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IT, D 1968
Originaltitel:Uomo, l'orgoglio, la vendetta, L'
Alternativtitel:Man: His Pride and His Vengeance
aka. Mann, der Stolz, die Rache, Der
Länge:96:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Luigi Bazzoni
Buch:Luigi Bazzoni, Suso Cecchi d'Amico, Prosper Mérimée
Kamera:Camillo Bazzoni
Musik:Carlo Rustichelli
Darsteller:Franco Nero, Tina Aumont, Klaus Kinski, Guido Lollobrigida, Franco Ressel, Karl Schönböck, Alberto Dell'Acqua
Vertrieb:Black Hill/MC One
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2.15:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Italienisch
Untertitel:Deutsch für Texttafeln, Deutsch
Specials:
  • Trailer (3:32 Min.)
  • Aushangfotos (18 Bilder)
  • Kinoplakate (5 Bilder)
Ein Mann wird von einer Übermacht durch die Wüste gehetzt. Es ist Django, ehemaliger Soldat, jetzt Outlaw und gesuchter Verbrecher. Seine Liebe zu der temperamentvollen Conchita ist ihm zum Verhängnis geworden. Ihretwegen ist er desertiert, ihretwegen hat er sich einer mörderischen Bande angeschlossen und getötet, ihretwegen wird er gejagt.
Auch hier versucht der reißerische, deutsche Titel "Mit Django kam der Tod" den Zuschauer vorzumachen, dass dieser Nero-Western etwas mit Corbuccis Überraschungserfolg zu tun hat. Dem ist aber nicht so, denn wie immer ist Franco Nero die einzige Gemeinsamkeit dieser unzähligen Titelbetrügereien. In Wirklichkeit hat man es hier mit einer der inzwischen fast 50 Filmversionen von Prosper Mérimées "Carmen" zu tun, dessen Roman hier lediglich in das Westernambiente verlegt wurde. Wobei die Handlung eigentlich in Spanien angesiedelt wurde ...


Einen klassischen Italo-Western darf man deswegen von vorneherein nicht erwarten, denn schnell stellt sich "Mit Django kam der Tod" als äußerst zähes Liebesdrama heraus. Die in diesem Fall zudem unpassende Klamauksynchro, die José in Django und Carmen in Conchita umtauft, vermittelt Witz an der falschen Stelle und fördert das dramatische Stück damit in keinster Weise.


Django ist ein spanischer Soldat, der sich unsterblich in die Zigeunerin Conchita verliebt, ihr verfällt und sich von nun auch von ihr auch nicht mehr zu lösen vermag. Obwohl ihm offensichtlich klar ist, dass sie ein Verderben bedeutet, hängt er an ihr. Sein Fehlverhalten hat nicht nur zur Folge, dass er zunächst ins Gefängnis muss, er wird auch noch degradiert, verliert seinen Job und muss sich wohl oder übel in ihre kriminellen Machenschaften einspannen lassen, weil er aus Eifersucht im Affekt einen Mord begeht und von nun an ein Gesetzloser ist. Seinen kontinuierlichen Niedergang vermag er nicht aufzuhalten. Sobald er Anstalten macht sich zu sträuben, wickelt Conchita ihn wieder ein und lässt ihn ihre Träume träumen, bis ihre Beziehung ein dramatisches Ende nimmt.

Franco Nero hinterlässt abseits seiner Paraderolle einen soliden Eindruck ohne zu glänzen, während in den Nebenrollen im Grunde nur Klaus Kinski in seiner standardisierten Maniac-Rolle positiv auffällt. Abseits von Tina Aumonts körperlichen Vorzügen (Wenn man's denn mag ...) lassen sich auch keine weiteren Glanzpunkte erkennen.


Luigi Bazzonis staubige "Carmen"-Version ist in sofern überflüssig, als das sie überhaupt kein Argument dafür findet, nochmal in einem staubigeren Ambiente aufgekocht zu werden. Liebesdramen liegen mir ohnehin nicht sonderlich im Blut, aber "Mit Django kam der Tod" bleibt bis zum Schluss eine sehr zähe Angelegenheit, die nur durch einen Kutschenüberfall für kurze Zeit unterbrochen wird. Bis dahin erlebt der Zuschauer lediglich die Manipulation Djangos durch die ambivalente Conchita, die ihren Verehrer sehr berechnend ausbeutet. Eine Tatsache, die sich genau wie Djangos darauf folgenden Dummheiten, mehrmals wiederholt. Kurzschlussreaktionen und die sich final in Django zu einer explosiven Mischung verbindenden Motive Hass und Rache führen schließlich zum Untergang. So wie es in einer unglücklichen Liebe wohl sein muss ...(?)


Im Vorspann sind die Kratzer und Verschmutzungen noch sehr häufig anzutreffen, später wirkt das Bild etwas sauberer. Für den Trailer konnte man eine anamorphe Vorlage auftreiben, für den Hauptfilm leider nicht. Das ist von daher schade, dass die Vorlage eigentlich nicht allzu viel gealtert ist. Die Farben haben typische Brauntönung, sind aber durchaus kräftig und schön anzusehen und auch der Kontrast zieht gut mit. Nur manchmal wünscht man sich sattere Farben. Die Auflösung des Bildes ist auch noch nach Aufzoomen des Letterbox-Bildes akzeptabel, auch wenn die durch Nachschärfung leicht angehobene Tiefenschärfe sichtlich darunter leidet. Was man dann eigentlich nur bemängeln kann, sind Szenen, in denen die Bewegungen schleppend sind und stehendes Rauschen auftritt. Schaut man z.B. zu Beginn der 39. Minute den Ritt durch die Wüste an, verschleppt sich das Bild stark auf den Details. Das ist auch der Hauptgrund, warum das Bild trotz altersgemäß guten Werten nur 3 Punkte bekommt.


Wie bei vielen italienischen Filmen ist die deutsche Tonspur nicht komplett, weswegen an diesen Dialogstellen deutsche Untertitel eingeblendet werden. Daran dürfte sich mittlerweile jeder Fan des Genres gewöhnt haben, nur dass man eben nicht zwischen den Untertitelspuren umschalten kann, es sei denn, man wechselt gleich Sprachfassung. Denn nur beim italienischen Ton gibt es vollständige deutsche Untertitel. Der deutsche Ton ist wie erwartet kein Erlebnis, ein wenig sauberer hätte er aber schon sein dürfen. Die Dialoge sind teils unverständlich, weil sie stark rascheln und im ebenso dumpfen Klang kaum auffallen. Manchmal knistert es noch dazu und Rauschen ist auch deutlich zu hören. Besser aber noch als der schlechte italienische Ton, der so dumpf, hohl und verschwommen klingt, als ob er direkt aus dem Volksempfänger stammen würde. Dieses Bruch kann man bei jedem Umschalten zwischen Synchro und O-Ton deutlich nachvollziehen, was recht häufig passiert. Die Untertitel wurden übrigens innerhalb des Bildbereiches und nicht auf den schwarzen Balken platziert, so dass ein Aufzoomen des Bildes keine Komplikationen mit sich bringt.

Die DVD bietet leider nicht viele Extras, zumindest aber den Trailer, das Aushangmaterial und Kinoplakate konnte man auftreiben, die jeweils in einer Bildergalerie anschaubar sind.


Wer sich verliebt, ist selber schuld. Nein, im Ernst: Diese Adaption eines aufgrund von Liebe blinden Mannes, der sich wissend in einen für ihn verhängnisvollen Strudel von Kriminalität und Gewalt ziehen lässt, ohne sich wirklich dagegen wehren zu wollen, ist unnütz. Das schien damals wohl auch schon der Vertrieb hierzulande zu ahnen, weswegen nicht nur etliche Dialoge gekürzt worden sind, sondern wie schon erwähnt ein reißerischer Titel und die Umbenennung der Charaktere nichts als Schadensbegrenzung waren. Überflüssig ...
... und bitte ja keinen Italo-Western erwarten!


Film+++---
Bild+++---
Ton+-----
Bonus+-----


Druckbare Version
News"Mit Django kam der Tod" – Nero und Kinski kommen in HD...
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