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USA, D 2003
Originaltitel:Bad Santa
Alternativtitel:Badder Santa
Länge:95:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Terry Zwigoff
Buch:Glenn Ficarra, John Requa
Kamera:Jamie Anderson
Musik:David Kitay
SFX:Luma Pictures
Darsteller:Billy Bob Thornton, Tony Cox, Brett Kelly, Lauren Graham, Lauren Tom, Bernie Mac, John Ritter, Ajay Naidu, Bryan Callen, Max Van Ville, Curtis Taylor, Cloris Leachman
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng), Dolby Digital 2.0 (Englisch für Sehgeschädigte)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Englisch, Deutsch, Hindi, Türkisch, Englisch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:10.05.2005 (Verleih) / 07.06.2005 (Kauf)
Specials:
  • Outtakes (4:01 Min.)
  • Entfallene Szenen (8:59 Min.)
  • Filmdokumentation (9:30 Min.)
  • Trailer:
    • White Chicks (2:00 Min.)
    • Suspect Zero - Im Auge des Mörders (1:40 Min.)
Willie ist so ein richtiges Arschloch. Er hängt den ganzen Tag an der Flasche (egal, welche) und zwischenmenschliche Nettigkeiten kennt er höchstens von der Durchreise. Den kleinen Marcus - seines Zeichens afroamerikanischer Liliputaner - hält das aber nicht davon ab, einmal im Jahr für vier Wochen nicht von Willies Seite zu rücken. Gemeinsam heuern sie nämlich zur Adventszeit in Kaufhäusern an und geben dort den Weihnachtsmann und seinen Elf. Sobald aber am Heiligabend die Lichter ausgehen, bescheren sich die beiden ihre eigenen Geschenke, indem sie den jeweiligen Laden leer räumen.
Dieses Jahr haben sie allerdings einige unerwartete Weihnachtsnüsse zu knacken. Der Kaufhausdetektiv ist ziemlich auf Zack, die Santa-Fetischistin Sue lässt auch nicht locker, und vor allem will ein kleiner, aber fetter Junge einfach nicht aufhören, an den Weihnachtsmann zu glauben.
- "Ich will mein Leben ändern." (Willie)
- "Ach ja? Treibst du's jetzt mit Magersüchtigen?" (Marcus)
- "Nein, darum geht's überhaupt nicht. Ich hab heut'n paar Kinder verprügelt. Ich hab's nicht für mich getan ..." (Willie)

Irgendwie gibt es doch viel zu wenig gute Weihnachtsfilme!
Klar, ein paar schmucke Horror-Streifen zum Fest lassen sich schon finden, und der ein oder andere Actioner spielt auch zu besagter Jahreszeit. Aber so ne richtig garstige Komödie, die dem Geist von Weihnachten mal kräftig das Tannenzäpfle in den Allerwertesten steckt, vermisst man doch eigentlich schon lange, oder?


"Bad Santa" versucht, hier Abhilfe zu schaffen. Und grundsätzlich kann man diesen Versuch auch als gelungen betrachten. Schon der Anfang, der uns nach einem rührseeligen Intro einen völlig besoffenen Santa zeigt, wie er in eine Mülltonne kotzt, deutet an, dass hier quasi auf jedwede Weihnachts-Romantik geschissen wird. Trotzdem muss Willie natürlich am nächsten Morgen wieder ran, um im roten Kostüm die Kinder zu erfreuen. Bei ihm sieht das dann in etwa so aus, dass er bei den begehrten "Fotos mit Santa" einpennt oder sich selber mal ganz unbeschwert ans Bein pisst.
Irgendwann platziert sich dann aber ein äußerst übergewichtiger kleiner Junge auf Willies Schoß, der ihn für den echten Weihnachtsmann hält und fortan nicht mehr loslassen soll. Zunächst voller Abscheu betrachtet, wird diese kleine, dicke Nervensäge bald so etwas wie der Geist von Weihnachten für Willie, denn durch seine konsequente Naivität treibt er den Welt-Hasser zwar in den Wahnsinn, aber gleichsam auch in eine Richtung, die er vermutlich nie zuvor kennen gelernt hat.


So wechselt "Bad Santa" in der zweiten Hälfte durchaus immer wieder zwischen zwei atmosphärischen Extremen - Das goldgelockte Kind bringt sein ultimatives Idol beinahe zur Weißglut, wenn es die dämlichsten Fragen stellt - Aber der ausgebuffte Kinderhasser Willie lässt im Laufe der Zeit auch immer mehr durchblicken, dass er durchaus auch ein Herz hat.
Dieses zeigt er besonders in einer der zynischsten Szenen des gesamten Films, als er den kleinen Fettsack zusammengeprügelt vorfindet und sich daraufhin die verantwortlichen Skater vorknöpft. "Ich hab heut ein paar Kinder verprügelt ...Endlich ist in meinem Leben mal was Sinnvolles passiert."

Wäre der Film nicht in Hollywood entstanden, hätte dieser Satz unter Umständen ein genial böses Ende bilden können. Doch leider gelten in der Traumfabrik andere Gesetze und so muss natürlich ein etwas deutlicheres Happy End her.
Immerhin hat Regisseur Terry Zwigoff dieses unerwartet spaßig inszeniert, zumindest schafft er es, nicht zu sehr ins Kitschige abzudriften. Stattdessen präsentiert er uns ein dem Thema Weihnachten angemessenes Ende, das insgesamt ganz gut zum Film passt.


Wie es sich für eine Major-DVD-Produktion gehört, enthält das anamorphe Bild keinerlei Verschmutzungen, rauscht nur sehr leicht und ist durchgängig von guter Qualität. Label typisch ist die Detailschärfe zwar gut, nicht aber auf erhofft hohem Niveau. Gerade auf größeren Geräten fällt schnell auf, dass einige Flächen des Bildes zu glatt erscheinen und deutlich besser strukturiert sein dürften. Die Farben fallen Film gerecht knallig aus, mit dezentem Rotstich in einigen dunkleren Aufnahmen, aber auch hier sind einige Teile des Filmes nicht strahlend, sondern leicht abgedunkelt. Die Kompression produziert nur wenig Blockrauschen. Also ein durchweg guter Eindruck, der aber nicht zur Top-Kategorie reicht, weswegen 5 Punkte noch nicht möglich sind.


Deutscher und englischer Ton sind gleich gut, wobei man beim deutschen Ton neben den tollen Stimmen (z.B. vom Elf) natürlich den hohen "Fuck"-Faktor verpasst, der dort fast jeden Satz ausschmückt. Für eine Komödie ist der Klang auch recht ordentlich. Die Dialoge sind sauber, wenn auch sehr Center bezogen und die Musik sorgt für dynamische Beschallung aus den hinteren Lautsprechern. Viel mehr ist hier auch nicht möglich. Also bitte auch keine Effekte erwarten (bis auf ein paar kurze Schussgeräusche gegen Ende gibt's nichts), selbst die beiläufige Geräuschkulisse hat man in anderen Komödien schon wesentlich besser hinbekommen. Die Scheibe enthält verschiedene Untertitel, wobei diese sich beim Englischen und Deutschen auch an die vorhandenen Tonspuren orientieren. Hier merkt man schnell, dass zwischen Originalfassung und Synchronisation doch einige Sinndifferenzen auftreten.


Erstmal hat man sich für die DVD selbst etwas eher Ungewöhnliches einfallen lassen: Die Scheibe ist rot gefärbt, was es doch eher selten gibt. Auf der DVD selbst gibt es nicht unbedingt viele Gimmicks: Neben den lustigen Outtakes darf man sich knapp 10 Minuten an entfallenen Szenen geben, wobei man den Großteil davon schon zu kennen glaubt. Die Filmdokumentation ist ein etwa 10minütiger Ausblick auf den Film mit starkem Werbecharakter. Es fehlen also echte Extras wie ein Audiokommentar. Die Dolby Digital 2.0-Spur auf DVD ist übrigens eine speziell für Sehgeschädigte angefertigte Erzählung des Filmes, die ähnlich wie ein Hörbuch gemacht ist. Sämtliche Extras sind in Originalfassung mit optionalen deutschen Untertiteln gehalten.


Auch wenn der erste Eindruck vermuten lassen könnte, dass man "Bad Santa" in eine ähnliche Ecke wie all jene scheußlichen US-Klamotten rund um irgendwelches Gebäck bzw. Überlandfahrten schieben kann, steckt hier doch etwas mehr dahinter. Einen gewissen Grad an Gossen-Humor muss man natürlich erwarten. Aber es sind vor allem die ultimative Abneigung gegen so ziemlich alles, die Billy Bob Thornton einfach klasse rüberbringt, und die politisch herrlich inkorrekten Szenen, die den Film so sehenswert machen. Da wird dem Kaufhausmanager klargemacht, dass er nicht so einfach einen kleinwüchsigen Schwarzen feuern kann, selbst, wenn die beiden sich noch so sehr daneben benehmen.
Und da das Ende zwar etwas gemeiner hätte ausfallen können, man aber dennoch recht gut damit Leben kann, ist "Bad Santa" sowohl für winterliche Romantiker, als auch für Christkind-Hasser eine klare Empfehlung. Der (fast) perfekte (Anti-)Weihnachtsfilm.




Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


Druckbare Version
Bad Santa (Extended Edition)
Bad Santa
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