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D, CAN, USA 2004
Originaltitel:Stephen King's Riding the Bullet
Alternativtitel:Riding the Bullet
Länge:95:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mick Garris
Buch:Stephen King, Mick Garris
Kamera:Robert C. New
Musik:Nicholas Pike
SFX:Howard Berger
Darsteller:Jonathan Jackson, David Arquette, Adam Battrick, Erika Christensen, Matt Frewer, Chris Gauthier, Barbara Hershey, Nicky Katt, Barry W. Levy, Robin Nielsen, Cliff Robertson, Jackson Warris, Jeff Ballard, Peter LaCroix, Simon Webb, Keith Dallas, Danielle Dunn-Morris, Mike Shustek, Tony Cuzela, Terry Howson, Francis Boyle, Tatiana Szalay, Mong Lo, David Purvis, Greg Rogers, Dylan Basile, Howard Kaylan, Natalye Vivian, Mick Garris, Mark McConchie, Cynthia Garris, Catherine Devine, Haig Sutherland, Ben Cotton, Norman Krevoy, Cecile Krevoy, Sandra-Jessica Couturier
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:14.05.2005 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar von Regisseur Mick Garris (englisch, optional deutsche Untertitel)
  • Audiokommentar mit Regisseur Mick Garris, Producer Joel T. Smith, Schauspieler Jonathan Jackson, Kameramannn Robert New sowie Special FX Supervisor Greg Nicotero und Howard Berger (englisch, optional deutsche Untertitel)
  • Biografien / Filmografien:
    • Stephen King
    • Mick Garris
    • Jonathan Jackson
    • David Arquette
    • Cliff Robertson
    • Barbara Hershey
  • Fotogalerie (17 Bilder)
  • Storyboard / Film-Vergleich (3:32 Min.)
  • Original Trailer (deutsch / englisch) (1:27 Min.)
  • Making of "Shooting The Bullet" (16:21 Min.):
    • Thrill Village
    • Alan's Artwork
    • David Arquette's Make-Up
    • The Picture Cars
    • The Fury Crash
    • A Cemetery Shoot
  • Trailershow:
    • Ong Bak (2:11 Min.)
    • Angst über Amerika (1:03 Min.)
    • Infernal Affairs (2:30 Min.)
    • Infernal Affairs II (2:51Min.)
    • Donnie Darko (2:29 Min.)
    • Cypher (2:01 Min.)
    • Berserker (1:43 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • May (1:44 Min.)
    • Wishcraft (1:50 Min.)
    • High Tension (1:45 Min.)
    • Wrong Turn (1:54 Min.)
Halloween 1969: Der junge Alan Parker (Jonathan Jackson) ist wirklich nicht zu beneiden. Nach einem missglückten Selbstmordversuch steht er ohne seine Freundin (Erika Christensen) da, wird von Todesvisionen geplagt und muss auch noch erfahren, dass seine Mutter (Barbara Hershey) einen Schlaganfall erlitten hat. Da sie mit dem Tode ringt, zieht Alan es vor, in die Klinik zu trampen, anstatt mit seinen Freunden auf ein Konzert zu fahren. Er fährt per Anhalter, doch jeder der ihn mitnimmt, ist ein wenig seltsam. Eine bringt sich und Alan fast um, der andere sieht seine tote Frau. Alan erscheint das alles ein wenig seltsam, er steigt aus und geht über einen Friedhof und hat eine Merkwürdige Vision. Als er per Anhalter weiterfährt, gerät er in den Wagen von George Staub (David Arquette). Damit beginnt die finsterste Reise seines Lebens. George prescht dahin wie ein Besessener, den Tod nicht fürchtend, denn er ist bereits tot... Alans Visionen werden zur bitteren Realität.
"The dead travel fast"

Klar, King ist noch lange nicht King, auch wenn es mal wieder dem Filmtitel vorangestellt wird. Der "Meister des Horrors" produziert in letzter Zeit sowieso mehr Fantasy und nostalgische Hommagen an die 60er Jahre als echten Grusel und liegt gar nicht schlecht damit. Und da sowieso irgendwann fast alles aus des Meisters Feder verfilmt wird, durfte sich Hausregisseur Mick Garris jetzt noch an der Internet-Fortsetzungsnovelle "Riding the Bullet" versuchen. Garris mag zwar kein großer Kinoregisseur sein (Interner Link"Schlafwandler" war trotz guter Ansätze eher ein goriges Geschmacksverbrechen), aber für das TV hat er King schon mehrfach in gut anschaubare Gewänder gepresst (Interner Link"The Stand", "The Shining", bald auch Interner Link"Desperation"). Und Garris bemüht sich auch hier um Werktreue und das bedeutet, dass King seine Geschichte im Film vermutlich wiederfindet, aber das nicht unbedingt einen wirklich guten Film ausmacht, für den nun mal andere Gesetze gelten. Alles steht und fällt mit der Vorlage und die ist nun mal eine schwer austarierbare Mischung aus Horror, Coming-of-Age-Story und nostalgischer Erinnerung, mit ein wenig Familienmoral angereichert.
Wir werden ins Jahr 1969 geführt, kurz bevor sich die Beatles splitten, als der Student Alan sich nicht sicher ist, ob er den Tod mehr verehrt als das Leben und was die ganze Chose denn eigentlich soll, wenn sogar sein Mädchen sich von ihm trennt. Und wie so oft, gibt es auch gleich die Prüfung des Schicksals, denn seine Mutter erleidet einen Schlaganfall und liegt in der Klinik, worauf Alan nach Hause trampt, nicht sehr weit, genug Reichweite für eine Nacht. Und die wird es natürlich in sich haben.


Das klingt jetzt nach straightem Moralhorror, aber von wegen. Natürlich gibt es hier immer wieder kleine Schocks und etwas FX, aber der Tenor ist eine psychologische Auseinandersetzung mit einem psychisch instabilen Studenten. Fast permanent gibt es während Alans Reise durch die Nacht Rückblenden ohne Ende, die seine Jugend und sein Verhältnis zu Leben, Tod und seiner Mutter beleuchten, um den Charakter für den Zuschauer zu erhellen. Das ist alles ganz interessant, wirkt aber zerfasert und uneinheitlich, vor allem die Rolle der titelgebenden Achterbahnt ("The Bullet"), vor der er als Kind gekniffen hat, bleibt oft nebulös, als Überwindungssymbol für Todesangst taugt sie wenig und hat in der Geschichte kaum Funktion. Interessant ist die Idee, Darsteller Jonathan Jackson in vielen Szenen doppelt auftreten zu lassen und die eigenen Reaktionen als Gewissen oder innere Stimme reflektieren zu lassen, aber irgendwann nützt sie sich ab. Und so hat man in der ersten Hälfte oft das Gefühl, in einer Halloween-Folge von "Wunderbare Jahre" herumzuwühlen, immer gewahr, dass man uns hiermit wohl etwas sagen will. Im letzten Drittel gewinnt das alles dann endlich etwas mehr Drive, als Alan nach einem Friedhofsbesuch in den Wagen von Georg Staub einsteigt und sich sofort sicher ist, bei einem Toten mitzufahren, was auch baldigst bestätigt wird. David Arquette, der ja sonst meistens für verklemmte Spießer zuständig ist, zieht hier dermaßen vom Leder, dass es nur so raucht im Auspuff, eine wahre Freude sein 20-minütiger Auftritt. Dennoch: es bleibt eine Story über das Verantwortung-Übernehmen und Erwachsenwerden und noch vieles mehr, was die Story einfach nicht definitv herauskochen will, trotz langem Epilog und vielen Botschaften und sogar einem netten Schlussgag. Irgendwie ist es eine Story über die Entscheidung für das Leben, aber möglicherweise wusste King das selbst nicht so genau, als er sie schrieb. Ähnliche Texte, wie etwa der Hauptteil von "Hearts in Atlantis" sind da treffender gewesen. Für King-Freude sei aber vorgewarnt, dass man es hier nur mit einem Hauch von Horror zu tun hat und die Story auch gut in eine "Twilight Zone"-Episode gepasst hätte, falls man hätte straffen mögen.


Kommen wir nun zur DVD Edition aus dem Hause MC One. Hier gefällt uns der anamorphe Transfer, der bis auf leichtes Blockrauschen und gelegentliche Unschärfe keine nennenswerten Mankos aufweist. Ein nahezu perfekter Kontrast, der selbst in den dunklen Sequenzen jegliche Details offenbart, weiß genauso zu gefallen wie die satten und kräftigen Farben, welche hin und wieder in ein kühles Blau getränkt werden. In diesen Momenten schwächt die Schärfe etwas ab und lässt das Bild zu weich erscheinen. Jedoch bekommen wir überwiegend ein sehr detailreiches, scharfes und Screenshot vom Hauptmenü plastisches Bild spendiert, in dem selbst die Kantenschärfe durchweg gut bis sehr gut ausgefallen ist. Hin und wieder bemerkt man leichte Unschärfen in Bewegungen, welches auf den Einsatz von Rauschfiltern schließen lassen. Defekte und Verschmutzungen gibt es dafür keine zu bemängeln und die Kompressionen arbeiten bis auf das bereits oben erwähnte Blockrauschen recht unauffällig.
Es ist aber nicht nur das Bild, was uns zu überzeugen weiß, sondern auch akustisch wird ein ungewöhnlich gutes Ergebnis erzielt. Vornweg sei der Score erwähnt, welcher sich über die gesamten Boxen verteilt und dank einer perfekten Dynamik für einen stellenweise hervorragenden Raumklang sorgt. Stets in den passenden Momenten wird die ohnehin schon gute Räumlichkeit durch die passenden Effekte unterstützt, welche allesamt überzeugend eingesetzt sind und direktional einiges zu bieten haben. Erzeugt wird dieser stimmige Raumklang überwiegend durch gut platzierte Effekte, welche hervorragend zu orten sind. Die Rears sind ständig im Einsatz und sei es nur für den Score. Zum Schluss sollten noch die Dialoge erwähnt werden, welche neben einer guten Sprachverständlichkeit, oftmals auch direktional zum Einsatz kommen und sich nicht nur starr auf den Center richten. Auch der Subwoofer weiß in den Schocksequenzen durchweg zu überzeugen und trumpft mit einigen wuchtigen Einsätzen auf.


Technisch gesehen gibt es also nicht wirklich was zu bemängeln und auch der Rest macht einen überwiegend positiven Eindruck. Neben einem Pappschuber mit Prägedruck (für die Videotheken gibt es sogar noch ein Schuber mit leuchtenden Augen, welche durch zwei LEDs inkl. Batterien betrieben werden), überzeugt uns auch das teilanimierte Menü, welches zwar zurückhaltend an Animationen ist, dafür aber stilistisch voll überzeugt. Aber auch die eigentlichen Extras wissen zu gefallen. Zu allererst ein großes Lob für die beiden Audiokommentare, welche endlich mal Deutsch untertitelt wurden. Hierfür gibt es schon einmal einen dicken Pluspunkt von der Redaktion. Beide Kommentare Screenshot vom Kapitelmenü sind sehr informativ ausgefallen und vor allem der Kommentar in dem neben Regisseur Mick Garris noch Schauspieler Jonathan Jackson, SpecialFX-Supervisor Greg Nicotero und Howard Berger, sowie Kameramann Robert New und Produzent Joel T. Smith involviert sind macht richtig Spaß und ist etwas humorvoller ausgefallen als der Solo-Kommentar von Garris.
Unter den eigentlichen Extras finden wir dann den deutschen und englischen Originaltrailer, sowie einen knapp 3minütigen, leider unkommentierten Storyboard/Filmvergleich, in dem wir im linken oberen Bildrand die Filmsequenzen sehen und unten recht die dazugehörige Storyboard-Zeichnung. Eine obligatorische Fotogalerie darf hierbei ebenso wenig fehlen wie 6 Bio- und Filmografie, sowie eine McOne-Trailershow mit 12 weiteren Trailern.
Nicht zu vergessen das knapp 16minütige Making Of, welches in 6 kurze Featurettes unterteilt wurde und sich unter anderem mit der Entstehung des Film auseinandersetzt, sowie dem Make-Up-Effekten, den Autos der 60er und 70er Jahre etc. Leider bleibt durch die Unmenge an Filmausschnitten der Informationsgehalt etwas auf der Strecke, da helfen dann auch ein paar Statements von Cast & Crew und ein paar Einblicke hinter die Kulissen nicht mehr weiter. Insgesamt dennoch nett und optional Deutsch untertitelbar.


Auch wenn wir etwas unentschieden im Gesamteindruck sind, ist es aber umso sympathischer was Garris aus der Kingschen Vorlage gemacht hat und auch die technische Umsetzung der DVD ist dem deutschen Vertrieb wirklich gelungen, auch wenn wir uns insgesamt etwas tiefgründigere Extras gewünscht hätten. Und auch wenn man der Meinung sein kann, dass "Riding the Bullet" als TV-Film reicht, sollte man einen Blick riskieren. Unserer Meinung nach wird man den Kauf auf keinen Fall bereuen.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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