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USA 1962
Originaltitel:Tales of Terror
Alternativtitel:Edgar Allan Poe's Tales of Terror
aka. Poe's Tales of Terror
aka. Schwarze Geschichten
Länge:85:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Corman
Buch:Edgar Allan Poe, Richard Matheson
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Les Baxter
SFX:Pat Dinga
Darsteller:Vincent Price, Maggie Pierce, Leona Gage, Edmund Cobb, Peter Lorre, Joyce Jameson, John Hackett, Lennie Weinrib, Wally Campo, Alan DeWitt, Basil Rathbone, Debra Paget, David Frankham
Vertrieb:MGM/Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch
Specials:
  • Trailer (2:16 Min.)
Morella
Die junge Lenora kehrt nach Jahren todkrank ins Haus ihres Vaters zurück, der sie einst verstieß, weil seine geliebte Frau Morella bei ihrer Geburt starb. Als seine Tochter ihm von ihrem Zustand erzählt, versöhnt er sich mit ihr, doch schon wenig später stirbt sie. Morellas Geist fährt in Lenoras Leiche und sucht ihren Gatten heim ...

The Black Cat
Der Säufer Montresor Herringbone gerät, nachdem er aus seiner Stammkneipe geworfen wurde, durch Zufall in eine noble Runde von Weinhändlern. Dort fordert er den berühmten Weinkenner Fortunato zu einem Wettstreit heraus, doch schließlich wird der bereits stark angeschlagene Montresor von seinem eigenen Rausch besiegt. Fortunato hilft dem Betrunkenen heim und lernt dort dessen junge Frau Annabel kennen. Die sanftmütige Annabel, die - ebenso wie ihr geliebter schwarzer Kater - unter den Ausbrüchen ihres Gatten zu leiden hat, verliebt sich in den weltgewandten Fortunato und prompt nimmt das Schicksal seinen Lauf. Als Montresor schließlich dahinter kommt, daß seine Frau ihn mit Fortunato betrügt, ermordet er beide und mauert die Leichen in seinem Keller ein - dummerweise zusammen mit Annabels schwarzem Kater ...

The Case Of M. Valdemar
Mr. Valdemar ist todkrank und unterzieht sich zwecks Schmerzlinderung regelmäßig der Behandlung des Hypnotiseurs Carmichael. Auch im Augenblick seines baldigen Ablebens soll Carmichael ihn hypnotisieren und ihm so einen sanften Tod ermöglichen - sehr zum Verdruß von seiner Frau Helen und dem Hausarzt Dr. James, die dem Hypnotiseur zu Recht mißtrauen. Als es schließlich soweit ist, versetzt dieser Valdemar in Trance. Der Patient ist schließlich klinisch tot, aber dennoch hält die Hypnose an und Valdemar vegetiert fortan in einer obskuren Grauzone zwischen Dies- und Jenseits vor sich hin. Carmichael will Helen zwingen, ihn zu heiraten, doch schließlich kann Valdemar sich aus der Trance befreien und nimmt als im Zeitraffer verfaulende Leiche Rache an Carmichael ...
"A Trilogy of Shock and Horror!" - Werbezeile

Die Idee, einen Horrorfilm mit Episodenaufbau zu drehen, war an für sich nichts Neues, so hatte z.B. in Deutschland Richard Oswald bereits 1919 in "Unheimliche Geschichten" drei phantastische Erzählungen (u. a. auch Poes "The Black Cat") verfilmt. Zu seiner vollen Blüte gelangte der Horror-Episodenfilm allerdings erst ab Mitte der 60er Jahre in England mit den legendären Amicus-Produktionen Interner Link"Dr. Terror's House Of Horrors" und "Torture Garden". Das damalige US-Publikum fühlte sich durch dieses Kurzgeschichten-Trio wohl eher an seine vertrauten Fernsehserien erinnert und "Tales Of Terror" erzielte - trotz guter Kritiken - etwas weniger gute Kassenerfolge als seine Vorgänger.




Die einleitende Episode "Morella" wirkt wie die Miniaturausgabe eines typischen Corman-Films und lässt alle Elemente Revue passieren: Vincent Price als zerrütteter Hausherr, der seiner großen Liebe nachtrauert und letztendlich von ihr heimgesucht wird, ein in Spinnweben und Staub gehülltes altes Herrenhaus inklusive Gruft und im Finale das obligatorische furiose Feuer, das Protagonisten samt Gemäuer verzehrt. In völlig andere Gefilde führt uns jedoch "The Black Cat"-Drehbuchautor Richard Matheson, der Poes Erzählung für diese Episode in eine rabenschwarze Komödie umwandelte und die Hauptfiguren kurzerhand nach den Protagonisten in "The Cask Of Amontillado" Fortunato und Montresor benannte. Was in der Theorie absurd klingt, funktionierte in der filmischen Umsetzung vortrefflich. Vincent Price hatte hier als blasierter Weinexperte Fortunato (übrigens wurde er für diese Rolle von einem Mitarbeiter des britischen Weinhauses Harvey & Sons in der Kunst des richtigen Weinkostens unterrichtet) Gelegenheit, sein großes komödiantisches Talent ungebremst einzubringen. Ihm zur Seite steht ebenbürtig der großartige Peter Lorre in der Rolle Montresors. Lorre, der 1930 in Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" in der Rolle eines psychopathischen Kindermörders zu Weltruhm gelangt war, verließ Deutschland nach der Nazi-Machtergreifung und begann in den USA eine zweite Karriere, die 1935 mit der Hauptrolle in "Mad Love" begann, Karl Freunds genialem Remake des Robert Wiene-Klassikers "Orlacs Hände". Dass Lorre nicht nur ein brillanter Charakterdarsteller war, sondern auch über ein beachtliches komödiantisches Talent verfügte, führt "The Black Cat" deutlich vor Augen. Dank der beiden Hauptdarsteller, die sich hervorragend ergänzen, gelang hier ein kleines Meisterwerk grotesk-makabren Humors, das wahrscheinlich auch Poe gefallen hätte. Der Ausklang des Films, "The Case Of M. Valdemar", führt wieder zurück in reine Horrorgefilde: Die Geschichte des verbrecherischen Hypnotiseurs Carmichael, der den sterbenden Valdemar in einem grauenvollen Schwebezustand zwischen Leben und Tod hält, ist - trotz der offenbar unumgänglichen Abänderungen - eine sehr effektive Adaption der literarischen Vorlage und kann einige wirklich unheimliche Momente aufweisen, so z.B. wenn der mit seinem Geist im Jenseits befindliche Valdemar sich das erste Mal zu Wort meldet. Ursprünglich drehte Corman auch noch eine ca. 5minütige Szene, die Valdemar im Hades zeigt, ließ diese jedoch im Nachhinein entfernen, weil er mit ihrer Wirkung unzufrieden war. Auch die Besetzung lässt keinen Wunsch offen: Agierte Price sich noch in der vorangegangenen Episode angemessen extrovertiert, so setzt er hier auf leisere Töne und ein effektives Understatement. Sein Gegenspieler Carmichael wurde von Basil Rathbone verkörpert (der u.a. in den klassischen Interner LinkSherlock Holmes-Verfilmungen der Universal Studios berühmt geworden war), der für diese Rolle extra von einem Experten des American Hypnosis Institute vorbereitet wurde. Im Finale kann Valdemar sich vom Willen Carmichaels befreien und erhebt sich als verfaulender Leichnam, eine heute harmlos anmutende Szene, die damals allerdings wohl einige Gänsehäute verursacht haben dürfte.




Da MGM die Poe-Verfilmungen allesamt im Nice-Price Segement veröffentliche, dürfen wir auch bei diesem Titel keine Überraschung mehr erwarten und dürfen uns auf eine lieblose Umsetzung gefasst machen. Die bekommen wir auch im Nu geliefert. Zwar mit noch einem "richtigen" DVD-Menü ausgestattet, beglückt man uns hierbei lediglich mit dem Original-Trailer zum Film. Auch in puncto Bildqualität wurde nicht wirklich was gemacht außer vielleicht mal hier und mal dort etwas an den Reglern rumgedreht. Das Widescreen-Bild, welches glücklicherweise anamorph abgetastet wurde, erscheint sehr wechselhaft in der Qualität, erreicht aber nie ein hohes Level. Hier wurde wohl auf eine aufwendige Restauration verzichtet. Das Bild ist teilweise auf VHS-Niveau anzusiedeln (siehe Abbildung) und springt stellenweise zwischen den Szenen hin und her. Mal angenehm, dann wieder katastrophal. Die Farbgebung ist ebenfalls sehr wechselhaft und wirkt mal natürlich und frisch, dann wieder blass und blau- oder grünstichig. Leider kein Stilmittel, sondern eher eine schlechte Vorlage. Hier hat man sich anscheinend nicht bemüht ein besseres Master zu bekommen, sondern hat das genommen, was man ihnen vor die Füße geworfen hat. Der Kontrast ist hierbei noch das beste am ganzen Bild und wirkt sehr natürlich und zeigt alle nötigen Details. Die Schärfe ist erwartungsgemäß durchschnittlich ausgefallen und schwankt gerade in Detailbereich extrem, kann aber als recht ordentlich betitelt werden. Die Kompressionen zeigen hin und wieder leichtes Blockrauschen und Defekte, Verschmutzungen und Kratzer fallen ebenfalls etwas auf. Insgesamt nicht gerade sehr rühmlich was man uns hier vorlegt und für einen Klassiker dieses Kalibers wirklich unverständlich, dass man hier nicht ein paar Dollar in die Restauration gesteckt hat.



Aus dem deutschen Monoton war nicht mehr viel rauszuholen, aber zumindest bietet dieser eine ordentliche Verständlichkeit in allen Belangen und das bisschen Kratzen stört hierbei nicht im Geringsten. Der englische Track klingt etwas kratziger und verzerrt mehr im Hochtonbereich, bietet ansonsten aber auch eine solide Sprachverständlichkeit, wirkt insgesamt aber etwas zu blechern und dumpf. Hier hat die deutsche Synchronisation auf jeden Fall die Nase vorn. Neben zwei weiteren spanischen und französischen Synchronspuren lassen sich noch diverse optionale Untertitel hinzuschalten, darunter deutsch und englisch.




"Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten" ist ein spannender, atmosphärisch dichter Episodenfilm von Roger Corman nach drei Geschichten von Poe geworden. Vincent Price, Peter Lorre und Basil Rathbone liefern hierbei eine perfekte Darstellung ab und machen diesen Episodenfilm zu einem Erlebnis. Leider kann die deutsche DVD hier nicht einmal ansatzweise mithalten und ist eher schlecht als recht umgesetzt. Das hat der Film nicht verdient ...


Film++++--
Bild++----
Ton++----
Bonus------


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NewsNeue Film-Klassiker bei 20th Century Fox
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