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USA 2005
Originaltitel:Straight Into Darkness
Länge:90:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jeff Burr
Buch:Jeff Burr
Kamera:Viorel Sergovici
Musik:Michael Convertino
SFX:Petre Constantin, Iosif Vasile, Kyle J. Healey
Darsteller:Ion Bechet, Nelu Dinu, Andrei Dumitrescu, Ryan Francis, Okan Kayam, Scott MacDonald, Liliana Perepelicinic, Gabriel Spahiu, Linda Thorson, Mihai Verbintschi, Brittny Lane Stewart
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Specials:
  • Originaltrailer dt./engl. (2:28 Min.)
  • Filmografie Jeff Burr (5 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • R-Point (1:49 Min.)
    • Radio West (1:44 Min.)
    • The Lost Battalion (3:06 Min.)
    • Cube Zero (1:45 Min.)
    • Lacardère (1:40 Min.)
    • Ginger Snaps 3 (1:53 Min.)
    • Ju-On The Grudge 2 (1:29 Min.)
    • Knots (2:21 Min.)
    • Cowgirl (2:15 Min.)
Der zweite Weltkrieg tobt: Zwei desertierte, amerikanische Soldaten versuchen, sich durch das besetzte Frankreich durchzuschlagen. Sie finden Zuflucht in einem leer stehenden Gebäude. Bald schon merken sie, dass sie nicht allein sind. Mit ihnen befindet sich eine Gruppe bis an die Zähne bewaffneter Kinder und ein älteres Ehepaar in der Ruine. Als ein Trupp deutscher Soldaten anrückt, beginnt ein ungleicher Kampf.
In erster Linie ging Regisseur Jeff Burr als Sequel-Experte für Horrorfranchisen in die Analen des Films ein, wenn auch nicht immer mit positiven Ergebnissen. "Stepfather II", "Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III", "Puppet Master 4" und "Pumpkinhead II: Blood Wings" gehen genauso auf sein Konto, wie der miese Gary Daniels-Film "Spoiler" und eher weniger erwähnenswerte Filme für Full Moon Pictures.
Ein Kriegsfilm, dann auch noch auf seinem eigenen Drehbuch fußend, ist also mal etwas Anderes, jedoch deswegen noch längst nichts Gutes. Um es vorweg zu nehmen, die Zitate, die auf dem DVD-Cover so inbrünstig Vergleiche zu Sam Peckinpah und Terence Malick heranziehen, sind entweder gekauft oder frei erfunden und der Trailer, der glauben macht, man hätte es hier mit einem Mix zwischen Kriegs- und Horrorfilm, also einem Genrebastard wie "The Bunker" der "Deathwatch", ist wohl auch nur eine bewusste Fehlleitung von Erwartungen.


"Straight into Darkness" wurde mit einem sichtlich knappen Budget in Rumänien gedreht. Die Ausstattung ist äußerst karg und dem einzigen im Film vorkommende Panzer wurde, was sehr peinlich ausschaut, irgendwie dem Look eines Tiger-Panzers der deutschen Wehrmacht versucht zu verpassen.
Der Film erzählt von den beiden amerikanischen Deserteuren Losey (Ryan Francis) und Deming (Scott MacDonald, der böse "Jack Frost"), die von der MP festgenommen worden sind und nun mit einem Jeep vor das Militärgericht transportiert werden. Allerdings fahren sie durch ein Minenfeld und dramatische Momente später sind ihre beiden Begleiter tot, weil zersprengt. Deming ergreift die Gelegenheit beim Schopf, zertrümmert einer Leiche das Gesicht und schnappt sich dessen Hundemarke. Zusammen irren sie nun durch das winterliche Frankreich. Weit und breit keine Menschenseele.


Der Auftakt, so unspektakulär er auch ist, wurde von Burr immerhin recht geschickt inszeniert. Die finanziellen Mittel waren offensichtlich knapp, aber das muss noch längst kein Grund sein, warum "Straight into Darkness" nicht doch funktionieren sollte. "Saints and Soldiers" hat dies jüngst eindrucksvoll bewiesen. Burr arbeitet in den Actionszenen hektisch, um den finanziell engen Rahmen nicht deutlich zu zeigen und auch die finale Schlacht geizt mit spektakulären Aufnahmen, doch die Atmosphäre stimmt dafür.


Von ihr zehrt der Film auch, denn Burrs Drehbuch ist die Achillesferse des Films. Über Losey und Deming erfahren wir so gut wie nichts während ihrer überlangen Odyssee durch die kargen, verschneiten Landschaften. Deming ist eine raue Type, die später auch versucht eine Frau zu vergewaltigen und Losey ein phlegmatischer Typ, dem ständig sein Trauma, er fackelt mit einem Flammenwerfer versehentlich nicht sein eigentliches Ziel ab, und irgendwelche Visionen im Kopf herumspucken. Sie können sich nicht leiden, denn eigentlich erzwingt Deming ihrer gemeinsame Wanderung nur mit vorgehaltener Pistole.


Die optische Umsetzung ist dabei angesichts des Budgets erlesen. Burr findet immer wieder tolle Perspektiven, die man so auch locker auf Postkarten drucken könnte, kreiert eine Stimmung der Einsamkeit, zumal der einzige Überlebende, den die beiden in einer zerstörten Kirche auffinden, auch noch ein geisteskranker Kannibale ist. Unheimliche Situationen, wie das Auffinden einer ganzen, im dunklen Wald erhängten Hochzeitsgesellschaft geben sich die Hand mit der Hoffnungslosigkeit und Ziellosigkeit der Personen.


Das Drehbuch ist leider sehr leer, es passiert einfach und nichts und so atmosphärisch dieser Marsch auch ist, er hat kein Ziel und bis zum Schluss auch keine Handlung. Erst als die beiden eine Unterkunft erreichen, in der ein ehemaliger Lehrer (bekanntes, britisches Gesicht: David Warner) zusammen mit seinen, teilweise verstümmelten Sonderschülern eine Partisanenbewegung gründete und wohl schon seit längerem so die deutsche Armee bekämpft, kommt etwas Leben in den Film.


Abseits des Kampfes gegen die bald dort eintreffende, deutsche Übermacht, die trotz Verluste mehrmals wieder aus dem Haus zurückgeworfen wird, vergeht der Film sich dann leider flugs in der Stimmung Schaden zufügenden Handlungen. Dank des ungehobelten Demings werden beide nämlich zunächst dort festgesetzt, für Deutsche gehalten und von den behinderten Kindern bewacht, bevor sie sich zum Mitkämpfen entschließen.
Dieser finale Kampf reibt beide Seiten auf und ist genauso solide und unspektakulär wie die kurze Actionszene zu Beginn inszeniert. Es schaut leider viel improvisiert aus. Die richtige Wirkung kann das letzte Drittel, der Kampf zwischen Soldaten und Kindern, nicht vermitteln und auch Warners Message, dass er mit der Ausbildung der Kinder, die den Krieg als das Spiel Erwachsener ansehen, ihnen eine Identität gab, möchte ich als puren Blödsinn abtun. Die Grausamkeit des Krieges, die dank verstümmelter Kinder und einer entstellten Frau auch hier deutlich zur Geltung kommt, hätte ausgereicht.


Der realistische Look, den einige jüngere Kriegsfilme mit Hilfe von erdigen, leicht überhellten Farben zu erreichen versuchen, setzt sich auch hier fort. Dazu gehört leider auch ein in seiner Intensität schwankendes Rauschen, das mal ein wenig grobkörnig flackert, dann fast gänzlich verschwindet, um in einer Folgeszene wieder sehr stark in Erscheinung zu treten. Zumindest sieht man daran, dass der Rauschfilter, wenn überhaupt, nur sehr vorsichtig zur Anwendung kam. Und tatsächlich ist der Detailgrad der Bilder fast ausnahmslos im oberen Bereich. Das schwächt sich durch das Rauschen und den etwas überstrahlenden Lichtpegel zwar etwas ab, bleibt aber mindestens gut. Das bedeutet zwar nicht Oberliga, ist aber stets augenfreundlich und einer Produktion aus diesem Jahr sehr angemessen, auch wenn einige Verschmutzungen existieren. Die Kompression spielt da immer einwandfrei mit, selbst in den schwierigen Rückblicksequenzen.


Auch wenn der Ton sauber ist und halbwegs ordentlich klingt, ist DTS doch schon weitaus zu viel des Guten. Denn weder die Synchro noch die Originalfassung besitzt die nötige Auflösung oder gar Kraft, um diese Art von Abmischung zu rechtfertigen. Selbst die Raumklangeigenschaften sind etwas lahm. Wenn es nicht grad einer der wenigen, herausstechenden Effekte ist, dann bleiben die Rears kalt und bekommen recht wenig zu tun. Dabei könnten sich einige Musikstücke so gut dort verteilen. Ganz zu schweigen von den vielen atmosphärischen Momenten, die zwar eine passende Geräuschkulisse besitzen, wobei diese aber unwirksam auf der Front rumdümpelt. Selbst der Schuss des Panzers fällt sehr unauffällig aus, obwohl man vorher schon bewiesen hat, dass man den Bass aktiv werden lassen kann und dies eine der Szenen wäre, um es mal richtig krachen zu lassen. Die 3 Punkte resultieren also weniger aus der Klangqualität an sich, mit der kann man durchaus zufrieden sein, sondern aus der unzureichenden Umsetzung des Raumtones - obwohl sich genügend Möglichkeiten anbieten.


Der Bonusanteil ist leider sehr gering ausgefallen. Neben dem Originaltrailer wird uns ein Bio- und Filmografie zu Jeff Burr serviert, die letztlich aber nur eine Auflistung seines Filmschaffens ist.

Optisch dank ausgeblichener Bilder und Farbfiltern sehr ansehnlicher Antikriegsfilm, der leider nur über ein inhaltsleeres Drehbuch und durchschnittliche Schauspieler verfügt. Jeff Burrs Inszenierung ist angesichts seiner Möglichkeiten überdurchschnittlich, sein schwaches Drehbuch mit der dämlichen Idee einen Lehrer seine zurückgebliebenen Schüler zu Partisanen auszubilden kaum zu ertragender Nonsens. Bleiben sehr atmosphärische 40 Minuten, die mich überzeugen konnten.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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