spitz, ihre Freundinnen beneiden sie, doch die ersten Nebenwirkungen treten auch auf.



Der Film ist zumeist auf eine ästhetische Art unbehaglich, verstörende Szenen sind knapp an der Zahl und werden auch dann nur angedeutet, dafür arbeitet die Phantasie des Zuschauers umso mehr. Besonders bei den Essgeräuschen Kauen und Schmatzen und dem in einer Reihenfolge präsentierten mehrmaligen Verschlingens der langsam auf den Geschmack kommenden Qing kann einem schon einmal leicht unwohl werden. Am schauerlichsten ist aber nicht das Treiben der Mei, sondern die Praxis von Sije, dessen Frühstückseier schon weitab von roh sind und aus dem dann schon mal ein blutverschmiertes Küken herausschlüpft, was in seiner vorstellbaren Alltäglichkeit viel beängstigender als das Embryo ist.
Ansonsten wird aber ein durchweg ruhiger Ton anschlagen, der Film entwickelt seine eigene Form der Spannung aus langsamen Szenenaufbau und dem Interesse für den Fortgang. Dabei ist das Ende weder genau erklärend noch auf diese Art befriedigend, der Kreis schließt sich nur. Das moralische Handeln der Protagonisten wird dabei nicht kommentiert; dass die ethischen Grenzen zugunsten von sozialdarwinistischem Denken komplett fallen, wird mit unbeteiligtem Blick registriert. Dabei bleiben einem auch die Darsteller kalt und fern, zudem die Interaktionen zwischen den drei Hauptpersonen trotz scheinbarer und auch mal sehr intensiver Nähe ebenso abgetrennt erscheint.

 


Als ein sehr makaberes und trotzdem ungeheuer stilvolles Horrormärchen kann der Film ebenso überzeugen wie als eine neue Variante des Kannibalenfilmes. Die gekünstelte Erscheinung ist aber trotz einiger realistisch - grimmiger Sequenzen (Abtreibung) zu stark, um abseits der 90 Minuten neue Denkweisen zu erschließen oder gar zum Nachdenken anzuregen; die Verlängerung der ursprünglichen 45 Minuten dient auch allein der intensiveren Zeichnung der Umstände. Sicherlich inhaltlich nicht jedermanns Geschmack und da auch am meisten angreifbar.

 


"2-DVD Special Edition"

Der anamorphe Transfer der Special Edition aus dem Hause e-m-s überzeugt neben einem guten Kontrast, sowie einem sauberen Schwarzwert, mit einer stets satten, dennoch natürlichen Farbgebung. Die in vielen Rezessionen bemängelte Dominanz der Farbe rot ist ganz klar als Stilmittel zu erkennen und sticht von daher auch nur in gewissen Sequenzen sehr intensiv hervor. Die Bildschärfe befindet sich hierbei ebenfalls auf einem angenehmen bis guten Niveau, ist im Detailbereich aber eine Spur zu weich, wartet aber mit einer guten Kantenschärfe auf. Rauschen wurde sauber eliminiert, dafür haben wir es aber mit stehenden Rauschmustern zu tun, welche der Schärfe etwas zusetzen. Dafür arbeiten die Kompressionen recht ruhig und machen nur selten durch dezentes Blockrauschen auf sich aufmerksam, zudem ist das Bild frei von Defekten und Verschmutzungen, so dass wir hier nicht umhin kommen gute vier Punkte zu vergeben. Tendenz steigend ...
Auch die deutsche Abmischung weiß durchaus zu gefallen, wobei hierbei überwiegend der Frontbereich angesprochen wird, welcher dafür aber absolut sauber und klar zu Geltung kommt. Neben einer hervorragenden Sprachverständlichkeit und einem gut abgemischten Score, dürfen wir zwar nur selten einen Ausflug in die hinteren Reihen erwarten, dafür werden die Effekte im Frontbereich gezielt eingesetzt und überzeugen durch eine feine Dynamik und erzeugt trotz einer sehr Front dominanten Abmischung eine sehr räumlich wirkende Klangkulisse. Die Rears werden hierbei lediglich für den Score genutzt und hin und wieder verirrt sich einmal ein direktionaler Effekt in die Rears, welcher dann aber sehr überzeugend wirkt. Der deutsche DTS-Ton offenbart keine nennenswerten Unterschiede und der japanische Originaltrack klingt eine Spur dumpfer und leiser in der Musikabmischung. Auch die Dialoge wirken eine Spur zu leise, dafür spendiert man uns optionale deutsche Untertitel. Auch hier vergeben wir gute vier Punkte.
Kommen wir nun zu der Ausstattung. Musste man sich bei der Verleihversion mit einer obligatorischen Trailershow sowie dem Originaltrailer zufrieden geben, so spendiert uns die e-m-s mit der Verkaufsversion ein Doppel-DVD-Set im Schuber. Die Extras finden wir hierbei komplett auf der beiliegenden Bonus-Disc, da die Hauptfilm-DVD identisch mit der Verleihversion ist.
Zu Beginn der Bonus-DVD finden wir die Kurzfilmversion von "Dumplings", welche bereits in der Kurzfilmreihe "Three ... Extremes" veröffentlicht wurde. Weiter geht es mit einem 15minütigen Interview mit Bai Ling, welches den Titel "Ich esse das Kind meines untreuen Mannes" trägt. Ein interessantes, aber mit seltsamen Fragen geführtes Interviews mit der Hauptdarstellerin, welches parallel dazu von einer Dolmetscherin übersetzt wird. Ein weiteres Interview mit Bai Ling, welches knapp 10 Minuten geht, wurde bei der Berlinale in Englisch geführt und optional deutsch untertitelt. Desweiteren finden wir ein 14minütiges Making of auf dem Silberling, welches wir bereits von der "Three ... Extremes"-DVD her kennen und neben einigen Statements von Cast & Crew noch nette Einblicke hinter die Kulissen zu bieten hat, insgesamt aber sehr kurz und oberflächlich wirkt. Zum Schluss gibt es noch einige Bio- und Filmografien, sowie zwei Bildergalerien. Die Erste zeigt Foto von Bai Ling und die Zweite vom Film selbst.

 


Wie wir also sehen, bietet die DVD nicht sonderlich viel an Zusatzmaterial und kratzt beim Vorhandenen lediglich an der Oberfläche. Lohnenswert ist die DVD aber allein schon wegen der guten Bild- und Tonqualität und natürlich dem Film selbst. Der Schuber wertet das Ganze dann noch etwas auf und das beiliegende Booklet beinhaltet Hintergrundinformationen von Anatol Wever, sowie das Rezept für echte Dumplings, wobei die Rezeptur natürlich etwas angepasst wurde ...


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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