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USA 2005
Originaltitel:Inside Deep Throat
Länge:85:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Fenton Bailey, Randy Barbato
Buch:Fenton Bailey, Randy Barbato
Kamera:David Kempner, Teodoro Maniaci
Musik:David Benjamin Steinberg, Daniele Luppi
Darsteller:Gerard Damiano, Erica Jong, Linda Lovelace, Norman Mailer, Harry Reems, Gore Vidal, John Waters, David Winters, Dennis Hopper
Vertrieb:Constantin/Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Specials:
  • Deep Throat Special:
    • Gerichtsverfahren in Binghamton (7:17 Min.)
    • Gerichtsverfahren in Tucson (5:15 Min.)
    • Linda, Legende des Erotikfilms (6:16 Min.)
    • Statements zur Pornografie (6:07 Min.)
    • Deep Throat in L. A. (3:58 Min.)
    • Linda kommt nach Hollywood (3:38 Min.)
    • Deep Throat in Princeton (3:15 Min.)
    • Erinnerungen an Linda (2:48 Min.)
    • Wo ist Bobby de Salvo? (2:40 Min.)
    • Harry Reems - Athletic Club (2:23 Min.)
    • Frauen gegen Pornografie (2:00 Min.)
    • Blowjob (3:45 Min.)
  • Dennis Hopper im Synchronstudio (2:03 Min.)
  • Original Trailer (2:20 Min.)
  • Interview:
    • Brian Grazer (3:07 Min.)
    • Fenton Bailey (3:46 Min.)
    • Randy Barbato (5:22 Min.)
    • Dennis Hopper (1:11 Min.)
    • Sheila Nevis (1:53 Min.)
  • Stab:
    • Brian Grazer
    • Fenton Bailey
    • Randy Barbato
    • Sheila Nevis
  • Der besondere Filmtipp: Das Ende (2:23 Min.)
  • Trailershow:
    • The Jacket (2:23 Min.)
    • Do the I (2:08 Min.)
    • Fantastic Four (2:21 Min.)
    • Paradise Now (2:35 Min.)
    • The Passion Christi (1:59 Min.)
Als 1972 der Pornofilm "Deep Throat" in die Kinos kam, löste er einen landesweiten Skandal aus und legte damit den Grundstein zur sexuellen Revolution. Innerhalb kürzester Zeit avancierte der Film zu einem der größten Kassenerfolge aller Zeiten. Nun, über 30 Jahre später, beleuchtet "Inside Deep Throat" nicht nur die Entstehungsgeschichte des Films und schildert, welchen Einfluss er auf das Leben der Hauptdarsteller und des Regisseurs hatte, sondern schlägt den Bogen zu Auswirkungen auf Moral- und Wertvorstellungen in den USA. Gemischt mit zahlreichen Interviews und Kommentaren, unter anderem von Playboy-Tycoon Hugh Hefner, und Originalaufnahmen aus jener Zeit offenbart "Inside Deep Throat" amüsante, schonungslos offene Einblicke in die amerikanische Gesellschaftskultur.
"It was based on the idea that all a man had to do was put his penis down a woman's throat and thrust and the woman was as satisfied as the man. Well, guess what?" - Erica Jong

Skandale hatte die amerikanische Filmwelt viele, doch nicht einer war annähernd so groß wie jener, der um eine kleine Porno-Produktion gemacht wurde, die dadurch die Filmwelt für immer verändern sollte: "Deep Throat". Dem Film um eine Frau, die ihre Klitoris im Hals hat und nur auf diesem Wege befriedigt werden kann. Hollywood-Produzent Brian Grazer machte sich nun, über 30 Jahre nach dem Erscheinen des Films, daran, die Hintergründe zu durchleuchten, wie aus einem Pornofilm einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten werden konnte (25 000 $ Kosten - 600 Millionen $ Einspielergebnis) und warum davon trotzdem keiner wirklich profitieren konnte. Und, vor allem, warum Amerika, sowohl damals als auch heute, Sex im Film wesentlich schlimmer findet als Mord und Totschlag.



"At one point, "Deep Throat" was banned in 23 states." - Dennis Hopper

"Inside Deep Throat" ist eine Doku, die im typischen Michael Moore-Stil gedreht wurde. Sprich, sie ist auf eine höchst unterhaltsame Art und Weise inszeniert worden, ohne dabei den dokumentarischen Wert aus dem Auge zu verlieren. Zuerst befasst sich der Film mit dem Werdegang und der Inszenierung von "Deep Throat". Der Zuschauer lernt den Regisseur Gerard Damiano kennen, einen kleinen, harmlosen, alt gewordenen Mann, er lernt den Hauptdarsteller Harry Reems kennen, für den "Deep Throat" noch Schlimmes bereithalten soll und Hauptdarstellerin Linda Lovelace. In einem Mix aus unverblümten Interviews und einigen Filmausschnitten wird gezeigt, wie harmlos dämlich "Deep Throat" doch in Wirklichkeit ist, vor allem aus heutiger Sicht. Aber auch dass die Geldgeber niemand anderes als die Mafia war. Ohne dabei auch nur ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erzählen die Befragten dabei ihre Sicht der Dinge und das nicht gerade auf eine zimperliche Art. Doch geschnitten oder zensiert wurde dabei merklich nichts, selbst die wohl berüchtigste Szene aus "Deep Throat", die Szene in der Hauptdarstellerin Linda Lovelace den Penis ihres Partners bis zum Anschlag in ihrem Hals versenkt, wird hier ganz offenkundig dem Zuschauer vor Augen geführt. Wann hat es so etwas schon mal in einer Kinodoku gegeben?



"I lost my home, I lost my friends ... I was actually reduced to panhandling on Sunset Blvd." - Harry Reems

Dabei bleibt der Film, wie schon erwähnt, erst einmal höchst unterhaltsam. Die Erlebnisse der Protagonisten und die der Crew während des Drehs und so manch andere Anekdote sind wirklich mehr als witzig ausgefallen und laden den Zuschauer zum (100% gewollten) Schmunzeln ein. Allen voran der Interview-Schnipsel, in dem eine Frau, eine Pornodarstellerin, ganz offenkundig erzählt, wie schön es doch ist, wenn sie sich mit männlichem Sperma einreibt und wie gut es ihrer Haut tun würde. Während die weiblichen Zuschauer hier wohl nur die Köpfe schütteln dürften, lacht sich der Mann spätestens hier garantiert eins ins Fäustchen.



"Everyone that watches "Deep Throat" is watching me being raped." - Linda Lovelace

Aber "Inside Deep Throat" beleuchtet nicht nur die amüsanten Seiten des Films und seines Werdegangs. Vielmehr geht der Streifen auch auf den Skandal ein, den er ungewollt produziert hat. Denn "Deep Throat" wollten damals wirklich alle sehen. Riesige Schlangen vor den Lichtspielhäusern brachten dem Streifen Gewinne in Millionenhöhe ein. Und daraufhin kochten die amerikanischen Jugendschützer und versuchten mit aller Macht, "Deep Throat" für immer zu verbannen, nur um damit noch mehr Menschen in den Film zu locken. So wurde z.B. Hauptdarsteller Harry Reems für 5 Jahre Haft verurteilt, nur weil er in "so einem Film" mitgespielt hat. Und die eingeschüchterte Lovelace verwandelte sich plötzlich in eine pornohassende Feministin, die vorgibt in dem Film vergewaltigt worden zu sein. Ohne Scheu führt "Inside Deep Throat" die Lücken und die Peinlichkeiten der amerikanischen Anti-Porno-Gesetze vor, die teilweise erst durch "Deep Throat" in Kraft traten und noch bis heute Gültigkeit haben. Hier muss man den Machern des Films wirklich einmal ein ganz dickes Lob zukommen lassen, denn so eine mutige und spürbar ehrliche und aufmuckende Doku, hat man, aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wirklich nur selten zu Gesicht bekommen!



"If a source is on 'deep background' that means that they are so far in the background of a story, there is no possibility of accreditation. Since this source was on 'deep background' we called him 'deep throat'. Deep background, deep throat." - Carl Bernstein

Schade nur, dass ein interessanter Punkt nahezu völlig vergessen wurde. Und zwar der Punkt, dass "Deep Throat" ja eigentlich vollkommen von der Mafia produziert wurde. Nur (wie schon erwähnt) kurz am Anfang und an einigen Stellen in der Mitte des Films, wird auf diesen Fakt eingegangen. Ansonsten hat man dieses Thema leider größtenteils außen vor gelassen. Ob die Produzenten hier nun doch der Mut verlassen hatte oder ob das so gewollt ist, weiß ich leider nicht. Aber zumindest mich hätte es doch noch ein wenig mehr interessiert, was es mit den Mafia-Produzenten so auf sich hat. Aber nun gut ...



Über die DVD selber gibt es nicht viel zu sagen, außer dass wir es hier mit einer guten DVD-Umsetzung der Dokumentation zu tun bekommen. Die Qualität des Bildes schwankt hierbei natürlich erheblich. In den neu aufgenommenen Interviews wird uns ein kontrastreiches, farbenfrohes und recht scharfes Bild spendiert, welches allerdings etwas unter den Rauschfiltern zu leiden hat. So gesehen fehlt es hier etwas an Detailschärfe, dafür gibt sich das Bild aber nahezu rauschfrei und der anamorphe Transfer ist frei von Defekten und Verschmutzungen. Selbst die Kompressionen arbeiten sauber und Blockrauschen ist hier nicht auszumachen. Anders sieht das beim Archivmaterial aus. Hier schwankt die Qualität je nach Vorlage. Mal verrauscht, dann wieder blass in den Farben, bis hin zu einem schwachen Kontrast oder einem Defekt beladenen Bild. Insgesamt kann man aber sagen, dass versucht wurde das alte Material sauber mit den neuen Szenen zu kombinieren und von daher gibt es eigentlich keinerlei Totalausfälle.
Der deutsche und englische Ton wurde überraschenderweise in Dolby Digital 5.1 abgemischt. Dabei wird uns eine sauber und gut verständliche Front geboten. Die deutsche Version wartet mit verschiedenen Voice Over-Stimmen auf, wobei im Hintergrund noch die Originalstimmen zu hören sind. Dies ist natürlich kein Fehler, sondern typisch für eine Dokumentation. Im Original hat Dennis Hopper den Part des Sprechers, leider fehlen hier deutsche Untertitel. Trotz einer 5.1-Abmischung dürfen wir natürlich kein Surround-Gewitter erwarten und die Rears werden lediglich für die Musik beansprucht, wobei hin und wieder ein paar Effekte eingebracht werden, welche aber kaum der Rede wert sind.
Neben einer obligatorischen Trailershow und dem besonderen Filmtipp bekommen wir aber noch richtiges Zusatzmaterial zum Film geboten. Hierbei steht das knapp 6minütige Deep Throat Special im Mittelpunkt, welches aus 12 gekürzten bzw. erweiterten Szenen besteht, welche nicht in der fertigen Doku zu sehen sind, uns aber einen weiteren Einblick in die Welt von "Deep Throat" werfen lässt. Unter Interview finden wir fünf kurze Interviews mit den Verantwortlichen der Dokumentation und selbst Sprecher Dennis Hopper darf hierbei zu Wort kommen und erzählen, was ihn dazu bewegt hat, an dieser Doku mitzuwirken. Leider gehen die Interviews meist nicht länger als 3 bis 5 Minuten. Zum Schluss finden wir noch vier Filmografien, sowie ein kurzes, knapp 2 Minuten langes Featurette mit Dennis Hopper im Synchronstudio auf dem Silberling. Im Ganzen zwar nicht viel, aber wann bekommt man überhaupt schon einmal Bonusmaterial für eine Dokumentation geboten, zudem sind alle Extras optional deutsch untertitelt worden.



Höchst unterhaltsame und dabei auch spannend und interessant gestaltete Kino-Doku, über einen der größten Kinoskandale aller Zeiten, "Deep Throat"! Toll geführte, unzensierte Interviews, verpackt mit vielen interessanten Filmschnipseln und Tonnen von Archivmaterial bringen den Zuschauer genauso zum Nachdenken wie zum Lachen und bieten ihm dabei einen kompletten Überblick, von der Entstehung bis zur (nicht gelungenen) Verbannung des profitabelsten Pornos aller Zeiten. Und als wäre das nicht genug, wird der prüden amerikanischen Gesellschaft zudem auch noch ein herrlich fieser Spiegel vors Gesicht gehalten. Nur was die Produktion des Films durch die Mafia angeht, wurde, für meinen Informationshunger, etwas zu wenig geboten. Ansonsten aber mal eine wirklich glaubwürdige Hollywood-Doku, die man nicht verpassen sollte!


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++---


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