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USA 2003
Originaltitel:Mimic: Sentinel
Länge:73:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:J.T. Petty
Buch:J.T. Petty
Kamera:Alexandru Sterian
Musik:Lorne Balfe, Henning Lohner
SFX:Lucian Iordache
Darsteller:Alexis Dziena, Karl Geary, Lance Henriksen, John Kapelos, Rebecca Mader, Nick Phillips, Amanda Plummer, Keith Robinson
Vertrieb:Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Trailershow:
    • Elektra (1:50 Min.)
    • Erkan & Stefan: Der Tod kommt krass (2:22 Min.)
    • Madhouse (2:00 Min.)
    • The Last Sign (1:46 Min.)
    • Hangman's Curse (2:24 Min.)
    • Dracula II (0:55 Min.)
    • Mimic 2 (0:43 Min.)
  • Original-Trailer (0:40 Min.)
  • Audiokommentar mit Regisseur J.T. Petty (Eng. ohne dt. UT)
  • Featurette (14:53 Min.)
  • Casting:
    • Alexis Dziena (3:40 Min.)
    • Karl Geary (2:38 Min.)
    • Rebbeca Mader (4:42 Min.)
    • Keith Robinson (1:01 Min.)
    • John Kapelos (3:47 Min.)
    • Bildergalerie (14 Bilder)
Unter geheimnisvollen Umständen verschwinden die Bewohner eines Mietshauses. Marvin ahnt etwas Fürchterliches: Er vermutet, dass die Mutationen der riesigen fleischfressenden Insekten zurück sind. Sie haben bereits zweimal die Menschen heimgesucht und das Grauen in die Stadt gebracht. Die aggressiven Insektenmutanten töten ohne Rücksicht auf Verluste. Marvin ist aufgrund einer schweren Krankheit an sein Zimmer gefesselt und sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit die Biester auszurotten - sonst wird er ihr nächstes Opfer.
Kaum ein Horrorfilm kommt mehr ohne die obligatorischen Fortsetzungen aus. Die sind zumeist nicht mehr als ein müder, unmotivierter Abklatsch des mehr oder weniger erfolgreichen Originals und werden dem zu Folge auch direkt für die DVD-Auswertung abgekurbelt. Ein wunderbares Beispiel für dieses Vorgehen ist auch "Mimic", der 1997 zumindest optisch durchaus überzeugen konnte und "Hellboy"-Regisseur Guillermo del Toro einem breiteren Publikum bekannt machte. Zwar ist die Story um eine mutierte Schabenspezies, die mitten unter den Menschen lebt, nicht sonderlich herausragend, aber für gruselige Unterhaltung hat es allemal gereicht. Vier Jahre später kam dann der erwartete Neuaufguss des alten Themas mit, der aber weder Atmosphäre noch Spannung seines Vorgängers auch nur im Ansatz erreichen konnte.



Bleibt also die Frage, warum es zwei Jahre nach dem 2. Teil noch mal eine Fortsetzung braucht? (Die Frage warum diese dann wiederum 2 weitere Jahre braucht, um auch in Deutschland zu erscheinen muss ich wohl nicht extra stellen). Die Antwort fällt recht einfach aus: Jemand hat sich Gedanken gemacht. Das ist ja nun etwas, was in Hollywood in letzter Zeit eher selten vorkommt und auch hier merkt man die Probleme, die diese Methode mit sich bringt noch deutlich, aber nichts desto trotz, es ist endlich mal jemandem (in diesem Fall Regisseur und Autor J.T. Petty) gelungen, einer Geschichte etwas Neues abzugewinnen.
Dass dabei letztlich nur so etwas wie "Das Fenster zum Hof" mit Schaben rausgekommen ist, kann man verschmerzen, denn J.T. Petty kann durchaus eine ansprechende Geschichte erzählen. Losgelöst von den Vorgängern geht es um Marvin (Karl Geary), eines der "Judas"-Brutkinder aus Teil 1, der nahezu gegen alles allergisch ist. Sein Leben beschränkt sich daher auf sein Zimmer in der Wohnung seiner Mutter, mitten in einem runtergekommenen Wohnblock. Seine Schwester ist auf Drogen und er lebt allein dafür, alles und jeden mit seiner Kamera zu fotografieren. So weit so "Fenster zum Hof". Schon bald sind die ersten Toten zu beklagen und Marvin macht die Entdeckung, dass dahinter die Menschen ähnlichen Schaben stecken.



Anstatt sich auf vordergründige Schockeffekte und vermeintliche Spannungsentwicklung zu verlassen, erzählt J.T. Petty seine Story im Stile eines Kammerspiel artigen Dramas. Die ersten 45 Minuten, der mit knapp 75 Minuten eh sehr gering bemessenen Laufzeit spielen sich nahezu komplett in der Wohnung bzw. in Marvins Zimmer ab. Nicht immer klischeefrei wird die Figur des Marvin durchleuchtet und charakterisiert, wobei es Petty gelingt, den Zuschauer wirklich für seine Figur zu interessieren. Da wirken dann die weit weniger genau gezeichneten Figuren rings um die Hauptfigur herum schon arg schablonenhaft und teilweise auch überzeichnet. Egal ob die Junkie-Schwester, der geheimnisvolle "Garbageman", die Mutter oder der Cop, der Marvin zwar kein Wort glaubt aber dafür mit seiner Mutter in die Kiste steigt. Man wünscht ihnen allen, dass sie nur ein wenig von der Aufmerksamkeit bekommen hätten, die der Hauptfigur gewidmet wurden, so bleiben sie schon fast lachhaft platt.
Vielleicht war es am Ende doch Angst vor dem eigenen Mut, die Petty dazu getrieben hat, den Film im letzten Drittel um nahezu 180 Grad zu drehen. Was bisher mit beschaulicher Temposteigerung vonstatten ging, wird auf einmal zum gehetzten Pseudo-Horrorschocker, der nicht nur die Nebenfiguren wie die Fliegen (oder doch Schaben?) sterben lässt, sondern auch mehr Fragen aufwirft als er beantwortet. Da wird der "Garbageman" auf einmal zum Pumpgun schwingenden Schabenkiller, Marvin zum Helden wider Willen und sämtliche Charakterzeichnung einfach achtlos über Bord geworfen. Gefilmt wurde das Ende zwar durchaus ansprechend und auch die Attacken der CGI-Schaben sehen für einen Film mit doch ersichtlich beschränktem Budget erstaunlich gut aus, aber es will einfach nicht der Eindruck entstehen, dass man einen homogenen in sich funktionierenden Film sieht. Und das trifft hauptsächlich auch auf den Unterhaltungswert zu.
Da hilft es dann letztlich auch wenig, wenn Karl Geary als Marvin wirklich absolut überzeugend spielt und insbesondere in den "character moments" zeigt, dass er ein durchweg begabter und talentierter Darsteller ist. Zumal seine Leistung die einzig bemerkenswerte ist. Amanda Plummer ("Pulp Fiction") spielt die Mutter nahezu peinlich schlecht und B-Movie-Dauergast Lance Henriksen als Garbageman zeigt mal wieder eine seiner schwächeren Leistungen, auch weil ihm in den wenigen Minuten, die er zu sehen ist, kaum Gelegenheit gegeben wird mehr als das zu zeigen.



"Mimic 3" ist ein im Ansatz durchaus gelungener Film, der nur ein wenig konsequenter seinen einmal eingeschlagenen Weg fortgehen sollte. Die Story hat durchaus ihren Reiz, auch wenn sich Fans des ersten "Mimic"-Teils sicherlich fragen dürfen, warum der Film überhaupt als Sequel gedreht wurde. Der Ansatz stimmt also, nur an der Umsetzung und dem drastischen Rückfall in Altbekanntes im Finale scheitert J.T. Pettys Film letztlich dann doch. Der Unterhaltungswert ist aber durchaus in einem gewissen Rahmen gegeben und wer ansonsten nichts in der Videothek findet, kann hier ruhigen Gewissens mal einen Blick riskieren, man darf sich nur nicht zu viel erwarten. Aber zumindest mal eine Direct-to-Video-Fortsetzung, die von ausgetretenen Pfaden abweicht. Das ist doch auch was.

Kommen wir nun zur DVD aus dem Hause Universum Film. Die durchweg positiven Berichte über die Bildqualität können wir leider nicht ganz teilen, denn was bisher niemand geschrieben hat, ist dass das Bild in Kameraschwenks stellenweise sehr stark nachzieht, was vor allem direkt zu Beginn unschöne Ausmaße annimmt. Ansonsten spendiert uns der anamorphe Transfer ein sehr homogen wirkendes Bild. Weder an der Farbgebung noch am Kontrast gibt es etwas zu bemängeln und vor allem letzteres wartet mit einem satten Schwarzwert auf, wurde stilbedingt aber auch sehr steil gewählt und schafft es nicht immer feine Details in dunklen Szenen wiederzugeben. Die Schärfe befindet sich ebenfalls auf einem guten Niveau und auch die Kantenschärfe sorgt in vielen Szenen für ein sehr plastisches Bild. Jedoch wirkt das Bild durch den Einsatz von Filtern nie richtig detailliert. Hin und wieder lässt sich leichtes Rauschen ausmachen, was uns aber nie wirklich stört. Dafür arbeiten die Kompressionen nicht so sauber und zeigen immer mal wieder leichte Blockbildung und durch den einsetzenden Rauschfilter lassen sich oftmals stehende Rauschmuster erkennen.
Der deutsche Dolby Digital 5.1 Track wartet mit einer sauberen Front und einer guten Sprachverständlichkeit auf. Immer wieder werden vereinzelte Effekte in die Frontkanäle gestreut, wobei die Rears die meiste Arbeit leisten, wenn es um das Erschaffen einer guten Räumlichkeit geht. Ruhige Passagen finden wir hier kaum und wenn, dann wechseln sie sich schnell mit Sequenzen ab, in dem entweder Umgebungsgeräusche oder aber der Score zum Einsatz kommt. Der englische Track klingt in den Dialogen recht dumpf, bietet dafür aber etwas mehr Dynamik und überzeugt mit einer kräftigeren Front und auch der Bass bekommt in den Actionszenen wesentlich mehr zu tun. Insgesamt können wir mit beiden Tonspuren zufrieden sein und rein von den Umgebungsgeräuschen und den Score ausgehend hat die englische Tonspur die Nase etwas weiter vorne. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten, wobei man schon direkt bemängeln kann, dass der äußerst gelungene und interessante Regiekommentar mal wieder nicht deutsch untertitelt wurde. So verpasst der nicht fließend englisch sprechende Zuschauer einige tolle Infos, welche Regisseur J.T. Petty zum Besten gibt. Auch das knapp 15minütige Featurette zum Film wurde ohne deutsche Untertitel versehen und entpuppt sich als Interview mit dem Regisseur, sowie den Produzenten und anderen Darstellern des Filmes. Weiterhin wurde dieses Featurette mit Filmausschnitten und viel zu wenigen Aufnahmen von den Dreharbeiten, sowie Ausschnitten älterer Filme Pettys angereichert. Unter "Casting" finden wir dann noch fünf Casting-Aufnahmen der Darsteller, was zwar kein Informationsgehalt bietet, aber uns zumindest einen kleinen Einblick hinter die Kulissen gewährt. Zum Abschluss finden sich noch eine kleine Bildergalerie, sowie der Original-Trailer auf dem Silberling, und wer danach immer noch nicht genug hat, kann sich einer Trailershow mit fünf Filmausschnitten widmen. Zwei weitere Trailer findet ihr, sobald ihr die DVD in den Player legt und startet.

"Mimic 3" ist bei weiten nicht so schlecht, wie er gerne gehandelt wird, dennoch hätten wir eine weitere Fortsetzung nicht wirklich gebraucht. Die deutsche DVD bietet uns dafür eine gute Bild- und Tonqualität mit kleineren Mängeln. Aber dass das komplette Bonusmaterial nicht deutsch untertitelt wurde ist schon irgendwie ärgerlich.


Film++----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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Mimic
Mimic 2
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